Archiv für die Kategorie: “TV”

Über Twitter wurde ich darauf aufmerksam, dass ein seltsamer Zufall sich gerade beim ZDF abgespielt hatte: Die Ausstrahlung der Heute Show [18.3.2011, 22:30, ZDF] wurde jäh unterbrochen, kurz nachdem sich der prominente Gast, der allseits bekannte Komödiant Michael Mittermeier, mit deutlichen Worten über die “Atomfetischisten” ausgelassen hatte. Zum Beispiel antwortete Mittermeier auf die Frage “Was sind denn eigentlich Atomfetischisten? Das klingt krank!“:

Atomfetischisten kannte ich vorher auch nicht, also, ich weiß es nicht. Sind des Menschen, die nur wichsen können, wenn sie vorm Kernkraftwerk stehen? Ja, nur am Meiler abspritzen, solche Dinge, keine Ahnung. Frauen, die nur mit plutonium(s)getriebenen Dildos arbeiten können, hä? Na, Herr Söder, wie schaut des aus, so ‘Ich zeig’ Dir meinen Brennstab’ [lacht]?

und

Wenn’s die wirklich gibt, die Atomfetischisten, dann kommen die bald wieder. Na garantiert! Die mobilisieren sich doch jetzt schon, man merkt schon, wie sie jetzt schon wieder rum-… [wilde Gesten und Gemurmel, das verdeutlichen soll, wie die Atomfetischisten sich hinter den Kulissen neu formieren]. Also, ich glaube ja– [in die Kamera] Liebe Atomfetischisten, was ist los? Jetzt könnt’s Ihr demonstrieren, macht’s a Pro-Atomkraft-Demo, jetzt ist die Zeit, ha! Und singt Eure Lieder– [zum Moderator] Mann, die werden wahrscheinlich geil, das sind ja so geile, versaute Lieder– ‘Uran, Uran, das macht mich ja so an’ (oder) [sich mit einer Hand die Brust kreisförmig reibend] ‘Ich hab keine Angst vor’m Supergau, komm’ her, Du kleine verstrahlte Sau!

und

Moderator Oliver Welke: “Da waren jetzt fünf bis sieben Vokabeln dabei, die im ZDF viel zu selten fallen, wenn Sie mich fragen, meine Damen und Herren–

Mittermeier: “Einmal ‘Wichsen’ müssen wir abziehen–

Moderator Oliver Welke: “– da hätte man gesagt ‘Einmal Wichsen müss’ mer obzieh’n, des is–

An dieser Stelle bricht die Sendung jäh ab, es folgt schwarz. Nach 14 Sekunden folgt ein Teaser für “Aspekte”, dann Werbung für “Terra X”.

Auf Twitter gingen sogleich die Alarmglocken an [Die Suchfunktion auf Twitter ist derart langsam und unbequem, dass es de facto unmöglich ist, alleTweets mit "heuteshow" der letzten zwei Stunden auf einmal darzustellen, daher kann ich leider kein PDF zum Thema liefern], die Spekulationen überschlugen sich, und auf YouTube steht die entsprechende Stelle der Sendung (siehe unten).

Das ZDF twitterte bald eine Begründung für den Abbruch (menschliches Versagen) und kündigte die Wiederholung der Sendung an. Zu diesem Zeitpunkt ist in der Mediathek des ZDF jedoch nur die abgebrochene Sendung abrufbar [stimmt nicht mehr, nun ist die Sendung komplett online]. Was nun wirklich passiert ist und wieso die Sendung ausgerechnet bei einer derart deftigen Sprachwahl des Gastes abbrach, werden wir wohl nie erfahren.

[Dieser Blogeintrag wäre bestimmt eine Stunde früher online gegangen, wenn die Technik mitgespielt hätte. Jetzt ist er schon nicht mehr aktuell.]

Nachtrag: Die Sichtung der entsprechenden Stelle in der Mediathek ergibt, dass Oliver Welke nach der Stelle, an der zuvor abgebrochen wurde, nach nur einem (nicht weiter bewegenden) Satz direkt zur Verabschiedung übergeht. Es darf also davon ausgegangen werden, dass es sich nur um einen unglücklichen Zufall und somit um Netzpanik handelte.

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Am gestrigen Samstag Abend zeigte RTL zur Prime Time The Librarian: The Curse of the Judas Chalice, einen augenscheinlich im Fahrwasser von Indiana Jones angesiedelten TV-Abenteuerfilm, diesmal mit einem Bibliothekar und irgendwelchen Vampirgeschichten, für mich nicht weiter von Interesse. Bis mich folgende Mail eines Freundes mit dem Betreff “Aua aua” erreichte:

Nicht zu fassen, ich habe zuerst gedacht, es sei nur ein Fehler in der Programmzeitschrift. Aber nein: Groß angekündigt auf RTL und in allen Zeitungen und Online-Fernsehprogrammen brav abgetippt — “The Quest — Der Fluch des Judaskelch”. Des Kelch?? So wie: Das Haus des Mann? Der Name meines Vater? Des Pudel Kern? Habe ich da was nicht mitbekommen und die Deklination von Substantiven ist durch eine Zuschauerabstimmung von RTL endgültig abeschafft worden? Ich packs nicht … Dass das mal ein RTL-Redakteur nicht checkt – geschenkt. Aber das es ALLE widerspruchslos abschreiben, das kann doch echt nicht sein. Noch besser: In der IMDB steht der Film als “Der Fluch des Judas Kelch” (Anm.: hier). Muss aber wild geflucht haben, der gute Herr Kelch, wenn man darüber gleich einen Film drehen konnte :-)

Tatsächlich, der Mann hat Recht. Und die Angelegenheit ist nicht nur ihm aufgefallen. Der Film scheint als DVD so auf den deutschen Markt gekommen zu sein, und vom offiziellen (aber falschen) Titel wurde nicht mehr abgewichen.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um irgendein Wortspiel wie zum Beispiel bei Titeln wie Of Moose and Men, Biss zum Morgengrauen oder Salami Aleikum. Nein, “des Kelch” ist schlicht und einfach falsch, die korrekte Deklination lautet “des Kelches”. Grundsätzlich mündige Redakteure verstecken sich in solchen Fällen meist hinter der PAL-Regel aus dem Anhalter: Sie können nicht sehen, was sie nicht sehen wollen.

Das Problem ist symptomatisch für die gesamte deutsche Filmwirtschaft: Korrekte Rechtschreibung, Grammatik oder auch Wortwahl scheint in den Medien in zunehmendem Maße als optional zu gelten, insbesondere bei der Synchronisation von Filmen. Hierzu siehe “falsche Freunde“, diese Fettnäpfchen werden üblicherweise in großer Zahl mitgenommen, wenn Filme eingedeutscht werden.

Ein besonders gängiges Beispiel für so einen Fehler findet sich in Untertiteln. Bekommt der Zuschauer dort eine Rückblende vorgesetzt, steht meist unter dem Bild “Drei Jahre früher”, was aus “three years earlier” korrekt übersetzt wurde, sofern man die Worte ohne Zusammenhang übersetzt. Doch das wirklich korrekte Deutsch für “three years earlier” lautet “Drei Jahre zuvor”. Das weiß scheinbar nur jeder zehnte Untertitel-Autor, und das ist schade.

Nachdem es die massiven Fehler von Double Facepalm-Qualität nun auch schon in die Filmtitel geschafft haben, bleibt also nur noch offen, wann der Untergang des Abendlandes denn nun endlich besiegelt ist.

Double Facepalm

PS: Rechts im Bild übrigens ausgerechnet der Regisseur des Meisterwerks.

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Schon oft habe ich mich, öffentlich oder nicht, über schlechte Drehbücher aufgeregt. Überdurchschnittlich oft, so mein subjektiver Eindruck, kommen gestelzte Dialoge voller Redundanz in deutschen Produktionen vor.

Ein Kollege, mit dem ich das mal bei einem gemütlichen Mittagessen diskutierte, wies darauf hin, dass es hierzulande oft Einzelkämpfer sind, die das Drehbuch zu einer Produktion verfassen, während in Hollywood entweder Teams schreiben oder die Bücher auf Herz und Nieren geprüft werden, bevor überhaupt daran gedacht werden kann, sie in Produktion gehen zu lassen.

Das leuchtet ein. Bei uns schreibt obendrein der Regisseur oft selbst, und niemand traut sich, ihm zu sagen, wenn eine Szene Mist ist – oder vermag dies überhaupt zu erkennen. Beim Dreh ist es dann bereits zu spät, und – das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen – herrscht am Set nicht selten ein eitles Kompetenzgerangel unter lauter Pfauen und Gecken, die sich in ihrem Arbeitsbereich von absolut niemandem in die Suppe spucken lassen wollen. Hat man eine bessere Idee, ist aber nur der kleine Assistent, hat man das Maul zu halten und von den Großen zu lernen, selbst, wenn man in einer Sache sogar Recht hätte.

Letzten Sonntag habe ich dem Tatort eine neuerliche Chance gegeben, nun bin ich immer noch damit beschäftigt, meine Zehennägel wieder zu entrollen. Es ist leider ein absoluter Graus, was hierzulande als drehfähiger Dialog durchgeht. Ich hätte diese Unsitte gern “Erklär-TV” genannt, doch viel besser ist die Wortwahl David Mamets, der in seinem mehr als lesenswerten Rundbrief an die Drehbuchautoren von The Unit diese ganzen unnötig detailreichen Dialogszenen schlicht und einfach, und dabei umso treffender als “Hörspiel” bezeichnet.

Recht hat der Mann: die meisten Dialoge in deutschen Produktionen kommen voll und ganz ohne das dazugehörige Bild aus. Das mag z.B. bei Soaps (*schauder*) volle Absicht sein, wenn man die noch neben der Hausarbeit verfolgen können soll. Aber wenn auch Vorzeigeprojekte wie Tatort, die ja nicht nur mit auch meinen Gebühren entstehen, sondern auch noch das Aushängeschild für die Fähigkeiten der deutschen Medienlandschaft im Ausland sein sollen, ebenfalls dermaßen idiotensicher inszeniert werden, dann stimmt doch etwas nicht mit unserer Medienlandschaft.

Ich habe eine Szene des letzten Tatorts innerhalb weniger Minuten dramatisch verbessert (in meinen Augen zumindest), indem ich nur die Dialoge ein wenig umgeschrieben und als Untertitel eingesetzt habe. Kaum vorstellbar, was qualitativ noch alles möglich wäre, wenn man das, ordentlich koordiniert und ohne persönliche Animositäten, vor dem Dreh gemacht hätte und dann auch noch eine Inszenierungsqualität gewählt hätte, die nicht dem Takt einer Kaffeefahrt entspricht!

Hier die genannte Szene aus dem Tatort “Kaltes Herz”, bitte beim Ansehen die Anmerkungen aktivieren bzw. aktiviert lassen:

Nun holpert die Angelegenheit ja auch mit meinen Änderungen noch gewaltig, zum Beispiel wollten der Autor den Beamten vom Jugendamt ja sicher bewusst die Beamtensprache in den Mund legen. Da bedarf es natürlich des entsprechenden Kolorits, doch reden Beamte meiner Erfahrung nach nur selten so wie ihre Schriftstücke. Ich kenne bei Beamten eher Depression oder Galgenhumor über die Altbackenheit des Apparatus und die Entfernung der Pension.

In der Szene steckt keine Emotion, und nur wenig “Drive”. Wer obigen Rundbrief von David Mamet gelesen hat und sonst keine Vorbildung in Sachen Dramaturgie hat, wird verstehen, was ich meine. Die Szene plätschert belanglos dahin, die vermittelten Informationen treiben die Handlung nicht gerade aggressiv voran.

Anstelle des hier bisher zu findenden Beispiels einer perfekten Dialogszene aus Pulp Fiction nun stattdessen, wie in den Kommentaren erbeten, ein Beispiel aus CSI Miami. Auch hier handelt es sich um eine Krimiserie fürs TV mit polizeilichen Ermittlern und so weiter, daher fällt der Vergleich mit Tatort wesentlich leichter und ist zugegebenermaßen fairer.

Ich denke, es ist eindeutig zu erkennen, dass CSI wesentlich flüssiger “läuft” als Tatort. Die Dialoge haben zwar bisweilen auch Hörspielcharakter, aber meiner Meinung nach weit nicht so aufdringlich, sondern wesentlich subtiler.

Ich denke, die Frage, ob es bei deutschen Produktionen noch Verbesserungspotential gibt, ist damit grundlegend beantwortet. Zumindest, was meine persönliche Meinung betrifft.

Danke an Klaus für den Hinweis auf den Rundbrief.

(Ich blogge zur Zeit fast gar nicht, weil ich mich nach meiner Fahrt nach Nürnberg gewaltig erkältet habe und seither mit einem Atemwegsinfekt ringe. Wenn die Husterei vorbei ist und ich gesund bin, werde ich frühlingshaft aufblühen. Das hoffe ich zumindest…)

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Nachdem die blutjunge Autorin Helene Hegemann sich erlaubt hat, in einem Buch einige Textpassagen ungefragt und ohne Quellenangabe von anderen Autoren zu übernehmen, und daraufhin bitter lernen musste, dass Abschreiben im Leben nicht dasselbe ist wie Abschreiben in der Schule, lockt nun ein scheinbar ähnlich gelagerter Fall die Entscheider der deutschen Zeitungsredaktionen.

Es geht um “Wortvogel” Torsten Dewi und den TV-Zweiteiler Hope. Die Biogrpahie der ersten Ärztin Münchens hat Torsten zusammen mit Katrin Tempel zu einem Drehbuch sowie einem Roman verarbeitet. (Videobeitrag dazu beim ZDF)

Nun gibt es da offenbar eine Historikerin, die ein Sachbuch zum Thema geschrieben hat, das auch von Tempel und Dewi zur Recherche benutzt wurde. Diese behauptet nun, die beiden Autoren hätten sich an ihrem Werk vergriffen. Das berichten jedenfalls die Medien, schreibt der Wortvogel.

Torsten Dewi hat verständlicherweise ein Problem damit, dass nun auch seriöse Blätter Plagiatsvorwürfe drucken, und das ohne detaillierte Recherche. Der Anlass ist offenbar, dass die ganze Nation ohnehin schon schwer geschockt ist, weil eine 17-jährige beim Abschreiben erwischt wurde, und nun ein zweiter “Skandal” ans Licht kommt.

Doch ganz so einfach ist die Angelegenheit nicht, und Torsten berichtet in seinem Blog eingehend über seine Seite der Geschichte. Für mich ist seine Argumentation wasserdicht, was dem Skandal den Boden unter den Füßen wegziehen dürfte. Ich empfehle daher jedem, Torstens Stellungnahme zu den Plagiatsvorwürfen zu lesen und sich selbst ein Bild zu machen.

Ich gebe offen zu: Ich habe weder den Film gesehen, noch das Buch gelesen, noch das Sachbuch der Historikerin durchstöbert, noch einen Zeitungsartikel zum Thema gelesen – ich bin gänzlich unbeleckt. Ich darf mir kein Urteil erlauben, wohl aber eine Meinung. Und derzufolge wird es wohl genauso laufen wie beim Tannöd-Prozess, denn historische Tatsachen sind urheberrechtlich nicht schützbar.

Nachtrag: Sapperlot, H. Hegemann wurde exakt heute volljährig. So ein Zufall!

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Ich habe vorhin eine Liste von “11 Dirty TV Moments That Slipped Past The Censors” gefunden und mich gefragt, was das wohl für ein Schweinkram ist, den eifrige Amerikaner (das nimmt man zumindest an) da zusammengetragen haben. Nipplegate hat ja gezeigt, was für ein Problem das prüde Amerika mit der natürlichsten Sache der Welt hat, also ist so eine Liste natürlich möglicherweise “juicy”.

Leider verhält es sich genau gegenteilig. Was den US-Zensoren da “entgangen” ist, ist absolut harmlos. Umso skurriler ist es für uns Europäer, sich diese pesudo-anrüchigen Szenen und Ausschnitte anzusehen. Bei uns läuft härteres im Nachmittagsprogramm, und die gelisteten Szenen zu schneiden, wäre nichtmal dem Papst eingefallen. Das mag aber auch daran liegen, dass beim Übersetzen zwei Drittel mal wieder nicht verstanden wurden…

PS: Ebenso lächerlich finde ich die Aufbauschung des zugegebenermaßen geschmacklosen, aber dennoch völlig belanglosen rape joke.

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Dieser nette Ausschnitt aus Jimmy Kimmel Live ist zwar lustig, zeigt aber ein klassisches Problem der Medien auf: Die unterschwellige Wahrnehmung der scheinbar neutralen Berichterstattung beim Empfänger.

Dem Zuschauer kommt es so vor, als fände Gouverneur Schwarzenegger in jedem abgebrannten Haus tatsächlich stets Hanteln, was bei ihm den Eindruck erweckt, die Affinität des früheren Bodybuilders zu diesem Sportgerät wäre so stark wie die eines Lawinenhundes zu einem Verschütteten.

Doch nur wenige (siehe auch die Kommentare bei YouTube) dürften sich darüber im klaren sein, dass jeder Cutter in den Fernsehstudios aus all dem gedrehten Material natürlich fast automatisch die eine Szene wählt, in der Arnold, der ehemalige Mr. Universum, nach den Hanteln greift. Haha, wie lustig. Und natürlich lässt sich nachher über die Berichterstattung witzig berichten. Dass diese ergo aber nicht neutral ist, und vielleicht der eine oder andere Assistent vorab die verkohlte Hantel aus den Trümmern dem hohen Besuch sogar praktisch in den Weg gelegt hat, um den Schuss erst zu ermöglichen, realisieren wohl die wenigsten.

Andererseits ist es natürlich auch möglich, dass das einzige, was bei einem Hausbrand in den USA übrig bleibt, der Hantelständer ist. Der Rest ist ja meist aus Holz und Papier, bis auf die Badewanne vielleicht.

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Die Freude, dass Futurama fortgesetzt werden soll, war groß. Leider läuft offenbar nicht alles so, wie es sollte, denn es werden neue Stimmen gesucht. Dabei ist Futurama nur durch die Stimmtalente der ursprünglichen Besetzung so charmant. Keine Chance, einen Professor Farnsworth mit völlig neu intoniertem “Good news, everyone!” kann ich mir einfach nicht vorstellen. Hoffentlich ist das nur eine Taktik der Produzenten, die Gagenforderungen der ursprünglichen Besetzung zu drücken. Die Nachricht geistert nun ja schon einige Tage durchs Netz. Hoffen wir!

Leider hab ich den Blogpost mit der offiziellen Ankündigung und der Adresse des Verantwortlichen (Petition?) verschmissen. Wenn die einer findet, nur immer her damit. Und hier ist er schon. Danke an mich selbst und ein bißchen Google!

Nachtrag vom 2.8.: Problem gelöst, die alten Sprecher bleiben uns erhalten! Puh!

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Gerade in einer Werbepause gesehen: ProSieben hat eine neue Show, in der sich mal wieder irgendwelche Zivilisten zum Affen machen (was mich ja schonmal gleich gar nicht interessiert). Diese Show heißt “Mascerade”, dann kommt wieder so ein typisch deutscher pseudopfiffiger Untertitel mit Bindestrich, den ich schon wieder vergessen habe.

2009-05-08-mascerade-auf-prosiebenDer Sprecher im Trailer bewarb Mascerade im englischen Tonfall, Anglizismen sind ja so supermodern. Doch wieso wird die Sendung dann mit c geschrieben? Auf englisch heißt die deutsche “Maskerade” ja “Masquerade“, mit qu also. Laut Duden gibt es noch die spanische mascarada und die französische mascarade sowie noch die italienische mascarata – doch mit e hinter dem c gibt es nichts. Nur die Sendung von ProSieben.

Was soll das? Echte Vorteile außer dem Wortmarkenschutz kann ich für diese Eigenkreation nicht erkennen, und der größte Nachteil liegt klar auf der Hand: Galoppierende Volksverdummung. Unser Sprachraum ist schon voll genug von falsch verstandenen Redensarten (“Mund-zu-Mund-Propaganda“, “Gratwanderung am Rande der Legalität“), nicht verstandenen Bedeutungen (hermetisch abgeriegelter Tatort), Neologismen (unkaputtbar) und nicht erst seit eben kommen auch noch falsche (oft laienhafte) Übersetzungen und Denglisch-Katastrophen dazu. Ein hervorragendes Beispiel ist zum Beispiel der Titel der Komödie The Ref, der hierzulande als No Panic – Gute Geiseln sind selten in die Kinos kam.

Mal abgesehen davon, dass der “deutsche” Titel sowieso mal wieder stinkt, ist “No Panic” für sich alleine stehend jedoch völlig falsches Englisch für “Keine Panik”. Das heißt nämlich “Don’t panic”, eine indirekte Ansprache gibt es in diesem Fall im Englischen nicht.

Wo soll das hinführen? Wenn so ein falsches Englisch gewollt ist, wieso? Und wenn nicht, wie kann es dann passieren, dass eine Show-Idee vom ersten Hirnfurz bis zur Ausstrahlung an hunderten von fähigen Medienmachern vorbeikommt, durch zig Besprechungen und Meetings gezerrt wird, über sprichwörtlich tausende von Schreibtischen geht, vom Vorstand abgenickt wird – und keiner kann richtig Englisch? Sind denn nicht mal wenigstens irgendeinem Praktikanten die Kringel unter dem Wort aufgefallen, die Word, Outlook oder sämtliche andere Softwares machen, wenn sie ein Wort nicht kennen? Wie unendlich peinlich ist das denn schon wieder?

Eines sollte ich noch klarstellen: Ich habe nichts gegen Fremdworte und Eindeutschungen. Ich sitze am Computer und recherchiere im Internet, wo ich meinen Fotoapparat endlich recyceln kann. Auch habe ich kein Problem mit Sprachgags wie Los Wochos. Auch die Verwendung von fremdsprachigen Titeln in den Medien stört mich nicht, nein, ich bevorzuge sogar die exotischen Ausdrücke und Originaltitel, von Tutti Frutti bis Star Trek. Doch was mich ärgert, sind Verfälschungen wie diese und hunderte andere, die keinen neuen Sinn ergeben.

Ich hoffe wirklich, dass sich mal jemand von den Verantwortlichen hier äußert, wieso die Sendung absichtlich falsch benannt wurde. Und ich will einen richtig guten Grund hören, den auch Konrad Duden akzeptieren würde. Und dass mir keiner behauptet, die Zielgruppe der Sendung hätte das q (bzw. das qu) nicht kapiert.

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Nur schnell am Rande: Heute geht das Dokfest München los, und heute Abend zur Primetime gibt’s auf Kabel1 “Beam Me Up – die große Star Trek Show”. Normalerweise hätte ich auf die nicht hingewiesen, aber in diesem Fall mach ich eine Ausnahme: Ein ehemaliger Studienkollege hat dorten am Script mitgeschrieben, und ich bin sehr gespannt, ob’s mir gefallen wird.

Und damit nicht alles strohtrocken war, hier noch die 100 besten Filmzitate in 200 Sekunden:

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Eins, Zwei, Drei auf 3satHeute habe ich gesehen, dass 3sat den absolut genialen Billy Wilder-Klassiker Eins, Zwei, Drei zeigt, der übrigens zum Teil in Geiselgasteig gedreht wurde (man hatte unverschämterweise in Berlin über Nacht eine Mauer durch den Drehort gebaut). Da 3sat keine Werbepausen nötig hat, entschloss ich mich, den Film aufzunehmen. Als ich das vordere und hintere Ende der Aufnahme trimmen wollte, fiel mir auf, dass 3sat eine völlig neue Methode etabliert hatte, in den Nachspann hinüberzuschalten.

Ursprünglich wurden Filme, wie es sich ja eigentlich gehört, in voller Länge und mit vollem Nachspann ausgestrahlt, auf so ziemlich jedem Sender. Dann wurde, zunächst auf den privaten Sendern, “nur” der Textnachspann abgeschnitten, oder das Bild mit den Credits rutschte in einen kleineren Rahmen, Teile des Nachspanns wurden als Text daneben eingeblendet – manchmal fragte man sich hierbei, wer denn für die Auswahl der genannten Personen verantwortlich war, denn oft wurden wichtige Personen weggelassen und eher unwichtige Gaffer und Best Boys genannt.

Doch nun hat 3sat eine neue, innovative und in meinen Augen absolut unpassende Methode entwickelt, um das Programm um weitere wertvolle Sekunden zu straffen: Im Falle von Eins, Zwei, Drei wurde einfach die letzte Einstellung (samt Endgag!) auf einem kleinen Studiofernseher gezeigt, über den die Moderatorin selbst den Film verfolgt.

Nicht nur, dass es kaum verwirrend und irritierend ist, wenn urplötzlich, mitten im Fluss der Handlung (wer den Film nicht kennt, weiß ja nicht, dass das Ende naht), in ein Studio geschaltet wird, nein, auch der schöne Gag ist hinüber, denn zu verstört ist das Gehirn des Zuschauers, der nach rund 90 Minuten Schwarzweißfilm plötzlich eine Moderatorin in Farbe von hinten sieht. Da denkt man sofort an eine Panne, und keinesfalls an einen sanften Übergang. Auch bei einem Farbfilm hätte mich irritiert, wenn ich plötzlich die Moderatorin im Bild gehabt hätte, anstatt dass Indiana Jones in den Sonnenuntergang reitet. Das ist ja, als wenn der Kellner den Tisch abräumt, obwohl alle noch beim Essen sind. Oder als wenn man im Bett …

Da kann die Anmoderation des nächsten Themas (Didi Hallervordens Vergangenheit als verhinderter Terrorist) noch so kess sein, die Pepsiflasche in der Hand der Moderatorin noch so passend: In! Die! Handlung! Eines! Films! Wird! Nicht! hineingeschnitten!! Und das erst recht nicht auf einem öffentlich-rechtlichem Sender! So eine Frechheit.

Die Aufnahme kann ich löschen – wahrscheinlich ist das auch noch im Sinne dieser Aktion, weil ich dann ja gezwungen bin, mir die DVD zu kaufen.

Da mag die TV-Technik noch so HD und Surround sein, solange die “Kreativen” bei den Sendern die Klassiker verstümmeln, ist mir das scheißegal wurscht. Möge Billy Wilders Geist höchstselbst aus seinem Grab im Westwood Memorial Park entsteigen, und den Verantwortlichen für diese Verunstaltung eines Klassikers (und wohl auch einiger anderer Filme auf 3sat) so lange heimsuchen, bis dieser wieder weiß, wo dessen Platz ist im Olymp des Films. Nämlich gar nicht. Also Ball flach halten und Film ungestört ausstrahlen, Ende der Durchsage.

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