Einer der wichtigsten Filme des Jahres …

… ist meiner Meinung nach Grundeinkommen. Ich habe ihn noch nichtmal gesehen, aber es geht ja nicht um den Film, sondern das Prinzip, das dahintersteht:

In unserer heutigen Gesellschaft ist verratzt, wer keine Arbeit hat, die ihm Geld bringt. Doch die technische Entwicklung, an der wir alle die meisten von uns arbeiten, rationalisiert zwangsweise immer mehr von uns weg. Diese Menschen fallen automatisch langfristig aus dem Raster, wenn sie sich nicht mit Gnaden-Aushilfs-Billigjobs, für die sie dann auch noch dankbar sein sollen, gerade so über Wasser halten sollen. Abgesehen davon, dass sowas immer grudsätzlich kacke ist, in Depression, Sucht und letztlich Elend führt, ist es auch schlicht menschenunwürdig.

Die Wirtschafter behaupten gerne, dass Wachstum auch in Zukunft weiter möglich ist (das prognostiziert ja jede Jahreshauptversammlung in den leuchtendsten Farben), und dass die Menschen einfach nur proaktiv sein müssen. Und dann gibt es noch ein paar symbolische, imagehebende Spenden für die Armen, die aber in Wirklichkeit nicht ankommen oder nichts nennenswertes bewirken. Heute spendet keiner mehr eine Kirche und steht dezent im Hintergrund, sondern baut lieber einen Tempel für sich selbst und nennt ihn dann auch noch „(Firmmenname)-Arena“.

Dass das aktuelle Wirtschaftssystem nur auf Kosten von Billiglöhnern (de facto Sklaven) gehen kann und nur dank der kostenlosen Natur und ihrer Rohstoffe funktioniert, wird geflissentlich verschwiegen.

Würden wir zum Beispiel die 1,08 x 1018 kWh Sonnenenergie, die die Erde jährlich kostenlos erhält (übrigens: die Sonne strahlt ja nicht nur in unsere Richtung), mit nur 1 Cent pro Kilowattstunde verrechnen (statt derzeit ca. 18 Cent, Großabnehmer und so), käme die Rechnung immer noch auf 10.800.000.000.000.000 Euro (10 Trilliarden Euro und ein paar hundert Trillionen Zerquetschte*). Kann keiner bezahlen, schon klar. Ist ja auch nur als Denkanstoß gedacht. Also ist ein bißchen Querdenken unter uns wirkungsbefreiten Drohnen durchaus mal angesagt.

Nun, das Prinzip des bedinungslosen Grundeinkommens klingt natürlich radikal und scheint für die meisten Leute einzig und allein dazu zu führen, dass keiner mehr arbeitet und alle nur noch an der Würstchenbude / auf dem Balkon / uf Malle / vor der Glotze rumhängen werden, aber das stimmt nicht. Denn das Prinzip Grundeinkommen ist nicht so einfach, wie die Leute glauben.

Nun gibt es diesen Film, dessen Trailer ich hier poste. Er kommt am Mittwoch, dem 17.9.2008 um 18 Uhr im Werkstattkino. Wer sich von der Pressevorführung, die zu diesem Zeitpunkt an anderer Stelle stattfindet, losreißen kann, sollte im Werkstattkino auftauchen (Programm). Ich empfehle übrigens jedem kulturell interessiertem Kinobetreiber dringend, sollte hier einer mitlesen, ein Double Feature zusammen mit Let’s make Money auf die Beine zu stellen. Der läuft aber erst am 31. Oktober an. Oder gleich ein Triple Feature mit We Feed the World. Oder ein Tetrafeature mit Unser Täglich Brot.

Nachtrag: Hier die Infos vom Werkstattkino:

GRUNDEINKOMMEN
Schweiz 2008. Regie: Daniel Häni und Enno Schmidt
Ein Film über das Zukunftsthema, das jeden angeht: Eine neue Art von Einkommen, bedingungslos
für alle. Das löst Emotionen aus und viele Fragen. Mehr Möglichkeiten zu eigenen Initiative? Oder der
Untergang der Leistungsgesellschaft? Und wie soll es bezahlt werden?
„Ein kleiner kluger Film über den Zustand unserer Welt. Eine Art Sendung mit der Maus, die zu
erklären versucht, wie das Grundeinkommen funktioniert, wer es finanzieren und was es bewirken könnte.“
(Mikael Krogerus)
Mittwoch, 17.9., um 18.00 h

Der Trailer ist über 6 Minuten lang, aber lohnt sich. Bitte aufmerksam gucken:

*hab ich selbst ausgerechnet, und es ist jetzt zwanzig vor drei in der früh. Wenn ich einen Fehler gemacht habe, bitte melden. Oder mir die Quelle nennen, da gab es mal einen ganz faszinierenden Artikel dazu.

Nachtrag: In und um München ist der Film zu diesen Terminen zu sehen:

17.09.08 18:00 Uhr Werkstattkino München
01.10.08 19:00 Uhr Maxim-Kino München
03.10.08 20:00 Uhr Waldorfschule Ismaning
20.10.08 20:00 Uhr Haus Elisabeth Puchheim

4 Gedanken zu „Einer der wichtigsten Filme des Jahres …“

  1. hmm…
    irgendwie bezweifle ich doch stark, dass ein derartiger Film es in unseren Konsumtemptel schaffen kann, aber vielleicht nehmen die Bremer Kulturkinos den Film auf – dann werd ich mich gerne mal in die Gondel setzen 😉

  2. Спасибо за пост! Добавил блог в RSS-ридер, теперь читать буду регулярно..

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