Urheberrechtsvergütung: 200 Millionen Euro, rückwirkend

Nicht schlecht gestaunt habe ich, als ein Bekannter mir diesen Artikel gemailt hat. Da soll die PC-Branche doch glatt 15 Euro für jeden zwischen 2002 und 2005 gebauten Rechner nachzahlen, wegen der pauschalen Abgabepflicht für Urheberrechtsvergütung. Bei ca. 13 Millionen Rechnern (ich hatte nur einen davon) ergäbe das ca. 200 Mio. Euro.

Ob das Ganze nun tatsächlich umgesetzt wird oder nicht, ist noch fraglich – ich aber frage mich, wieso wir eigentlich nicht kopieren dürfen, wenn wir schon die Abgabe dafür zahlen sollen?

3 Gedanken zu „Urheberrechtsvergütung: 200 Millionen Euro, rückwirkend“

  1. Ähm, wenn ich das richtig verstanden habe (und das habe ich wohl nicht wirklich), soll die Zahlung eine Kompensation darstellen für eventuell in der Vergangenheit unrechtmäßig angefertigte Kopien von Fernsehsendungen und dergleichen…!?! Oder eben irgendwas ähnlich absurdes, ich weiß auch nicht… :-/

  2. Na ja, die Diskussion ist so alt wie die Industrie – auch bei Musikkassetten bedeutete der GEMA-Aufschlag nicht, dass man darauf dann Musik kopieren durfte. Es wird nur der Schaden der Raubkopierer vom Produzenten auf den Konsumenten umgelegt. Das klingt unfair, ist aber so. Vergleichbar mit den Schäden durch Ladendiebe, die die auf die Waren umgelegt werden – die Preiserhöhungen „erlauben“ ja auch nicht, dass ich die Ware dann einfach so mitnehme. Klar hinkt es etwas – digitale Kopien bedeuten ja nicht, dass dann das Original weg ist. Aber hier kommen wir zu der Frage, wie ich etwas stehlen kann, was dem Besitzer dann nicht fehlt. Ist es Diebstahl, ein Foto von der Mona Lisa zu machen? DAS ist die Diskussion, der sich Politik und Industrie seit Jahren verweigern.

  3. Das klingt alles nicht nur unfair, sondern ist es auch! Und eine lächerliche Milchmädchenrechnung noch dazu! (Nicht Torstens Ausführungen, sondern was die so genannten Rechteinhaber und -verwerter in Sachen „Schadensberechnung“ da mal wieder abziehen) Wie so oft wird einfach mal die Anzahl möglicher Raubkopien mit dem eigentlichen Kaufpreis, der Eintrittskarte oder was auch immer multipliziert — und das ist deren Ansicht nach der entstandene Schaden bzw. Verlust!? Das würde aber natürlich nur funktionieren, wenn man davon ausgeht, dass jeder Raubkopierer alternativ die CD, DVD, Kinokarte oder so gekauft hätte…und dem ist ja nicht so…! Aber mit Logik ist der Musik- und Filmindustrie ja ohnehin nicht beizukommen, wenn es um dieses Thema geht… 🙁

    Letztendlich ist es aber ja auch so, dass jedem ehrlichen User somit unterstellt wird, er wäre ein Raubkopierer — einfach schon deshalb, weil er die technischen Voraussetzungen dazu hätte!?! Das kann es doch wohl echt nicht sein, oder…?!

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