Archiv für die Kategorie: “Verstorbene”

Oh, wie schmerzlich ist es doch zu hören, dass Dan O’Bannon gestern “nach kurzer Krankheit” verstorben ist. Er ist dem Mann von der Straße natürlich eher kein Begriff, doch in Hollywood hat er seine Marke als Drehbuchautor für alle Zeiten hinterlassen. Aus seiner Feder stammen Science Fiction-Klassiker wie Dark Star, Alien und die Dick-Adaption von Total Recall. (Wikipedia)

Allein sein Name war uns jungen VHS-Cineasten schon in der Schulzeit eingängig, ungefähr so wie das melodiöse Team Menahem Yoram und Yoram Globus, der Effektspezialist Dennis Muren, Puppenfachmann Stan Winston oder Peter Jackson (den heute ja jeder kennt). Leute wie O’Bannon waren unsere Chuck Norris, unsere Bruce Lee, sagenumwobene lebende Legenden des Films. Natürlich hatten wir keine Ahnung, was diese Leute tatsächlich so getrieben haben, wir mussten ja noch Filmbücher kaufen und lesen, um was zu erfahren. (Kennt hier jemand noch die Filmland Presse aus München? Da hab ich mal gejobbt. Dann haben sie zugemacht.) Mythen und Legenden rankten sich um jedes bisschen Freakfutter, so wie die hartnäckige Behauptung, dass in Tunesien noch echte Kulissen des Star Wars-Drehs aus den 1970ern stehen (und der Name Tatooine von einem dortigen Ortsnamen abgeleitet ist).

Nun ist Dan O’Bannon tot, und ich weiß nur, dass ich eigentlich nicht wirklich etwas weiß über ihn.

Und außerdem musste am gestrigen 17. Dezember auch noch der Hund einer alten, guten Freundin eingeschläfert werden. Ich kannte ihn die vollen 17 Jahre seines Lebens. Der Verlust schmerzt sehr, doch mich hat er nie besonders leiden können. Hat mich immer angebellt und angeknurrt. Meinen Respekt in Sachen Frauchen-Schutz hat er sich schon lang verdient.

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Mit Bestürzung habe ich über einen Kollegen erfahren, dass nicht nur Patrick Swayze, sondern auch Henry Gibson verstorben ist (Google News, Bildersuche). Henry Gibson war einer der vielen Schauspieler, die jedermann irgendwie kannte, die aber in keinem Film wiklich die erste Geige spielten, so wie zum Beispiel auch Judge Reinhold oder Jeffrey Jones. Sein Tod ist denkbar unerkannt vorübergegangen, nachdem sich alle natürlich auf den größeren Star gestürzt haben. Wie man weiß, sterben Celebrities ja immer mindestens paarweise.

Henry Gibson war klein und hatte ein markantes Gesicht. Besonders hübsch kann man ihn nicht unbedingt nennen, doch er hatte das gewisse Etwas, das es eben für die Leinwand braucht, eine Präsenz. Man erinnert sich an ihn durch seine Rollen nicht nur in

  • Blues Brothers (Obernazi)
  • Inner Space (Chef von Martin Short im Supermarkt)
  • The ‘burbs (Der mysteriöse Nachbar, von dem keiner weiß, ob er nun Leichen im Garten vergräbt oder nicht. Auch spielt da ein Typ mit, von dem niemand wusste, ob es nun John Candy war oder auch nicht.)
  • und last,  but by far not least: 24 Folgen als jungfräulicher, 70-jähriger Richter, der noch bei seiner Mutter lebt, in Boston Legal

Möge er in Frieden ruhen, der gute alte Henry Gibson.

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Oh nein! John Hughes, Regisseur von Kleinigkeiten wie Ferris macht Blau, The Breakfast Club oder Planes, Trains & Automobiles, ist an einem Herzinfarkt gestorben. In späteren Jahren konzentrierte er sich mehr auf die Produktion und das Schreiben, so stammen zum Beispiel Maid in Manhattan und Drillbit Taylor aus seiner Feder.

Nachtrag: Hier eine Montage der besten Szenen seiner Filme.

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Der Hollywoor Reporter vermeldete am 26. Juni in seinem Newsletter:

Newsletter mit reißerischer ÜberschriftABC’s Fawcett coverage tops Jackson news specials

And the big ratings draw amid all the Michael Jackson news specials Thursday night was … Farrah Fawcett. With coverage of the singer’s passing generating mass coverage on the cable news networks and online, ABC’s Barbara Walters special on Fawcett was the highest-rated news show on broadcast last night.

Im entsprechenden Artikel hieß es dann:

ABC’s Fawcett coverage leads Jackson news specials

und

ABC’s Barbara Walters special on Fawcett was the highest-rated and most-watched news show on broadcast last night, placing second in the adult demo only to Fox’s usual Thursday winner “So You Think You Can Dance.”

Der Artikel vermeldet zwar nur sachlich die gemessenen Einschaltquoten, doch scheint mir die Überschrift ein wenig reißerisch. Denn was hier aussieht wie ein mehr als makaberes Zombie-Rennen zwischen Michael Jackson und Farrah Fawcett, ist meines Erachtens nach nur eine statistische Korrelation:

Bei Farrah Fawcett wurde bereits 2006 Darmkrebs diagnostiziert, ihr Kampf gegen die Krankheit verlief im Lichte der Öffentlichkeit. Michael Jackson dahingegen wurde, mit Verlaub, vom Schicksal aus heiterem Himmel niedergestreckt, was wirklich niemand kommen sah. Kein Wunder also, dass die Sender für den (bei Krebs meist garantierten) Fall des Ablebens von Farrah Fawcett entsprechende Nachrufe und Specials vorbereitet hatten und nur noch spontan ausstrahlen mussten. Ebenfalls kein Wunder, dass die Nachrichten rund um Michael Jacksons Ableben eher so aussahen (Berichterstattung bei Promis) und von Musikvideos und hastig zusammengeschnittenen “News Pieces” unterfüttert wurden.

Durch die fehlenden Jackson-Inhalte ist natürlich klar, dass der Zuschauer an diesem bewegten 25. Juni 2009 früher oder später kapiert hat, dass der King of Pop tot ist und dass wohl keine weiteren Entwicklungen bei der Liveberichterstattung zu erwarten sind. Also kann man auch das Fawcett-Special mit Barbara Walters anschauen, dass um 20 Uhr pazifischer Zeit ausgestrahlt wurde. Fawcett verstarb um halb zehn am Vormittag, Michael Jackson wurde um 14:26 Uhr für tot erklärt.

ABC hatte also rund zehn Stunden Zeit, das längst vorbereitete Special anzukündigen, wohingegen die für die Einschaltquoten “konkurrierende” Berichterstattung zu Michael Jacksons Ableben für diesen Slot nur rund halb soviel Zeit hatte, überhaupt einen Beitrag aus dem Boden zu stampfen. Da dies natürlich nicht möglich ist, ist auch klar, warum die Einschaltquoten sich so verhalten.

Mittlerweile häufen sich die Skurrilitäten, so soll Goldesel Jackson angeblich von Gunther von Hagens plastiniert werden, außerdem zeigt sich einmal mehr, dass die Netzbevölkerung offenbar überwiegend einen skurrilen, Monty-Python-esken Humor hat. Hier ein animated GIF mit Farrah Fawcett, Ed McMahon, Heath Ledger und Michael Jackson, basierend auf dieser Szene aus Zoolander:

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Laut aktueller Meldungen (mehr später) ist soeben Michael Jackson im Alter von 50 Jahren verstorben.

Vor einigen Minuten twitterte Perez Hilton, dass Michael Jackson mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus gebracht worden ist. Nur wenig später bewahrheiteten sich die schlimmsten Befürchtungen. Seither macht die Meldung die Runde.

Trotz seines exsaltierten Lebensstils und der schrägen Biographie des Musikers gilt der King of Pop als wegweisender Künstler. Seine Alben Off the Wall, Thriller (das bestverkaufte Album aller Zeiten) und Bad dürften jedermann bekannt sein. Derzeit befand “Jacko” sich in einer finanziellen Krise. Doch eine noch nie dagewesene Serie von 50 Konzerten, die für dieses Jahr in London geplant waren, und bereits ausverkauft waren, sollten dies ändern. Allein das dürfte wieder ein Rekord sein.

Mit Michael Jackson geht ein nicht unumstrittenes Ausnahmetalent von uns, seine Werke werden auf ewig bleiben. Meine Erinnerungen an die Konzerte, die ich besucht habe, auch.

TMZ.comTagesanzeiger (Schweiz) – ORFGoogle News-Suche

Nachtrag: Aus dem Film Brüno, über den die deutsche Presse sich schriftlich verpflichten musste, vor einem gewissen Datum keine Meinung oder Kritik zu veröffentlichen, wurde spontan eine Szene herausgeschnitten. Mehr hier.

Noch ein Nachtrag: Der wohl definitivste Artikel zum Tode von Michael Jackson findet sich bei der Daily Mail in England.

Meine persönlichste Erinnerung an Michael Jackson dürfte dieses Video hier sein: Zwei der klatschenden Hände in der Menge gehören nämlich mir. Gedreht wurde das Video gegenüber vom Nachtwerk in einer alten Werkshalle. Der Freund von mir, der nach den Dreharbeiten ein wenig unter Aufsicht von Slash auf dessen Gitarre schrammeln durfte, sitzt mittlerweile im Rollstuhl. Makes you think.

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Wie ich von Torsten per Mail erfahren habe, ist Autor und Multitalent Michael Crichton gestorben. (THR, Spiegel, Ahoi Polloi) Crichton hat als Romanautor weltweite Berühmtheit erlangt. Sein bekanntestes Werk ist sicherlich Jurassic Park, dem er die wissenschaftliche Arbeit von Svante Pääbo zugrunde legte.

Ich hatte die Ehre, beide Männer zu treffen: Michael Crichton 1993 in Chicago, wo er mir ein Autogramm in das Taschenbuch zu Jurassic Park gab und auf meine Frage “Will there be a sequel?” mit einem empören “Nooo!” antwortete. Svante Pääbo 1996 in der LMU München, wo ich als Biologiestudent seinen Paläogenetik-Gastvortrag besuchte und eine Kommilitonin, in die ich damals ziemlich verschossen war, mitschleppte. Sie hatte ihren Hund dabei, der unter der Bank einschlief. Pääbos Englisch hatte einen dermaßen dicken Schwedisch-Akzent, dass im Grunde kein Wort der Veranstaltung zu verstehen war. Wir verloren bald die Lust und verließen den Hörsaal mit der Begründung, dass der Hund dringend Gassi gehen wolle, leider. Der Hund jedoch hatte so fest geschlafen, dass wir ihn, deutlich schlaftrunken und ziemlich desorientiert, an der Leine aus dem Saal zerren mussten, was unsere Ausrede ziemlich lahm aussehen ließ.

Nun ist Michael Crichton an Krebs gestorben. Wirklich traurig, seine Romane habe ich immer gern gelesen. Gerade vorhin (ich war bei Freunden, in einen Geburtstag reinfeiern), habe ich sein vorletztes Werk, State of Fear, im Regal stehen sehen und mich gefragt, wann wohl wieder ein neues von ihm erscheinen wird.

Next hatte ich schon völlig vergessen, was aber daran lag, dass ich auf State of Fear noch ziemlich sauer war. Die Aussage dort lautet nämlich im Grunde, dass der Klimawandel ein natürliches Phänomen ist und der Mensch im Grunde so weitermachen kann wie bisher. Ich hoffe zwar selbst, dass das so sein mag, aber es ist unverantwortlich, sich auf solchen Vermutungen auszuruhen. Auch wenn Crichton schreibt, dass es sich um ein Work of Fiction handele, bleiben beim durchschnittlichen Leser dann doch nur einige wenige Fakten hängen.

Nichtsdestotrotz ist Michael Crichton ein weiterer Krebstoter, den die Welt nicht braucht. Hoffen wir, dass die Forschung bald einen radikalen Durchbruch in diesem Bereich macht. In der Gentechnik liegt nicht nur Schlechtes. Und möge er in Frieden ruhen.

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Am Samstag früh ist ein sehr lieber Kollege gestorben. Am Donnerstag war er noch in der PV zu The Women. Er war zwar keine vierzig mehr, aber noch weit entfernt von einem Alter, in dem ein Ableben nicht mehr als überraschend empfunden wird.

Er wird vermisst werden.

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Hollywoodlegende Paul Newman ist an Krebs gestorben. Zuletzt war er noch in Cars zu hören, natürlich nur in der Originalfassung. Seine Karriere umfasste eine Unzahl von Klassikern, zu den bekanntesten dürften Butch Cassidy and the Sundance Kid, The Towering Inferno und The Color of Money gehören. Und Der Clou. Und Die Katze auf dem heißen Blechdach.

The Hollywood Reporter, Süddeutsche Zeitung, Stern, Wikipedia.de.

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Für mich völlig überraschend ist heute Bernie Mac mit nur 50 Jahren gestorben. Er litt offenar an Sarkoidose, was ich nicht ahnte, was aber angeblich mit der Todesursache Lungenentzündung nichts zu tun hat. Furchtbar. Seine Auftritte in Ocean’s Eleven und den Nachfolgern werde ich nie vergessen. Bernie Mac startete seine Filmkarriere nach einer Komikerkarriere erst 1992 mit Mo’ Money, dessen deutschen Titel ich hier nicht wiederzugeben wage. Wikipedia, Google News, Hollywood Reporter.

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Estelle Getty ist gestorben, nur drei Tage vor ihrem 85. Geburtstag. Ich bin selbst kein Fan der Golden Girls, aber Estelle Getty hatte einfach eine gewaltige Präsenz. Eine Präsenz, die über die Grenzen der Girls hinaus wirkte und über den Rand der Mattscheibe, hatte man nur eine Szene mit ihr gesehen. In Kombination mit ihrer markanten Synchronstimme Barbara Ratthey (wäre doch vielleicht auch eine gute Marge Simpson geworden?) gibt es nur wenige “Typen” im Fernsehen, die derart einprägsam rüberkommen. Die kleine, energische Oma der Golden Girls mit der schnarrenden Stimme steht einem Arnold Schwarzenegger mit seinem “I’ll be back” in nichts nach.

Bei meiner Minimalrecherche für diesen Beitrag (es ist immerhin schon halb zwei früh und ich arbeite zudem bereits am nächsten Beitrag) habe ich außerdem festgestellt, dass ihre Karriere offenbar erst 1978 begann, sie also bereits 55 Jahre alt war. Es gibt also noch Chancen jenseits der 30, für jedermann. Möge sie in Frieden ruhen.

Wikipedia, DListed, Google News. Bloopers bei YouTube.

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