My Son, my Son, whath have Ye Done? (Filmfest München)

Was Herzog mit seinem Protagonisten mit dieser Visage verbinden dürfte, das ist bestimmt „the real thing“ zu wollen und nicht wie die anderen Jugendlichen im Rafting Camp die Grenzen ihrer Fähigkeiten auszuloten. Da aber Hollywood, das den Film produziert hat, eher auf der Seite der Rekordsucht und der Suche nach den Grenzen der Fähigkeiten und nicht nach dem Real Thing anzusiedeln ist, so entsteht hier der Eindruck einer eigentümlichen Asymetrie zwischen der filmischen Aussage Herzogs und jener des kommerziellen Genres innerhalb dessen er diese tätigt. Diese Asymmetrie zwischen Spannung und Sperrigkeit äussert sich in gelegentlichem Beinah-Stillstand der Handlung, zum Beispiel in dem Zweier-Bild mit Zwerg oder darin, dass die Kamera sich ablenken und beeindrucken lässt durch eine riesige Felswand, unter der das Rafting Camp liegt oder auch durch das Wildwasser (Symbole für das Real Thing) oder durch ein hässlich-gelbes Polizei-Absperrband was demonstrativ vor der Kamera die Sicht für Momente verstellt, wobei der Zuschauer Zeit genug hat darüber zu sinnieren, wie weit vielleicht gerade so ein Absperrband auch ein Real Thing sei. Oder die trotzige Behauptung des Protagonisten angesichts zweier Flamingos, er sehe eine Herde rennender Strausse.

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