Handyverbot im Kinosaal – ist das was Neues?

Bei Spiegel Online gibt es einen Artikel, der auf die Problematik der Abfilmerei durch Handies hinweist (gesehen beim Law Blog). Unsere Branche kennt natürlich die Sicherheitsmaßnahmen der Verleiher; die Übung, unsere Handies abzugeben, machen wir ja mehrmals die Woche, kein Problem.

Auch die nervige Abtasterei und die unverschämte Beobachtung durch Nachtsichtgeräte nehmen wir hin. *zähneknirsch.* Ein Absatz im besagten Artikel scheint übrigens meinen Verdacht, daß diese Sicherheitsmaßnamen gegenüber der Presse in den USA nicht so sehr forciert werden wie hier, zu bestätigen.

Ich frage mich erneut, wo der Reiz bzw. die Gefahr einer Handyaufzeichnung liegt, und ob so eine Aufnahme wirklich den Besuch des Kinos ersetzen kann. Hier als Beispiel eine Kino-Aufnahme des Endkampfes von Rocky Balboa, die ich bei YouTube gefunden habe. Kann so ein Stück Film verhindern, daß ich ins Kino gehe? Gibt es wirklich Menschen, die sich komplette Spielfilme in so einer Qualität ansehen würden, um sich ein paar Euro zu sparen? Wenn sie zu arm fürs Kino sind, wären sie eh nicht gegangen, also ist mit einer Raubkopie nichts verloren, und wenn sie zu knausrig sind, dann sind sie selber schuld, wenn sie sich so quälen. Um es mal ganz deutlich zu sagen: Ich sehe das Problem nicht.

Was anderes sind hochwertige Abtastungen oder Screener-DVD-Rips, die die Runde machen, aber dafür muß man weder die Journalisten, noch die Zuschauer im Saal ärgern. Finde ich.

Zur Info hier noch die Übersicht über derzeitige Standards von Videoauflösung. Handy-Videos liegen so ungefähr bei QVGA (der rote Knubbel oben links bzw, der grüne Rahmen, nicht verwechseln mit der Fotoqualität!), Kinofilme dahingegen bei QXGA (unten rechts bzw. blauer Rahmen, üblicherweise 2K-Bereich). Wenn man mal die Kasterl (danke, Skitch!) vergleicht, sieht jeder Laie, daß die Qualität der Kinovorlage noch lange nicht in Gefahr ist. (Normals DVDs liegen übrigens maximal in PAL-Auflösung vor.)

Wikipedia - Auflösungen Handy und Kino

2 Gedanken zu „Handyverbot im Kinosaal – ist das was Neues?“

  1. Na ja, die erste Raubkopie von Simpsons der Film kam aus Australien vom einem Handy (würde gerne wissen was der für ein Handy gehabt hat) Aber will das wer sehen? Laut dem Verleih ja, deswegen dürfen die Promis und andere wichtige Menschen bei der Die Fremde in Mir – Premiere in Berlin natürlich die Handys behalten, nur die Jourallie muß die Geräte abgeben (vielleicht ruft man ja schon aus der Vorführung an um zu sagen wie gut oder schlecht der Film sei)

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