Beim besten Willen kann hier 3 D nicht über die Eindimensionalität der Story hinwegtäuschen, einer skeletthaften Höhlenforscher-Katastrophengeschichte mit kaum Fleisch drum herum. Katastrophe um der Katastrophe willen. (Das Schlimme an Katastrophen ist doch meist, dass sie unpassend und unvorbereitet kommen; hier laufen die Menschen direkt in sie hinein, weil es sonst den Film nicht geben könnte).
Wobei: in 3D über den Amazons zu fliegen, das ist in jedem Film schön und immer wieder schön und man braucht keine Angst vor den Schlangen und wilden Tieren zu haben. Hier fliegt man also mit einem kleinen Flugzeug über die riesigen Dschungelgebiete bis sich das grosse Loch auftut, der Krater, in welchem tief unten der Einstieg in die Höhle ist. Im Flugzeug sind der Chef einer Expedition, sein Sohn, ein Blondling, und noch eine Frau.
Wenn Filmemacher sich nicht intensiv genug um die Geschichte kümmern, dann können sie sich ersatzweise mit Gags oder Einfällen behelfen. Hier zum Beispiel fliegt der Chef der Expedition mit einem Fallschirm in die Tiefe des Trichters und ist somit schneller unten als seine beiden begleitenden Personen, sein Sohn und die junge Frau, die sich an einem nicht enden wollenden Seil abseilen. So richtig plausibel kriegt der Zuschauer aber die Grössenverhältnisse unten im Trichter am Rande des Trichtersees nicht zusammen.
Bevor die Mannschaft einsteigt ins Höhlensystem müssen natürlich kursorisch ein paar Gefahren und Risiken erwähnt werden und wie ausrüstungsmässig vorzubeugen wäre. Sonst wäre es wirklich überhaupt nicht spannend. Dann kommt allerdings Regen und das Wasser im Höhlensystem fängt an zu steigen. Katastrophe in Sicht.
Ab jetzt nimmt das Unglück seinen Lauf: Luftmangel, Entscheidungen über Leben und Tod, Ausfälle, Menschen, die man zurücklassen muss, es ist wie bei den zehn kleinen Negerlein und ganz zum Schluss, wenn der Sohn als Überlebender aus dem Meeresboden gekrochen kommt, erfährt man, dass er seinen Vater, der auch in den Höhlen geblieben ist, durch die gemeinsame Höhlenexpedition besser kennen gelernt habe. Aber leider war vorher kein Koflikt zwischen den beiden etabliert worden, so dass man das zur Kenntnis nehmen kann oder auch nicht; gut für ihn.
Es gibt viele Studioaufnahmen in dem Film, die sind oft deutlich als solche erkennbar, weil die Intensität anders ist; die fallen aber nicht ganz so ab wie die ähnlichen in deutschen Katastrophenfilmen wie NORDWAND oder NANGA PARBAT.
Zwischen der plakativen Ankündigung des Filmes und dem was er bietet, scheint mir eine ziemliche Diskrepanz zu klaffen.
Dankeschön!