Meine Oscar-Tipps

Nachdem dieses Jahr scheinbar kein nennenswertes Oscar-Toto zustandegekommen ist und auch im Freundeskreis noch niemand einen Vorstoß bezüglich der Oscar-Nacht oder eines entsprechenden Videofrühstücks gemacht hat, schreibe ich ganz einfach hier nieder, was ich so denke – ich habe einfach schamlos die IMDb-Seite kopiert:

Winners to be announced on Sunday, February 22nd.

Best Motion Picture of the Year

Nominees:

The Curious Case of Benjamin Button (2008): Ceán Chaffin, Kathleen Kennedy, Frank Marshall (ist Forrest Gump tatsächlich viel zu ähnlich, um ernsthaft als bester Film des Jahres in Betraht gezogen werden zu können. Aber bei den Amis weiß man ja nie…)

Frost/Nixon (2008): Brian Grazer, Ron Howard, Eric Fellner (schöner Film, aber nicht von so gewaltiger Durchschlagskraft, dass es den Oscar rechtfertigen würde, finde ich)

Milk (2008/I): Bruce Cohen, Dan Jinks (meine zweite Wahl)

Slumdog Millionaire (2008): Christian Colson (mein Favorit)

Best Performance by an Actor in a Leading Role

Nominees:

Richard Jenkins for The Visitor (2007/I) (nicht gesehen)

Frank Langella for Frost/Nixon (2008) (er macht seine Sache sehr gut, aber brummelt halt nur nachdenklich und Atlas-artig vor sich hin)

Sean Penn for Milk (2008/I) (Sean Penn ist ganz fantastisch in seiner Rolle, doch… siehe unten)

Brad Pitt for The Curious Case of Benjamin Button (2008) (Pitt guckt meist bedeutungsschwanger in die Kamera, das kann er sehr gut, doch bei gefühlten 90% der Zeit unter schwerer Maske kann man kaum noch von der Kunst des Schauspiels reden)

Mickey Rourke for The Wrestler (2008) (mein absoluter Favorit – Rourke lebt die Rolle des abgefuckten Ex-Wrestlers mit einer Inbrunst, dass einem angst und bang werden kann.)

Best Performance by an Actress in a Leading Role

Nominees:

Anne Hathaway for Rachel Getting Married (2008) (nicht wirklich, denke ich)

Angelina Jolie for Changeling (2008) (nicht gesehen)

Melissa Leo for Frozen River (2008) (nicht gesehen)

Meryl Streep for Doubt (2008/I) (nicht gesehen)

Kate Winslet for The Reader (2008) (nicht gesehen)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role

Nominees:

Josh Brolin for Milk (2008/I) (tolle Performance, es ist nie leicht, einen absoluten Unsympath zu spielen)

Robert Downey Jr. for Tropic Thunder (2008) (also, Robert Downey spielt einen weißen Schauspieler, der einen Schwarzen spielt, der wiederum einen Soldaten spielt. Lustig, gut gemacht, schön überzogen – aber doch keinen Oscar wert!)

Philip Seymour Hoffman for Doubt (2008/I) (nicht gesehen)

Heath Ledger for The Dark Knight (2008) (nein, so toll fand ich das Spiel von ihm nicht. Er war zwar sehr gut, professionell eben, aber hier fängt die Oscar-Würdigkeit eben erst an. In Konkurrenz zu den anderen sehe ich ihn nicht als Favorit.)

Michael Shannon for Revolutionary Road (2008) (mein klarer Favorit: Der „Irre“, der in diesem Film als einziger klar sieht und dafür natürlich weggesperrt wird. Der ist es.)

Best Performance by an Actress in a Supporting Role

Nominees:

Amy Adams for Doubt (2008/I) (nicht gesehen)

Penélope Cruz for Vicky Cristina Barcelona (2008) (sie hat ihren Part als hysterische, krankhaft eifersüchtige Künstlerin mit einigen Dämonen schön rübergebracht, aber nicht Oscar-reif)

Viola Davis for Doubt (2008/I) (nicht gesehen, hab ich doch schon gesagt)

Taraji P. Henson for The Curious Case of Benjamin Button (2008) (wer? Moment… Ach, seine Stiefmama. Hmtja. Nein, denke ich nicht. Obwohl, könnte natürlich schon was werden, zumal sie sich nicht so stark verändert wie Button selbst.)

Marisa Tomei for The Wrestler (2008) (Ja, sie ist meine Favoritin. Denn obwohl sie neben Rourke nicht so auffällt, spielt auch Tomei eine gescheiterte Existenz, und das sehr eindrucksvoll.)

Best Achievement in Directing

Nominees:

Danny Boyle for Slumdog Millionaire (2008) (Hier, der ist es)

Stephen Daldry for The Reader (2008) (nicht gesehen)

Ron Howard for Frost/Nixon (2008) (ebenfalls zu routiniert und ohne jegliche dramaturgische Besonderheit)

Gus Van Sant for Milk (2008/I) (könnte es auch sein, doch Slumdog Millionaire bringt den heutigen Takt der Welt so eindrucksvoll auf den Punkt – Verquickung von Slum und Ruhm – wie kein anderer. Armer Gus, Milk war wirklich toll!)

Best Writing, Screenplay Written Directly for the Screen

Nominees:

Frozen River (2008): Courtney Hunt (nicht gesehen)

Happy-Go-Lucky (2008): Mike Leigh (hätte ich gern gesehen, ist meine Schätzung)

In Bruges (2008): Martin McDonagh (hätte ich gern gesehen)

Milk (2008/I): Dustin Lance Black (zwar gesehen, kann ich aber ohne Konkurrenz nicht einschätzen. Also rate ich…)

WALL·E (2008): Andrew Stanton, Pete Docter, Jim Reardon (nicht wirklich, oder? E.T. trifft Nummer 5 oder so ähnlich, das ist doch kein Oscarmaterial. Auch wenn ich mich sehr amüsiert habe im Kino.)

Best Writing, Screenplay Based on Material Previously Produced or Published

Nominees:

The Curious Case of Benjamin Button (2008): Eric Roth, Robin Swicord (nein, weil er zu stark vom Original abweicht)

Frost/Nixon (2008): Peter Morgan (nein, ist einfach nur Zeitgeschichte)

The Reader (2008): David Hare (jawohl, solche Themen werden gerne oscarnominiert)

Slumdog Millionaire (2008): Simon Beaufoy (nein, denke ich nicht, die Idee ist dann doch recht simpel)

Best Achievement in Cinematography

Nominees:

Changeling (2008): Tom Stern (nicht gesehen)

The Curious Case of Benjamin Button (2008): Claudio Miranda (routiniert, unauffällig)

The Dark Knight (2008): Wally Pfister (großes-Kino-Kamera, steht so im Lehrbuch)

The Reader (2008): Roger Deakins, Chris Menges (nicht gesehen)

Slumdog Millionaire (2008): Anthony Dod Mantle (mein Favorit, allein für den Sprung vom Dach mit den Kindern hat er den Oscar verdient)

Best Achievement in Editing

Nominees:

The Curious Case of Benjamin Button (2008): Angus Wall, Kirk Baxter (nö, ist nix besonderes)

The Dark Knight (2008): Lee Smith (nö, auch hier ist der Schnitt routiniert)

Milk (2008/I): Elliot Graham (mir ist nichts besonderes am Schnitt aufgefallen)

Slumdog Millionaire (2008): Chris Dickens (absoluter Favorit: Man merkt nicht, wie die Kinderschauspieler wechseln, und dabei natürlich stets jahrelange Zeitsprünge stattfinden. Toll gemacht!)

ab hier kommentiere ich nur noch vereinzelt!

Best Achievement in Costume Design

Nominees:

kann ich gar nicht einschätzen, weil ich Australia und the Duchess nicht gesehen habe. Milk war schön)

Milk (2008/I): Danny Glicker (Favorit)

Best Achievement in Makeup

Nominees:

The Dark Knight (2008): John Caglione Jr., Conor O’Sullivan (naja, das Makeup vom Joker war ja eher absichtlich schlecht…)

Hellboy II: The Golden Army (2008): Mike Elizalde, Thomas Floutz (gute Masken, aber so fantasievoll, dass man die Grenze zwischen Makeup und CGI nicht erkennen kann)

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Score

Nominees:

Milk (2008/I): Danny Elfman

Slumdog Millionaire (2008): A.R. Rahman (das ist der einzige Film, von dem mir der (poppige) Soundtrack in Erinnerung geblieben ist, also Favorit)

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Song

Nominees:

Slumdog Millionaire (2008): A.R. Rahman, Sampooran Singh Gulzar(„Jai Ho“) (tja, welcher nun? Keine Ahnung)

WALL·E (2008): Peter Gabriel, Thomas Newman(„Down to Earth“) (zu Disney-kitschig)

Best Achievement in Sound

Nominees:

WALL·E (2008): Tom Myers, Michael Semanick, Ben Burtt (wahrscheinlich dieser hier, für die tränendrückenden Konversationen zwischen Wall-E und Eve. Hat ungefähr so einen Einschlag gehabt wie „E.T. phone home“ damals.)

Best Achievement in Sound Editing

Best Achievement in Visual Effects

Best Animated Feature Film of the Year

Nominees:

Klare Sache, Wall-E.

Best Foreign Language Film of the Year

Nominees:

Der Baader Meinhof Komplex (2008)(Germany)

denke ich nicht. War zwar sehr gut, aber kein „La vita e bella“.

Entre les murs (2008)(France)

Revanche (2008)(Austria)

Okuribito (2008)(Japan)

Vals Im Bashir (2008)(Israel)

könnte ich mir gut vorstellen, obwohl ich ihn nicht gesehen habe.

Best Documentary, Features

Nominees:

keine Ahnung, wohl Man on Wire wegen dem WTC. Sind halt Nostalgiker, die Amerikaner.

Best Documentary, Short Subjects

Nominees:

Keine Ahnung. Es wäre schön, wenn diese Filme ein Screening für die Presse bekämen, bevor die Oscars verliehen werden. Aber das ist nur eine Idee…

Best Short Film, Live Action

Nominees:

Und auch hier: Keine Ahnug. Doch diese Oscars werden ja recht früh in der Zeremonie vergeben, also klärt sich das schnell…

4 Gedanken zu „Meine Oscar-Tipps“

  1. mhm…
    na, wenigstens ein Oscar ging klar nach Deutschland – das ist doch auch mal was 😉
    Und 2010 heißt es dann…
    „And the Oscar for Best Documentary, Short Subjects goes to … Germany“ 😉

    *hach*
    Dat wär wat ^^ Aber dafür ist unser Thema wohl nicht herzergreifend genug. ^^

  2. „Robert Downey Jr. for Tropic Thunder (2008) (also, Robert Downey spielt einen weißen Schauspieler, der einen Schwarzen spielt, der wiederum einen Soldaten spielt. Lustig, gut gemacht, schön überzogen – aber doch keinen Oscar wert!)“

    Aber ungefähr zwölf Mal besser und memorabler als Ledger…

    Tjoa, Death beats great Performance. Nix ist härter als das Leben, nachts isses kälter als draußen etcblabla…

  3. @André: Klingt, als wärest Du gerade am drehen… Erzähl doch mehr! (Gastbeitrag möglich, schick einfach ne Mail)

    @Preoy: „Zwölf mal“ würde ich nicht unbedingt sagen. Komödien haben es immer leichter, „aufzufallen“, dagegen mit einer ernsthaften Rolle anzustinken, ist schon problematisch. Daher haben es Komödien auch eher schwer bei den Oscars – oder wie erklärt sich dieser verheerende Ausgang für die absolut beste Komödie aller Zeiten?

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