Wenn Gnomeo & Juliet eines beweist, dann dies: 3D muss für Zwerge erfunden worden sein, für Gartenzwerge, nie kamen sie niedlicher zur Geltung.

Auch Zwerge haben klein angefangen, hiess es vor einiger Zeit. In Gnomeo & Juliet fangen sie gleich ganz groß an. Weltliteratur. Sie beziehen sich in einem kurzen Prolog vor einem Bühnenvorhang auf Shakespeare, auf die Geschichte von Romeo und Julia, die schon so oft erzählt worden sei, und die sie völlig neu und völlig frisch erzählen wollen. Ui, da haben sie sich gleich den Fallstrick für den künstlerischen Tod geknüpft. Denn statt alles völlig neu und völlig frisch zu erzählen, hat sie vor allem der Ehrgeiz getrietzt, jede Szene auf äußerliche Tricks und Einfälle abzuklopfen, damit es ja alle paar Bilder lang was zum Lachen geben soll, Lustigkeit per se, Gag um des Gags willen (von Wetterhähnen, die sich drehen, wenn einer das Haus betritt oder verlässt, von Rasenmäherrennen und dem weiterführenden Gag des Mega-Terminator-Rasenmähers, der übers Internet bestellt werden kann, bis zum hässlichen schleimigen Köter auf der Gasse oder Gärten wie Hochsicherheitstrakten oder Tonscherben als die traurigen Überreste eines überfahrenen Zwergenkumpanen) – so kann das Lachen auf der Strecke bleiben, weil die Geschichte in ihrer Shakespeare-Dimension trotz 3D auf Simpeldimension geschrumpft daher kommt.

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