Kommentar zu den Reviews vom 11. Dezember 2025

So kurz vor Weihnachten ist es nicht verwunderlich, dass sich das Kino gen Orient wendet, einmal sogar direkt nach Bethlehem. Aber es findet auch schöne Märchen direkt vor der deutschen Haustür, Medienflunkereien, die mit der schwierigen Geschichte des Landes zu tun haben. In Rom begegnen sich zufälligerweise eine Spanierin und ein Spanier aus Barcelona, was ihr gewohntes Liebesleben aus der Bahn wirft. Auf dem deutschen Hexenberg wird ein kunterbuntes Hexenspektekel veranstaltet. In Deutschland wird ein erfolgreicher Rock-Pop-Sänger aus der Bahn geworfen, wie eine Schwester, von der er nichts wusste, in seinem Leben auftaucht. In Bulgarien erzählen Augen von Dorftieren von einem kargen, präindustriellen Menschentum. Bethlehem bekommt in einem Nahostfilm seine eigene Bedeutung. Ein deutscher Politiker, der sich treu geblieben ist, rechnet mit den Politintrigen gegen ihn in seiner frühzeitig beendeten Amtszeit ab. Ein Däne hat sich in Nahost einer radikal-religiösen Gruppierung angeschlossen. Auf DVD sieht sich eine Bürgerin der eben zusammengebrochenen DDR in Wien um.

Kino

DER HELD VOM BAHNHOF FRIEDRICHSTRASSE
Unfreiwilliger Held als Schnäppchen für die Medien

EIN LEBEN OHNE LIEBE IST MÖGLICH, ABER SINNLOS
Sollte man nicht doch eher die Trennungen feiern?

BIBI BLOCKSBERG: DAS GROSSE HEXENTREFFEN
Auf der Leinwand sind die Hexen los.

IM ROSENGARTEN
Entwurzeltes Tramppaar schlägt sich durch den deutschen Winter.

STILLE BEOBACHTER
Was Pferde, Hunde, Katzen, Ziegen, Esel sehen.

EIN HAUS IN JERUSALEM
Zugang zum Nahostkonflikt über die Psi-Kräfte einer Präpubertierenden

JETZT. WOHIN. – MEINE REISE MIT ROBERT HABECK
Dreifach genäht: der Dokumentarist in doppelter Funktion und der titelgebende Protagonist

KEIN WEG ZURÜCK
Vom Versuch, den eigenen Bruder aus den Fängen des IS zu retten.

DVD
WILMA WILL MEHR
Ob Österreich ihr dieses Mehr bieten kann?

Bibi Bocksberg: Das große Hexentreffen

100 g Herbia Superbia

ist definitiv too much für eine Hexensuppe, denn laut Rezeptbuch sollte es nur 1 Gramm sein, und die Wirkung auf denjenigen, der sie zu sich nimmt, ist verheerend.

Die den Fehler in der Rezeptur macht, das ist Bibi Blocksberg (Nala) und die von der Suppe kosten, das sind ihre Mutter Barbara (Rosalie Thomass), Mania (Sophie Rois) und Karla (Palina Rojinski). Das passiert ausgerechnet beim großen Hexentreffen auf dem Bocksberg, wo sie die Gastgeberinnen sind.

Wegen der disproportioniert zusammengerührten Suppe geraten die drei schier aus dem Häuschen, kriegen Lachanfälle, ja, man kann sie nicht mehr richtig ernst nehmen in ihrem tollen Verhalten.

Das nutzt die verhärmte Servera (Heike Makatsch) vom grauen Internat im Sinne ihrer Ambition, zur neuen Präsidentin der Hexenversammlung gewählt zu werden für 13 1/3 Jahre, indem sie die Albernheiten der Suppenverrückten via Glaskugel auf der Vollsversammlung den Hexen präsentiert.

Allerdings hat sie zwei Dinge nicht berücksichtigt: den Mut von Bibi und, dass deren Mutter zu ihr halten würde. Bis das zum Tragen kommt und als Moral in diesem fröhlichen Ulk sich herauskristallisiert, hat Bettina Börgerding ein paar Hindernisse ins Drehbuch geschrieben und Gregor Schnitzler genügend Gelegenheit gegeben, ein buntes Hexenspektakel mit Gesangsnummern durchsetzt in fröhlichfarben- und kostümfrohem Ambiente zu inszenieren.

Als Märchendarsteller ragt Friedrich Mücke als Vater Blocksberg heraus, wird er doch im Sinne des guten Endes in eine schillernde Hexe verwandelt, Schauspielerfutter par excellence, die die Hexenversammlung mit Knopf im Ohr aufmischt. Ein Kontrapunkt und Wonnepfropfen sondergleichen in dieser dominant weiblichen Hexenwelt ist der indische Nachwuchsmagier Balthazar Gyan Alexis Kuppuswamy, der in seiner Rolle nicht lügen kann und jedes Mal, wenn er es gezwungenermaßen tun muss, einen Schluckauf bekommt.

Kein Weg zurück

Erbrechen nach böser Tat

Das ist filmmoralisch vollkommen korrekt, dass der Protagonist oder die Protagonistin nach einer schlechten Tat sich erbricht. Das bekommt der häufige Filmbetrachter gefühlt mindestens zweimal wöchtenlich zu sehen.

So hält es auch Charlotte Sieling (Die Königin des Nordens) in ihrem dänischen IS-Film, dessen Drehbuch sie mit Jesper Fink und Nagieb Khaja geschrieben hat. Nachdem ihr Protagonist Christian (Nikolaj Lie Kass) einen Mann auf Befehl des IS mit Genickschuss getötet hat, muss er sich, an einer Stelle, wo es keiner außer dem Kinozuschauer sieht, erbrechen.

Er hat die Tötung aus guter Absicht getan. Er ist auf der Suche nach seinem Bruder Adam (Albert Rudbeck Lindhardt). Dieses ungare Bürschchen sieht seine Erfüllung in einer Mitgliedschaft beim IS. Hier findet er Anerkennung und Macht; zuhause ist ihm wohl eh alles egal und das Leben scheint ihm nichts wert zu sein. Er ist fasziniert von der brutalen, archaischen Moral des IS. Er beweist, dass diese offenbar auch im modernen Zivilisations- und Westmenschen Glocken zum Klingen bringen kann.

Mutter und Bruder Christian wollen Adam zurück nach Dänemark holen. Sie sind sich erst im Unklaren, was er tut. Deshalb macht Christian sich auf den Weg nach Syrien. Er scheint ein erfahrener Kämpfer, war in Afghanistan, spricht Arabisch, gibt sich als Muslim aus.

Der Film begleitet Christian wie ein Chronist auf den verschlungenen Pfaden, die ihn unter falscher Identität als Abu Issa aus dem syrischen Grenzgebiet hinaus bis ins Herzen des IS führen. Behilflich dabei ist Bilal (Harki Bhambra), der gegen Bestechungsgeld alles ermöglichen kann. Er stößt auf weitere Muslime, die ihm den Weg dorthin ebnen.

Der Film spielt im Jahr 2014. Er vermittelt einen Eindruck von der vorsintflutlichen Männerwelt des IS mit seiner absolutistischen Herrschaftsstruktur, dem ein Menschenleben nichts wert ist und der Armabhacken oder Erschießen als schnelle und gerechte Strafe sieht.

Ein Haus in Jerusalem

Retrokognition

Rebecca (Miley Locke) steht an der Schwelle zur Pubertät und ist mit der Gabe der Retrokognition beschenkt. Wie Mädchen in diesem Alter häufiger als andere Menschen, in meiner Wahrnehmung, mit übersinnlichen und parapsychologischen Fähigkeiten ausgestattet sind.

Diese Fähigkeit ist, so kann vermutet werden, durch den Tod der Mutter bei einem Autounfall vor einem Jahr aktiviert worden. Aufgrund der Unkonzentriertheit des Mädchens ist der Vater (Johnny Harris) von London nach Israel gezogen. Dort hatte dessen Opa vor Jahren ein herrschaftliches Anwesen gekauft. Das hilft Rebeccas vermeintlicher Trauerverarbeitung wenig.

Der Film von Muayad Alayan fängt wie eine Fallstudie des Phänomens dieses visionären Talentes an. Immer ist das Mädchen unruhig. Es sieht ein anderes Mädchen, Rasha (Sheherazade Farrell). Über sie stößt der Film zu seinem Kernthema vor.

Es geht um die Geschichte der Landnahme durch Israel und die Vertreibung der Palästinenser. Es handelt sich um einen ähnlichen Fall wie im Film Im Schatten des Orangenbaumes. Dort war die Begründung für die Erzählung eine exemplarische Herleitung, wie es zur Intifada gekommen ist.

Muayad Alayan wählt den Zugriff auf das Thema über Rebecca und deren parapsychologische Begabung. Sie sieht, zu viel soll nicht gespoilert werden, wer hier früher gewohnt und gelebt hat. Dabei spielt eine Puppe eine Rolle, ein Brunnen, der mit einem schweren Eisendeckel abgeschlossen ist. Unweigerlich streckt sich der Film nach Bethlehem in ein Palästinenser Lager.

Stille Beobachter

Eine Lebensweise, die kaum zur Beschleunigung der Klimaerwärmung beitragen dürfte,

Entschleunigung sowieso.

Flüche, Tote, Esel, Katzen, Verstorbene in Eseln und Katzen, Vampire, das Böse, der Hund, der die Hühner frisst, die Armut, die Gesundheit, das sind die Themen, die die alten Menschen, überwiegend Frauen, in dem Dorf in den Bergen irgendwo in Bulgarien umtreiben.

Mit Guschko, dem Esel, sammelt eine Alte Holz an den steilen, bewaldeten Hängen. Autos, Maschinen, Elektrizität kommen nicht vor – Telefon-oder Stromleitungen ein-, zweimal verschwommen, ein ander Mal ein paar Straßenlaternen von weitem – in dieser respektvoll verhaltenen Dokumentation von Eliza Petkova, und schon gar nicht gibt es Handys, Smartphones oder Internet – und doch ist, was sich die Alten erzählen, was sie an Zaubereien machen, erstaunlich nahe an dem, was Social Media im Internet an Shitstorms und Fakenews allzugerne verbreiten.

Die Regisseurin lässt sich lieber verzaubern von Details, von Mikrokosmen, von Ausschnitten, von Natur- und Katzenidylle, vom Ruinösen und dem Einfachen, als dass sie in die Falle des pompösen Auftritts so mancher Dokumentaristen läuft. Sie selbst scheint eine stille Beobachterin zu sein; wobei der Titel auf die häufigen Blicke auf die Augen von Tieren aus der Nähe gemeint sein dürfte. Das ist ein ein anderes Schauen als dasjenige der Krähen in Krähen, Nature is Watching Us.

Die Regisseurin stellt die Kamera diskret ins Off, in den Hintergrund, auf Beinhöhe, damit die Menschen sich ungeniert unterhalten und so ganz uneitel Einblick in das karge Leben am Rande der Zivilisation und der Moderne geben.

Es ist ein impressionistischer Film, zum Meditieren, zum Schauen geeignet, dazu, sich selbst in Träumereien im Vergleich zu unseren großstädtischen Hightech-Welten zu begeben.

Begleitet werden die Bilder von meditativ-künstlerischer Musik (Improvisation vermutlich).

Der Film sei inspiriert von wahren Begebenheiten aus dem Dorf Pirin. Was ein Hinweis darauf ist, dass die Gespräche, so diskret sie aufgenommen werden, inszeniert sind, aber eben mit dokumentarischem Touch.

Einmal kommt dann doch ein Auto vor, ein starker Geländewagen mit Anhänger. Hier hat die Zivilisation ein Einsehen und holt den alten, abgeackerten Guschko ab, bringt ihn auf eine Gnadenweide.

Ein Leben ohne Liebe ist möglich, aber sinnlos

Eine Liebe oder wie viele Lieben?

Eva (Nora Naves) lebt in Barcelona und ist seit über zwei Dutzend Jahren verheiratet mit Victor (Juan Diego Bott). Sie arbeitet im Literaturbetrieb. Für einen Termin fliegt sie nach Rom. Sie kommt dort im mehrfach deutlich ins Blickfeld gerückten ‚Hotel forum‘ unter.

Wie minutiös Cesc Gay, der mit Eduard Sola auch das skrupulöse Drehbuch geschrieben hat, vorgeht, zeigen die Anfangssequenzen. Im Flugzeug kommt die Landedurchsage zu Rom in ganzer Länge. Dann geht es zum Hotel. Zimmerbezug. Eine Zwischentür ist offen. Eva wundert hinein. Vor ihr steht frisch aus der Dusche kommend Alex (Rodrigo de la Serna). Peinlicher Moment. Türen zu und abgeschlossen.

Man könnte sich jetzt auf eines der üblichen Männchen-Weibchen-Spiele einstellen; wird es auch, aber auf ganz eigene Weise. Zwangsläufig kreuzen sich die Wege. Aber es ist auch klar, Eva ist keine Abenteurerin.

Alex wohnt auch in Barcelona und ist Spanier. Er ist Drehbuchautor. Er schenkt ihr ein Buch mit dem Titel ‚Octubre‘, in rotem Einband.

Cesc Gay verfolgt nach einem minutiösen Drehbuch, wie sich Evas Interesse entwickelt und wie sich gleichzeitig eine Entfremdung zwischen ihr und ihrem Mann einstellt, wie sie wieder zurück in Barcelona ist. Ihre innerliche Abwesenheit wird auch bei ihren Kollegen und ihren Kindern bemerkt. Sie kann es nicht geheim halten, dass sie dabei ist, eine eigene Wohnung zu suchen.

Von all dem hat ihr Victor nicht die geringste Ahnung. Wie sie ihm offenbart, dass sie sich trennen möchte, ist er völlig überrascht.

Nach der Trennung und nachdem Alex offenbar eine Jüngere geschwängert hat, sieht sich Eva aktiv nach einem neuen Partner um. Sie ist nicht zu beneiden um die Typen, die sie trifft. Meist ist schon nach wenigen Minuten klar, dass es nichts wird. Und wie sie sich nach dem Rat einer Freundin für den Typen entscheidet, der ihr am wenigsten zusagt, ist noch nicht Schluss mit dem Spiel, mit der Rohmerschen-Frage, wer denn zu wem passt.

Es gibt den Moment, wo man gerne an den Film ebenfalls eines Spaniers denkt, Volvereis von Jonas Trueba; hier geht es darum, die Trennungen zu feiern und nicht die Hochzeiten.

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße

Schön satirisch gedacht

Der Geist von Wolfgang Becker (Good Bye Lenin), der noch vor Fertigstellung des Filmes gestorben ist, durchweht diesen wunderbar sanft satirisch gedachten Film.

Weitere Credits bei IMDb sind neben Wolfang Becker als Autor und Regisseur: Maxim Leo und Constantin Liebe fürs Drehbuch und Achim von Borries für die Regie.

Es ist eine Mediensatire gewürzt mit einem Schuss DDR-Erinnerung. Anlass ist das Jubiläum des 30-jährigen Mauerfalls. Die Zeitschrift „fakt“ – es könnte sich um eine Wochenzeitschrift wie „Der Spiegel“ handeln – möchte eine frische, noch nicht verbrauchte Geschichte aus der DDR bringen. Sie stößt auf Micha Hartung (Charly Hübner).

Wegen Hartung scheint 1984 eine ungewöhnliche Flucht von über 100 Personen aus der DDR gelungen zu sein. Eine S-Bahn voller DDR-Bürger wurde versehentlich – wegen einer fehlenden Schraube – aus dem Ostberliner Schienennetz in das Westnetz gelenkt.

Zuständig für diese Weichenstellung war Micha Hartung. Der betreibt 30 Jahre später eine Videothek in Berlin. Groß prangt Louis de Funès auf einem Plakat und weitere Klassiker aus dem reichen Filmjahr 1972. Ihn macht der Journalist Alex (Leon Ullrich) ausfindig. Er sucht ihn auf. Micha Hartung kann den Vorfall bestätigen und dass er deswegen auch von der Stasi verhaftet worden sei.

Aus dieser dünnen Info macht die Zeitschrift einen Riesenartikel, Medienflunkerei sondergleichen. Micha wird auf einen Schlag berühmt und bekommt Freude am Erfinden von Geschichten. Er erhält eine Kurzschulung in Medienverhalten und über den Stellenwert von Wahrheit.

Der Hype schaukelt sich hoch bis zur Einladung zum persönlichen Essen beim Bundespräsidenten und er wird vorgesehen als Festredner im Bundestag. Das allerdings ärgert einen langjährigen DDR-Aufarbeiter, der mit seiner eigenen Opfer- und Widerstandsrolle beschäftigt ist und der zuerst vom Bundespräsidenten eingeladen worden war.

Ansätze von Dramatik schleichen sich in den Film ein, wie der Aufarbeitungsprofi von der Bundestagsrede wieder ausgeladen wird zugunsten des neuen Hits Hartung. Er reaktiviert alte Stasiseilschaften reaktiviert.

Es gibt eine Frauengeschichte. Eine Frau, die mit dem Zug damals ausgereist ist, vergeht schier vor Danbarkeit und möchte ihrem – unfreiwilligen – Retter von damals danken. Es ist Paula (Christine Paul), die heute Staatsanwältin ist.

Es erscheint ein Buch. Eine TV-Serie ist geplant. Daniel Brühl gibt großartig den Schauspieler, der Hartung spielen soll. Bei der Rolle des Bundespräsidenten hätten Regie, Drehbuch und Darstellung präziser hinschauen sollen; der hat nicht allzu viel mit dem noch lebenden und amtierenden Vorbild zu tun.

Insgesamt kommt der Film bei aller satirischen Grundidee recht nett, altväterlich und betulich rüber. Vielleicht wären dieses Tempo und Temperament vor 30 Jahren noch eingefahren. Köstlich, aber eben auch sehr gemütlich, ist die Szene der Hartung überwachenden Lippenleser.

Jetzt. Wohin. – Meine Reise mit Robert Habeck

Zwei Erzählungen

Dieser Film von Lars Jessen besteht aus zwei, ja sogar aus drei verschiedenen Filmen.

Er ist ein Selbstporträt des Dokumentaristen; er bringt Archivausschnitte aus seinem Schaffen. Er ist gleichzeitig ein Selbstporträt des Dokumentaristen als Wahlkampfhelfer von Bundeswirtschaftsminister Habeck. Hierbei betont er seine eigene Initative mit einem Netzwerk von Künstlern, die Habeck unterstützen; einige davon kommen als Talking Heads vor.

Drittens ist der Film eine Philippika des Robert Habeck für sein Handeln in der Funktion als bundesdeutscher Wirtschaftsminister, insbesondere geht es um das Heizkostengesetz und die massive Medien- und Lobbykampagne dagegen.

Das ist vielleicht ein bisschen viel auf einmal.

Der Film erstreckt sich vom Rausschmiss des Finanzministers im November 2024 bis zu den damit einhergehenden Neuwahlen vom 25. März 2025. Er bedient sich bei Rückblenden. Er ist eine schnelle, atemlose Collage aus zeitgeschichtlichen TV-Schnipseln, Talk-Shows, Polit-Auftritten, aus Talking Heads, die Habeck freundlich gesinnt sind, aus Hasstiraden aus Medien und von Politikern anderer Couleur gegen ihn. Annalena Baerbock spielt eine Komparsenrolle in diesem Film.

Interessant ist die Analyse der Wahlniederlage, dass die Grünen offenbar nicht in der Lage gewesen seien, auf die von der Rechten vorgegebene Migrantenthematik zu reagieren. Diese erhielt durch vier Attentate in kurzer Zeit einen explosiven Schub. Der Anteil des Wahlhelfers und Dokumentaristen mit seinem Küchenkreis bleibt nebulös. Der Film fängt mit reißerischem Footage zur Weltlage an.

Interssant zum Vergleich ist ein früherer Habeck-Film: Following-Habeck.

Kommentar zu den Reviews vom 4. Dezember 2025

Das Dezemberkino startet mit thematischer wie geographischer Vielfalt. Eine meisterliche Betrachtung von Transgenerationentraumata anhand einer skandinavischen Familiengeschichte. Das Transgenderthema wird schillernd in die chilenische Wüste verlegt. Die ruppige Entwicklung einer Ordensangepassten zur Leuchtfigur kommt aus Indien. Wenn Worte nicht helfen, so vielleicht Gewalt, so geschehen in einer sprachlichen Minderheitenregion Italiens. Die amerikanische Kinoindustrie ventiliert menschliches Paarungsverhalten in einer Ewigkeitskonstruktion. Das Horrorgenre bringt aus den USA Saisonware für die fröstelnde Jahreszeit. Die frommen Amis gehen way back zu Mutigen im Tausendjährigen Reich. Und wenn einem gar nichts mehr einfällt, dann macht man es wie die Deutschen, man nostalgische insiderisch in einem nachlassenden Kultstatus nach. Und auf DVD löckt der Lido drei unausgelastete Frauen.

Kino

SENTIMENTAL VALUE
Familienkomplexität über ein Haus und drei Generationen

DER GEHEIMNISVOLLE BLICK DES FLAMINGOS
Eine Kantine mit Travestiestars für Bergarbeiter in der Einöde Chiles

TERESA – EIN LEBEN ZWISCHEN LICHT UND SCHATTEN
Die sieben Tage vor der Verpuppung zur Heiligen

ZWEITLAND
Mit gewaltsamem Widertand politisch etwas erreichen

FIVE NIGHTS AT FREDDY’S 2
Teddy-Roboter mit freischaffendem Bössinn

ETERNITY
Wenn das Jenseits irdisch organisiert ist und man sich für eine bestimmte Ewigkeit entscheiden muss; dabei wird noch das mit der Liebe (fürs Leben) ventiliert.

TRUTH & TREASON
Flugblätterwaghalsigkeit im Dritten Reich von Angel Guilds Gnaden

STROMBERG – WIEDER ALLES WIE IMMER
Humor ist, wenn man die Umgebung kennt.

DVD
ALTWEIBERSOMMER
Der Lido lässt ein Frauentrio jucken

Go ahead, make my day.