Ein Mann von Welt

Wenn man den nordischen lakonischen Film mit seinem schrägen Humor als eigene Gattung bezeichnen möchte, so wurde diese hier zur Perfektion getrieben. Wobei Perfektion immer auch Sterilität und Eitelkeit bedeuten kann. Dieser Film dient offenbar mehr dem Dienst an der Gattung als einer eigenen Aussage. Scheint insofern nicht mehr dazu gemacht, den Zuschauer direkt mit einer aufregenden Message von der Leinwand herab anzuspringen.

Man kennt sie mit der Zeit, die lakonischen nordischen Typen, die immer viel dumpfer wirken als sie in Wahrheit sind, die mehr Mann von Welt sind als man ihnen geben würde, denn vom Benimm und vom Äußerlichen her behaupten sie ungefähr das Gegenteil.

Unser Protagonist Ulrik kommt direkt aus dem Gefängnis und haust dann in Fortführung des Gefängnislebens in einem Kellerloch, das mehr einer Gefängniszelle ähnelt als einem Untermietzimmer. Und so stoisch er seine 12 Jahre abgesessen haben dürfte, so stoisch erledigt er die Aufgaben in der freien Wildbahn, tut, was die Natur einem Mann Frauen gegenüber gebietet, ohne Ansehen der Person, steckt ungerührt im Dilemma zwischen Reintegration in Beruf und Wiederherstellung seiner Familie und den halbseidenen Forderungen seiner halbseidenen Exfreunde.

Was ist dieser nordische Mann von Welt nun? Ist er gar ein Mann ohne Eigenschaften oder doch eher nur ein teilnahmslos Teilnehmender oder ein teilnehmend Teilnahmsloser?

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