Die Erwartungshaltung an dieses TV-Movie über den früheren, sagenhaften Präsidenten des FC Bayern, Kurt Landauer, war groß. Da spielt Gegenwart mit, das kann vielleicht etwas mit enträtseln oder heranführen, wieso der FC Bayern inzwischen ein so phänomenal erfolgreicher Fußballclub ist. Wobei die Fernsehmacher bei der Produktion des Filmes noch nicht ahnen konnten, dass zum Zeitpunkt der Ausstrahlung fast die halbe Mannschaft dieses Clubs aus frischgebackenen Weltmeistern besteht.

    Die Rolle des Kurt Landauer wurde mit Josef Bierbichler besetzt; der die Erwartungen in gewisser Weise erfüllt an das Format einer solchen Persönlichkeit. Ein Jude, der als Präsident noch in der aufkommenden Nazizeit den FC Bayern zum ersten Mal zur Meisterschaft geführt hat. Den Krieg hat er im Schweizer Exil überlebt. Nach dem Krieg wollte er nur auf Zwischenstation über München nach Amerika. Aber die Passion für den Fußballclub war stärker. Von 1947 bis 1951 half er ihm auf die Nachkriegs-Beine.

    Diese weitsichtige und handlungsfähige Persönlichkeit bringt Bierbichler auf den ersten Blick prima rüber, konventionell prima als in sich stimmig, vielleicht etwas pathetisch prima. Wenn man sich allerdings beispielsweise einen Fritz Kortner neben ihm vorstellt, dann schärft sich der Blick dafür, wie wenig Futter der Film Bierbichler gegeben hat, kaum mehr als Pose, einige auktoriale Argumente; hauptsächlich aber muss er seine Pose durch Unmengen süßlich vom Drehbuchautor Dirk Kämper erfundene (Verlobungsringübergabe an Maria in Edelrestaurant) und von Hans Steinbichler, speziell in Innenräumen recht schummrig inszenierten Szenen konsequent durchziehen.

    Und als ob dies nicht süß genug wäre, denn offenbar trauen die Fernsehredaktionen dem Publikum mehr Auseinandersetzung nicht zu (außer dass historienpflichtbewusst ein Ex-SSler mit seiner AB-Tätowierung am Unterarm eingeführt und prompt verhaftet wird und natürlich werden, höchst verdaulich, ein paar Nazizeitfakts in Weichtönen präsentiert).

    Meine Enttäuschung ist die, dass mir jeder Bezug zur Gegenwart des FC Bayern fehlt in diesem Film, der ganz in der Tradition des hochgeförderten Naziploitation-Movies steht, für den immer genügend Geld locker gemacht wird, blind locker gemacht wird.

    Warum werden so viele leere, inhaltsleere, süßliche Füllszenen reingenommen (z.B. der Landausflug mit viel Jubel und deftigem Essen), als ob es nicht genügend Stoff für die Auseinandersetzung in so einer Zeit gegeben hätte. Für wie armselig halten diese Fernsehredaktionen ihren Zwangsgebührenzahler?

    Warum wird die Titelfigur nicht gründlicher vorgestellt und den aus ihrem Charakter und Schicksal sich ergebenden Konflikten nicht ernsthaft nachgegangen? Bierbichler löst alle Problem aus seiner Landauer-Pose, nie hat er einen inneren Kampf. Nie interessiert es den Zuschauer, wie es jetzt weiter gehen wird. Warum wird Drehbucharbeit immer so ultraleicht und superoberflächlich genommen? Ein Film aus geistiger Schonkost. Ich habe mir da schon mehr geistige Beschäftigung und Anregung erwartet für mich als Zuschauer als nur eine Ansammlung dösiger Rührszenen. Ich hatte mir einen deutlich wacheren Film erhofft. Es geht ja nicht um Originalrekonstruktion, auch nicht um die von Figuren, aber etwas von dem Geist sollte schon rüberkommen, das uns Heutige anspricht und das vielleicht sogar eine Brücke zum Heute schagen könnte. Hier aber nicht mehr als hübsches Museum.

    Auch wirken die Sprünge in der Erzählung wirklich sprunghaft. Weil keine klare Exposition erfolgt ist. Der Film schleicht sich quasi in sein eigenes Museum hinein. Fängt richtigerweise mit Landauer an. Er ist im Zug aus Genf nach München. Aber der Zuschauer sollte bald präzise über sein Ziel informiert sein; das kommt so schwammig daher, er wolle nach Amerika.

    Melodramtisch-zuckriges Biopic, Memorial für den ersten Nachkriegspräsidenten des FC Bayern. Wiederaufbauoperette mit unverkennbarem Ehrgeiz zum anspruchsvollen Bauerntheater. Halb ertränkt in Schmacht- und Hoffnungsmusik. Und Jubel und Juhei. Ja, Steinbichler durfte eine Gedenkfeier zelebrieren. Dabei hat die Liturgie kostbare Filmminuten vereinnahmt, die alle nicht genutzt werden, den Charakter von Landauer und die Reaktionen der Umwelt griffig herauszustellen.

    Rührstory mit Inge und dem Sohn ihres SS-Bruders Martin (der immer noch antijüdische Parolen loslässt). Heftigkeit wird, wenn überhaupt, dann an manchen Stellen von den Schauspielern hergestellt mit ihrer Performance, nicht aber vom Drehbuch her.

    So verdienen zwar viele verdiente und weniger verdiente Mimen und TV-Gewerke gutes Geld aus den Zwangsgebührengeldern, seinem Grundauftrag tut der Rundfunk damit aber allerhöchstens formal oder nur ganz oberflächlich Genüge. Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers.

    Liturgisches Fernsehen. Vergleich Bierbichler – Kortner, dieser mit seinen wachen, funkelnden Äuglein, während Bierbichler zelebriert, dem Landauer ein Denkmal setzen möchte, indem er ein Denkmal spielt und wie aus einer Art Schwermut heraus handelt. Es fehlt der Figur just dieser Lebenshunger, diese Lebensneugier, die bei Holocaust-Überlebenden zu beobachten war, auch beim Literaturpapst Reich-Ranicki. Dagegen ist Bierbichler der reine Schlafwandler.

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    Ich hätte da ein paar Anmerkungen zum Tatort vom Sonntag, “Im Schmerz geboren”. Vorsicht, Spoiler.

    Ausnahmsweise hatte der Tatort schon im Vorfeld für Aufregung gesorgt, denn einzelne Medien wiesen darauf hin, dass es diesmal “ganz anders” und sowieso sehr blutrünstig werde. Gut, sowas ist leicht zu behaupten. Doch diesmal stimmte es.

    Ich hatte die Ausstrahlung verpasst und den Tatort aufgezeichnet. Erst am folgenden Dienstag konnte ich ich ihn nachholen. Schon kurz nach der Ausstrahlung am Sonntag gingen diverse Meinungen durchs Netz, es war klar: Dieser Tatort polarisierte. Während die einen drohten, dem altgedienten TV-Behemoth abzuschwören, jubelten andere, dass nun endlich frischer Wind Einzug gehalten hätte. Quentin Tarantino! Sergio Leone! Große Namen wurden da geworfen.

    Die Handlung des Tatorts ist relativ unwichtig (zum Teil war sie an den Haaren herbeigezogen), die Aufmachung ist jedoch interessant: Ähnlich einem Shakespeare-Theaterstück, wie es in diesen runden Holztheatern aufgeführt wurde (seien wir ehrlich, ohne “Shakespeare in Love” hätte keiner von uns Ahnung, wie es damals so zuging am Theater), gibt es einen Erzähler, der – gänzlich ungewöhnlich für einen Film – das Publikum direkt anspricht, mit direktem Blick in die Kamera. Dieser baut Spannung auf, indem er die Eckpunkte der Geschichte anreißt, dann aber mit “aber seht selbst” oder gleichwertigen Formulierungen in die Handlung überleitet. Das muss einem nicht gefallen, doch es ist ein legitimes Stilmittel, das bis jetzt meines Wissens keine Anwendung fand. Zumindest nicht beim Tatort.

    Ebenso der Bezug der Handlung zur Kunst. Immer wieder werden Szenen eingefroren und in einen Ölmalerei-Stil übersetzt. Die Figuren haben starke Bezüge zum Theater, zur klassischen Musik und zum Theater, sprich: Zur Hochkultur. Sehr gebildete Leute treffen aufeinander, können doch nicht aus ihrer Primaten-Haut, empfinden Rachedurst und ähnlich primitives. Was uns der Regisseur damit sagen will, wird mir nicht zur Gänze klar – doch optisch ist auch dieses Stilmittel “mal was anderes” und allein schon deshalb löblich.

    Am erstaunlichsten finde ich: Es gibt keinen klassischen Tatort, keine Leiche. Nicht wirklich. Die Toten vom Anfang sind so eine Art Alibi für das Starten des eigentlichen Haupthandlungsstrangs. Normalerweise muss ja ein Verbrechen aufgeklärt werden, und dann wird der Täter überführt, fertig. Hier bahnt sich der Konflikt schon vorher an, als klar wird, wer da am Bahnhof angekommen ist. Die kausale Beziehung des Antagonisten zu den drei Opfern zu Beginn des Films ist lange nicht gegeben, aber nicht im Sinne einer ungeklärten Beweisführung, das wird eher nebenher geklärt, und das auch nur für den Zuschauer. Finde ich gut. Mal was anderes, auch in diesem Bereich.

    Dieser Überfall auf das Casino, ebenfalls nur eine unwichtige Nebenhandlung, die eigentlich einen ganz anderen Zweck erfüllt, ist endlich mal etwas, was man hierzulande wirklich mal drehen sollte. Man nehme sich ein Beispiel an “Ocean’s Eleven” oder “The Italian Job” (welche Auflage, soll sich jeder selber selber überlegen), sowas sollte man hier mal drehen! In Deutschland gibt es Geld (zum Stehlen) und epische Kulissen für Überfall und Flucht, und Autobahn, die ausgelegt für Raserei ist, gibt’s auch noch. Hier wird das ganze nur angerissen, weil, wie gesagt, was anderes dahintersteht.

    All die Toten und Erschossenen, die in den Medien erwähnt wurden – leider meistens enttäuschend. Der größte Teil der Toten geht auf das Konto einer offenen Schießerei zwischen Cowboys und Indian- äh, Gangstern und Polizisten, das ist meines Erachtens etwas geschummelt. Denn solche Gelegenheitsgangster gehen selbst auf Droge auch instinktiv in Deckung, nehme ich doch an. Aber: Die Toten im Vorfeld, die sind richtig spannend. Normalerweise wird beim Tatort ja eine Person irgendwo bedroht, dann kommt der Retter, und diese beiden, also Retter und Bösewicht, brüllen sich dann eine Zeit lang Falckenberg-Schauspielschulmäßg an, bis man kein Wort mehr versteht, und alle überleben. Doch hier, und das ist wie bei Game of Thrones, wird halt eiskalt und ohne langes drumherum aus dem Weg geräumt, wer für den Plan nicht mehr nötig ist, oder wer nur im Weg steht. Das ist so richtig shocking! Hier wird der Tatort-Fan hinter dem Ofen hervorgeholt, hervorgerissen geradezu, denn es gibt kein Happy-End für alle Beteiligten.

    Die Frage nur: Begibt man sich damit nun auf ein niedrigeres Niveau, wo man, von oben kommend, Eindruck schinden kann? Oder wächst man eher in die Breite, moralisch, begibt sich auf skandalträchtiges Terrain, um zu provozieren? Das ginge dann aber auf Kosten einer möglichen Abstumpfung der Zuschauer, so könnte man befürchten, bis man am Schluss in Hollywood angekommen ist, wo die Gesetze der Physik für die Hauptfiguren schon nicht mehr gelten, nur um noch mehr Action und Wucht in die Szene zu bekommen, als rein technisch eigentlich möglich. Also, kurz: Droht beim Verlassen des Pfads der dramaturgischen Tugend die Abstumpfung und Verrohung?

    Kann sein. Langfristig wahrscheinlich schon. Aber ich finde, die Richtung stimmt. Der Tatort eines Verbrechens kann schon auch mal blutig sein, die Aufklärung nicht optimal laufen, Tote und Verletzte fordern. An der Intelligenz der Handlung wurde ja nicht gespart, und das macht das Kraut fett.

    Rein stilistisch hat dieser Tatort hier vielleicht nicht jedermanns Kleinhirn gekitzelt – aber das muss getrennt betrachtet werden von den anderen Attributen. Denn dieser Tatort hatte – Gottseidank, endlich mal – so richtig Eier und Brusthaar. Und das ist geil.

    Natürlich, Quentin Tarantino lächelt müde, und seine Fans ebenso. Aber der erste Schritt ist gemacht. Mehr davon! Mehr von den jungen Wilden! Ich will Lena Odenthal im Sperrfeuer sehen, mit mindestens zwei Streifschüssen am Kopf und der Hose voll. Ich will Thiel und Boerne nackt im Folterkeller um ihr Leben flehen sehen, mit so einem roten Ball in den Mund geschnallt. Ich will, dass einem der Kollegen vom Bodensee endlich mal das alberne “Konschtanz” im Halse steckenbleibt.

    Also: Weiter so. Mehr davon!

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    Mittels einer explosiven Ausgangslage spannt „creator“ Ray McKinnon ein dramaturgisches Hochseil für eine aufregende Serie, ein Hochseil, über das der Protagonist, der doch die Technik gar nicht mehr hat, weil er Gefängnistechnik geübt hat, nun schreiten muss und bei jedem Schritt vom Absturz bedroht ist. Der Film macht auf diese Weise einiges sichtbar zumThema Gefängnis als einer Grundfrage unserer Zivilisation.

    Die DNA-Analyse machts möglich. Daniel Holden, 20 Jahre im Todestrakt, keine Sonne, kein Wind, kein Wetter, keine Natur, muss freigelassen werden, weil beim Opfer der Vergewaltigung keine Spuren von ihm nachgewiesen werden konnten.

    20 Jahre hat er Strategien zum Überleben im Todestrakt entwickelt. Er weiß nicht, ob die dafür gut sind, was ihm jetzt bevorsteht. Das ist die explosive Ausgangslage, der explosive Konflikt, der am Anfang dieser Staffel von „Rectify“ klar exponiert wird.

    Aden Young spielt diesen in der freien Zivilisation schutzlosen Menschen, der von knastposttraumatischen Störungen geplagt ist (Rückblenden erinnern an die Zeit), glaubwürdig. Kaum draußen, formieren sich die Parteien in exemplarischen Reaktionen auf einen freigelassenen Gefangenen. Der Senator wünscht eine Wiederaufnahme des Verfahrens („um den Ruf der Mutter des Opfers zu schützen“). Denn politisch sollte Holden hängen. Er war schon damals der ideale Täter, ein etwas schwieriger Mensch, während das Opfer eine bildhübsche junge Frau aus armen Verhältnissen war. Die Öffentlichkeit schrie direkt nach dieser Täterschaft. Und so hat das Gericht auch entschieden.

    Nicht glücklich ist auch Ted (Clayne Crawford), der in die Familie der Holdens eingeheiratet hat. Er sieht das geschäftliche Risiko für den Autoersatzteilladen, er befürchtet einen bemerkenswerten Wegfall von Kunden, falls Daniel, der gefängnisgebrandmarkte, wieder im Geschäft mittun würde.

    Ganz auf Daniels Seite ist seine Schwester Amantha, Abigail Spencer. Sie hat sich am meisten um seine Freilassung bemüht. Sie ist eine Liaison mit dem Anwalt Jon Stern, Luke Kirby, eingegangen.

    An den Stammtischen, bei der Polizei und von Seiten der Familie des Opfers gibt es starke Bestrebungen, Daniel und seine Familie zu mobben, es gibt bedrohliche SMS an seinen jüngeren Bruder Jared, Jake Austin Walker.

    Die Fronten sind schnell aufgebaut. Allein, Daniel ist schwer manipulierbar. Er muss sich erst an dieses neu gewonnene Leben gewöhnen. Insofern ist von Folge zu Folge für Spannung gesorgt. Denn es ist völlig offen, wie die Sache ausgeht. Ob die öffentliche Meinung aller modernen Verfahren zum Trotz gegen das Recht sich durchsetzen wird, wie der alte Anwalt Mr. Gates verbittert feststellt, der die Angelegenheit vor 20 Jahren bis zum bitteren Ende mitspielen musste. Der sich nicht wundert, dass der Mensch vom Affen abstamme, der ein fast zynisches Verhältnis zum Rechtsstaat entwickelt hat („Denken Sie, dass wir in modernen Zeiten leben?“).

    Aktualität: Anlässlich des Falls Hoeness hat sich die deutsche Öffentlichkeit zumindest einen Moment lang für den deutschen Knastalltag interessiert. Und überhaupt das Thema Knast: was bringt es, Menschen wegzusperren: ist es wirklich nur ein mobartige öffentliche Stammtisch-Meinung, hassgetrieben, die so etwas will?

    Die Synchro ist teils sehr locker gesprochen, gelegentlich bis an den Rand der Unverständlichkeit.

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    Der Versuch von Nick Golüke und Michael Mueller aus wenigem, dürftigen Material, was über ihn verfügbar scheint, eine reale Dokumentation über den sagenhaften Präsidenten des FC Bayern zu erstellen (oder der Beweis, dass nur dürftiges Material vorhanden ist oder aber dass nicht hartnäckig genug recherchiert worden ist), leider auch mit Füllmaterial aus dem süßlichen TV-Spielfilmchen „Landauer, der Präsident“ von Dirk Kämper und Hans Steinbichler angereichert. Die Hauptquelle scheint das Interview mit Uri Siegel, einem Neffen und dem letzten Nachkommen des legendären Bayern-Präsidenten zu sein. Sein signifikantes Erbstück ist ein Schirm.

    Von den Bildern her zu schließen, könnte man Landauer vom Typen her in der Nähe eines James Cagney oder eines Fritz Kortner ansiedeln. Diese funkelnde Lebensneugier.

    Das ist vielleicht das stärkste an dieser Doku, dass sie auch eine über das jüdische Leben in München bis zum Aufkommen der Nazis ist, dass sie auf die starke jüdische Prägung des aufkommenden modernen Fußballs nach dem ersten Weltkrieg hinweist, welche entstanden ist aus der Bohème in Schwabing und der Münchner Maxvorstadt; entstanden ist als Reaktion auf den Mief von Turnvater Jahn, somit einen spannenden Beitrag zur jüdischen Kultur in Bayern liefert, in welchem Landauer als ein weitsichter, hochmoderner Mann gewirkt hat, der vermutlich mit die Grundlagen auch für den heutigen Erfolg des FC Bayern gelegt haben dürfte (dieser Frage wird hier allerdings nicht weiter nachgegangen).

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    Dieser Film von David Sieveking wirft einen anrührenden Blick nicht nur auf eine demenzkranke Mutter, sondern gibt auch einen spannenden und persönlichen Einblick in das Leben einer deutschen Akademikerfamilie und wie sie mit so einem Thema umgeht. stefes Review anlässlich des Kinostarts.

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    Fürth muss eine durch und durch spießige Ortschaft sein. Denn das Hervorragendste dort ist laut dieser Sendung nebst dem Rathausturm mit seiner Glühbirnendekoration ein fränkisch sprechender Lokalkomiker, der als City-Guide fungiert, und der über seine eigenen Witzchen selbst am meisten kichert und von dem wir unbedingt und immer schon wissen wollten, was er als Kindergartenschüler hinter einer bestimmten Plakatwand getrieben hat. Auf das Witzchen mit dem Kindermachen und dem Stadtteil Poppenreuth haben wir auch sehnlichst gewartet.

    Das Wort „amüsant“ steht zwar im Titel dieser Sendung, und wenn „amüsant“ für käsige Selbstdarstellung nebst Verbreiten von touristischem Banalwissen und Null-öffentlich-rechtlicher Relevanz steht, dann hat die Sendung dem Titel die Ehre erwiesen.

    Der Komiker heißt Volker Heißmann und bekommt dafür, dass er dieses wenig aussagekräftige Bild von Fürth am Fernsehen verbreitet, Zwangsgebührengeld, was ich mir aus der Haushaltskasse absparen muss mit Verzicht auf andere Kulturteilhabe. An diesem Zwangsgebührengeld partizipieren hier des weiteren: Björn Pfefferman als Autor, Dorrit Büttner als Regisseurin und Annette Siebenbürger als zwangsgebührentreuhänderische Redakteurin.

    Und den Henry Kissinger verehren sie in Fürth immer noch.

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    Doku über Muhammad Ali, der als er mit Boxen anfing, noch Cassius Clay geheißen hat. Unklar ist mir, was der Anlass für die Doku ist, denn es ist der übliche Mix aus Archivmaterial und Interviews von Zeit- und Weggenossen, von Familienmitgliedern und hier noch, was eine ganz besondere Farbe ergibt, angereichert mit Tonbandaufnahmen von Gesprächen des berühmten Boxers mit seinen Kindern, wie er ein guter Vater sein wollte, wie er sie schulen wollte, wie er sich um sie bemühte. Er hat das alles sehr bewusst aufgenommen, weil es ja Geschichte sei. Diese Tonaufnahmen sind visuell dargestellt als abstrakte Lichtströme oder das Tonbandgerät ist vor dunklem Hintergrund zu sehen, schöner Effekt.

    Wenn man Ali in früherem Archivmaterial sieht, besonders bei Interviews, diese geistige Wachheit und Alertheit, so wundert man sich doch warum er er seine Großmäuligkeit, für die er berühmt war, überhaupt nötig hatte. Faszinierend besonders die Bilder aus seinen Anfängen, wie er leicht tänzelt, fast fliegt wie ein Schmetterling, dann zusticht wie eine Biene – so der Text eines Kinderliedes, das er mit einem der Töchterchen übt. Eine seltene Mischung aus körperlicher Leichtigkeit und geistiger Wachheit.

    Faszinierend ist die Szene in Harvard, wie er zu den Studenten spricht und damit anfängt, dass er in der Schule eine vier Minus hatte, wobei er das Minus einzig dem Umstand zu verdanken hatte, dass er in Rom 1960 zu dem Zeitpunkt Olympiagold gewonnen hatte.

    Der Film von Clare Lewins geht chronologisch vor, lässt Trainer, Anwälte, Bruder, Gattinnen und Kinder, Fotografen und Journalisten zu Wort kommen und auch Gegener.

    Beeindruckend ist die Geschichte des Titelfotos auf dem „Esquire“, nachdem er als Boxer gesperrt war. Er, der Mohammedaner, war dort als Märtyrer, als Heiliger Sebastian dargestellt, “The Passions of Muhammad Ali”. Die Sperre als Boxer war eine Folge davon, dass er den Einsatz in Vietnam abgelehnt hat mit der Begründung, er sehe nicht ein, dass er 16’000 Kilometer weit weg fliegen soll, um unschuldige Menschen zu töten. Darauf hin wurde ihm der Weltmeistertitel aberkannt.

    So konnte er 4 Jahre lang nicht kämpfen. Da ist er herumgereist und hat Vorträge gehalten. Auch über seine Hinwendung zum Islam erfahren wir. Dass das die Religion seiner Vorfahren gewesen ist.

    Schön ist auch die Anekdote, wie er überhaupt zum Boxen gekommen ist. In der Schule wurden ihm und seinem Bruder die Fahrräder geklaut. Auf der Suche darnach oder nach einem Hausmeister sind sie in den Keller runtergegangen und da war ein Boxlokal. Ali muss sofort Feuer gefangen haben und hat dann offenbar kaum mehr was anderes gemacht.

    Der Film selbst zieht sich gegen Ende etwas in die Länge. Lädt sich noch ne Menge überflüssiger Lobhudelei auf, was den Eindruck von dieser ungewöhnlichen Persönlichkeit allerdings nicht schmälern kann.

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    In geschmeidiger Filmschrift musikalisch versüßter, kalifornisch heller Sterbebegleitfilm, der aber vor allem davon erzählt, dass Zach Braff (Hauptdarsteller, Regisseur und mit Adam J. Braff Drehbuchautor des Filmes) als Aidan Bloom, der mit seinem Bruder als Kind in Kultserien-Kostümen davon geträumt hat, ein Superheld zu werden, sich nach Normalität sehnt.

    Er spielt einen verheirateten Schauspieler, dessen letzte Rolle einige Zeit zurückliegt. Das war ein Werbeclip für ein Antischuppenmittel. Seine Frau wird an ihrem Arbeitsplatz von einem Kollegen sexuell angemacht. Die Kinder müssen von der Privatschule genommen werden, weil der Vater totkrank ist und diese nicht mehr bezahlen kann.

    Der Film wirkt wie ein persönlicher Bericht, dürfte autobiogaphisch inspiriert sein; immer wieder kommt die Kinderfantasie mit den Star-Wars-Kostümen vor, hängt ein bisschen in der Nostalgie. Das Milieu, in welchem die Blooms leben, ist im feinen Kalifornien. Mit halbem Fuß sind sie im Judentum verwurzelt. Vater ist mit dem Bruder Noah verkracht.

    Vielleicht haftet das Drehbuch zu sehr an Erlebtem, ist insofern zu wenig zu einem spannenden Film zusammengbaut; ehrlich gemeint. Daraufhin deuten Erlebnisse wie die Probefahrt mit dem Aston Martin oder der Gag, in einer feinen Villa unterm Klempnervorwand im Pool zu schwimmen. Diese Dinge wirken so überaus ernst und so vielfältig die Themen sind, für einen Zuschauer, der kein Insider der Verhältnisse der Blooms ist, der nimmt das alles doch sehr distanziert wahr, fragt sich, wo ist mein Bezugspunkt dazu.

    Wie soll man sagen, dieser Film hängt so ein bisschen im Anekdotischen, wobei zweifellos viel zum Nachdenken Anregendes dabei sein mag, aber man sich doch wundert, woher der Wunsch nach Normalität kommt und welcher Art diese Normalität sein soll. Er hat es doch ganz gut, unser Filmemacher.

    Es ist ein schöne, fast lieberhaberhafte Hingabe an die Inszenierung zu erkennen; sie wollen den Film als deutliche Botschaft rüberbringen. Es sind viele Anspielungen drin, die der Außenseiter vermutlich nicht versteht, was ist mit Highway 45 gemeint? Fast wie ein privates Tagebuch. So ein exklusives, kalifornisches Leben kann doch nicht gewöhnlich sein.

    Die persönlichen Erlebnisse beim Casting, die sind breit geschildert. Nett: das Aquarium-Versteck, wenn der Bruder sich ein leeres Aquarium-Glas über den Kopf stülpt. Oder nett: die Kontaktlinsensammlung des Opas. Etwas ausgewalzt die Erzählung. Teilweise dicke, offensichtliche Jewishploitation. Oder das Gedichtrezitieren beim Zaunbau. Ist ja sympathisch, wenn Leute Filme nicht machen, um das Maximum an Geld einzuspielen.

    Der hier arbeitet fröhlich insiderisch. Letzter Wunsch von Opa: ein Eis mit gebrannten Mandeln. Gemütlich, etwas zähflüßig. Sie hängen sozusagen in ihrem Kaliforniertum, in ihrem Judentum, in ihrem Künstlertum, in ihrem Familientum fest. Das bringt der Film rüber. Ractonians, die Angreifer in der Fantasiewelt. Und zu guter Letzt wird er noch Schauspiellehrer.

    Thematisch berührt der Film zwar vieles, aber recht beliebig, so beliebig, wie es vielleicht in einem Tagebuch vorkommen mag. Dann müsste man aber einen besonderen Anreiz haben, das Tagebuch zu lesen, sei es ein besonderes Schicksal, aber nur kalifornisch-jüdisch-künstlerische Normalität? Ist dieser Wunsch so bewegend?
    Irgendwie scheint mir dieser Wunsch angesichts des Backgroundes der Figuren doch recht naiv (wenn nicht gar halbschlau-ehrlich) und rührend aber nicht anrührend genug.

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    Das Öl ist an allem schuld, so mag die filminterne Erklärung für die altbiblischen Grausamkeiten gelesen werden. Oder eine schwächere Interpretation des Schlussbildes: auch wenn alle Menschen tot sind oder wegreiten, die Ölpumpen fördern weiter. Dass man auf solche simplizistischen Gedanken kommt, hat sich der Film, diese Dreiländer-Produktion Dänemark/England/Südafrika selber zuzuschreiben, haben sich Regisseur Kristian Levring, der mit Anders Thomas Jensen auch das Buch geschrieben hat, selber zuzuschreiben.

    Der Film fängt verheißungsvoll an, fängt hoch-westernatmosphärisch brillant an. Teils verschwommen, als ob die Kamera die Erinnerung suche, aber offiziell wegen dem vielen Staub, wegen der flirrenden Atmosphäre, wegen der Trockenheit auf einer Eisenbahnstation im Wilden Westen anno 1871.

    Jon, Mad Mikkelsen mit dem eindrucksvollen, schmerzerfahrenen Gesicht, ist schon 7 Jahre allein hier gewesen. Er hat ein Haus gebaut für seine Frau und seinen Sohn, die er so lange nicht mehr gesehen hat, die ihm jetzt nachreisen und gleich ankommen werden mit dem Zug. Levring inszeniert das mit großer Stimmigkeit und dichter, bannender Atmosphäre. Wie alles Weitere auch.

    Im Fortgang der Exposition, die schnell mit unerwarteten, schauderhaften Zivilisationsbrüchen aufwartet, greift er sogar zu Stimmungsmitteln, düsteren Nachtbildern von der Kutschenfahrt, auch als Bild für menschliche Fremdheit in der Kutsche, die durchaus an Carl Thedor Dreyer erinnern, die die inhaltliche Erwartung in enorme Höhe schrauben.

    Was Jon in der ersten Viertelstunde alles verliert, das grenzt an ein Hiobsschicksal. Und was später folgen wird, die Forderung nach menschlichen Opfern des Ungesetzlichen dieser Gegend, des Terroristen Delarue, Jeffrey Dean Morgan, den man nur sehr schwer versteht, gemahnt an die Dimension von Abrahams Menschenopfer. Was kommt da alles noch auf uns zu, fragt man sich.

    Der Film ist nah am Puls der Zeit. Der Einbruch des Unzivilisatorischen in unserer Welt, von dem wir täglich lesen, grausame Details über fanatische Tötungen, ja Enthauptungen im Irak, in Syrien, in der Ukraine, im Palästina/Israel-Konflikt. Wird sich der Film mit diesem Thema beschäftigen, wird er sich fragen, wie einen Ungesetzlichen wieder zur Raison zu bringen? Auf diese Frage folgt leider alsbald die bittere Enttäuschung, dass nach der Exposition und den ersten grausamen Tötungen der Wilde Westen sich absehbar ungesetzlich abspult wie eh und je. Es ist ein Fangenspiel und ein Abknallspiel. Wer kann entkommen? Wer kann sich wieder aufrappeln?

    Eva Green ist als Madelaine in das Spiel involviert und bewunderungswürdig dafür, dass sie bereit ist, eine Rolle mit einer entstellten Mundpartie zu spielen. Schade, dass Levring mit dem Buch, das sparsam mit den Dialogen umgeht, so schnell zufrieden war, ohne ein Ohr an der heutigen Zeit zu haben. So wird wohl auch seine Inszenierungskunst, die bewunderungswürdig ist, vergebliche Mühe bleiben. Nicht anders wird es mit der erstklassigen Musik von Kasper Winding ergehen; wenn überhaupt, dann viel subtile Klangmusik. Auch die krackeligen Wildwestfiguren, die das Städtchen bevölkern, geben einen bemerkenswerten Cast ab. Thema Bruderliebe in zwei Ausführungen, aber nicht weiter vertieft, sondern als eine übermaßen bedingungslose Liebe eingesetzt.
    Abrechnungsdrama statt Seelendrama. Innovativ? Leider nein.

    Die Musik gibt zuverläßig den Bedrohungsbarometer, den Aufregungsbarometer.

    Das Wunder (the salvation), was dieser Film beschreibt, weshalb er wahrscheinlich auch in einer Ecke von Wunderfilmen anlanden wird, ist, wie aus dem braven dänischen Auswanderer und Bauersmann, der zwar Bären schießt, wie er behauptet, und der hier großartig wie ein Indianer aussieht, ganz einfach so zum üblichen Selbstjustizwesternhelden sich wandelt, zwar mit Anlass, aber ohne innere Veränderung, als hätte er nie etwas anderes getan, als müsse er keine Tötschranken überwinden. Die Verpuppung eines Mannes, die aber nicht zum Thema gemacht wird. Diese Wandlung von Mikkelsen reflektiert der Film nicht; enthält dem Zuschauer also eine wichtige Angelegenheit vor. Es passiert einfach. Es läuft selbstverständlich ab. Aber es ist nicht selbstverständlich. Den Titel kann man nur als vorgeschobene Erklärung benutzen: dieses Wunder, diese Verwandlung des dänischen Biedermannes zum Westernheld, das ist seine Rettung. Der Held mit dem tragischen Gesicht.

    Vom Bild her: großes, episches Kino, da haben die Macher ihre Hausaufgaben erledigt. Aber zur Erneuerung des Westerngenres dürfte es wegen des Drehbuches und der nicht dezidierten Entwicklung des Helden nicht reichen.

    Außerdem: er mutiert zu diesem Westernheld, ohne je einen Westernfilm gesehen haben zu können, denn das Kino war zu seiner Zeit noch gar nicht erfunden. Also irgendwie hätte das Thema schon bewusst behandelt werden müssen, hätte so ein kleines Rähmchen verdient. Hier wird wie bei einer Fleiß- und Korrektheitsarbeit beeindruckend sorgfältig gearbeitet aber dann doch nur epigonal repetiert.

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    Dieser Film erzählt einmal mehr, dass die vollziehenden Organe von Justiz und Polizei in den USA nicht funktionieren, dass folglich ein jeder Justiz nach seinem Gusto zu vollziehen habe.

    Das Prinzip zur Begründung ist immer dasselbe: ein unbescholtener Bürger, zumindest dem ersten Anschein nach wie hier Denzel Washington als Robert McCall, wird Zeuge einer brutalen Ungerechtigkeit und fühlt sich verpflichtet, ausgleichend (equalizing) einzuwirken. Auf die Idee, die Polizei zu alarmieren, käme niemand.

    Die Untat wird gezielt so inszeniert und gezeigt, dass auch alle Zeugen und Umstehenden und selbstverständlich das Kinopublikum in seinen Sesseln ungefragt der Meinung ist, dass hier Gerechtigkeit geschaffen werden müsse. Dass an dieser Selbstjustizphilosophie auch nicht der geringste Zweifel aufkommt, dafür sorgt schon ein geschickter Drehbuchautor, wie Richard Wenk, der die Fernsehserie von Michael Sloan zur Grundlage hatte, und die entsprechend einleuchtende Regie von Antoine Fuqua.

    So wird anfangs in langen, ruhigen Einstellungen die Behauptung von Robert McCall als eines braven Bürgers aufgestellt, der in einem Heimwerkergroßmarkt unauffällig und äußerst kollegial arbeitet und abends in der Eckkneipe „Bridge Dinner“ sich das heiße Wasser zum mitgebrachten Teebeutel bestellt. Gerade dieses Verfahren des eigenen Teebeutels wirkt als subtiler Beweis für seine angepasste, brave Bürgerlichkeit; kein böser Mensch würde so sorgfältig zuhause diesen Teebeutel in eine Serviette packen.

    So ein Mensch kann nicht töten. Kann schon gar nicht brutal töten. Er legt in der Kneipe seine Lektüre auf den Tisch, Ernest Hemingway, „der alte Mann und das Meer“. Über so einem Buch lassen sich Gespräche entwickeln mit dem einzigen anderen Gast, einer jungen Frau aus Russland, Alina, die als Nutte arbeitet und sich wundert, ob der alte Mann den Fisch schon an der Angel habe. Robert McCall kann noch trefflich über die 100 Bücher, die man gelesen haben muss, plaudern und dass das in seiner Liste das 91ste. sei. Er strahlt bürgerliche Korrektheit, Zuverlässigkeit, Verlässlichkeit vertrauenerweckend aus.

    So ein Mensch kann nicht töten, kann nicht Selbstjustiz üben. Wie nun die junge Frau, nachdem sie tags zuvor schon von einem hässlichen Fettsack in eine Stretchlimousine gezerrt worden ist, am nächsten Abend mit blauen Flecken im Gesicht auftaucht, kann der unbescholtene Bürger das nicht akzeptieren. Er marschiert direkt bei ihrem Boss in den Hinterzimmern eines Lokals auf und richtet kaltblütig ein furchtbares Blutbad an, ärgert sich jedoch, dass er zwei Sekunden länger gebraucht hat als in seinen besten Zeiten. Wenn die Dämme des bürgerlichen Gesetzes einmal geborsten sind, gibt es kein Halten mehr.

    McCall ist an einen russischen Oligarchen und seine korrupten Geschäfte auch mit der amerikanischen Polizei geraten. Er muss jetzt Übermenschliches leisten, um den Laden aufzuräumen. Den Verlauf kann man sich denken. Und wir finden das alles rechtens, denn er beseitigt schreiendes Unrecht (so lauten auch die Begründungen der Politik für die fatalen Kriegseinsätze gegen den Terror).

    Den rundlichen Kollegen vom Arbeitsplatz entwickelt er zum postmodernen Helden, der der No-man-left-behind-Maxime der USA eine Illustration erteilen darf.

    Ganz wichtig: McCall hat allen seinen Opfern eine Chance gegeben. Er hat sie gewarnt, aber sie wollten nicht hören. Außerordentlich fair ist sein Selbstjustizverfahren.

    Wir Europäer glauben allerdings nach dem weiterhin floppenden Antiterrorkrieg an derlei Maximen nicht mehr so ganz. Leichen pfastern den Weg des Gerechten. Plus schmalzig-moralischer Imput: Alina kann jetzt alles sein, was sie will, wenn sie nur will und was sie will, auch Sängerin. Moralische Aufrüstung nach solchen Massakern: Change your thaughts, change your style.

    Eine gute deutsche Pistole für den guten Zweck erfüllt auch ihre gerechte Funktion: eine Heckler & Koch – und sicher ganz legal exportiert.

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