Die Kunst der Synchronisation

Während deutsche Synchronbücher früher wirklich punkten konnten, muß heute meist alles schnell, schnell gehen. Qualität in Buch und Synchronregie werden meiner Meinung nach zu oft zur Nebensache degradiert.

Heute bin ich bei YouTube über drei sympathische neue Synchronisationen bekannter Filmszenen gestolpert (Datenvandalismus sei Dank). Wer auch immer diese Szenen synchroniert hat – auf schwäbisch! – hat einen brillianten Job gemacht!

Zuerst gibt es da Jack Bauer, der sich bei seinem Vermieter über ein kleines Problem beschwert, aber auch eine nette Szene aus Jacks WG-Besprechung. Und dann gibt es da noch eine der vielen Schlägereien aus Gangs of New York, bei der es in dieser Version um Extrawürste geht.

Natürlich sind die Videos für sich allein lustig anzusehen. Bemerkenswert finde ich jedoch, daß beide Synchronisationen in puncto Buch, Betonung und vor allem innewohnendem Herzblut (und ganz unabhängig vom Dialekt) besser gelungen ist als so manche profesionelle Eindeutschung.

Zum Vergleich hier noch eine Kultszene aus Hasch mich, ich bin der Mörder mit dem unvergeßlichen Louis de Funès und seiner genialen deutschen Synchronstimme von Gerd Martienzen (obwohl es da mehrere gab), gefolgt von den obengenannten Filmausschnitten. Viel Spaß:

Für Nostalgiker mehr von Louis de Funès hier, dazu die deutschen Trailer zu Der Querkopf und Brust oder Keule, sowie hier ein Liveauftritt bei Rudi Carrell im Fernsehen.

5 Gedanken zu „Die Kunst der Synchronisation“

  1. Als Synchron-Aufnahmeleiter muss ich hier natürlich mal sagen, dass qualitativ hochwertige Synchronisationen zumindest bei Kinofilmen auch immer noch an der Tagesordnung sind, da wird nicht gespart.
    Bei TV/DVD-Produktionen ist es zwar in der Tat zu preislichen Einbrüchen gekommen (gerade nach der Kirch-Pleite, als die halbe Branche vor sich hingestorben ist), doch dennoch wird auch hier immer noch in der Regel auf eine hochwertige Synchronisation geachtet. Ausnahmen bestätigen die Regel, doch allgemein wird Qualität auch heute noch im Rahmen des Möglichen groß geschrieben.

  2. Ich hab noch was nachzureichen: Klar gibt es gute Synchros (mustergültig finde ich zum Beispiel King of Queens, sowohl was das Dialogbuch angeht, als auch die Sprecherqualitäten), aber in der Mehrzahl der Fälle wird geschlampt. Falsche Freunde sind eine Plage („neck“ wird „Nacken“ statt „Hals“,“sensible“ zu „sensibel“ statt „vernünftig“ usw.), auch habe ich das Gefühl, daß man einen technischen Aufwand scheut. Es kommt mir z.B. vor, als ob die Lautstärke einfach nur runtergeregelt wird, wenn der deutsche Dialogsatz kommt, anstatt daß das neu gemischt wird. Und so weiter. Ich ziehe einfach das Original vor, bei den deutschen Synchros stellt’s mir einfach zu oft die Zehennägel auf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.