Black Swan

Wenn der Film eine Illustration zu Obamas Satz „Yes, we can“ sein soll, dann muss einem um die Zukunft Amerikas nicht bange sein. Denn dass die als frigide bezeichnete Tänzerin, die wie ein kleines Hysterchen erscheint, die ein gestörtes Verhältnis zur Mutter hat, die sie als kleine Prinzessin behandelt und abhängig gemacht hat, dass eine Frau, die anfällig für Angstträume ist, die sich mit Kratzen Selbstverletzungen beibringt, die eine instabile und verklemmte Person ist – dass eine dermaßen beeinträchtige und gestörte Figur in einer großen Tanz-Compagnie den Wettbewerb um die Nachfolge der Muse des Chefs und Choreographen gewinnt und dann noch den Weissen und den Schwarzen Schwan erfolgreich tanzt, das ist ungefähr so wahrscheinlich, wie die Erfüllung der Erwartung, dass Obama noch in dieser Legislatur-Periode die Gletscherschmelze zum Stillstand bringen, die Ölbohrungen im Golf von Mexiko stoppen, den Afghanistankrieg ohne einen weiteren Schuss  beenden, Guantanamo schließen und die amerikanischen Staatsschulden auf europäisches Niveau runterdrücken werde. Aber Kino soll ja der Ort sein, das Unmögliche wahr werden zu lassen, Traum- (und Alptraum-) fabrik, Illusionsmaschinerie, kompensatorische Erfüllung unrealistischer Wünsche, Alles-muss-gut-werden-Gemälde, das glaubt, wer an den Weihnachtsmann glaubt.

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