Je suis heureux que ma mère soit vivante (Filmfest München)

Wie es in der Literatur das Sachbuch gibt, so könnte man bei diesem Film von einem Sachfilm sprechen, der sachlich versucht, ein Thema ordentlich auszubreiten, zu behandeln und zu beleuchten. Es geht um Adoption. Ein Junge, Thomas, der noch einen jüngeren Bruder hat, wird mit diesem von einer überforderten, alleinerziehenden Mutter zur Adoption frei gegeben. Wie er halbwüchsig ist möchte er endlich wissen, wer seine leibliche Mutter ist, macht sie ausfindig und entwickelt ein problematisches Verhältnis zu ihr, das mit einer unkontrollierten Handlung und vor Gericht endet. Der Preis für diese Sachlichkeit ist allerdings der, dass es schwer fällt, Empathie für die Figuren zu entwickeln, denn die Dialoge sind nach Gesichtspunkten der Sachlichkeit geschrieben. Die Figuren agieren zugunsten des Themas und nicht um unsere Sympathie zu gewinnen. Doch der „Fall“ beschäftigt einen über den Kinosaal hinaus – vielleicht, weil so vieles offen bleibt.

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