„Und dann war ich der glücklichste Mensch“,
sagt Marianne Koch nicht etwa, wie sie in Hollywood und ein internationaler Filmstar war, überall auf der Welt drehte, nein, sie sagt das, jetzt im Rückblick auf ihr Leben im Interview mit Michaela Wilhelm-Fischer, redaktionell betreut von Helge Freund und Andrea Bräu, mit weit über 90 Jahren über die Zeit, wie sie die Filmerei hinter sich gelassen hatte und zum Beenden ihres Medizinstudiums – nach 20-jährigem Unterbruch – zugelassen worden ist; da war sie der glücklichste Mensch der Welt.
Dieses Interview wird ihr sicher gerechter als der anschleimende Lebenslinienbeitrag von 2018, der ihren Wunsch, die Glamour-Zeit auszuklammern, nicht respektiert hat.
Hier kommt die Starzeit als ein Teil ihres Lebens vor, wird wie die übrigen Punkte als einer von vielen behandelt, mit Bildern unterlegt, mit der einen oder anderen Anekdote geschmückt. Sie erzählt, wie sie das damals mitgenommen hat, gegen ein Feld von professionellen Schauspielerinnen als Mitbewerberinnen die Zusage für ihre erste Rolle erhalten zu haben.
Ausführlich kommt die Zeit der Kindheit, ihre Herkunft, die Familienverhältnisse zur Sprache, die nicht ohne Geheimnisse waren, die Nazizeit, Nachkriegszeit, Wirtschaftswunder.
Ganz nebenbei hat sie eine erstaunliche, öffentlich-rechtliche Fernsehkarriere hingelegt, anfänglich in Talkshows, später im Gesundheitsbereich, neben der Filmschauspielerei, dann neben dem Medizinstudium und daraufhin neben dem Praktizieren als Ärztin.
Sie ist mit ihren weit über 90 Jahren eine hellwache Person; ein Mensch, der sich offenbar weder durch Filmstarruhm noch durch TV-Promitum in irgend einer Weise hat irritieren oder käuflich werden lassen. Ein Mensch, dessen Rückblick auf das eigenes Leben einen spannenden Einblick in die letzten 90 Jahre dieses Landes bietet, so weit das in knapp einer Stunde möglich ist.
Anlass für die Sendung dürfte ihr bevorstehender Geburtstag am 19. August sein.
Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieses demokratische Gemeinschaftswerk eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks sozial unfair zulasten einkommensschwacher Haushalte finanziert wird.
Vergessen wir nicht, dieser öffentlich-rechtliche Rundfunk wurde einst gegründet, damit nie wieder extremistische, die Demokratie gefährdende Entwicklungen passieren würden; jetzt haben wir diesen fetten öffentlich-rechtlich 10-Milliarden Rundfunk und gleichzeitig das Umfragehoch einer Partei, die zumindest in Teilen „als gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft wird.