Angriff ist die beste Verteidigung, wird sich Viktor Giacobbo, der mit Domenico Blass auch das Drehbuch geschrieben hat, gedacht haben und wenn die Deutschen schon die Kavallerie gegen die Schweiz und ihr Bankgeheimnis in Gang setzen wollen, so wird jetzt der Spieß umgedreht und auf liebenswürdige, TV-kabarettistische Weise – der Film selbst untertitelt sich mit: „eine dokumentarische Konversation zur Beilegung eines nachbarschaftlichen Konfliktes“ -, die Möglichkeit erwogen, dass die Schweiz sich Deutschland als 27. Kanton einverleibt.

    Anlass für den Film waren diverse aktuelle Streitpunkte zwischen der Schweiz und Deutschland: der Steuerstreit, das Bankgeheimnis und die Einflugrouten zum Flughafen Kloten über den Südschwarzwald.

    Ein tieferes Motiv dürften aber durchaus auch diffuse Ängste speziell der Deutschschweizer vor Überfremdung sein, die Zuwandererquote aus Deutschland ist exorbitant, aber auch generell diffuse, mentale Ängste allein schon beginnend bei der Sprache, der Landessprache, die ein alemannisches Idiom ist abweichend von der deutschen Schrift- und oft auch Umgangssprache. Diese Gründe werden aber im Film nicht behandelt.

    Aus diesen Ängsten heraus hat sich Giacobbo wohl für eine fast zärtliche Annäherung an den unfassbar großen Nachbarn, den großen Kanton, entschieden, versucht mit einer Umkehrung der Größenordnungen den eklatanten Unterschied auf den Begriff zu bringen; mit der kleinen Kategorie, die große Kategorie zu ermessen, sie einzukantonen, sie in die eigene Denkweise einzupassen. Was sicher eine nette Spielerei ist, irgendwie aber auch etwas klebrig wirkt, also man traut sich eben nicht so richtig auf Augenhöhe, man schiebt sozusagen jedem Satz noch ein kommentierendes Grinsen hinterher. War ich nicht lustig?

    Trotzdem: eine reizvolle Überlegung, die Anlass bietet für 84 Minuten humoristisch erörternde Unterhaltung, in der viele bekannte Figuren aus beiden Ländern ihre mehr oder minder ernst gemeinten Statements zu dieser Unschärferelation abgeben. Bundeskanzlerin Frau Merkel wird gezeigt, wie sie mit dem Rücken zum Publikum vor einer Schulklasse an einer Wandtafel mit den Umrissen von Europa Berlin lokalisieren soll, kein leichtes Unterfangen. Von deutscher Seite sind dabei Gregor Gysi, Joschka Fischer, der Ex-Außenminister, der sich am Beschlagensten zeigt, was die Schweiz-Kenntnis begtifft, Cem Özedmir, Gerhard Polt, Frank Steinmeier, Elke Heidenreich, die erstaunt darüber ist, dass die Schweiz die Wiege der Demokratie sei, das war doch Griechenland! Gerhard Polt kann vom Teerbelag einer stillgelegten Tankstelle in München-Mitte die Spuren der Geschichte ablesen: dass hier – oder ein paar Meter daneben – im 14. Jahrhundert der Kaiser Ludwig der Bayer Städte im Bereich der heutigen Schweiz in die Reichsfreiheit entlassen habe.

    Es gibt Rückblicke auf die Geschichte von der Schlacht bei Marignano bis zur Zeit, als Rottweil über 100 Jahre lang zur Schweiz gehörte, einen Blick auf die Enklave Büsingen.

    Giacobbo selbst versucht sich in parodierenden Auftritten von Hitler bis Gaddafi.

    Nach etwa einer Stunde Film wird es kurz ernsthafter, da geht um die grundsätzlichen Differenzen in der Auffassung von Demokratie, dass die Schweiz sich das über Jahrhunderte entwickelt hat, beginnend mit der Befreiung vom Hause Habsburg. Solche Aktionen wären in Deutschland schwer vorstellbar gewesen; hier ist nach wie vor eine Angst der Politik vor dem Volk zu konstatieren. Fischer räsonniert über die Konsensgrundlage der politischen Konfrontation in Deutschland, das sei doch ein essentieller Unterschied zur Schweiz.

    Für die Schweiz wäre positiv, dass sie mit diesem 27. Kanton endlich Zugang zum Meer hätte (und die Deutschen zum Tessin). Andererseits gäbe es für einen Tessiner Politiker ein großes Problem, denn die Swiss Miniature, die sich in seiner Nachbarschaft befindet, müsste über sein Grundstück hinaus erweitert werden.

    Es sind einige Sketche in den Film eingebaut. Zwei Darsteller sollen Boat-People auf dem Bodensee spielen, aber die sind ohne Boot gekommen „wir sind vom anderen Ufer“, sagen sie und schwimmen hilfesuchend in Neopren-Anzügen; der Moderator hat keine gute Meinung von diesen deutschen Akteuren. Ein anderer Darsteller spielt einen Nachfahren des Hauses Habsburg, das die Schweizer vor Jahrhunderten vertrieben hatten. Sein Rollenaufgabe: am Miststock rumgabeln.

    Der Moderator hat ausgiebig in TV-Archiven wühlen lassen und den Film mit vielen Ausschnitten sowohl aus Show als auch aus der Geschichte gespickt. Kunterbunt.

    Es ist vielleicht etwas spät, dass dieser Film hier in die Kinos kommt, den Ankauf des Gripen, dieses Kampfflugzeugs, den haben die Schweizer inzwischen in einer ihrer vielen Volksabstimmungen verworfen, das Bankgeheimnis ist gefallen und auch das Minarett-Thema ist nach der Abstimmung aus dem Rampenlicht verschwunden.

    Dieser Film will keinem weh tun und schon gar nicht den Deutschen. Er will letztlich herzig und nett bleibt. Und das tut er auch.

    Ein Film, den man vermutlich am besten zusammen mit Leuten besucht, die einen Bezug zur Schweiz haben, um gemeinsam zu lachen oder Kommentare abzugeben.

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    Viel Umtriebigkeit zeigt Harald Bergmann mit diesem vielseitig geförderten Film, der seine Carte Blanche zur Produktion dem berühmten Namen Nabokov verdanken dürfte, um den sich der irgendwie nicht vorhandene Faden im Film dreht, die im Film selbst thematisierte Intrige (oder Intrigue?) im Hinblick auf die Herstellung von Literatur oder Film; was sich möglicherweise als kardinales Missverständnis entpuppt.

    Nabokov habe, so wird behauptet, und es mag durchaus stimmen, zu seinem literarischen Prinzip das Fehlen der Intrige, also des Spannungsbogens, erklärt. Das, um dem Verlaufen der Zeit, der Angst vor dem Entschwinden der Zeit, ein Schnippchen zu schlagen, wenn ich das richtig verstanden habe. Wobei die Angst vor der Zeit mehr aus der Angst heraus erwachse, nicht zu wissen, was vor der Geburt gewesen sei. Dieses Argument illustriert der Filmmacher nun mit ausgiebigen „historischen“ Aufnahmen einer Familie, die ein Kind erwartet, die leere Wiege, das Stück Stuck, was später neben dem Säugling in die Wiege fällt, und jede Menge recht sportiver Kinderwagen werden von Kamerafrau Elfi Mikesch sachfotografiegerecht ins Bild gerückt. Der Säugling dazu, versteht sich. Museum für feinere Kinderwagen.

    Das zweite grundlegende Missverständnis in diesem Film dürfte eine oberflächliche Interpretation von Godard und seiner Technik der Montage sein: sie wird gesehen als etwas Beliebiges, denn ich frage mich, warum mich Filme von Godard faszinieren, ja und gerade durch die Montage, aber eben auch durch ein Thema, dem er folgt und warum mich dieser Film von Harald Bergmann nicht gleichermaßen zu fesseln vermochte.

    Obowohl doch die hier versammelten kinematographischen Gewerke durchaus professionell zu nennen wären und Mozart als Musik kommt in einem Film mit kulturell-philosophisch-literatischer Ambition immer gut. Der Grund scheint mir der, dass Bergmann die Intrigen-Abwesenheitsthese von Nabokov missversteht als Abwesenheit eines Themas, welches nachvollziehbar, geistig nachvollziehbar ausgebreitet wird, wozu auch ein Film ein durchaus geeignetes Medium sein kann. Bergmann scheint unter geistigem Spannungsbogen Intrigue im Sinne eines Krimis zu verstehen und will in der Absicht einer genuinen Hommage an Nabokov auf diese verzichten.

    So weiß man denn gar nicht, was Bergmann uns hier so kunstvoll ausgebreitet und vertont erzählen will.

    Anekdotisches über Nabokov, der im Alter ein Schmetterlingssammler geworden sei; hierzu gibt es sogar einen Blick in die von ihm hinterlassene Sammlung. Anekdotisches qua Bühnenbild: das Hotel Montreux-Palace am Genfersee, wo Nabokov gewohnte hat oder Villen. Philosopheme zum Thema Zeit in Populär-Parlando aufgetischt. Und vor allem immer und immer wieder Wiederholungen von Sujets: vom blauen Jaguar-Cabrio, was schnell und auch nachts über Serpentinen von Alpenpässen braust oder sich im Nebel verfährt. Dazu mit angenehm-dunkler Stimme vorgetragene Nabokov-Zitate, Poesie schön gelesen kommt auch immer gut im Genre, das sein Geschäft mit berühmter Literatur machen will. Philosopheme als Schwall wahrgenommen und die geistige Linie verschwommen, wenn überhaupt anwesend und nicht auf der Dauerflucht vor der Intrigue. Ferner die Selbstreflexion des Filmemachers in Dialogen vor dem Schneidetisch. Dann noch Exkurse bis zu Augustin; tja, Kirchenväter kommen auch gut. Und wozu das Phantombild von Mozart, das ein kriminalistischer Profiler-Zeichner nach den Knochen entwickelt hat?

    Geschmackvoll verpackter Pseudophilosophengroove. Sekundäres Philosopheme-Wiederkäuen (KulturKuhMechanismus); Rumschaufelei mit lauter wichtigen geistigen Wörtern.

    Vom dramaturgischen Prinzip und dessen Selbstreflexion her beißt sich der Film wie es scheint wie die Katze in den Schwanz. Er gibt sich als Puzzle, aber die einzelnen Teile dürften kaum ein Bild ergeben. Dieser Film scheint an dieser Eitelkeit, ein Puzzle sein zu wollen bei gleichzeitigem Verzicht auf die Intrigue, zu scheitern und sich zu versenden, denn sein einziges Zielpublikum dürften all jene Funktionäre sein, die Gelder für so ein kulturelles Projekt im Dunstkreis einer Berühmtheit zur Verfügung stellen können und die keinesfalls zugeben dürfen, so ein verquastes Buch nicht verstanden zu haben, was mit der Unaufhaltsamkeit unerschütterlichen Kinematographenfleißes über die Leinwand gewalzt werden soll.
    Es steht nicht zu erwarten, dass dieser Film auch nur den Hauch einer geistigen Regung oder Diskussion auslösen dürfte, dass er im Geistesleben, so überhaupt noch vorhanden, virulent werden dürfte.

    Zornige Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers für diesen geistigen Batz!

    Den haben gefördert:
    Medienboard Berlin Brandenburg, Kirsten Niehuus, Elmar Giglinger (Geschäftsführung),
    BKM, Monika Grütters,
    Film- und Medienstiftung NRW, CEO Petra Müller,
    Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, Vorsitzender des Aufsichtsrates, Dr. Horst-Michael Pelikahn, Staatsrat der Kulturbehörder der Freien und Hansestadt Hamburg, ZDF, 3sat , Intendant Thomas Bellut,
    DFFF, Monika Grütters,
    und Schweizer Förderungen und das Schweizer Fernsehen.

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    Ein Franchise-Produkt in 3D und Überlänge, das wird sich beim Eintrittspreis bemerkbar machen. Kino ist Geschäft; hier geht es um Big-Budget. Doch fürs Geld muss auch was geboten werden. Müssen wilde Bildfolgen und Sujets erfunden und entwickelt werden, die den Zuschauer bei der Stange halten und ihm ungewöhnliche Erlebnisse mit Rückendeckung seines Alltages verschaffen. Das wissen die Produzenten, das weiß der Drehbuchautor Ehren Kruger, der sich auf minimste, einfachste Dialoge beschränkt und das weiß auch Regisseur Michael Bay.

    Besonders anfangs fasziniert der schnelle und wilde Wechsel von Sujets, auch von extraordinären Kamerapositionen oder Reihenfolge der Bilder, erst schwebt eine Libelle über einem idyllischen See und im nächsten Moment taucht eine Transformer-Figur auf, ein Ungetüm wie aus einem mittelalterlichen Ritterpanzer, aber raffinierter gestaltet und die Figur scheint wenn nicht von kreatürlicher möglicherweise von künstlicher Intelligenz zu sein; der Filmemacher hat sie durch die Bildreihenfolge in eine Assoziationskette mit einer Libelle gesetzt. Wobei das Motiv später in Form von Minikameradrohnen nochmal virulent wird. Im Klein-Zierlichen steckt das Groß-Gewaltige, im Groß-Gewaltigen steckt das Kleinzierliche; soviel zu einem der möglichen Faszinosa durch so einen Film.

    Eine der Hauptauseinandersetzungen im Film ist die zwischen den von Menschen geschaffenen, künstlichen Transformern und den Invasoren-Tansformern aus dem Weltall. Die Wissenschaft behauptet, das Gen entschlüsselt zu haben, nur geht ihr der Grundstoffe für die Produktion, das Transformium, allmählich aus; zu dessen Gewinnung bedarf es „echter“ Transformer.

    Den Konflikt zum Laufen bringt Protagonist Mark Wahlberg als Robotertüftler Cade Yaeger, der in der Wüste von Texas und immer am Rande der Pleite aus einem Kinonachlass einen alten, lottrigen LKW kauft, bezahlen tut sein Partner.

    Der LKW zeigt uns als erstes, was eine Transformation ist, denn kaum hat Yaeger ihn repariert, verwandelt er sich in eben jenen von Wissenschaft und Regierung gesuchten, berühmten, „echten“ Optimus Prime. Dass Yaeger ihn gerettet hat, wird dieser ihm nicht vergessen. Andererseits gerät Yaeger durch diese unfreiwillige Rettung in den beunruhigenden, gefährlichen Fokus menschlicher Machtpolitik und deren Instrument, den künstlichen Transformern. Yaegers Motiv in nächster Zeit wird sein, seine Familie davor zu retten, vor allem seine Tochter, die doch erst 17 ist und plötzlich einen 20jährigen Freund auffährt. Der wird bei den folgenden Verfolgungen ganz nützlich sein; andererseits regt sich Papa Yaeger herrlich auf darüber, dass sein Töchterchen zur jungen Frau geworden ist, die schon einen Freund hat.

    Die Transformation ist mehr als ein Running Gag in diesem Film, zu welchen Autos und dann wiederum Transformern die sich verwandeln, Rennautos aller Couleur, alller Designs. In der Wüste stößt Prime auf eine Rotte von früheren Kumpels. Die erinnern in ihren folkloristisch anmutenden Transformer-Designs an traditionelle Faschings-Kostüme oder auch an Seeräuber, Freibeuter und die Transformationen selbst geben immer Anlass zu den surrealsten Bildveränderungen. Zauberhaft.

    Zauberhaft auch sind ganze Schwärme von Minidrohnen, undbewaffnet!, mit Kameras ausgerüstet; kann ganz schön nervig sein; der Zuschauer erlebt wie die Aufnahmen dieser Drohen simultan auf Riesenleinwände in den Headquarters von Regierung und Forschung übertragen werden, dort wo die Jungs an den Joy-Sticks spielen; Überwachung total; das Motiv der Regierung ist die Sicherheit der Nation. An einer Stelle hechtet Wahlberg nach so einer Drohne und erhascht sie wirklich und setzt sie außer Gefecht – erzählt uns doch unterhaltsam, dass Drohnen vielleicht doch bekämpfbar sind.

    Das Schema der Konflikte kommt einem franchisehaft bekannt vor. In dieser neuen Folge des Produktes wird am Schluss allerdings noch eine halbe Stunde lang reiner Kaastrophenfilm vornehmlich in HongKong angehängt. Dieser Anhang wirkt, als habe sich der Regisseur in einem Rauschzustand befunden, was man noch alles an Katstrophen erfinden können, wie ein Transformer wie mit einem Transportnetz für Helikopter und hier samt hübscher, püppchengesichtshafter Frau, Tessa der Tochter von Yaeger, vom Erdboden gehievt wird. Oder wie das Raumschiff der Transformer (früher war eine bildliche Genese der Form kurz eingefügt worden, scheint sich aus einer Art Urvogel, wie einem Strauß oder einem Emu entwickelt zu haben) Gegenstände vom Erdboden wie magnetisch anzieht, um sie dann aus großer Höhe fallen zu lassen, und immer noch größere Gegenstände bis hin zum Autobus, der seine Fracht entleert oder bis zum Meerschiff. Haben wir schon in einem Naturfilm gesehen, wie Vögel Nüsse knacken.

    Dieser Katastrophenanhang wird mit schmerzhafter Lautstärke vertont, so dass die Kinosessel beben und diese zu Massagesessel sich transformieren. Was transformiert sich beim Zuschauer dabei? Wohl kaum etwas, denn die Familie ist ein hoher Wert und Dankbarkeit auch und kann in der Not viel zusammenhalten. Der Versuch, die Sicherheit des Staates zu garantierten kann zu gefährlichen Experimenten führen und eine beachtliche Schadenstrecke hinterlassen. Protect the Nation. Protect the Family. Es ist auch von einer neuen Ära die Rede von einem Wechsel in der Geschichte. Was ist da neu, außer dass die Menschen sich bekriegen wie eh und je? So kann Geschichte zur Mode werden und die Mode wird vielleicht zu Geschichte.

    Niedlich ist Yaegers Roboterhund, auch der ein Seelenkräusler fürs Publikum. Weniger niedlich der Aufmarsch von Polizei und Geheimdienst auf Yaegers Land- und Arbeitssitz, weil sie den Optimus Prime (zurecht) bei ihm vermuten. Kleine Weisheit dazwischen gestreut: jede Spezies glaubt, sie sei der Mittelpunkt des Universums – definiert sich so nicht auch Individualität?

    Effektvoll: wenn Optimus sich aus dem Lotter-Lkw in einen stattlichen, rot-silbernen Truck bei rasender Fahrt verwandelt, rasanter als die Entwicklung eines Schmetterlings aus dem Kokon. Und wie er sich in den Optimus zurückverwandelt, tauchen die roten Metallteile des Truckchassis als Teile seiner Rüstung wieder auf.

    Dann wieder Familiy-Geschichte, während der wildesten Verfolgungsjagd will Yaeger Genaueres über den Freund seiner Tochter wissen.
    Kino als furioses Spiel und Montage von Bildern, von den Produzenten ebenso furios eingesetzt als Gelddruckmaschine.
    Dagegen bezaubernder, poetischer Lichterregen, der in Zeitlupe niedergeht nach heftigen Explosionen, an solchen Licht- und Lichtreflexspielen hätte Renoir seine helle Freude gehabt.
    Nach einem Kampf sieht einer der Transformer aus, wie eine der verbrannten Mumien aus Pompeji.
    Zwischendrin pfadfinderhaft lauschige Lagefeuerszene (Hollywood weiß besser als alle anderen, dass der Zuschauer zuhause abgeholt werden muss).
    Manche Transformer scheinen sich nach meinem Gehör mit dem japanischen „Sensei“ anzusprechen, reizvoll, companeros! Die Forschung steht vor einem Quantensprung (sonst bekommt der Zuschauer nicht das Gefühl, dass er Wichtigem beiwohnz).

    Der Glaube an die Technologie: you cannot stop technology.
    I broke the code. We can make you now. We dont need you any more.
    Nation: Human Freedom is at stake; innocent people die. Schöner Staatsslang.
    So today you stand with us or you stand against me (Amerikas Freund/Freind-Apodiktik).
    Titanenkämpfe.
    In der letzten halbe Stunde wird es mittelalterlich-zäh. Wenn auch auf dem neuesten Stand der Technik.
    Und: in einer Stadt kann nach so einem Titanenkampf noch so alles in Schutt und Asche liegen: die Flagge Amerikas, die hängt intakt an der Stange.

    Mark Wahlberg scheint ein umgänglicher, leicht handhabbarer Schauspieler zu sein und tut schön verlässlich das, was die Regie von ihm verlangt. Auch solche Verlässlichkeit kann ein Sicherheitsgefühl transmittieren.

    Man könnte auch sagen: alles halb so wild, wenn’ s nicht so laut und so lang wär.

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    Verschiedene Spannungselemente heizen diesem Thriller massiv ein.
    Was die Gier aus den Menschen und aus ihnen in Massen machen kann, das zeigt uns hier eindrücklich an einem einfach und klar exponierten Fall Takashi Miike, für den Tamio Hayashi das Drehbuch nach dem Roman von Kazuhiro Kiuchi geschrieben hat.

    Der hübscheste, unschuldig wirkende, jüngste Bengel von allen, Kiyomaru, hat alles ausgelöst. Er hat kleine Mädchen umgebracht. Dummerweise war eines davon die Enkelin eines der reichsten Männer Japans. Der hetzt nun die Menschheit auf den Mörder mit abstrusen Forderungen und mit der Aussicht auf noch abstrusere Kopfgeldsummen, die er dafür bietet: nicht Millionen, sondern Milliarden. Solche unvorstellbar hohen Beträge können die Menschen die Besinnung und die kulturell-zivilisierte Contenance verlieren lassen.

    Um der Angelegenheit noch mehr einzuheizen, sie noch gefährlicher zu machen, lässt das Drehbuch die Polizei Kiyomaru, Tatsuya Fuiwara, in der Provinz ergreifen, weit weg von Tokio, wohin er jedoch zu rechtmäßiger Verurteilung gebracht werden muss. Ein hochriskanter Menschentransport steht bevor.

    Die Geschichte wird in den Medien so aufgebläht, dass sich Menschenmassen dem Transport in den Weg stellen, dass Menschenmassen den Mörder umbringen wollen, um das Geld zu kassieren. Die Hysterie steigert sich noch mehr nach ersten blutigen Kämpfen um Kiyomaru, nachdem bekannt geworden ist, dass diejenigen, die es gewagt hatten, auf Kiyomaru zu schießen, vom Milliardär bereits fürstlich entlohnt worden seien.

    Außerdem kämpft die Polizei gegen einen Verräter in ihren eigenen Reihen, ein Strang der Geschichte, der erst sehr spät aufgelöst werden wird. Sie versucht jedenfalls alles Menschenmögliche zu tun, um den Delinquenten sicher nach Tokio zu bringen. Eine Wagenkolonne aus Gefangenentransportfahrzeugen und begleitenden, irrlichternden Polizei-PKWs dürfte schätzungsweise ein Kilometer lang sein und braucht die ganze Autobahn. So kann, denken sich die Verantwortlichen, dem kostbaren, teuren, wertvollen Gefangenen nichts passieren. Bis ein mit Nitroglyzerin beladener Tanklastwagen von vorne und ohne zu bremsen in den Konvoi hineinfährt und somit den äußeren Sicherungsring um das kostbare Gefahrengut wie nichts sprengt. Ab hier bröselt auch der innere Sicherungsring aus etwa einem halben Dutzend Beamten, die die Preziose von Verbrecher wie einen Augapfel hüten.

    Der Mörder selbst verhält sich umgekehrt proportional zu seiner Prominenz. Eher wie ein gutmütiger Junge, halb belustigt, beobachtet er vorerst das ganze Trara, das seinetwegen veranstaltet wird. Einer hat jetzt die rettende Idee mit dem Shinkansen. Aber hier wird es eng, denn so ein Zug bietet, das haben schon viele Filme gezeigt (zuletzt Snowpiercer), genügend Elemente für Thrillerspannung, die Miike auch reichlich einsetzt. Doch das Zerbröseln des Sicherungsringes um Kiyomaru geht weiter, bis er zum finalen Countdown fast schutzlos dasteht.

    Der Film dürfte deshalb so spannend sein, weil einerseits die Exposition ohne Federlesens knapp und klar ist, weil die Dosierung der Spannungselemente meisterhaft ist, gerade auch mit ruhigen Momenten inneren Monologes oder ganz unaufgeregter Gespräche und Lagebesprechungen, die aber zur Konsolidierung des Spannungsfadens unerlässlich sind und auch mit Gefühlen fährt Miike hart am Wind, schreckt vor emotionalen Ausbrüchen nicht zurück, setzt sie aber so wohldosiert ein, dass der Glaubwürdigkeit des Plots kein Abbruch getan wird.

    Visuell und emotional in die Magengegend zielend sind die diversen Massensszenen von Polizei einerseits und den Massen der Menschen andererseits, die alle ihr Teil von der Milliarde sich erhoffen. Die Glaubwürdigkeit wird noch gesteigert dadurch, dass eben nicht alle Menschen so sind. Es gibt an einer diffizilen Stelle fürs Weiterkommen eine hilfsbereite Taxlerin, die ist Menschenfreundin und hat gerade sonst nichts zu tun. Sie weiß, wen sie bei sich hat, ist aber an Kopfgeldjagd nicht interessiert. Die Tatsache, dass die Bewachungsmannschaft bald weiß, dass jemand unter ihr mit einem GPS-Sender ausgerüstet ist, der in die Welt hinaus verrät, wo der Transport und damit die Chance auf die Milliarde sich gerade befindet, strapaziert die Vertrauensgrundlage des kleinen Teams aufs Äußerste. Denn, wer den Gefangenen liefert, der kann auf die Milliarde hoffen.

    In unseren finanziell übertriebenen Kasino-Zeiten ist so eine Milliardenbelohnung durchaus denkbar. Diese Glaubwürdigkeit ist es, die das Genre hier in schwindlige Thrillerhöhen treibt.

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    Die Stärke dieses Filmes fußt auf der spannungsreichen Figurenkonstellation aus dem Originalroman von Andreas Steinhöfel mit dem aufregenden Gegensatz von tiefenbegabtem Autodidakten Rico und karrieristischem, anpasserischem Alleswisser Oskar, der einen akuten, gesellschaftlichen Konflikt spiegelt: überall werden Querdenker gesucht, wenn einer es aber ist, wird er abgelehnt; gilt in besonderem Maße für das hochgeförderte Filmpfründenland. Der Rest ist bemühte, deutsche Subventionsfilmerei mit Anspruch auf gute Noten und Mangel an Querdenkerei, was leider keine Kinobegeisterung schaffen kann. Stefes Review anlässlich des Filmfestes München.

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    Wie ein stolzer Vater sich die Welt nach seiner Vorstellung auf Kosten seiner Tochter, die ein Sohn sein sollte, zurechtbiegt. Eine indische Geschichte mit deutsch-holländischer Förderung. Stefes Review anlässlich des Filmfestes München

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    Eine wunderhübsche Aneinanderreihung höchst exquisiter Bilder in View-Master-Manier zum Thema: genialer Junge in wenig genialer Umgebung und seine Reise durch das wenig geniale Amerika bis zum wenig genialen Smithonian-Institut in Washington, wo er für seine Erfindung eines Beinah-Perpetuum-Mobiles nebst einer anrührenden Rede, die er hält, noch ein wenig Medien-Bashing betreibt.
    Fast so süß wie Fotostrecken junger Eisbären. Stefes Review anlässlich des Filmfestes München.

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    Eine gut buchstabierte, gut verständliche, leicht verdauliche Geschichte über die menschlichen Eigenschaften des Manipulierens und Falsche-Tatsachen-Vorspielens, angesiedelt in einem überschaubaren kleinen Hafen mit entsprechendem menschlichem Milieu und fernab der modernen Kommunikations- und Verifikationsmedien. Stefes Review anlässlich des Filmfestes München.

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    Kleine Staatsbürgerkunde im Hinblick auf die konstruktive Nutzbarmachung von Gefühlswelten hinsichtlich der Demokratie präsentiert in Form einer Art Tele-Booklet in einem gut rezipierbaren Mix aus animierten Zeichnungen, Forscher- und Expertenstatements mit konkreten Gegenwartshinweisen sowie sorgältig ausgewählten, sachdienlichen Bildillustrationen. Eine ansprechende Reihe von Ralph Glander, Redaktion Eva Maria Steimle, garantiert im Sinne des Rundfunkauftrages.

    Keine Angst vor der Angst
    Von der Angst als evolutionär angelegter Basisemotion und als Überlebensgarant. Die Angst vor der Gefahr hatten, überlebten. Unsere Ahnen waren Angsthasen. Angst steht dem Menschen genetisch zur Verfügung. Differenziert sich mit der Entwicklung des menschlichen Lebens.
    Es gibt übertriebene, unrealistische Ängst vor Spinnen und Schlangen. So kann Angst auch zur Bedrohung werden, den Menschen krank machen; Angst spielt bei einer Vielzahl von psychischen Erkrankungen eine Rolle, Phobien. Allerdings helfen die alten Angstmuster bei vielen neuen, durch die technologischen und politischen Entwicklungen bedingten Ängste nicht mehr; so wird das Leben immer weniger planbar; was sich wiederum negativ auf das Sicherheitsgefühl auswirkt: daher die Zunahme der Angsterkrankungen; je mehr der Mensch über die Medienerfahrung lebt, desto mehr glaubt er, die Welt sei wirklich so und kann in verstärkte Angstsituationen geraten. Politiker und Medien stoßen regelmäßig in die Angstposaune, instrumentalisieren die Angst der Menschen, Epidemien, Schweinegrippe, SARS, Kampfhunde, Killerbienen, Internet-Alarmismus; Extrembeispiel 9/11, der Terrorist als der Boogie-Man: Resultat: die Angstgesellschaft; die USA haben mit den Alarmstufenfarbgebungen eine Zeichengebung geschaffen wie für den pawlowschen Hund: Angstdressur. Politiker- und Medienfrage: wie viel Angst kann ich in der Bevölkerung erzeugen, um sie damit zu manipulieren?

    Angst im Sinne der britisch-sensualistischen Tradition: Angst im Sinne der Köstlichkeit des Essens. Angst als Thrill in modernen Extremsportarten, Bungee-Jumping, Mountain-Biking oder lsutvolle Angstverarbeitung mittels Gruselgenre in der Litertur, im Film, Thrill durch Horrorfilm.

    Fazit: Keine Angst vor der Angst, es ist nur die Angst.

    Zorn und Kreativität
    Differenzierung von Zorn als bewusstem Verhalten, als moralischem Gefühl (Ghandi über den gerechten, den heilsamen Zorn von Befreiungsbewegungen, der Zorn der arabischen Revolution, der Angst nimmt und kreativ eine Langzeitperspektive entwickelt, Zorn als ein Instrument im Kampf um Gerechtigkeit, und der dafür auch kurzfristig Nachteile in Kauf nimmt), einem Gefühl also das zu Veränderungen führt und Wut eher über Kleinigkeiten, Stau, Schlange am Supermarkt, Lifestyleprobleme, Stuttgart 21, Stromtrassen, die Wutbürger (die aus Empörung agieren: große Auftritte des Zorns).
    Von der Ambivalenz des Zorns bei Aristoteles zum Mittelalter, wo Zorn als Todsünde gesehen wird, bis hin zur Neuzeit und dem Zorn als Motor von Befreiungsbewegungen. Hindernisse machen zornig und kreativ. Voraussetzung zur Zivilgesellschaft. Zorn macht langweilige Menschen geistreich (Bacon)

    Allerdings fehlt mir hier der Begriff der Aggrssion und der Aggressivität, die wegen Kleinigkeiten urplötzlich bei einem Menschen ausbrechen kann. Uraggressivität? Aber vielleicht kommt das Thema noch, das sind ja nur die ersten beiden Folgen dieser anregenden TV-Miniserie.

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    Ethik, die in der Luft hängt.
    Kein leichtes Unterfangen, so ein allgemein ethisch-moralisches, entwicklungspsychologisches Thema in einer halben Stunde fernsehtechnisch abzudecken.

    Die Regisseurin Hanni Weller, die mit Anna Zwenger-Mathavan auch das Buch geschrieben hat, hat sich alle Mühe gegeben, obwohl das Thema absolut in der Luft hängt, obwohl nicht ein aktueller Anlass genommen wurde, zum Beispiel die Verwandtenaffäre im bayerischen Landtag oder, was sicher eine hochspannende Recherche wäre, Mitglieder des Bundestages zu befragen, die für den Afghanistaneinsatz gestimmt hatten und sie mit den verheerenden Folgen konfrontieren, den enormen Kosten für den Steuerzahler, den Tausenden von Toten, Waisen, Krüppeln, Vertriebenen, dem Desaster, das der Einsatz im Lande hinterlässt, wofür sie auch ein Quäntchen Mitverantwortung tragen durch ihr Abstimmungsverhalten: war das Altruismus oder Egoismus? Oder fehlt im Beitrag noch die Kategorie des Opportunismus?

    So konkret will aber Hanni Weller nicht werden.
    Sie referiert erst im Schnelldurchlauf Positionen von Platon, Aristoteles, Kant, Hobbes, Rousseau bis zu Darwin.

    Dann gibt es einen Interviewteil: ein Erziehungswissenschaftler und Anthropologe, ein Entwicklungspsychologe, ein Psychologe und Neurowissenschaftler und ein Hirnforscher und Arzt geben wild ineinander geschnitten Statements ab, das haben sie ja drauf. Die Bildregie unterlegt diese mit einem Riesenkuddelmuddel an Bildmaterial von der Akropolis über Kinderarbeit, Ölförderung, Boxen, Wölfe, Kinder bei Experimenten, Bettler, öffentlicher Verkehr, U-Bahn, Rolltreppen, Chinagymnastik, Hochwasser und Münchner Tafel. Allein diese Bilder den Texten zuzuordnen dürfte eine rechte Hirnarbeit erfordern.

    Zwischendrin nicht näher spezifizierte Antworten auf nicht näher spezifizierte Testfragen, wie Menschen sich verhalten, wenn sie Geld finden, wenn sie jemanden sehen, der in Not ist, Frage nach dem Mitgefühl angesichts eines Spritzeneinstiches und nach den Glückshormonen bei einer guten Tat.

    Ein Wust von Begriffen taucht in den Statements der Experten auf vom Glückshormon über den Reputationseffekt, DOHA, unbewusste Programme und Inszenierung sozialen Verhaltens, gegenseitige Abhängigkeit, Mitgefühl, Erwartungskonformität, gegenseitige Abhängigkeiten, Normen für reibungsloses Verhalten, In-Group und Out-Group, Zuwendung, Liebe, auf Reziprozität ausgelegtes Handeln, Globale Erwärmung und Marsmenschen.

    Im Sinne der Wissenschaft dürfte die Sendung nicht wissenschaftlich genug sein, im Sinne eines allgemeinen Zuschauerinteresses hängt sie zu sehr in der Luft, wirkt doch als recht beliebiges Bla-Bla und Kauderwelsch. Und dass, wer beobachtet wird, nicht stiehlt, dazu brauche ich keine wissenschaftliche Erläuterung, das gehört doch mit zur Definition des Begriffes, dafür bin ich nicht bereit, Zwangsgebührengeld zu bezahlen.

    Die Quintessenz aus der Sendung scheint mir die zu sein: wenn der Mensch kapiert, dass ihm kooperatives Handeln nützt, dann tut er es auch. Aber nicht mal diese Erkenntnis ist so formuliert worden.

    Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers.

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