Oh, wie schmerzlich ist es doch zu hören, dass Dan O’Bannon gestern „nach kurzer Krankheit“ verstorben ist. Er ist dem Mann von der Straße natürlich eher kein Begriff, doch in Hollywood hat er seine Marke als Drehbuchautor für alle Zeiten hinterlassen. Aus seiner Feder stammen Science Fiction-Klassiker wie Dark Star, Alien und die Dick-Adaption von Total Recall. (Wikipedia)

Allein sein Name war uns jungen VHS-Cineasten schon in der Schulzeit eingängig, ungefähr so wie das melodiöse Team Menahem Yoram und Yoram Globus, der Effektspezialist Dennis Muren, Puppenfachmann Stan Winston oder Peter Jackson (den heute ja jeder kennt). Leute wie O’Bannon waren unsere Chuck Norris, unsere Bruce Lee, sagenumwobene lebende Legenden des Films. Natürlich hatten wir keine Ahnung, was diese Leute tatsächlich so getrieben haben, wir mussten ja noch Filmbücher kaufen und lesen, um was zu erfahren. (Kennt hier jemand noch die Filmland Presse aus München? Da hab ich mal gejobbt. Dann haben sie zugemacht.) Mythen und Legenden rankten sich um jedes bisschen Freakfutter, so wie die hartnäckige Behauptung, dass in Tunesien noch echte Kulissen des Star Wars-Drehs aus den 1970ern stehen (und der Name Tatooine von einem dortigen Ortsnamen abgeleitet ist).

Nun ist Dan O’Bannon tot, und ich weiß nur, dass ich eigentlich nicht wirklich etwas weiß über ihn.

Und außerdem musste am gestrigen 17. Dezember auch noch der Hund einer alten, guten Freundin eingeschläfert werden. Ich kannte ihn die vollen 17 Jahre seines Lebens. Der Verlust schmerzt sehr, doch mich hat er nie besonders leiden können. Hat mich immer angebellt und angeknurrt. Meinen Respekt in Sachen Frauchen-Schutz hat er sich schon lang verdient.

2 Antworten zu “Dan O’Bannon: 1946 – 2009”
  1. Paul sagt:

    Was ist eigentlich aus H K Dennicke (oder wie hiess der Besitzer der Filmland Presse in der Aventinstr?) geworden? War ein toller Laden, nur sehr teuer.

  2. Julian sagt:

    Boah, keine Ahnung. Er hat mir eines Tages gesagt, dass er mich nicht mehr braucht, und in der Woche darauf war die Filmlandpresse auch schon zu. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wie er heißt, und könnte ihn nichtmal mehr vom Aussehen beschreiben. Ist echt ewig her…

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