Katastrophe: Nur 4 Mrd. $ diesen Sommer

Daß Hollywood ein Haifischbecken ist, in dem echte Nemos keine Chance haben, ist uns ja allen klar. Daß das Business in der heute 226-jährigen Stadt knallhart und gnadenlos ist, können wir selbst hier spüren, sei es durch Von-Ganz-Oben-Entscheidungen der Verleiher rund um das Marketing eines Films gegenüber der Presse, oder aber durch die Suppen-Entsalzung fast jeder größeren Produktion, das „Streamlinen“ des Films für eine maximal breite Zielgruppe. Natürlich auf Kosten der Originalität, wer braucht schon sowas.

Der cinematische Einheitsbrei der Gegenwart enthält viel Schon-Gesehenes, Wiedergekäutes, eben Bewährtes. Kein Wunder, wie mir ein Kollege neulich erzählte, daß die Filmstudenten von heute sich am Wochenende am liebsten die dramaturgisch anarchischen wie archaischen Bud Spencer und Terence Hill-Filme von vor Jahrzehnten reinziehen. Damals hat man sich noch nicht so sehr ums Einspielergebnis geschissen und lieber einen Film gedreht, der Spaß macht.

Nun lese ich über den Defamer einen bemerkenswerten Artikel in der NY Times, laut dem ganz Hollywood lamentiert, daß die Einnahmen dieses Sommers trotz Rekordhöhe hinter den Erwartungen zurückblieben. Hintergrund dieses öffentlichen Wehklagens sind wohl die anstehenden Gewerkschaftsverhandlungen der Unterhaltungsindustrie, die natürlich bei Rekordmeldungen positiver für die zu Bezahlenden verlaufen würden. Wie formuliert es der Defamer doch so schön:

„To keep public opinion from favoring the avaricious guilds, who are unreasonably demanding to be paid when their work is selflessly released onto the faddish internets platform, the studios are going to need to step up their „Movies: A Decades-Old Business Where No One Has Ever Made Any Money“ PR campaign.“

Wie traurig es doch ist, dieses öffentliche Eingeständnis, daß die Filme für die Heuschrecken von Hollywood-Executives wirklich nichts weiter sind als nur Mittel zum Zweck, also zu unserem Geld. Sozusagen die Karotte, die man vor uns Esel hängt, damit wir den Karren ziehen. Und sich dann auch noch beschweren, wenn nicht so viel hereinkommt wie erträumt oder nur so tun, um die Kosten zu drücken. Armselig.

Erstaunlich eigentlich, daß es überhaupt noch Filmemacher gibt, die tatsächlich eine Geschichte erzählen wollen. Sonst gäbe es wohl nur noch Genre-Pornos, so wie The Fast and the Furious es für die Pimp-meinen-fahrbaren-Untersatz-Community gewesen ist.

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