Estelle Getty ist gestorben, nur drei Tage vor ihrem 85. Geburtstag. Ich bin selbst kein Fan der Golden Girls, aber Estelle Getty hatte einfach eine gewaltige Präsenz. Eine Präsenz, die über die Grenzen der Girls hinaus wirkte und über den Rand der Mattscheibe, hatte man nur eine Szene mit ihr gesehen. In Kombination mit ihrer markanten Synchronstimme Barbara Ratthey (wäre doch vielleicht auch eine gute Marge Simpson geworden?) gibt es nur wenige “Typen” im Fernsehen, die derart einprägsam rüberkommen. Die kleine, energische Oma der Golden Girls mit der schnarrenden Stimme steht einem Arnold Schwarzenegger mit seinem “I’ll be back” in nichts nach.
Bei meiner Minimalrecherche für diesen Beitrag (es ist immerhin schon halb zwei früh und ich arbeite zudem bereits am nächsten Beitrag) habe ich außerdem festgestellt, dass ihre Karriere offenbar erst 1978 begann, sie also bereits 55 Jahre alt war. Es gibt also noch Chancen jenseits der 30, für jedermann. Möge sie in Frieden ruhen.
Stan Winston ist eine von den Hollywood-Größen, die jeder kennt, ohne sich dessen bewusst zu sein. Denn Stan Winston zeichnete sich fast ausschließlich für Effekte verantwortlich, und das seit Ewigkeiten mit einem eigenen Studio. Eine seiner Spezialitäten waren Animatronics, also maschniell bewegte Puppen. Diese sind auch im Zeitalter der Computeranimation noch nicht aus Hollywood wegzudenken (Mit Jar Jar Binks wurde das bekanntermaßen versucht – mit katastrophalen Folgen).
Das möglicherweise eindrucksvollste und wohl dem Massenpublikum am ehesten bekannte Beispiel seiner Arbeit ist der große Tyrannosaurus Rex aus Jurassic Park, der diverse Tête-à-têtes mit einigen der Hauptfiguren hatte – mit verschiedenen Ausgängen.
Beim Dreh 1993 stellte sich heraus, dass die Schauspieler nicht wirklich auf einen nicht vorhandenen Saurier reagieren konnten und ein computeranimierter in Großaufnahme noch dazu ziemlich armselig aussah. Hinzu kamen weitere Rendering-Schwierigkeiten, wie zum Beispiel die Tatsache, dass die Rex-Szene im strömenden Regen spielt und der “Regenschatten” des Sauriers im Computer damals unmöglich zu fabrizieren war.
Also musste für alle Aufnahmen, in denen das Gesicht des Raubsauriers zu sehen war, ein echtes, originalgroßes Modell her (hier ein Foto bei der LA Times). Doch der Schaumstoff (aus dem hier die Träume sind), saugte sich leider mit dem (natürlich Studio-) Regenwasser voll, das Modell ward plötzlich viel schwerer, der Dreh gefährdet, da das Modell nur noch schwer zu kontrollieren war. Doch alles ging glatt, Spielberg bescherte der Welt ein weiteres cineastisches Wunder – und Winston erhielt dafür seinen vierten Oscar.
Hier die traumatisch geniale Szene (mit diesen nervigen Kids) aus Jurassic Park, mit der eine völlig neue Ära der Erzählmöglichkeiten im Kino eingeläutet wurde:
Das Modell des Sauriers bestand meines Wissens jedoch nur aus Kopf und einem Fuß, der Rest ist Computerarbeit. Witziges Detail: Die Szene, in der der eine Mann vom Klo gepflückt wird (6:07), ist eigentlich unmöglich: Die Schnauze des (hier computeranimierten) Sauriers würde nie zwischen dessen Rücken und den Spülkasten passen. Hier wurde einfach ein bißchen getrickst und nur zweidimensional animiert, weil das im Kino ja eh keiner merkt – künstlerische Freiheit.
Doch Winston, der sich als Creature Designer bezeichnete, nicht als Effektspezialisten, konnte nicht nur Saurier bauen. Auf seine Kappe gehen auch die Effekte bei Aliens (Oscar!), Predator, Terminator, Terminator 2 (Oscar! Oscar!), The Relic, Galaxy Quest, Lake Placid (“Ist das Ihr Freund?” – “Mir kam er größer vor”, eine wirklich gut gelungene deutsche Synchro, by the way), Big Fish und jüngst Iron Man. Ein Allroundtalent also, der die Anfänge von Ray Harryhausen perfektionierte.
Um es mal gemein auszudrücken: Analoge Effekte, deren Meister Stan Winston war, sind bis heute nicht totzukriegen. Der Meister selbst leider schon: Er starb im Alter von nur 62 Jahren vergangene Nacht an Knochenmarkkrebs. Für einen echten Kinofan ist sein Tod natürlich ein besonders schwerer Verlust. Möge er in Frieden ruhen.
Hier noch ein Link zu einem Fotoband über die Arbeit von Stan Winston. Ich habe das Buch mal durchgeblättert, glaube ich, aber kann keinen detaillierten Bericht geben.
Foto ohne Erlaubnis entliehen von Quint, Aintitcool.com, der es aber auch woanders her zu haben scheint.
Bitte nicht verklagen.
Wie der Hollywood Reporter meldet, ist heute Nacht Sydney Pollack 73-jährig verstorben. Der Regisseur von Tootsie, Three Days of the Condor und The Firm erhielt sechs Oscar-Nominierungen und gewann zwei, für Out of Africa. Als Produzent und Schauspieler (Michael Clayton) war er ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt.
Der als Darsteller überlebensgroßer Charaktere wie “Ben Hur” oder Moses in “Die 10 Gebote” bekannt gewordene Charlton Heston ist gestern im Alter von 84 Jahren in seinem Haus in Beverly Hills verstorben. Eine offizielle Todesursache wurde von den Behörden nicht veröffentlicht, allerdings litt Heston schon seit einigen Jahren an diversen durch Alzheimer bedingten Beschwerden.
Auch wenn die amerikanische Ikone in den letzten Jahren immer wieder durch öffentliche Aktivitäten als Mitglied der “National Rifle Association” (deren Präsident er für einige Jahre war) negative Schlagzeilen gemacht hat, wird er dennoch als einer der herausragenden Schauspieler des vergangenen Jahrhunderts in Erinnerung bleiben.
With great sadness I would like to announce that, Arthur C. Clarke, a visionary science fiction writer who won worldwide acclaim with more than 100 books on space, science and the future, died Wednesday in his adopted home of Sri Lanka, an aide said. He was 90.
Clarke, who had battled debilitating post-polio syndrome since the 1960s and sometimes used a wheelchair, died at 1:30 a.m. after suffering breathing problems.
I had the privilege of visiting him a week ago at the hospital with Michael Snowden.
My thoughts go out to everyone here that has been inspired by his
works as much as I have.
Please check the official media statement at http://thilinaheenatigala.blogspot.com
Thilina Heenatigala
General Secretary
Sri Lanka Astronomical Association
Mit großer Bestürzung habe ich eben gelesen, daß Roy Scheider gestern verstorben ist. Er wurde 75 Jahre alt. Die Rolle, in der ihn wohl die meisten kennen, ist der Sheriff Martin Brody aus Jaws. Doch Scheider war (unter anderem) auch in French Connection, im Marathon-Mann, 2010, dem Russland-Haus und dem Rainmaker zu sehen. (IMDb News, Google News)