Kunst durch GEMA

Ich warte noch heute auf die Antwort der GEMA auf meine Anfrage von vor Ewigkeiten (ca. zwei Jahre), wie es sich mit der Verwendung von Musiktiteln als Underlay und / oder Presskit-Tonausschnitten in Podcasts verhält. Offenbar ist man dort noch am Nachschlagen, was ein Podcast ist. Bevor mich irgendwer auf eine eventuell mittlerweile existierende Gebührenordnung hinweist: Es ist ungehörig, auf solche Anfragen gar nicht zu reagieren.

Nun hat sich der Künstler Johannes Kreidler einen Spaß gemacht und wird am Freitag, den 12. September 2008 um 11 Uhr vormittags bei der GEMA in Berlin auflaufen und dort ein paar Formulare einreichen. Er hat nämlich einen Song komponiert, der Ausschnitte aus anderen Songs beinhaltet und will diese ordnungsgemäß anmelden. Ein jedes mit seinem eigenen Formular.

Es handelt sich allerdings um 70.200 Musikzitate, die in dem 33-sekündigen Werk Kreidlers Verwendung finden werden.

Die helle Freude bei der GEMA, diese Datenmengen abzutippen und in ein System einzugeben, kann ich mir schon jetzt bildlich vorstellen. Doch leider fordert der Verwaltungsdinosaurier der Urheberrechte eben selbst diese pingelige Meldung, und erhebt Kreidlers Aktion somit selbst zur Kunst. Würde sich die Industrie an die neuen soziologischen Gegebenheiten, ermöglicht durch technologischen Fortschritt, anpassen und die Sache deutlich lockerer sehen, wäre das doch sicher eher besser als schlechter. Oder?

Hier der Trailer für die Aktion „product placement“ von Johannes Kreidler:

(via)

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