Ein wolkiges Gebilde, das einen immerhin so beschäftigt, dass wenn man aus dem Kino hinaustritt, ganz verwundert ist, wo man sich denn befinde. Die Dichte der Atmosphäre oder das „Beklemmende“, wie eine Zuschauerin meinte, dürfte im Wesentlichen auf drei Säulen beruhen. Die eine ist die voluminöse Filmmusik, die noch bei jedweder Szene versucht, sie gegen Ende zum Abheben zu bringen, die andere ist die fast gehauchte Voice-Over von Bruno Ganz, die so ganz vertraulich wirkt und die Ohren ohne jede Härte oder Aggressivität zu vereinnahmen versucht und die Dritte dürfte der durch die Abkunft des Autors des Romans, der dieser Verfilmung zugrunde liegt (Thomas Hürlimanns Vater war Bundesrat, also Regierungsmitglied in der Schweiz), vorgeblich exklusiv-intime Blick durchs Schlüsselloch sein, der Bericht aus dem Nähkästchen über den alltäglichen, fast königlichen Prunk – wie auch die dazu gehörigen Niederungen (wie in Romanheften – und zum Glück gehts gut aus!) – des innersten Zirkels der Macht in der helvetischen Alpenrepublik.
Wer geglaubt hat, die Schweizer könnten nur Löcher durch die Alpen bohren, wird hier eines Besseren belehrt, dass die Schweizer nämlich auch nur menscheln, selbst wenn deutsche Schauspieler sie aus Koproduktionsgründen spielen, wodurch die Swissness zur Analogswissness mutiert, aber vielleicht steckt das Kalkül dahinter, dass die Deutschen im Kino unbedingt deutsche Schauspieler Schweizer spielen sehen wollen.