Zur digitalen Fotografie

In meinem privaten Umfeld gab es offenbar einige Fotoapparate zu Weihnachten, und da ich schon lang und gern fotografiere, habe ich mich entschlossen, ein paar Tipps zum Organisieren seiner digitalen Fotos hier zu veröffentlichen. So kann ich den Fragenden einfach nur diesen Link hier geben, anstatt ihnen jedes mal ein Schnitzel an die Backe zu beratschlagen. Hier also mein Mini-Ratgeber aus dem Stegreif zum Thema Organisation von Fotos auf der eigenen Festplatte:

a) Die eigene Fotophilosophie definieren

Bevor man auf den Auslöser drückt, sollte man sich eine Basisphilosophie der Fotografie zurechtlegen. Was möchte man fotografieren? Möchte man dokumentieren oder inszenieren? Sollen Fremde die Bilder jemals zu Gesicht bekommen können, oder sind die Bilder nur für den Privatgebrauch gedacht? Was sollen Erben der Fotos in einem Jahrhundert über einen denken?

Was nach einer Menge heftiger Fragen klingt, wo man doch nur ein paar Fotos machen will, ist eminent wichtig. Wenn man zum Beispiel stets nur gruppierte und lächelnde Verwandte fotografiert, wird man sich später zu Tode ärgern, dass man nie die Oma in ihrer Kochschürze fotografiert hat, wie sie gerade ihren berühmten gedeckten Apfelkuchen aus dem Rohr holt. Oder wenn man seinen Vater nie verschwitzt bei der Gartenarbeit fotografiert, wird man sich an solche Ereignisse eher weniger erinnern als an die ganzen Portraits mit dem falschen Grinsen. Wer nur „Schönwetterfotos“ macht, dem wird seine eigene Familie nach wenigen Jahren schon sehr fremd vorkommen. Ich persönlich dokumentiere mein Leben für mich selbst, daher fotografiere ich auch unvorteilhafte Situationen, veröffentliche diese Bilder aber nicht.

Orionnebel, © Marco Sproviero, http://www.munich-space.de/Die Möglichkeiten sind ungezählt: Der eine fotografiert rote Autos, der nächste das Autoradio, wenn es gerade ein schönes Lied spielt, der dritte macht Fotos nur im Rennen, wieder andere kleben sich ein Profi-Objektiv ans Kamerahandy oder werfen ihre Kamera mit Selbstauslöser einfach in die Luft.

Marco S. zum Beispiel fotografiert mit einer DSLR auf Adapter durch ein Newton-Teleskop, er macht so ganz hervorragende Aufnahmen von Himmelskörpern, hier zum Beispiel der Orionnebel. Mehr Fotos auf seiner Webseite Munich Space.

b) Fotos machen

  1. Mehr fotografieren können: Die digitale Fotorevolution hat den Fotografen nahezu vollständig von Grenzen befreit, was die Menge der Bilder angeht, die er machen kann. Wo früher ein Film noch 36 Bilder hergab (bei manchen Kameras sogar 72, weil diese nur je einen halben Frame auf dem Negativ belichteten), liegt die Grenze heute allein bei der Speicherkarte. Mehrere Tausend Fotos auf einem einzigen „Film“ unterzubringen ist kein Thema mehr. Daher gibt es auch keinen Grund, sich beim Fotografieren einzuschränken. Die heutigen Speicherkarten geben jedem Fotografen die Möglichkeit, sich ausschließlich af das Motiv konzentrieren zu können, anstatt auch noch den nahenden Filmwechsel im Auge behalten zu müssen.
    Mein Tipp: Lieber tendenziell mehr als weniger fotografieren, löschen kann man immer noch.
    (Löschen würde ich allein der besseren Sichtbarkeit wegen ausschließlich am Computer, nie in der Kamera. Und: Manche Motive gewinnen erst durch Unschärfe oder andere „Fehler“ ihren Reiz.)
  2. Datum und Uhrzeit akribisch einstellen: Das Datum und die Uhrzeit der Kamera werden mit jedem Bild in den sogenannten EXIF-Daten für alle Zeiten mitgespeichert. (Mehr zu Metadaten später)
    Stimmt die Uhr nicht oder ist gar die kleine Batterie alle, die die Uhr in der Kamera betriebt, wird man sehr bald auf Probleme stoßen, wenn man seine Urlaubsfotos vom letzten Mai im Computer sucht. Es ist essentiell, dass die Uhr in der Kamera stets richtig geht, sonst kann man eine ordentliche Organisation von seinen Fotos vergessen.
  3. GPS: Nicht wenige der modernen Kompaktkameras verfügen über einen GPS-Empfänger, der es ermöglicht, die Position der Kamera zu jedem Foto mit in der Datei zu speichern. Das ist unheimlich praktisch, wenn man später einmal wissen will, wo denn der tolle Strand genau war oder ein anderes Motiv. Für Spiegelreflexkameras gibt es einen GPS-Aufsatz als Zubehör, so etwas ist dringend zu empfehlen. Auch helfen GPS-Daten bei der späteren Suche nach Bildern, da sich diese auf einen geographischen Ort begrenzen lässt. (z.B. „Alle Bilder aus Paris + 20 km Umkreis anzeigen“)
  4. Möglichst verlustarm speichern: Es empfiehlt sich, in der Kamera stets die höchste Auflösung und die geringste Komprimierung einzustellen. Bilddetails können nachträglich nämlich nicht hinzugefügt werden. Profis fotografieren im RAW-Format, das ist das nackte Bildformat, mit dem die Bilder vom Bildsensor im Bildprozessor der Kamera ankommen. Es war ursprünglich nie für den Endkunden gedacht, und daher gibt es auch verschiedene RAW-Formate.
    Wessen Kamera kein RAW kann oder wer doch nicht auf so einer hohen Qualitätsebene fotografieren will, dem sei TIFF (.tif) empfohlen, entweder unkomprimiert, oder mit der verlustfreien (!) LZW-Komprimierung. Wessen Kamera auch kein TIFF kann, der sollte JPEG in der geringsten Komprimierung wählen. („superfein“ oder ähnlich heißen die entsprechenden Optionen meistens).
    Der Grund: Beim Komprimieren von Bilddaten mit einem verlustbehafteten Verfahren wie JPEG werden Bilddetails unwiderruflich entfernt. Dies ist auf dem Display oder auf dem Monitor mit dem bloßen Auge im Regelfall zwar nicht zu erkennen, doch je stärker die Komprimierung, desto größer der Verlust. Also um des Fotos willen so wenig wie irgend möglich komprimieren.
  5. Keine Effekte: Viele Kameras bieten eingebaute Hilfsmittel wie eine nachträgliche Rote-Augen-Entfernung und Spaßeffekte wie Farbspielereien (schwarz-weiß, sepia und andere) oder auch anderen Schnickschnack. Die Technik in einer Kamera kann jedoch nie so gut sein wie die einer ausgewachsenen, flexiblen Fotobearbeitungssoftware am Computer, daher sollte man Fotos, die man vielleicht noch anderweitig brauchen könnte, stets ohne alle Effekte machen.
    Effekte können nachträglich am Rechner viel gezielter erzeugt werden. Es ist sehr ärgerlich, ein eigentlich schönes Motiv durch einen dummen Effekt unwiderruflich verhunzt vorzufinden, wenn man aus dem Urlaub zurückkommt und die Bilder auf dem großen Monitor erstmals „richtig“ zu sehen bekommt.
  6. Kein Digitalzoom: Was vom Namen her klingt wie die lang ersehnter Verbesserung untragbarer Zustände, ist leider Nepp. Beim optischen Zoom (dem „klassischen“ Zoom also), werden Linsen oder Linsengruppen im Objektiv der Kamera gegeneinander verschoben, um die Brechung des Lichts zu beeinflussen und so kleinere Bildausschnitte bildfüllend auf den Bildsensor bzw. den Film auftreffen zu lassen. Die Qualität des fertigen Fotos hängt beim optischen Zoom (auch analoger Zoom oder umgangssprachlich Teleobjektiv genannt) allein von der Qualität der verwendeten Optik ab.
    Ein Objektiv mit möglichst großem Durchmesser erlaubt die Aufnahme möglichst großer Lichtmengen in der selben Zeit (was die nötige Belichtungszeit und das Bildrauschen verringert), hochqualitative Linsen aus Kristallglas liefern weit bessere Ergebnisse als Kunststofflinsen, und je wuchtiger die Mechanik, desto unempfindlicher ist sie gegen das Altern, die Benutzung und alle weiteren Unbill, die das Leben ihr so entgegenschleudern wird.
    Beim Digitalzoom dahingegen wird jedoch einfach nur der optische Zoom maximal ausgefahren, und wenn das dem Benutzer immer noch nicht reicht, wird einfach nur das so erfasste Bild am Rand immer weiter und weiter beschnitten und der in der Mitte verbleibende Rest einfach vergrößert.
    Der Digitalzoom ist also nicht ein tatsächliches weiteres Heranzoomen an das Geschehen, sondern einfach nur eine Ausschnittvergrößerung der größten Vergrößerung, die mit optischen Mitteln noch erreicht werden kann. Die kann man aber später auch am Computer machen, indem man das Bild einfach nach Wunsch beschneidet. Der Unterschied: Am Computer kann man sich den Bildausschnitt frei wählen, beim Digitalzoom ist es natürlich immer nur die Mitte.
    Wer also eine Kamera mit 10x optischem Zoom und 100x Digitalzoom sein Eigen nennt, hat lediglich eine Kamera, die einen winzigen Ausschnitt des maximal mit dem optischen Zoom erreichten Bildes auf die volle Größe des eingestellten Wunschformats umrechnet. Setzt man den Digitalzoom beim Videofilmen ein, kann man seinen eigenen Puls sehen, denn die Kamera ist trotz Wackelschutz einfach nicht mehr ruhig zu halten.
    Es ist daher zu empfehlen, den Digitalzoom stets zu deaktivieren und stattdessen eventuell gewünschte Ausschnitte am Computer auszuschneiden. Und wenn man ein Video macht, kann man mit der geeigneten Videosoftware auch im Nachhinein noch beliebig hineinzoomen. Man hat dabei noch den Vorteil, dass das Wackeln reduziert werden kann, denn die Software hat um den gewünschten Rahmen herum meist noch genug „Fleisch“, um das Video ruhigzustellen. Hier ein Beispiel, allerdings wird hier ein Vollbild beruhigt.
    Der Digitalzoom ist also nur eine Ausschnittvergrößerung, wie man sie in der Nachbearbeitung flexibler und bequemer haben kann. Bitte ausschalten.
  7. Den Blitz nur sehr sparsam benutzen: Der Blitz dient zum Aufhellen eines Motivs. Das Dumme: Kommt das Licht ungefähr aus der Richtung, aus der auch das Foto gemacht wird (sprich: befindet sich der Blitz an der Kamera und deutet zum Motiv, was ja bei jeder Kompaktkamera der Fall ist), wird das Motiv oft zu grell beleuchtet, außerdem entsteht ein Schlagschatten hinter dem Motiv. Üblicherweise reflektieren Rundungen (Stirn, Nasenspitze, Kinn usw.) den Blitz, was meist nicht so schön aussieht.
    Befindet sich das Motiv jedoch weiter vom Objektiv entfernt als ca. drei Meter (bei Kompaktkameras), reicht der Bliltz meist nicht mehr für eine ordentliche Beleuchung aus, da das Licht vom Blitz kugelförmig abstrahlt und nur noch wenig beim Motiv ankommt. Das, was ankommt, strahlt beim Reflektieren wiederum kugelförmig ab, daher kommt nur ein winziger Bruchteil des abgeschickten Lichts zur Kamera zurück.
    Der Blitz liefert außerdem farblich völlig Bilder als blitzlose Fotos, dies sollte man mal bewusst ausprobieren. Der einzige Vorteil, den der Blitz bietet, ist eine verkürzte Belichtungszeit, was nur bei dunkleren Motiven im Innenraum wirklich zur Geltung kommt. In Fußballstadien zum Beispiel sieht man bei Spielen oder Konzerten oft ganze Blitzgewitter – jedes einzelne dieser Fotos wird nichts, weil das Motiv zu weit weg ist.
    Der Blitz mag die Sonne des kleinen Mannes sein, doch leider ist das Fotografieren mit Blitz eine Kunst für sich, wie komplexe Studioblitzanlagen und Lehrgänge deutlich beweisen. Wenn es nicht gerade zappenduster ist, man eine Nachrichtenreportage macht oder das Motiv herummrennt, tanzt oder springt, den Blitz besser ausschalten – und die Kamera ruhig halten. Das ist Übungssache, kann aber erlernt werden. (Hierzu empfiehlt sich auch eine Einarbeitung in die Kamera, denn oft kann es von Vorteil sein, Blende und Belichtungszeit manuell einzustellen.)

c) Fotos speichern

  1. Festplatte statt halbgaren Lösungen: Früher hatte man ja Negative, die man in speziellen Pergamentpapiertaschen in dicken Ordnern aufbewahrte, heute hat man außer der Originaldatei nichts. Die Originaldateien sollten also möglichst sicher gespeichert werden.
    Sicher sind Dateien auf Datenträgern, die nicht leicht kaputtgehen können oder auch nicht leicht verloren gehen können. Wer seine Fotos „auf der Kamera“ aufbewahrt, auf CD, DVD oder gar einzelnen USB-Sticks, ist selber schuld, wenn diese plötzlich nicht mehr lesbar sind oder ihm in die Donau fallen.
    Fotos (und selbstgerehte Videos) sollten daher immer auf einer (verhältnismäßig) sicheren Festplatte gespeichert werden, die zuhause steht. Im Idealfall handelt es sich hierbei um eine eigene, ausschließlich für Fotos angeschaffte externe Festplatte, die an den Computer angeschlossen wird.
    Speicherplatz ist billig, so kosteten 1,5 TB, also Platz für 300.000 Bilder von je 5 MB, derzeit € 89, wie ich neulich in einem großen Elektromarkt gesehen habe. Das macht pro Foto also 0,03 Cent oder 1 Cent für 33 Bilder. (Einen Film mit 36 Bildern zu kaufen und entwickeln zu lassen, kostete deutlich mehr.)
    Es lohnt also kaum, schlechte Bilder auszusortieren, weil es länger dauert, diese ausfindig zu machen als sie einfach zu behalten. Auch sollte man stets im Hinterkopf behalten, dass Kopien in der digitalen Welt immer verlustfrei sind.
  2. Fotos nur an einem Ort speichern: Wer seine Fotos (und Videos…) von der Kamera auf den Rechner (sprich, über den Rechner auf die externe Festplatte) überspielt, sollte stets alle Fotos überspielen, und nach erfolgreichem Kopieren (kann vom Rechner automatisch überprüft werden) alle Bilder auf der Kamera konsequent löschen.
    Tut man das nicht, hat man früher oder später das Problem, manuell kontrollieren zu müssen, ob man auch wirklich alle Bilder schon kopiert hat und keine Gefahr mehr läuft, ein ungesichertes Bild versehentlich zu löschen. (Was massiv ärgerlich sein kann!)
    Noch spannender wird es, wenn man die Bilder in verschiedene Größen gerechnet hat, dann muss man nämlich auch noch sicherstellen, die verkleinerte Kopie statt des besseren Originals zu löschen.
    Besonders spaßig wird es, wenn man die Bilder an einem der beiden Speicherorte schon umbenannt hat, dann hilft einem nämlich auch keine Software zum Finden von Dubletten mehr.
    Wer also seine Bilder konsequent nur an einem Ort aufbewahrt, fährt also das geringste Verlust- und Stressrisiko. (Ein Backup muss natürlich sein, siehe weiter unten.)
  3. Fotos nach Kamera getrennt speichern: Es mag zwar unsinnig wirken, Fotos nach Kameras getrennt zu speichern, aber es hilft. Wenn man zum Beispiel mit dem iPhone seinen Alltag fotografiert, mit der Spiegelreflexkamera aber nur seine ambitionierten Projekte, findet man beim „browsen“ durch die jeweiligen Bilder nur das, was man auch erwartet und hat so weniger „Störungen“ in der Ausbeute. Denn nicht jedesmal sucht man Bilder mit der Suchfunktion des Computers.
  4. Fotos einheitlich benennen: Das ewige Thema der Foto-Dateinamen ist ein besonders heißes Eisen. Die Kamera benennt die Bilder ja automatisch beim Aufnehmen, meist in Form einer Buchstabenkombination (IMG = Image, DSCI = Digital Still Camera Image oder ähnlich) und einer durchlaufenden Nummer. Dies ist aus mehreren Gründen unvorteilhaft.
    Ich benenne meine Bilder mit Hilfe einer Software automatisch um. Sie erhalten als Dateinamen den exakten Moment, zu dem sie aufgenommen wurden, und zwar im Format Jahr-Monat-Tag_Stunde-Minute-Sekunde. (YYYY-MM-DD_HH-MM-SS) – Und warum?

    1. Keine Panik: Zum einen bekomme ich keine Panik mehr, wenn aus einer Liste von durchnummerierten Bildern plötzlich eine Nummer fehlt. Ich kann also schlechte Bilder löschen, ohne dass eine sichtbare Lücke entsteht, die mich Monate später plötzlich nervös macht. (Auch wenn meine Art von Dateinamen unangenehm lang sind, sind sie mir immer noch lieber als eine fortlaufende Nummerierung.)
    2. Automatische Sortierung: Da der Computer Buchstaben und Zahlen von links nach rechts liest (und nicht, wie der westliche Mensch, Buchstaben von links nach rechts und Zahlen von rechts nach links), ordnen sich so benannte Dateien automatisch chronologisch an, wenn sie in einem Ordner alphabetisch sortiert werden. Dazu müssen die Einheiten natürlich von groß (Jahr) nach klein (Sekunde) geordnet sein, nicht umgekehrt.
      Da die alphabetische Sortierung die Standardordnung in Computersystemen ist, wird der Vorteil der Angelegenheit schnell klar: Wirft man Bilder mehrere Kameras in einem extra Ordner zusammen (natürlich nur Kopien, keine Originale), dann ordnen sie sich brav chronologisch an, vorausgesetzt, alle Kameras, die bei dieser Party dabei waren, hatten Datum und Uhrzeit richtig eingestellt und alle Bilddateien werden nach diesem Muster benannt. (mehr zu diesem Thema hier)
    3. gleichförmige Benennung: Es bedarf einer gewaltigen Disziplin, seine Fotos immer gleich zu bennenen, wenn man keine einheitliche Formel wie das hier vorgeschlagene Datum verwendet. So finden sich üblicherweise bald Bilder mit den wenig disziplinierten Bezeichnungen „Urlaub_Florida_2005“ und „Florida_Urlaub_2006“ und „2007_Florida-Urlaub“ nie und nimmer in Gruppen zusammen, da sie sich nach keinem Kriterium („Urlaub“, „Florida“ oder der Jahreszahl) eindeutig ordnen lassen. Man wird also garantiert wahnsinnig bei der Bildersuche.
      Auch Dateinamen wie „Tante Heidi Onkel Heinz Geburtstag.jpg“ sind offensichtlich kontraproduktiv, denn zum einen sagen sie niemandem außer den Neffen und Nichten von Onkel Heinz und Tante Heidi etwas, und um wessen der beiden wievielten Geburtstag in welchem Jahr es sich handelte, wird auch nicht klar. Hier helfen die Metadaten, siehe weiter unten.
    4. automatisches Abfangen von Doppelungen: Wer Serienbilder schießt, wie zum Beispiel Fotoreporter am roten Teppich, kommt bisweilen auf mehrere Fotos pro Sekunde. Das Benennen der Bilder nach Datum funktioniert dann nicht einwandfrei, weil sich ja mehrere Bilder einen Namen teilen müssten. Hier hilft eine gute Umbenennungssoftware meist automatisch, indem sie bei Doppelungen noch ein durchnummeriertes Suffix („-1“, „-2“ usw.) anhängt, und dabei auch noch die ursprüngliche Reihenfolge der Bilder erhält. Im exotischen Fall, dass zwei Kameras zur selben Sekunde in Serie fotografierten und diese Bilder zusammen in einem Ordner landen, muss man dann tatsächlich von Hand nachbessern. Aber sonst nicht.

d) Fotos organisieren

Das richtige Benennen seiner Bilder ist erst die halbe Miete. Mann will seine Bilder ja auch so aufbewahren, dass sie sich wiederfinden lassen. Hierzu gibt es zwei Grundsätze:

  1. Ordnerstruktur: Man sollte in der Lage sein, die Bilder eines gewissen Zeitraums auf seinem Computer ohne weitere Hilfsmittel zu finden. Daher empfiehlt sich eine chronologische Ordnerstruktur. Auch sollte man nicht zuviele Dateien in einen Ordner schmeißen, weil das manchen Computer ausbremst.
    Mache Leute entscheiden sich, da sie ja chronologisch leben und so alle fotografierten Eriegnisse automatisch hintereinander stattfinden müssen, für projektbezogene Ordnernamen wie „Urlaub Lanzarote“ oder „Familienfeier“ (das könnte man als „manuelle Stacks“ bezeichnen). Doch hier tritt wieder das Problem mit der alphabetischen vs. chronologischen Sortierung auf, wenn man am Beginn des Ordnernamens keine Zeitangabe macht.
    Ich speichere meine Fotos, getrennt nach Kameras, streng getrennt in Monats-Ordnern: 2009-01, 2009-02 (…) 2009-12, 2010-01 und so weiter. Natürlich kann man, für den schnellen Überblick, hinter die Monatsbezeichnungen der Ordnernamen (nicht aber hinter die Dateinamen, s.u. bei den Metadaten) auch noch Stichworte schreiben: „2009-08 Urlaub Australien“, „2009-09 Urlaub Australien, Abschlussfeier Elfriede“ und so weiter.
  2. Schlagworte, Beschreibung, Copyright: Viel wichtiger als der physische Ablageort einer Bilddatei in einer guten Ordnungsstruktur ist jedoch die Verschlagwortung. Hierzu muss man zunächst über die Metadaten im Bilde sein:
    1. EXIF-Daten: Fotodateien bestehen nicht nur aus einer Datei und einem Dateinamen, sondern enthalten nicht wenige Metadaten. Metadaten sind sogenannte „Hilfsdaten“, die zusammen mit dem eigentlichen Bild in der Bilddatei gespeichert sind. Die Metadaten sind üblicherweise unsichtbar (sie sind keinesfalls im Bild zu sehen) und könnten nur mit speziellen Programmen gelesen werden.
      Metadaten sind sehr praktisch, denn sie enthalten alles, was zum Bild gespeichert werden kann. So findet sich in den Metadaten (im Unterbereich der EXIF-Daten) zum Beispiel Datum und Uhrzeit, zu dem das Bild geschossen wurde (daher brauchen diese auch nie unwiderruflich in das Bild selbst eingeblendet zu werden), aber auch ob bei diesem Foto der Blitz ausgelöst wurde, welche Blende und welche Belichtungszeit die Kamera verwendet hat, welches Kameramodell von welchem Hersteller mit welcher internen Software (Firmware genannt) das Bild gemacht hat, an welchen GPS-Koordinaten das Bild aufgenommen wurde und so weiter. Dies ist nicht nur „nice to have“, sondern echt sinnvoll.
      So kann man zum Beispiel nach einer Langzeitbelichtung suchen, die mit der eigenen Nikon-Spiegelreflexkamera aufgenommen wurde, indem man mit der Suchfunktion seines Rechners oder seiner Fotosoftware gezielt nach allen Fotos mit Belichtungen über 4 Sekunden und dem Hersteller Nikon sucht. Oder man kann bei einer Suche alle Fotos mit Blitz ausschließen, weil man keine Schlagschatten haben will.
    2. Metadaten: Zusätzlich zu den von der Kamera geschriebenen, nur mit Hilfsmitteln notfalls noch abänderbaren EXIF-Daten (Sommer- und Winterzeit ist hier eine beliebte Problematik), gibt es auch die Möglichkeit, weitere Metadaten in jede einzelne Bilddatei zu schreiben. So ist es mit bestimmten Softwares möglich, den Autor (= Inhaber der Urheberrechte) eines Bildes in jede Datei zu schreiben, ebenso den Copyright-Inhaber (meist der Autor, oder z.B. dessen Firma), eine Beschreibung sowie Schlagwörter.
      1. Der Autorencredit bietet Platz für den eigenen Namen. Ist man selbst auf dem Bild, sollte der guten Ordnung halber auch der tatsächliche Fotograf eingetragen werden, mit „unbekannt“ für Fälle, in denen Passanten einen vor einer Sehenswürdigkeit fotografiert haben.
        Das Problem hierbei ist, dass man bei einer schnellen Suche nach Fotos, auf denen man selbst zu sehen ist, die Suche verwässert, da der Computer natürlich alle Bilddateien, auflistet, deren Metadten den eigenen Namen im Autorencredit enthalten. Ergo findet man Bilder mit sich selbst am wenigsten, wenn man nicht aufpasst. Eine Lösung hierfür ist z.B. Das Abkürzen des eigenen Namens („M. Hintermoser“) im Autorencredit oder das Eintragen des Firmennamens als Autor („MH-Studio“).
      2. Der Copyrightinhaber ist im Normalfall identisch mit dem Autoren, hier gelten dieselben Ratschläge. Vermarktet man z.B. seine Bilder über eine Agentur, steht hier der Name des Rechtinhabers, also z.B. „Getty Images“ oder „Bildagentur Hintermoser“). Bei manchen Kameras kann man den Autoren- und Copyright-Credit bereits automatisch beim Fotografieren in die Bilddatei schreiben lassen und spart sich so diesen Arbeitsschritt.
      3. Die Bildbeschreibung ist ein Feld, in dem ein freier Text eingetragen werden kann. („Das frisch geschlüpfte Rotkehlchen wird von seiner Mutter gefüttert.“) Lädt man sein Bild später zu einer Fotoseite wie Picasaweb oder Flickr usw. hoch, wird der hier eingetragene Text meist automatisch als Bildunterschrift verwendet.
      4. Die Schlagworte sind das mit Abstand wichtigste Tool, um Fotos ordentlich zu organiseren. Die Funktionsweise ist bestechend einfach: Man legt sich einen Katalog von Begriffen an, die den Inhalt und die Stimmung eines Bildes beschreiben können und ordnet dann jedem einzelnen Bild mit wenigen Klicks die passenden Schlagworte zu.
        So sollte man zum Beispiel die Personen seiner Verwandtschaft und seines Freundeskreises als Schlagworte anlegen (und zwar nicht als „Tante Heidi“, sondern als „Hintermoser Heidi“), aber auch allgemeingültige Schlagworte wie Berg, See, Straße, Haus, Stadt, Landschaft, Baum, Wald, Essen, Trinken, Fest, Schiff, Auto, Sonne. Ebenso verhält es sich mit Stimmungsbeschreibungen, wie zum Beispiel still, laut, hektisch, schnell, langsam; oder mit Ordnungsbeschreibungen wie draußen, drinnen, Personen, menschenleer, privat, öffentlich und so weiter.
        Es ist eminent wichtig, dass die Schlagworte beschreiben, was das Bild genau zeigt, und nicht, was man selbst bei einem Bild empfunden hat (so kann ein Fest genausogut als Motiv einer Versammlung verkauft werden, oder eine leere Autobahn als still).
        Auch ist es wichtig, dass man sich darüber im Klaren ist, nach welchen Worten und Begriffen man selbst oder jemand anders einmal suchen wird. Verschlagwortet man all seine Bergfotos mit „Berg“, wird bei einer Suche nach „Gebirge“ kein Treffer gelandet. Meine persönliche Lösung sieht so aus, dass ich Schlagwortketten verwende wie „Berg, Berge, Gebirge“ oder „See, Wasser, Fluss, Gewässer, Bach“, aber „Meer, Strand“ davon absetze.
        Der Vorteil dieser ganzen Arbeit ist, dass man später problemlos Bilder suchen kann, die zum Beispiel die Schlagworte „Heidi Erwin Hintermoser Berg“ enthalten, also diese beiden Menschen auf der Bergtour in Südtirol im vorletzten Herbst zeigen. („Hintermoser Berg“ hätte übrigens erfahrungsgemäß auch gereicht, auch wenn dann die anderen Hintermoser-Bergbilder auch gefunden worden wären.)
        Wer es wirklich professionell betreiben will, besorgt sich einen „controlled vocabulary“-Wortschatz und verschlagwortet seine Bilder von Anfang an auf einem international eindeutigen Niveau. Das muss aber nicht sein, denn darum kümmert sich die Bildagentur, sofern man eine findet, die einen vertritt.

e) Fotos nachbearbeiten

Wer aus seinen Bildern „etwas machen“ will, der ist natürlich bisweilen gezwungen, diese nachzubearbeiten. Hier gibt es unzähliche Möglichkeiten, künstlerisch tätig zu werden. Ich persönlich empfehle, die Originaldatei stets unangetastet zu lassen und lediglich projektbezogene Kopien von dieser zu machen (die Datei dann aber auch als „-Kopie“ benennen!).
Änderungen an der Originaldatei sind unwiderruflich, daher sollte es stets möglich sein, wieder von einer neuen Kopie des Originals neu anzufangen, wenn man sich denn mal gründlich in den Wald gephotoshoppt hat. Wie man seine Kopien und Versionen im einzelnen projektbezogenen Workflow behandelt, ist jedermanns eigene Sache. Doch auch hierzu gibt es Denkrichtungen und Empfehlungen.
Dies gilt für ambitionierte Hobbyfotografen von morgen ebenso wie absolute Laien: Auch das Beschneiden eines Fotos, damit es besser in die Collage für das Geburtstagsgeschenk passt, ist schon eine Bearbeitung.
Beliebte Nachbearbeitungen, die auch Einsteigern verhältnismäßig leicht fallen, sind HDR-Fotos oder Panoramen, die aus mehreren Bildern zusammengesetzt werden. Als Beispiel hier die Rosenkranzkönigin, die Neubiberger Kirche, als Panorama, zusammengesetzt aus 15 Bildern.

f) Die Sicherheit nicht vernachlässigen

Das mit Abstand wichtigste für den Erhalt des eigenen Fotoschatzes ist die Sicherheitskopie. Nichts ist schimmliger als ein Festplattencrash, der alle Fotos, so gut sie auch geordnet und verschlagwortet gewesen sein mögen, als Opfer fordert. Hier die verschiedenen Backup-Möglichkeiten:

  1. Sicherheitskopie auf CD und DVD: Hiervon ist Abstand zu nehmen. Zum einen halten CDs und DVDs Daten nicht so sicher vor, wie man gerne glauben möchte, und zum anderen hat man echt viel zu tun, bis man ein Terabyte Fotos auf 1.429 CDs oder 213 DVDs gebrannt hat.
  2. RAID-System: Ein Raid-System ist eine geniale Lösung, denn hier werden Daten auf zwei oder mehr Festplatten gespeichert, und zwar so, dass der Verlust einer der Platten (sozusagen beim Kolbenfresser) keinen Schaden verursacht. Man tauscht einfach die kaputte Platte gegen eine leere aus (es gibt hierzu ein paar Spezifikationen zu beachten), dann repariert sich das System selber.
    Der Nachteil: Das Raid-System hat keinen doppelten Boden. Löscht man aus Versehen eine Datei (oder überschreibt sie in einem Moment der geistigen Umnachtung), gibt es keinerlei Zurück, da das Raid-System die Datei von all seinen Festplatten löscht bzw. auf allen Instanzen ersetzt.
  3. Backup auf eine externe Festplatte: Wer seine Bilddaten auf eine zweite Festplatte kopiert, die er z.B. monatlich löscht und aufs neue mit den Daten der Haupt-Foto-Festplatte anfüllt, kann im Falle eines Falles stets zur alten Version eines Bildes zurückkehren – sofern er den Fehler überhaupt bemerkt. Auch ist es schwierig, Datenverlust zu vermeiden, wenn im empfindlichen Moment des Neuanlegens des Backups z.B. ein Stromausfall beide Platten lahmlegt.
    Besser ist hier ein ordentliches Backup-Programm, das inkrementelle Backups nachreicht, anstatt dass man die externe Platte jedesmal neu bespielen muss. Ideal wäre, wenn Apples Time Machine diese Funktion für Gruppen von externen Festplatten bieten würde, doch das ist derzeit nicht der Fall.
  4. Backup ins Internet: Es gibt ein paar Online-Anbieter, die Platz für die eigenen Backups bieten. Das mag für seine schlanken Bürodateien ja ganz praktisch sein, doch für große, schwere Fotosammlungen ist das sicher keine gute Lösung. Bis man mal ein Terabyte oder mehr ins Internet geladen hat, sind schnell ein paar Tage um. Und dann weiß man immer noch nicht, was das Unternehmen mit den eigenen Daten anstellt.
  5. Backup ins Netzwerk: Das Idealmodell eines Backups (und außerdem Grundidee hinter dem Internet) ist eine dezentrale, aber redundante Speicherung von Daten. Für das Militär heißt das, dass ein Atomschlag gegen eine Stadt keinen informationstechnischen Schaden hinterlässt. Für den Fotografen bedeutet das, dass ein Zimmerbrand zwar den eigenen Rechner mit externer Fotoplatte vernichtet, nicht aber den NAS im Keller, auf dem das Backup liegt. (Der wird stattdessenben von der Feuerwehr unter Wasser gesetzt.)
  6. Drobo: Ein Sonderfall, der hier dennoch erwähnt werden soll, ist der Drobo. Der Drobo („Data Robot“) ist eine Art flexibles Raid-System, das es erlaubt, verschiedene Festplatten zu einem funktionierenden Speichersystem zuammenzustecken. Im laufenden Betrieb sind alle Daten mindestens doppelt gespeichert, man kann also ohne weiteres Festplatten austauschen oder das System erweitern. Wie beim Raid sind die Daten zwar auch ohne doppelten Boden gesichert, doch wenn man sich genug Kapazität leistet, kann mam beim Drobo auch einen Backup „auf sich selbst“ machen. Dieser ist dann wegen Raid auch doppelt gespeichert, und zugleich eben ein doppelter Boden. Klingt zwar ein wenig schizophren, dürfte aber funktionieren. Das einzige, was nicht passieren darf, ist der besagte Zimmerbrand.

Dies sind nur ein paar grundsätzliche Gedanken, die Foto-Interessierten aufzeigen soll, in welchen Situationen sie sich bei Aufnahme der Fotografie als Hobby früher oder später wiederfinden werden. Ich hoffe, niemanden überfahren oder gar abgeschreckt zu haben.

(Was ich z.B. gänzlich ausgelassen habe, ist z.B. das Thema Fotodatenbank, bis jetzt haben wir ja nur mit den einzelnen Dateien hantiert…)

Kommentare sind natürlich willkommen, ebenso erweitere ich diesen Eintrag bei Bedarf flexibel. Oder mache ihn vielleicht einmal zu einer Seite statt einem Blogeintrag.

7 Gedanken zu „Zur digitalen Fotografie“

  1. Wow, ein großer Text in jeder Hinsicht. Respekt.

    Welche dieser Schritte (umbenennen, verschlagworten…) machst Du mit iPhoto, bzw. welche Programme nutzt Du noch?

  2. Schöner Artikel! Zwei Anmerkungen:
    Lieber mehr als weniger Fotos machen. Gerne, aber ein Foto sollte auch immer mit Bedacht gemacht werden. Wenn ich am Schluß 3 Fotos vom Kölner Dom habe, aber alle schief, der Turm abgeschnitten, unscharf, … habe ich trotzdem kein brauchbares. Also lieber mal eine Minute Zeit nehmen, sich den Dom ansehen und überlegen, welches Bild möchte ich denn von Dom nun machen. Und dann gerne mehrere Versuche dazu unternehmen.
    Der zweite Punkt hierzu wäre: viele Fotos z.B. in Fotoforen ansehen und sich überlegen, wie hat der Fotograf dieses Motiv fotografiert? Welche Perspektive hat er gewählt und welchen Effekt wollte er damit erzielen? … Denn bei der ganzen Technik, die heute angeboten wird, um Fotos zu machen und zu verwalten … geht es ja schließlich immer noch um das Foto an sich.
    Ha, jetzt habe ich noch einen dritten Punkt, den Du ja auch angesprochen hast, den ich aber immer wichtiger finde: DOPPELT SICHERN!!!! Es bringt einem nichts, wenn man seine 243.576 Fotos schön sortiert und verschlagwortet hat, und man hat ja auch extra eine externe Platte benutzt, … Aber eine Festplatte ist schnell mal kaputt. Ohne jetzt Panik machen zu wollen, ich habe aus Fehlern gelernt. Meine Fotos waren Gott sei Dank noch nicht betroffen. Also sichert Eure Fotos IMMER auf zwei Platten. Auch CDs kann ich z.T. nicht mehr lesen.

    Also immer schön knipsen. Schönes Lied hierzu übrigens „Click, Click, Click, Click“ von Bishop Allen.
    Grüße, Olli

  3. @Klaus: Mit iPhoto mache ich nur einzelne Projekte (z.B. Fotobücher, Stapel-Export in anderer Größe oder sowas). iPhoto ist toll, wenn man eine kleine Menge von Fotos (sagen wir, bis 25.000 Stück) zu verwalten hat. Bei größeren Mengen wird iPhoto ein wenig unübersichtlich. Auch gefällt mir die Verwaltung von Schlagworten nicht besonders, ich habe iPhoto 09 dazu allerdings noch nicht angeschaut. Manche Foto-Datenbank-Software schreiben die Schlagworte usw. nämlich nicht in die Bilddatei, sondern katalogisieren sie in einer eigenen Datei, d.h., wenn Du einzelne Bilder mit einer anderen Software (z.B. dem Finder) suchen willst, kannst Du’s vergessen. Um Schlagworte in die Dateien selbst zu bringen, kannst Du Bridge oder Photoshop von Adobe benutzen, aber es gibt sicher auch andere Programme. Zum Umbenennen nehme ich die Freeware „ExifRenamer“ oder (je nach Lust) „A better Finder Rename 8“. Danke für das Lob natürlich!

    @Olli: Danke auch an Dich für das Lob!
    Mit dem „mehr Fotos machen“ meinte ich nicht, ziellos mehrmals abzudrücken, wenn man ein Motiv vor der Linse hat (oder zu haben glaubt). Ich meinte, dass man in der digitalten Welt ohne schlechtes Gewissen wegen der Folgekosten und des Platzbedarfs drauflosfotografieren kann. Natürlich hast Du völlig Recht, wenn Du sagst, dass man sich über seine Motive im Klaren sein sollte.
    Auch Deinem zweiten Punkt, der Fotophilosophie, schließe ich mich an. Ich hab das Thema ja nur ganz kurz angerissen, da muss jeder selbst durch, denke ich. Auch könnte man ganze Bücher über die Frage schreiben, wie man ein Motiv stilvoll ablichtet.
    Der dritte Punkt, mit der Sicherheitskopie, sehe ich genauso, doch haben wir hier ein kleines Mißverständnis: Mit „nur einmal speichern“ meinte ich, die Bilder einheitlich an nur einem Ort aufzubewahren, damit man keine Dünkel bekommt, ob man nicht aus Versehen ein oder mehrere Bilder für alle Zeiten gelöscht hat. Von diesem Ort empfehle ja auch ich den Backup und die Sicherheitskopie im letzten Absatz. Es wäre ja geradezu selbstmörderisch, ohne Sicherheitskopie zu arbeiten und alles auf die Funktionsfähigkeit einer Festplatte zu setzen, da hast Du völlig recht!

  4. Hi Klaus,

    ich hab sie einfach als Dateien im Finder rumfliegen (für Windows-User: als Dateien im Dateisystem), und suche Bilder per Spotlight direkt im Finder, oder auch über den jeweiligen Dialog (anhängen, hochladen usw.). Das ist sicher nicht ideal, aber noch hab ich nicht alle Bilder der Vergangenheit verschlagwortet. Wenn das mal fertig ist, schau ich mich nach einer Bilddatenbanksoftware um. Ein Kollege hat mir neulich Pogoplug empfohlen, um wenigstens die Festplatten online zu bekommen, das behalt ich mal im Auge. Man weiß ja nie…

  5. Hallo Julian,

    gut recherchiert und zusammengefasst. Ein paar tiefere Gedanken zum wahren Nutzen von Geotagging (heute und morgen) findest Du in meinem Text zum Download:
    http://www.gps-camera.eu/index.php?option=com_phocadownload&view=category&id=6%3Apresse&download=43%3A0905-bilder-mit-geokoordinaten-sind-mehr-als-spielerei&Itemid=62&lang=de

    HAbe auch immer mehr mit Location Scouts zu tun die den Sinn erkennen und einen Solmeta oder Dawntech an die Nikon montieren!

    Da Du auf Mac arbeitest würde ich Dir „CDFinder Geofinder“ zur räumlichen Bildersuche empfehlen. Oder hast Du das schon :o)

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