Der Fehlerteufel bei Filmstarts.de

Filmstarts.de hat soeben eine neue „Web-Show“ (so der Jargon der Pressemeldung) ins Leben gerufen: Deren „Filmexperten Siggi und Horst zerlegen selbst die größten Klassiker der Filmgeschichte und finden dort noch die peinlichsten und kleinsten Patzer“. Die erste Folge setzt sich mit Gladiator von Ridley Scott auseinander.

Das Sprecherduo teilt sich die Aufgabe dramaturgisch auf. Der eine spielt, stellvertretend für den Zuschauer, den ahnungslosen, der andere den allwissenden Filmnerd. Er zeigt seinem ahnungslosen Kumpel dann einige Szenen, in denen Fehler gefunden wurden.

Nette Idee, aber nicht neu. Zum einen gab es schon immer die „Goofs“-Sektion in der IMDb, in der aufmerksame Zuschauer Fehler aller Art verzeichnen können (hier die mehr als lange Fehlerliste zu Gladiator), zum anderen ist die Web-Show nicht umfassend. So werden zum Beispiel zu Gladiator gerade mal neun Fehler genannt (von denen ich einen für strittig halte). Auch ziehen die beiden Experten eher in wenig professioneller Weise über die Filmemacher her. Beim Film sind Fehler unvermeidlich, und es ist ein Leichtes, im Nachhinein – obendrein auch noch mit dem Segen des Zurückspulens sowie der Zeitlupe – aus dem weichen Ohrenbackensessel zu meckern und zu nörgeln.

Fazit: So eine Kategorie ist ein nettes Add-On für eine bestehende Filmwebseite, nutzt aber nur dem Filmlaien, sprich, dem Endverbraucher, der nicht selbst auf Fehlersuche geht. Für den versierten Filmfan scheitert diese Serie, da sie zu sehr von oben herab über die großen Filme herzieht („Fresse halten, selber machen“ möchte man da rufen), da die Fehler dem Filmliebhaber schon bekannt sind, oder da sie dem Filmliebhaber, der diesen Fehler noch nicht kannte, den Film versaut. Für mich, dem Film wichtig und wertvoll ist, überwiegen daher leider die negativen Eindrücke.

Der Direktvergleich drängt sich natürlich auf zu That guy with the Glasses, der weit ausführlicher auf Filme eingeht – okay, es handelt sich um Filmkritik und nicht um das Auflisten von Fehlern – aber dafür wesentlich sympathischer rüberkommt. Nur ist eine Reihe dieser Art halt weit aufwendiger zu produzieren, hier Little Monsters:


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