Cannes 2008: Tag 3 (16. Mai)

Am heutigen Freitag trafen gegen 10 Uhr die Stars von Kung Fu Panda (Dreamworks) im Hotel Carlton zum Interviewmarathon ein. Dustin Hoffman, Angelina Jolie, Lucy Liu und Jack Black waren bis ca. 16 Uhr fleißig, danach entschwanden sie mit Sonnenbrillen bestückt in die Limousinen. Die Gesichter waren relativ ernst und müde, diese Bilder möchte ich dem erlauchten Blogleser nicht zumuten.

Sowieso war die von Paramount/Dreamworks eingefädelte PR-Show „das Tagesgespräch“: Am Vortag erst Morgens um 10 der Einmarsch von 3 Dutzend Panda-Kostümbären inklusive Jack Black am Cartlon Beach. Danach am Nachmittag ein Fotocall auf dem Dach des Festivalgeländes, wo Hoffman und Black herumkasperten, was das Zeug hielt. Erfreuliches Ergebnis für den Verleih: Diese Bilder tauchen zu hunderten in den großen Bildagenturen weltweit auf.

Da heute starker Regen von Monaco bis Cannes herrschte, war die Atmosphäre eher etwas ruhig und gelassen, wie auf einer normalen Fachmesse eben. Zu erwähnen sei vielleicht noch, dass Harrison Ford nun doch von den Paparazzi „abgeschossen“ wurde: Nämlich beim Lunch auf der Terrasse des Hotel Eden Roc am Cap d´Antibes. Dort nächtigt alles, was in Hollywood Rang und Namen hat.

Sean Penn, in diesem Jahr Chef der Filmjury, wirkt übrigends relativ ernst und nachdenklich, wenn er nicht gerade für den Fotocall posieren muss.

In einem Interview kritisierte er sehr stark die Politik von George Bush (aber wer tut das eigentlich nicht). Ich habe mich heute relativ früh vom Festival verabschiedet, da diverse Termine in Monaco am Samstag wichtiger sind. Ich bin ab Sonntag wieder in Cannes, daher gibt’s wohl auch erst am Sonntag wieder Fotos von „behind Cannes“.

Catherine Deneuve nach einer Pressekonferenz, selbst für ein paar Meter werden die Stars chauffiert.Wetter schlecht, Essen gut. Im Hintergrund eine üppige Luxusyacht.Bei AMPAV (American Pavillon) wurden die Sonnenschirme auf Regen umgerüstet. Auch hier ist das Essen offenbar zum Fingerlecken gut…Wenn man es von vorne nicht auf den Roten Teppich schafft, probiert man es halt durch das Hintertürchen…Hier kann sich der Film- und Medienschaffende die begehrten Einladungen für die abendlichen “Black Tie Screenings” reservieren. Dies geht sogar übers Internet. Allerdings werden nicht alle Teilnehmer gleich behandelt: Es gibt ein Punktesystem, und entsprechend seinem Festivalstatus hat man mehr oder weniger Punkte für eine Reservierung zur Verfügung.“Hands up, or you will get no Access”: “Vigipirate” ist die französische Antwort auf islamistischen Terror. Seit Ende 2001 wird in Frankreich auf jeder Fachmesse ausgiebig gefilzt. (Anm. d. Red.: Solche Kontrollen sind auch in Deutschland bei einer Vielzahl von Pressevorführungen üblich, allerdings aus Angst vor Filmpiraterie, nicht vor Terroranschlägen. Mehr Beiträge dazu in diesem Blog.)Hier rechts im Bild die Unterkünfte, die der Veranstalter den Pressevertretern kostenlos zur Verfügung stellt. Deshalb weichen die meisten auf umliegende Hotels aus… :-) Aber mal im Ernst: Über diese Pressefächer werden Presseinfos und Einladungen an die Journalisten verteilt. Aber kein Grund zum Neid: Für Material zu “Indiana Jones” beispielsweise muss man eine richtige Audienz in der Paramount-Hotelsuite abhalten. In diesem Jahr ziert man sich dort besonders: Normalerweise bekommt man selbst bei niedrigem Pressestatus (dazu später noch mehr) eine einfache Pressemappe mit CD ausgehändigt. Doch für Indy gilt: “Presskit only for Journalists with pre-scheduled Timeslot for Interview”. Eigentlich komisch, wo es doch rund 4000 Journalisten und Fotografen auf dem Festival gibt. Und einen “Timeslot” bekommt man sowieso nur, wenn man sich Monate vorher darum gekümmert hat. Rein rechnerisch dürfte Paramount somit nur einige Dutzend Pressemappen mitgebracht haben.Hier eine “Litfaßsäule” der Short Film Corner: rund 2000 Kurzfilme werden hier beworben und natürlich gescreent. Unmöglich, hier einen Trend festzulegen, zu groß ist das weltweite Angebot junger Filmemacher.Hier eines der zahlreichen Mini-Kinos, in denen die Filme des “Markets” gezeigt werden. Mittlerweile wird auch viel in digitaler Projektionstechnik gezeigt (2K bzw. 4K heißt das, glaub’ ich) (Anm. d. Red.: Das erkläre ich gern später)Alle Bilder © Mandoga Media.

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