Archiv für die Kategorie: “Tipp”

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Trouvaille im Netz

oder wie das heiße Eisen des Nazi-Propaganda-Filmes spannend und ohne Berührungsangst und ohne falsche Ehrfurcht behandelt werden kann.

Irre, grotesk, absurd, aberwitzig, wie Goebbels noch im letzten Kriegsjahr und unter Einbezug des erschwerten Lebens im bereits teilbombardierten Deutschland noch den ultimativen Propaganadfilm Das Leben geht weiter machen wollte, der eine filmische Wunderwaffe werden sollte.

Das erzählt Dieter Moor (auch konzeptionelle Mitarbeit) als Sprecher und Moderator in einer aufregenden Mischung aus fragmentarisch-illustrativem Reenactment von Szenen rund um die Produktion des Filmes, aus Archivmaterialien vom Krieg, Storyboard und Treatment, Ausschnitten von Hollywoodfilmen, die Goebbels heimlich zeigte und als Vorbilder nahm, aus Interviews von Beteiligten lange nach dem Krieg und aus der für Nazi-Propagandfilme nach wie vor gültigen Vorschrift, dass sie nur kommentiert gezeigt werden dürfen. So verlieren diese Filme schnell das Dämonische. Und Infektionsgefahr besteht schon gar nicht.

Carl Schmitt hat mit Mark Alan Cairns das Drehbuch nach dem Buch von Hans-Christoph Blumenberg verfasst. Mark Cairns hat die Regie geführt und der Film stammt aus dem Jahr 2002, wurde koproduziert von Arte (Redaktion Philippe Muller) und HR (Redaktion Wolfgang Vogel).

Er ist bei YouTube abrufbar, allerdings nicht in bester Bildqualität, aber die wache und zupackende Behandlung des Themas ist bestens erkenn- und genießbar, ein Dokumentarfilm der seltenen Art, der so ein schwieriges Thema so plastisch behandelt. Weil er den Fokus auf die Herstellung dieses letzten Propagandafilmes des Dritten Reiches konsequent beibehält, nebenbei die Kriegsgeschichte und den Wahnwitz ablaufen lässt.

Während der vorletzte Propagandafilm, der berüchtigte „Kolberg“, der in opulenten Farben und Bildern noch heute verblüfft, fertiggestellt worden ist und seine Premiere noch während der letzten Atemzüge des Dritten Reiches in Berlin erlebte (das Kino wurde wenig Tage später von Bomben zerstört, dem titelgebenden Kolberg ging es ähnlich unter den Panzern der Russen), mussten die Dreharbeiten zu Das Leben geht weiter unterbrochen werden, später wurden sie zu einem Fliegerhorst nach Lüneburg verlegt und kurz vor Schluss sind sie abgebrochen worden.

Was aus dem Filmmaterial passiert ist, das ist eine eigene abenteuerliche Geschichte und noch nicht gelöst. Es gab schon vorher den Versuch des Herstellungsleiters Ritter, das Material nach Garmisch-Partenkirchen zu retten (oder seine eigene Haut).

Zwei Größen des Deutschen Kinos spielen eine zentrale Rolle unter den Filmmenschen, die nicht geflohen sind und im Filmland weiter arbeiten konnten, weil sie sich mit den Nazis arrangiert hatten. Das waren Veit Harlan und sein Konkurrent Wolfgang Liebeneiner. Harlan hatte Kolberg gedreht – und hier wird erzählt, in einer Drehpause von Das Leben geht weiter habe Liebeneiner den Film gekürzt.

Beide haben den Krieg überlebt, beide haben keine ganz reine Weste (Liebeneiner: Ich klage an), sind aber entnazifiziert worden. Harlan kam in der jungen Bundesrepublik nicht wieder richtig auf die Füße. Liebeneiner dagegen konnte nach einer Phase von etwa 10 Jahren mit der Trapp-Familie als einem der größten deutschen Kinoerfolge nahtlos an seine Dritte-Reich-Karriere anknüpfen. Ihn hört man in einem Interview von 1979.

Das Prinzip der Moderation in nachgestellten Ruinenbildern, Kulissen und Ruinenkulissen von damals oder in ordentlichen Büros und der Moderator steht am Rande dieser Settings oder betritt sie sogar – es sind auch Darsteller stellvertretend für die damals Agierenden da, zuständig fürs Reenactment – , schafft auf eine exzellente Weise Nähe und Distanz zugleich zu den ominösen, unglaublichen Vorgängen und lässt diese lebendiger werden – ohne jeder Bedröppeltheit – als ein reiner Kathedervortrag, nimmt der Berührungsangst ihre hemmende Kraft, lässt keinen falschen Respekt oder falsche Bewunderung aufkommen.

Das hätten sich spätere Dritt-Reichs-Dokumentaristen durchaus zum Vorbild nehmen können, wenn man Prodoukte wie Hitler und die Kinder vom Obersalzberg vom BR oder Rüdiger Suchslands Hitlers Hollywood vergleicht, die beide lange nach diesem Film gemacht worden sind, aber offenbar davon wenig mitgekriegt haben.

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Ein eindrücklicher Film von Natalie Portman über den jungen Amos Oz und seine Fassungslosigkeit darüber, dass die Geschichte Israels vom ersten Tag an mit Blut und Krieg getränkt ist. Und wohl auch darüber, dass sich dabei bis heute nichts geändert hat. Siehe die Review von stefe.

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Zwei Filme, die zusammengehören wie ein paar Schuhe, die robust genug sind, in die unangenehmen, schlüpfrigen, schleimigen, schmierigen, schlecht beleumdeten Schattengefilde professioneller Humorerzeugung als Comedian oder Witzeerzähler hinabzusteigen.

ENTERTAINMENT
„Diese Witze reiße ich mir buchstäblich aus dem Herzen, um sie Euch vor Euren blöden Latz zu knallen“.

THE COMEDY
Junge Autoren versuchen, die Grenzen des Witzes und des guten Geschmackes auszuloten. Sie testen die Reality auf ihre Comedytauglichkeit. Sie recherchieren unter der Gürtellinie in den Gefilden von Sexismus und Rassismus. Und die Hobos, die Penner, „haben die saubersten Schwänze, weil …..“. Und vom lethalen Einfluss der „political correctness“ auf die Herstellung von Witzen.

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Dieses bayerische Eigen- und Skurrilgewächs (Staatskrise wegen angekündigten Bieselns) hat jedenfalls besser unterhalten als Zwangsgebührenfunktionärshirnkäse wie die Hindafing-Serie (Donau-Village, Schwarze Kassen, Wahlkämpfer), siehe Review von stefe.

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Dreisprung

In einer ausgeräumten Fabrikhalle macht Moderator Alexander Thamm mit seinen Gesprächspartnern einen gewaltigen Dreisprung von den Anfängen der Industrialisierung über die Digitalisierung bis zur (hoffentlich) humanen Arbeit von morgen.

Je ein Drittel einer halbstündigen Folge dieser Serie „Megatrends im Dialog“ (Buch und Regie: Werner Kiefer, Redaktion Daniel Schrenker nach Idee und Konzept von Werner Kiefer und Kristina Förtsch) ist für einen Hallenspaziergang mit je einem qualifizierten Gesprächspartner reserviert. Dabei sind an verschiedenen Stellen Bild- und Anschauungsmaterial vorbereitet. Als Abschnittsmaterial sind „Making-Of“-Bilder dazwischen geschnitten und es kann auch einen Voice-Over-Kommentar geben. Am Schluss halten Moderator und Regisseur eine kurze Manöverkritik.

Ralf Spicker, Kurator am Deutschen Museum, bringt einen Kurzabriss von der frühen Industrialisierung von Norm und Roboterhaftigkeit der Arbeit (Arbeit so gefährlich wie Krieg) über den Taylorismus (Optimierung und weitere Rationalisierung) bis zum Widerstand dagegen und Gründung der Gewerkschaften. Er führt mit dem Feilenhauer ein Beispiel für einen Beruf an, der durch die Industriealisierung überflüssig geworden ist.

Die Soziologin Sabine Pfeiffer befasst sich mit der aktuellen Zeitenwende, der Digitalisierung. In der Fabrik sitzt heute nur noch ein hochqualifizierter Facharbeiter und überwacht die Arbeit von Robotern. Pfeiffer spricht von den modernen Klick-Workern, die schlecht bezahlt sind und an die anonyme, hochentfremdete Arbeit in den Fabriken der Frühzeit der Industrialisierung erinnern. Von da schwenkt sie zum Thema bedinungsloses Grundeinkommen und der gerechten Verteilung der Gewinne im digitalen Zeitalter. Sie schätzt, Karl Marx würde wohl meinen, er habe in vielem Recht behalten.

Der Psychologe Markus Väth befasst sich mit dem Paradigmenwechsel im Hinblick auf den Stellenwert der Arbeit und referiert auf Frithjof Bergmann und die Vereinbarkeit von Humanismus, Arbeit und Lebensqualität im Hinblick auf die Arbeit von morgen, die Idee eines menschenfreundlichen Kapitalismus.

Ein ansprechendes und inspirierendes Sendeformat ganz im Sinne eines öffentlich-rechtlichen Rundfunkes, wobei einschränkend hinzugefügt werden muss, der natürlich auch fair finanziert werden sollte, nach einem Steuerprinzip und nicht nach dem Haushaltsprinzip, was einkommensschwache Haushalte schwer belastet und einkommensstarke Haushalte praktisch ungeschoren davon kommen lässt. Ein Thema, dessen sich gerade so ein Sendeformat annehmen sollte, wenn es denn eine gerechtere Gesellschaft auf dem Radar hat und nicht zuletzt im Hinblick auf ein Überleben des öffentlich-rechtlichen Rundfunkes selbst.

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Dieser Mann steht unter Dauer-Kreativstrom: der belgische Modeschöpfer Dries van Noten. Die Modewelt diktiert das mit dem Hunger nach ständig neuen Kollektionen, aber auch das Privatleben, die Villa, der Park, die Urlaubsreise bleiben davon nicht verschont. Die Doku von Rainer Holzemer lässt sich von diesem Strom mitreißen. Siehe Review von stefe.

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Jugend außer Rand und Band.

Larry Clark, der mit Mathieu Landais auch das Drehbuch geschrieben hat, beobachtet in Paris eine Clique Jugendlicher, die sich an einem Skate-Board-Platz in der Nähe der Seine treffen. Sie hängen rum, fahren Skateboard über einen am Boden liegenden Penner, rauchen, chatten, nehmen alles mit dem Handy auf. Wohin mit der erwachenden und überschüssigen Kraft und diesem Trieb, mit diesem Traum von wilder Liebe?

Atmosphärenfilm, der sich in der Sexsorglosigkeit heranwachsender Jugend ergeht, am Rande zu verstörend schön und ernüchternd. Und mit einer Kamera, die ran geht an die Sehnsüchte der Jugend, an den Jugendkörperbilderrausch, gezwungenermaßen mit stark pornographischem Einschlag. Der Film setzt sich auf die Spur dieser unbändigen Lust und der Lusterzeugung und nähert sich deren Details und überhaupt der Nachlässigkeit im Umgang mit dem Leben, dem maßlosen Drogen- und Alkkonsum in dieser heißen Zeit gemeinsamen Entdeckens der Sexwelt – und auch noch Geld verdienen damit, alles außer Rand und Band, keine Grenzen mehr … bis hin zur Eigentums- und Körperverletzung – und irgendwie doch tiefer Liebessehnsucht von JP zu Max.

Der Lärm der Jugend, die Aufgeregtheit, die Hyperaktivität … es blitzt doch ab und an die Einsamkeit durch … und dann noch ein Auto abfackeln …

Math (Lukas Ionesco) und JP (Hugo Behar-Thinières) sind Freunde, entdecken im Internet Escort-Portale und wie leicht sich so Geld verdienen lässt. Math bietet sich älteren Herren an und muss sich manches gefallen lasse, das zahlt sich in Bargeld aus. JP bietet sich älteren Frauen an. JP ist in Math verliebt, der jedoch nur gegen Geld schwul sei. Da schimmert Unglück durch.

Das einzige Mädel in der Clique ist Marie (Diane Rouxel). Auch sie möchte Sex und geliebt werden. Ist aber bei den Jungs nicht besonders erfolgreich. Sie scheint, wie die Modeschau gegen Ende des Filmes zeigt, aus der Haute Volée zu stammen. Sie verpfeift JP und verfolgt Math und setzt Kettenreaktionen von Unglück und Zerstörung in Gang.

Der Score deckt die Themen ab von „Selfish“ über „Public Enemey“, „Black and Blues“ bis „You are gonna miss me“ und „Touch me“.

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Über lässliche Sünden der Weißen (Atomtests und Plutoniumflocken im Haar). Dagegen fängt das Schicksal in der faszinierenden Person von River Phoenix an zuzuschlagen. Während der Dreharbeiten 1993 ist dieser „gentle and gifted actor“, so Regisseur Sluizer, gestorben. 2012 hat Sluizer, selber ernsthaft krank, den Film zu Ende montiert mit eingesprochenen Drehbuchauszügen nicht gedrehter Szenen. Ein eindrückliches Vermächtnis. Siehe Review von stefe

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„Mit lautem Temperament donnert diese Motorentragikomödie über die Leinwand, eine beherzte Bebilderung von zwei Positionen der Kontroll- und Rennfahrerphilosophie..“ Aus der Review von stefe. … und „reich angefüllt mit Aufnahmen vom Motorsportzirkus bis hin zum irregulären Italian Race“.

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Spannend und gespickt mit anekdotenhafter Backgroundinfo: die deutsche Filmgeschichte unter dem Aspekt der Westernproduktion durchkämmt. Das hat sich Reiner Boller vorgenommen und er berichtet der Reihe nach darüber. Leitfaden sind die Filme. Das Buch ist kein dröges Lexikon, vielmehr ist es auch eine reiche Dokumentation über das Abenteuer „Filmherstellung“ (zB: Unterwasseraufnahmen: Kamera in Holzkiste mit Glaswand).

Es ist auch ein Fundgrubenbuch: Namen (wobei allerdings ein Namensregister fehlt), Anekdoten, Planungen, Kommentare, Erfolge, Misserfolge, Eigenheiten, Eitelkeiten, Privilegien.

Es gibt kein Vorwort, keine Einleitung, keine Vorrede, schnörkellos westernhaft gehts gleich zu Sache mit Kapitel 1 über stumme Colt-Duelle an Rhein, Neckar und Isar.

Auf der hinteren Umschlagseite ist zu lesen, dass es sich hierbei um das umfassende Handbuch zum deutschen Western handelt und dass der Autor Reiner Boller jahrleang zum Thema recherchiert habe.

Die Anfänge bis zur Nazizeit werden knapp und kursorisch abgehandelt, der Einfluss der Europa-Tournee von Buffalo Bill auf die Western-Filmproduktion und dass der später berühmte Hollywood-Regisseur William Dieterle in der Pfalz mit Western-Filmen angefangen habe. Ausschnitte aus Berichten von Setbesuchen oder aus Filmkritiken verlebendigen den Eindruck.

Das Buch ist eine Sammlung, ein Kompendium von Fakten, autobiographischen Schilderungen (ZB Louis Trenker über den teils in Amerika gedrehten „Der Kaiser von Kalifornien“), zeitgenössischen Kritiken, aus Zitaten aus Fachzeitschriftten, Pressenotizen, Interviews, Besprechungsprotokollen, Minutenberichten, Interviews des Autors und Interviewzitaten, Sachstandmemos, Korrespondenzen, Aktennotizen, Tagesberichten, Firmenüberlegungen, Abrechnungen.

Nach den Texten über einzelne Filme (mit ausführlichen Angaben über die Credits) gibt es immer auch Ausschnitte aus Kritiken, Einzelvorstellungen wichtiger Darsteller oder Produzenten. Die Gliederung der Berichte über einzelne Filme kann so sein: Titel und Credits, Story, die Arbeit am Drehbuch, die weiteren Vorbereitungen, die Dreharbeiten, die Premiere, Western-Fazit, Auswahl aus zeitgenössischen Kritiken, Namen im deutschen Western (zB Michèle Girardon und versehen mit einem kleinen Foto). Und immer ein spezielles Augenmerk auf die Musik.

Es folgen einige Filme der Nazizeit in Richung Karl-May und Projekte, die in der Endphase des Dritten Reiches noch aufwändig geplant waren, so farbenprächtig und opulent wie „Münchhausen“ mit Hans Albers, die nicht mehr zu realisieren waren.

Die erste Phase nach dem Krieg. Hier dominierte der Heimatfilm; der Western wurde mehr als abgedeckt von Hollywoodproduktionen. Mit dem eigenen Western ging es in den 60er richtig los.

Besonders ausführlich, fast wie ein eigener Roman, sind die Schilderungen über die Herstellung der ersten großen Karl-May-Filme beginnend mit „Der Schatz im Silbersee“. Überlegungen am Anfang, Besetzung, Neukonzeption einer Rolle für Götz George, Details über die Kostümherstellung, über jugoslawische Kaskadeure, Zwischenfälle beim Drehen, die Idee des „boxoffice appeal“, ein von einem Pferd abgebissenes Ohr, Wendlandts Wunsch, keinesfalls Blut zu zeigen („jugendfrei“), bis hin zu Fahrkosten/Diäten-Aufzählungen oder dass Götz George beim Dreh ein Stück verlorene Jugend nachholen konnte, die Pracht des Cinemascope-Farbfilms und der Beitrag der Indianervereine, Kosten und Einspielergebnis oder die Message Winnetous „für Friede, Freiheit, Toleranz, Respekt gegenüber anderen Menschen und Religionen, Menschenrechte, Liebe“.

Merke: Horst Wendlandt hat staatliche Hilfe abgelehnt (ein für unsere Zeit ziemlich ungewöhnlicher Satz eines erfolgreichen Produzenten).

Vom Erfolg Wendlandts angestachelt, fängt auch Arthur „Atze“ Brauner mit Wildwestfilmen an. Ihm hat ein solcher in einer lebensgefährlichen Situation im Krieg das Leben gerettet, indem er im Bruchteil einer Sekunde so reagiert hat, wie er es im Western gesehen hatte. Wodurch sein Bezug zum Genre essentiell wurde. Allerdings verfügt er nur über die Rechte an den Karl-May-Stoffen, die nicht im Wilden Westen spielen, was zwar 80 % ausmacht, aber eben ohne die Winnetou/Old-Shatterhand-Paarung. Dafür produzierte er die Eddy-Constantine-Filme.

Die Konkurrenz zwischen Brauner mit „Der Schatz im Silbersee“ und „Pyramide des Sonnengottes“ gegen die Winnetou-Filme von Wendlandt belebten das Genre.

Aus Wien kamen die Produktionen der „Wiener Stadthalle“. Dann die vielen europäischen Koproduktionen bis zu den Spaghetti-Western mit und auch ohne deutsche Beteiligung.

Die hohe Zeit des deutschen Western war die erste Hälfte der 60er Jahre, nach dem Heimatfilm öffneten sie den Blick in die Ferne, zum Fremden; aber immer mit einem Hauch Romantik im Gegensatz zum harten amerikanischen Western.

Nach Abebben der deutschen und deutsch-europäischen Karl-May-Welle gab es noch viele italienische Western mit deutscher Kapital- und Castbeteiligung. Auch die DEFA hat im Zuge dieser Blüte einige Western gedreht, wobei es ideologische Vorbehalte zu beachten galt.

Die 70er Jahre. Der Neue Deutsche Film, Hark Bohm, Isarwestern, ZDF-Vierteiler, Peter Schamoni, mehr ein Northern, denn ein Western, …
Jack London löst Karl May als Inspirator ab („Jack London ist im Kino weit vom Erfolg der früheren Karl-May-Filme.“)

Das Buch streift auch den Lateinamerika-Amazonasfilm; und knapp wenige, neuere Filme wie Das finstere Tal, wobei der Münchner Autor Thomas Willmann Erwähnung verdient hätte, nach dessen Bestseller der Film gedreht worden ist, dann Gold oder Western von Valeska Griesbach.

Zitate.
Kräftige Bauernburschen sorgen auf freier Ackerfläche für gewagte Reiterrennen“.
Herr Pierre Brice hat Pferde bekommen, die ihn gebissen und abgeworfen haben“.
Ich behielt von Übungen (als besonderes Kennzeichen) einen Coltfinger zurück“ (Horst Frank)
In der Tat erwiesen sich die Hunde als gefährliche Gurgelspringer
Alfred Vohrer meinte, es würde ausreichen, wenn die Jugoslawen oder Italiener statt irgendeines Textes im Grunde nur zählen. Das taten sie dann auch“. (Elke Sommer)
Letztlich stammen die Mexiko-Koloritszenen aus Hans Domnicks Dokumentarfilm „Traumstraße der Welt“.
Die Goldmünzen, die am Ende des zweiten Films erscheinen, waren Kondome, die man so verpackte, dass sie wie Goldmünzen aussahen“ (Kelo Henderson).
Für neue Karl-May-Filme zahlen ausländische Kunden bis zum Zehnfachen eines US-Western.
Immer mehr kommt Routine in die Winnetou-Filmreihe.
9.35 Uhr, 1. Klappe. Die Einstellung ist nicht gelungen, da Herr Lange, der Pyrotechniker, die Rohre nicht gelegt hat wie besprochen.“ (Minutenbericht)
„..die halbe Westernstadt brannte ab, trotz Vorsichtsmaßnahmen.“ (Drehbericht).
Wenn ich bei Shakespeare wirklich gut werde – dann falle ich nie wieder für Karl May vom Pferd!“ (Götz George).
Der für seinen Geiz bekannte Arthur Brauner hat mich in diesen Filmen, wie auch noch in anderen, nicht versichtert.“ (Rik Battaglia)
Es ringot, gringot, roccot und djangot sich.“ (Film-Echo/Filmwoche)
Am Ende hievt Corbucci den Reißer schier ins biblische Mammon-Gleichnis: Pompös und grimmig schön.“ (Ponkie)

Das über 500 Seiten starke Buch ist zu bestellen über den Muehlbeyer-Verlag.

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