Archiv für die Kategorie: “Review”

Du hast mich tief berührt. Ich hätte alles getan, um dich zu retten.
„The Beautiful Kate Kaurate, Age 18 deserved so much better & died so young.
I was so moved by you, I would have done anything to save you.“

Diese im Anspann zitierten Sätze hat die Hauptfigur des Filmes, ein unbeschriebenes Blatt von talentiertem Autor, auf einer Parkbank als Widmung gefunden. Er sammelt zwei Arten von Texten. Das eine sind diese Dedikationen auf Parkbänken, die je eine Liebesgeschichte erahnen (oder literarisch erfinden) lassen; das andere sind die Absagen von Verlagen, mit denen der ambitionierte Nachwuchsschreiber zuhause eine Zimmerwand dekoriert, es werden ihrer immer mehr.

Zu vermuten, dass der Autor und Regisseur Victor Levin, der bisher vor allem als Produzent in Erscheinung getreten ist, damit durchaus eigenes Erleben in den Film einbringt, vielleicht Rückschau hält auf vergangene, jugendliche, dichterische Ambitionen, der Traum, gedruckt zu werden, in den Schaufenstern zu stehen oder im „New Yorker“, der Traum, bekannt und ein Name zu werden.

Wenn man nur das Rezept wüsste. Man müsste Geschichten erzählen, die die Leute mögen. Das sind die Ambitions-Parameter, mit denen Levin seinen Protagonisten ausstattet, Brian Bloom. Er wird dargestellt von einer High-Hope des Kinos, von Anton Yelchin, der eben im Juni bei einem Autounfall tödlich verunglückt ist; eine unerwartet tragische Komponente, die der Film so erhält.

Dabei setzt er auf Zukunft und Hoffnung. Es scheint, dass der junge Autor Brian Bloom ganz systematisch vorgeht im Erfinden seiner Geschichte, in der Erzählung.

Die Erstbegegnung mit Arielle, Bérénice Malohe, eine aparte Französin: sie steht rauchend auf der anderen Straßenseite. Er geht zu ihr rüber. Über Dialog wird sofort eine Affäre daraus mit strikten Regeln: immer nur von 5 – 7 dürfen sie sich treffen (im Carlyle-Hotel, im Kino, im Museum, am See oder in der Vinothek).

Die geheimnisvolle Arielle (zu deutsch: Meerjungfrau), ist verheiratet mit einem französischen Diplomaten, hat zwei entzückende Kinder. Sie hat früher Liebe für Geld verkauft. Es schält sich also auch hier, wie schon kürzlich in Palmen im Schnee ein mehrfaches Konzept der Liebe heraus: Liebe zum Geldverdienen, Liebe zum Unterkommen in der Ehe und die Affäre, die in diesem Falle hochoffiziell wird.

Brian wird in die Familie von Arielle eingeladen, dem Ehegatten Valery, Lambert Wilson, vorgestellt. Er ist hoch erfreut über die Beziehung. Sie wirke sich positiv auf seine Frau aus. Brian wird die Kinder hüten. Er wird Arielle auch seinen etwas kleinkarierteren Eltern vorstellen. Sein Vater regt sich vor allem über hohe Parkgebühren auf und ist nicht begeistert von der schriftstellerischen Ambition seines Sohnes.

Die Affäre steigert sich. Brians Gefühle werden überdimensioniert, radikal, total, er begehrt sie ganz. Früher hätte dieser Wunsch auf ein Duell mit dem Ehegatten hingeführt. Heute gibt es andere Möglichkeiten.

Levin arbeitet sich sorgfältig voran von Szene zu Szene in der Art eines Dialog- und Salonstückes in die Gefühlsentwicklung des doch sehr akademischen Jungautors und Talentes, der auch noch unter seiner jüdischen Herkunft leidet. Und Levin hat ein Einsehen mit dem Karrierewunsch von Brian und auch mit dessen Gefühlswallungen für Arielle. Diese werden sich legen, Brian wird sie exploiten für den Roman mit ihrem Namen als Titel; der selbstverständlich erfolgreich sein wird.

Bei einem Besuch im Guggenheim-Museum wird bei der Betrachtung des berühmten Hopper-Gemäldes „Night-Hawks“ die Totheit der Figuren konstatiert und kontrastierend dazu der Wunsch zu leben artikuliert (der in der Affäre ansatzweise verwirklicht wird). Und es gibt den selbstironischen Literaturkommentar: „Ihre Geschichte hat eine Ahnung von Größe.“ Dem soll hier nicht widersprochen werden.

Die Musikuntermalung gibt sich sanft-klassisch-getragen.

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Für mich als Nicht-Trekki stellt sich die Geschichte der Mannschaft um Captain Kirk dar wie eine Pfadfinderübung, wild-romantisch, die Fantasie in die Grenzbereiche unserer empirischen Welt vorstoßen lassen, in einer fremden, unbekannten Weltregion landen und Raumschiffbruch erleiden (eine fremde Welt, in der die Verhältnisse und Verhaltensweise aber dann doch nur allzu vertraut sind), es mit unbekannten Gegnern zu tun bekommen und als Team, das an sich hervorragend funktioniert und gebaut ist, noch getrennt werden.

Die Mittel, die unseren Abenteurern zur Verfügung stehen, sind kraß unterschiedlich, das geht von händischen Reparaturen an Raumfahrzeugen, über die krude Notoperationen eines Verletzten mit einem Handwerkskasten über das „Energizing“ und die Holographie bis zum althergebrachten Mann-zu-Mann-Kampf.

Sympathisch an diesem Universum ist zum einen der Teamgeist der Mannschaft, ist der gepflegte, formale bis formelhafte Umgang miteinander, das heißt auch viele ernsthafte Erörterungen, was zu tun sei, demokratischer Diskurs in Reinform und in prima Sprache gesprochen, zum anderen, dass hier immer das menschliche Handeln im Mittelpunkt steht, auch wenn Außeriridische auftauchen, und auch, dass es hier nicht um Superhelden geht, es ist lediglich Krall.

In diesem Kontext kann ein zerrissenes Hemd zum Megajoke und Event werden. Was bedeutet, dass das Menschliche ganz und gar irdisch bleibt, allerdings in fantastischer, fantasievoller Kulisse (dabei viele Rundräume, die anthroposophieaffin wirken) stattfindet und aus dieser faszinierend viel Reiz bezieht. Wobei auch die Computeranimateure gut im Saft stecken und fleißig Effekte generieren und Strudel und Feuer und Explosionen und auf elementare Kreissymbolik nicht verzichten, sie gar als esoterisches Artefakt einbauen, das immer der letzte oder erste Deckel zu einer Eskalierung oder Eindämmung eines Vorganges liefert.

Allerdings scheint mir, hat sich eine gewisse Sterilität in Stoffweiterentwicklung und Performance dieses jahrzehntealten Kultproduktes eingeschlichen, scheint mir ein Hang zur Liturgisierung spürbar; dass die Darsteller schon fast wie brave Jünger die berühmten Vorbilder nicht provozieren wollen mit Eigenem oder mit dem Ansinnen, aus der Spur zu fallen.

Das Spiel mit den widersprüchlichen Gefühlen von Zuhausesein gegen das Gefühl des Abenteuers, vom Gefühl von Vertrautheit gegen das Gefühl von Verlorenheit und Fremdheit. Und dahinter der Entdecker-Gedanke und die Neugier auf Neues (auch eine urdemokratische Eigenschaft) und was ist, wenn es nichts mehr zu entdecken gäbe?

Ferner der Familien- und der Opfergedanke und, das hört sich nach Militärfilm an, das Ding durchziehen („get it done“) und die Mannschaft wieder nachhause bringen.

Zwischen all diesem heiligen Lebensernst, gespickt mit Alltagsscherzchen, gibt’s zur Abwechslung das ganz irdische Vergnügen wilder Motocrossfahrten durch schwierigstes Felsformationsgelände in Annäherung oder entsprungen aus Easy-Rider-Nostalgie.

Wie die Action heftiger wird und das sie begleitende Getöse ebenfalls, fällt der Satz: „lasst uns ein bisschen Lärm machen“ dabei wird die Musik auf Maximum eingestellt.

Ein hochanständiges Konfirmandenvergnügen und die verdammten Augenschmerzen durch das düstere, lichtschluckende 3D sind ein Obulus, der Bemühung um eine bessere Welt geschuldet (ein Schelm, wer anderes denkt dabei!).

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Der Mensch ist eine Spielernatur und will, muss seine Spiele treiben mit den anderen Menschen, mit den Gefühlen und mit der Liebe. Der Regisseur Ivan Calbérac nimmt mit seinen Darstellern als Schachfiguren diese Spiele unter den Menschen genauer unter die Lupe.

Im Original heißt der Film in bester französischer Filmkulturtradtion „Die Studentin und Herr Henri“. Das sind die beiden Hauptfiguren, Monsieur Henri, Claude Brasseur, und Constance, Noémie Schmidt.

Damit keine unnötige Originalität vom Spiel ablenkt, siedelt Calbérac Monsieur Henri und seinen Sohn Paul, Guillaume de Tonquédec, im Pariser Steuerberatermilieu an. Sohn Paul sorgt dafür, dass die beiden Hauptfiguren sich in Henris Wohnung treffen; denn er will seinem vereinsamten, abweisenden Vater Leben in die große Wohnung bringen in Form einer Untermieterin. Constance kommt aus Orleans und möchte Komposition studieren und weg von Zuhause.

Die erste Konfliktkonstellation, mit der uns Calbérac bekannt macht, ist eine parallele: Henry ist mit dem Leben und vor allem der Frau seiner Sohnes Paul nicht einverstanden und der Vater von Constance, ein Gemüsehändler, bei dem sie normalerweise auf dem Markt mithilft, will die Tochter nicht ziehen lassen.

Der misanthrope Henri jedoch will die neue Untermieterin, die er nur schroffest willkommen heißt und mit einer irren Hausordnung einschüchtern will, einsetzen, um seinen Sohn von der Schwiegertochter Valerie, Frédérique Bel, abzubringen, denn die Ehe ist seit Jahren kinderlos.

Spiel heißt bei Calbérac immer auch, mit Erwartungen spielen, um sie zu unterlaufen.

Aus ökonomischen Gründen sieht sich Constance gezwungen, das böse Spiel ihres Vermieters mitzumachen, den glattgebügelten Steuerberater zu bezirzen. Aber Constance hat auch anderen Umgang. Sie jobbt in einem Restaurant. Dort arbeitet Mathieu, Thomas Solivéres, der nicht im Job versauern will und sie gleich für seine Weltreise, notfalls auch im Tandem, einplant. Auch Discobesuche sind bekanntschaftsfördernd, wobei es in Orléans noch jemanden gibt.

Diese überschaubar komplexe Situation lässt genügend Spielraum für nicht unbedingt vorhersehbare Wendungen zu, die dann trotzdem zum erwarteten guten Ende führen. Es soll ja ein Kino sein, in dem der Zuschauer sich wohl fühlt, indem er, fast wie die Figuren, mit Leuten zusammenkommt, die er nicht kennt, die er erst nur distanziert zur Kenntnis nimmt, denn der Film tritt in keiner Sekunde anbiedernd auf, und die er nach den gemeinsamen Erlebnissen der Irrungen und Wirrungen in der Kalkulations- und Gefühlswelt lieb gewinnt und die ihm nach dem Kino vorkommen wie gute alte Bekannte.

Der Spielcharakter mit all seinen Implikationen, dass der Film zum Warmlaufen eher ein intellektuelles Vergnügen ist, eines des Mitdenkens, des gedanklichen Nachvollzugs der Informationen und Verknüpfungen, die er geboten bekommt, dieser Spielcharakter wird auch durch die theatrale Inszenierung mit herbem Charme hervorgehoben, verständlich aus der Information, dass Calbréac seinen Stoff zuerst als Theaterstück entwickelt hat. Geprägt vom französischen Rationalismus und wie er das Spiel der Gefühle und Ränke betrachtet.

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Ok, Liebe auf den ersten Blick, amour fou, Blick, Blick und ab ins Gebüsch, aufs Klo, ins Bett – und dann ist gerne das Pulver schon verschossen.

Bei Andrina Mracnikar, der Autorin und Regisseurin dieser österreichisch-französischen Koproduktion, fängt es da an spannend zu werden.

Die Begegnung der Blicke zwischen Hanna, Alice Dwyer, und Yann, Sabin Tambrea, in einem Lokal in Paris handelt sie zweckdienlich ab, womit sie gleich den Geist des Zuschauers bannt, statt ihn mit Emotion oder Diffusität zu überrollen oder zu verwirren. Yann wird deutsch-rumänischer Hintergrund zugeschrieben.

Hanna, die der Liebesblitz trifft, steht kurz vor dem Ende ihres Parisaufenthaltes vor ihrer Rückkehr nach Wien in ihr soziales Netz mit Exfreund Goran, Oliver Rosskopf, und ihrer gut befreundeten Nachbarin Marie, Gerti Drassl. Sie hat einen Job in einem Kinderschutzzentrum, hier macht sie Supervisionen, aktuell Sarema, ein von Panikattacken geplagtes Kind.

Yann seinerseits ist bestens in Paris eingewohnt, auch ihm fehlt es an nichts, er hat Job, Freunde, eine Band. Auch ihn trifft der Liebesblitz, so dass er alles in Paris stehen und liegen lässt, den Job kündigt und Hals über Kopf nach Wien reist.

Während die Hanna von Alice Dwyer undurchsichtiges Sphinx-Püppchen ist, repräsentiert Sabin Tambea einen ungewöhnlichen Männer- und Schauspielertypen mit einer verhalten leisen Stimme, er ist drahtig und weich zugleich, schwarze, dichte Künstlermähne schwingt auf seinem markanten Haupt, dominant, bleicher Teint, schmales, apartes Gesicht; kein Zufall, dass er den jungen König Ludwig II. im Film des inzwischen verstorbenen Peter Sehr gespielt hat.

Yann verbreitet sinnlichen Reiz umweht von einem Hauch Metaphysik; inzwischen nicht mehr die Unschuld vom Lande, aber etwas Reines ist geblieben. Ihm gegenüber wirkt der Goran von Oliver Rosskopf wie der Prototyp des aufrechten, unkomplizierten Mannes, der nicht den Gedanken an Abgründe aufkommen lässt, bei dem das Wort gilt, der sich auch nicht hintersinnt über die Komplexität des Seins, der allerdings auch Früchte, wenn sie sich ihm zuneigen, zu pflücken pflegt, pragmatisch ohne jeden Anflug des Visionären, des Hypersensiblen, trotzdem nicht dumm oder verpennt, wacher Geist aber nicht unbedingt paranoiagefährdet.

Der Liebesblitz, der Yann und Hanna trifft, der ist wohl fotografisch kaum festzuhalten, den muss man als gegeben nehmen, um sich in die nun folgenden Auf und Abs und Hin und Hers dieser Beziehung hineinziehen zu lassen.

Es fängt von der Regisseurin cool durchdacht an und wird so konsequent ausgebreitet bis in pochende Nähe des Horrorgenres.

Es stellt sich bald heraus, dass die beiden Figuren nicht so einfach sind, wie der erste Blick vermuten lässt. Es stellt sich heraus, dass beides ausgewachsene Charaktere sind, nicht unbedingt ausgereift, dass sie sich nicht schematisch abhandeln und gängeln lassen.

Yann wird gemartert von abgrundtiefer Eifersucht, welche im alltäglichen Umfeld von Hanna in Wien ständig neue Nahrung findet. Hanna wiederum bleibt eine undurchsichtige Spielerin.

Aus der genauen Beobachtung der Charaktere und der Wechselwirkung mit Emotionsschüben und der menschlichen Umgebung hat Andrina Mracnikar ein packendes Liebesdrama gebaut, spannend auch, weil sie ganz genau hinschaut und sie der beinah mechanische Fortgang der Konflikte fasziniert, die sich aus eben den Charakteren, den Gefühlen und den menschlichen Konstellationen ergeben.

Vor den filmgeschichtlichen Koordinaten, die sich der Film selbst zitatweise gibt, als Bild oder als Score, braucht sich dieser Liebesfilm in punkto Ernstnehmen von Figur, Charakter und Konflikt nicht verstecken: „The Tarnished Angel“ von Douglas Sirk, „Les parapluies de Cherbourg“ von Jacques Demy, „Chien Andalou“ von Luis Bunuel …

Mracnikar kreist das nicht fassbare Phänomen der Liebe raffiniert ein, versucht, es in eine Falle zu locken und schafft es damit, es ein Stück weit aus der Deckung zu holen.

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Vielleicht ist das das Problem eines Meisters wie Steven Spielberg, der so viel erreicht hat im Leben, wie kaum jemand erreichen kann, dass er mehr nicht erreichen kann und folglich eher damit beschäftigt ist, auch gefordert von der Umgebung, seine Meisterschaft unter Beweis zu stellen, immer erneut.

Einer der alles erreicht hat und in ungeahntem Wohlstand lebt, von dem wir nicht mal zu träumen wagen, verteidigt seine Meisterschaft. Wie will er noch das Kino oder die Welt verändern?

Vielleicht sucht er deshalb seine Stoffe auch darnach aus, wie er seine Meisterschaft am geignetsten und erneut meisterlich unter Beweis stellen kann. Die Wahl für diesen Stoff von Roald Ahl nach dem Drehbuch von Melissa Mathision scheint diese These zu bewahrheiten. Ein Märchenstoff mit einem Riesen und vielen noch riesigeren Riesen und einem kleinen Mädchen, Sophie, das in einem Waisenhaus nicht schlafen kann, anfangs, und da es sich um ein Märchen handelt, in einem Köngisschloss auch nicht schlafen kann, am Ende.

Dieser Stoff ist wie gemacht für die Zauberhände eines Steven Spielberg, seiner talentierten Ausstatter und Beleuchter und Kamermänner und Tonmänner und Musikmacher.

Der titelgebende Riese BFG, der große, freundliche Riese, ist ein Tüftler und Magier, sein Kennzeichen ist eine Handwerksgesellentasche. In seinen Labors, Innenräumen wie bei Wurzelseppens aber im gewaltigen Hollywood-Ausstattungsmaßstab, kann er an Traumfängerei herumlaborieren, kann seine Erkenntnis in Glasflaschen aufbewahren, er kann aber auch mit dem Käscher auf Traumjagd gehen.

Mit seinen weiten, abstehenden Ohren, seinem kernig-gesunden Gesicht, seinen warmherzig-pfiffig leuchtenden Äuglein, seiner windschnittigen Frisur und seiner schier streichholzdünnen Figur gewinnt er schnell das Vertrauen von Sophie, die im Waisenhaus nicht schlafen kann und verbotenerweise aus dem Fenster schaut.

Es ist typisch für Waisenhäuser dass man das nicht darf, denn man könnte erkennen, dass es draußen auch noch eine Welt gibt. Dort ertappt sie den BFG und der wir auf sie aufmerksam.

Erst liegt sie unter einer Decke, eine aus verschiedenen Lappen patchworkhaft zusammengeflickte Decke. Allein was Spielberg mit dieser Decke alles anstellt, wie sie zum durchgängigen Requisit (wenn schon keine durchgängige Spannung) wird; wie er Sophie unter dieser Decke erst drapiert, dass es aussieht wie ein magischer Berg. Und natürlich hat es eine Bedeutung, diese Decke bei den ganz großen Riesen und Kinderfressern zu verlieren. Denn das spinnt die dünne Geschichte weiter und veranlasst die Riesen, sie zu verfolen. Requisiten als Fortträger der Geschicke, das ist auch so eine bemerkenswerte Eigenschaft von Spielberg.

Der BFG ist gut zu Sophie. In welch malerischen Nischen er sie versteckt, wie ein Vogel seine Jungen in einem Baumstamm oder auf dem schwankenden Ausguck eines Einmasterskelettes in seinem Labor.

Wie malerisch Spielberg die großen, klobigen Riesen in der kargen Landschaft versteckt, wie Mooshügel liegen sie da. Es wirkt wie eine verwunschene Angelegeneheit, so, als hätten wir diese Geschichte auf einem spinnwebenverhangenen, seit Jahrhunderten unberührten Dachboden gefunden. Das hat Charme. Das zeichnet Spielberg meisterlich; man denkt an einen Mönch der hingebungsvoll im Mittelalter Inkunabeln comme-il-faut in ausdauernder Arbeit und darüber geneigt fabriziert.

Aber damit will sich Meister Spielberg nicht zufrieden geben. Es folgt ein recht ausgewalztes Kapitel am britischen Königshof. Hier wird es für den Europäer, der eben noch um den Brexit gebangt hat, schwieriger. Hier spricht plötzlich eine royalistische Haltung von der Leinwand, wie sie wohl nur in Hollywood gedeihen kann und der offenbar ernsthafte Verehrung für die ewige Königin zugrunde liegt, ein mit Hollywoodpomp aufgemotztes britisches Könighaus, die Königin ganz in Blau.

Über die Träume ist Sophie dorthin gekommen, dank BFG, und wie Spielberg jetzt versucht, BFG einen höfischen Empfang zu bereiten, da kommt er einem ungefähr so buckelig vor, wie BFG sich geben muss, um überhaupt in den Audienzsaal hineinzugelangen. Was sich dann abspielt hört sich so an, Euer Majestät, Hollywood versucht nun ein Witzchen über Euch zu machen, was aber keinesfalls ehrenrürig aufzufassen ist, sondern geschuldet ist loyaler, vorbehaltloser Bewunderung.

Ach ja, ein dramaturgisches Problem ist noch ungelöst. Die großen, bösen Riesen. Was machen wir mit denen? Die werden mithilfe der Royal Airforce entsorgt, der Falklandkrieg lässt grüßen, und die Entsorgungmethode, die haben wir schon in chilenischen Diktaturaufarbeitungsfilmen gesehen. Bei der Gedankenassoziation dürfte die Queen not amused sein.

Recycled scheint ein Bühnenbildelement aus dem Soldat Ryan, der Kirchtrum in der Bretagne, der scheint hier kurz auf.

Innovativ ist möglicherweise die Deutung der Träumchenglühwürme aus den Gläsern von BFG auch als Glüchwürmchen-Slime. Und immer eine sichere Bank: Bilder von kindlicher Einsamkeit und Verlorenheit.

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Hier gibt es eine historisch aufregende Biographie zu entdecken: das Leben der ledigen, kinderlosen, lesbischen, zum Katholizismus konvertierten Schwedenkönigin Kristina, die die treibende Kraft hinter dem Westfälischen Frieden war, der den 30-jährigen Krieg beendet hat.

Kristina hat das niedrige Bildungsniveau in ihrem Land diagnostiziert, war selbst wissenbegierig, fasziniert von Philosophie, Forschung und Büchern und von Descartes und anderen Philosophen. Sie wollte Stockholm zum neuen Athen machen.

Mit Descartes hat sie einen Briefwechsel geführt und ihn nach Schweden an den Hof geholt, der ihm aber feindlich gesinnt war und ihn hier im Film mit Arsen vergiftet. Denn die Schwedische Krone war auf der protestantischen Seite, der Katholizismus verhasst, bekämpft und verrufen. Descartes war katholisch, obgleich Aufklärer.

Kristina hat schließlich ihren Cousin adoptiert und somit zum legitimen Thronfolger bestellt, während sie sich nach Italien zurückgezogen hat.

Was hier vom Stoff verkürzt wiedergegeben wurde, hat Mika Kaurismäki ( zuletzt von ihm gesehen die eindrückliche Frauenfigur Mama Africa – Miriam Makeba) nach dem Drehbuch von Michael Marc Bouchard (nach einem Theaterstück von ihm hat Xavier Dolan Sag nicht, wer du bist! gedreht) schön chronologisch und detailreich verfilmt (zB Leichenöffnung unter Anleitung von Descartes).

Wobei eine beachtliche Diskrepanz festzustellen ist zwischen dem Bildungslückenfüllergehalt des Filmes einerseits, den er – für mich zumindest – darstellt, und der künstlerischen Qualität. Die leidet allein schon massiv unter der merkwürdigen, deutschen Nachsynchronisation, wobei auch deutsche Schauspieler im Ensemble sind.

Es wirkt so, als habe Kaurismäki die Filmherstellung als reine Pflichtübung im Sinne der Aufarbeitung eines bemerkenswerten Stückes skandinavischer Geschichte – belastet durch entsprechend vielfältigem Förderaufwand – verwaltet; wobei nicht sofort zu eruieren ist, woran es liegt, ob am staatstragenden Duktus der Darstellung oder bereits am Buch, das sich vielleicht doch viel subjektiver Kristina als Hauptfigur hätte vornehmen sollen; dies möglicherweise im Hinblick auf die Geschichtsträchtigkeit und den nationalen Gehalt sich nicht getraut hat, sich selbst als ein Stück Geschichtsschreibung missversteht und so zu einer vermeintlichen Objektivität der Darstellung schlittert, die den Zuschauer wenig anrührt.

Wie dem auch sei; ein illustriertes Stück schwedischer Geschichte ist so zustande gekommen, was mindestens spannender sein dürfte als trockener Schulstoff, wenn auch unter gänzlichem Verzicht auf magische Momente. Und doch in großer musikalischer Sauce geschwenkt.

Wobei der Film auch schön Rationalismus und Wahnsinn/Paranoia gegeneinander antreten lässt, nebst Liebesdrama – staatstheatralisch.

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Was ist die bessere Unterhaltung? Diejenige, die sich über die schlechtere Unterhaltung lustig macht, die schlechte Werbung überrissen veräppelt, die Talkshows durch den Kakao zieht, die den eigenen Looserhelden als Jäger des verlorenen Schatzes einen Oscar erträumen, als Conan zum kraftstrotzenden Bibliothekar mutieren oder als Gandhi II von der Maxime der Gewaltlosigkeit abrücken lässt?

Dieser Held ist George, ein Looser par Excellence, es ist zum Verzweifeln, alles, was er anpackt gelingt nicht. Sein Onkel will ihm helfen, einen eigenen, lokalen TV-Sender, Kanal 62, wieder flott zu bekommen, ein aussichtsloses Unternehmen, was von Anfang an auf Erfolglosigkeit programmiert ist, denn in dem amerikanischen Kaff, in dem dieser Film von Jay Levey aus dem Jahre 1989 spielt, dominiert das alte, kapitalistische Arschloch von Fletcher, eine 100 Prozent dreckig dargestellte Figur und ein bisschen dumm dazu, aber das sind sie hier alle und tapsen nur mehr oder weniger geschickt damit in der Weltgeschichte herum, er mit seinem Kanal 8.

Außerdem sitzt in den Räumlichkeiten von Kanal 62 bereits ein freakiger Tüftler, der sich noch als hilfreich erweisen wird, wie Fletcher sich in seiner Medien-Monopol-Stellung bedroht sieht.

Ein gutes Herz kann jedoch, wie die blinde Sau eine Eichel findet, auch mal einen Hauptgewinn ziehen. George hat ein gutes Herz. Deshalb engagiert er Stanley als Hausmeister, einen im normalen Leben kaum brauchbaren Typen, ein langer Komödien-Lulatsch mit breiter Lache und einem merkwürdig gebuckelten Körper, wenn er sich bewegt, mehr Karikatur als Mensch, aber mit überströmender Direktheit gesegnet.

Stanely wird in einem Krisenmoment in eine Sendung einspringen und von da ab geht’s stetig bergauf mit Kanal 62.

Der liebenswürdige, gutgläubig-naiv-großäugige George wird gezeichnet als ein bebrillt verträumter Lockenkopf, der vor lauter TV-Arbeit seine eigene Hochzeit vergisst.

Der Film ist gespickt mit Querverweisen auf TV-Werbung, auf Kinofilme, auf Talk-Shows, die 1989 bekannt und populär waren. Aber auch ohne die Kenntnis derselben mag die DVD mit all der Patina, die der Film in über zweieinhalb Jahrzehnten angesetzt hat, Vergnügen bereiten, lässt genügend Zeit für Sprüche eines heutigen geneigten Publikums, das Spaß am Spaß haben mag.

Was ist der bessere Unterhaltungsfilm? Doch derjenige, der hemmungslos all die bereits hemmungslos überzeichnenden Shows noch weiter überzeichnet, grell und unverschämt, aber gleichzeitig herzhaft die Geschichte von einem Verlierer und Träumer erzählt, der mit viel Ungeschick, einem kleinen Quäntchen Glück und einer reinen Seele es den ganzen Kapitalistenschweinen zeigt und so doch noch zu Potte kommt in diesem Leben. Seinem Hausmeister blüht eine angemessene Oscarstatue, wie nur die Provinz sie erfinden kann.

Eine Welt voller Provinztrottel und Semiprofessioneller, mit der der Glücks- und Drehbuchschreibergott ein Einsehen hat.

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Spätkolonialromanze aus Spanien.

Aus dem schneeigen, bergigen Huesca in Spanien ins tropische Fernando Poo, 1953. Da war Neuguinea noch spanische Kolonie. Kilian ist die Hauptfigur. Mit seinem Ableben im Heute fängt der Film in den winterlichen Bergen Spaniens an. Seine Enkelin findet in seiner Hinterlassenschaft ein Schriftstück, das sie neugierig macht und das in die ehemalige Kolonie verweist.

In Rückblenden beschreibt der Film von Fernando González Molina nach dem Drehbuch von Sergio G. Sánchez nach dem Roman von Luz Gabás in epischer Schönschrift die Geschichte von Kilian. Wie er als junger Mann an den Ort seiner Geburt zurückkehrt, in die Kakaoplantage seines Vaters.

In weicher Zeichnung wird das spätkolonialistische Leben auf der Plantage geschildert. Die zwei Gesellschaftsschichten, jene der feinen weißen Herrschaften, der Land- und Plantagenbesitzer und jene der Unterdrückten, der Eingeborenen oder von Sklavennachfahren.

Neben seinem Vater findet Kilian auch seinen älteren Bruder Jacobo, der mit dem herrischen Umgang mit den Indigenen vertraut ist und von dem er die rauen Sitten erlernen soll. Unter der Woche fahren sie mit den Arbeitern auf die Plantagen, treiben sie an. Am Wochende vergnügen sich die anzugbekleideten jungen Herren in der nächsten Ortschaft Santa Isabel und treiben es gegen Geld mit Eingeborenen, denn die Heimat mit der eigenen Frau und den eigenen Kindern ist 6000 Kilometer entfernt – das verbindet sie mit den Plantagenarbeitern, die auch jeweils ein Jahr lang von ihren Familien weg sind; von den steifen Familienessen mit Anzug und Krawatte lassen sich die feinen jungen Herren durch einen Diener wegholen, der kommt und behauptet, es gebe Unruhe bei den Arbeitern.

Mit Kilian ist auch der junge Arzt Manuel auf die Plantage gekommen. Er verliebt sich sofort in die Spanierin Julia. Jacobo, der das Verhältnis zur ihr nie klären konnte, geht leer aus. Kilian dagegen fängt, an Bisila zu lieben. Das geschieht nach einer bezahlten Nacht mit ihr. Zu ihm, das sei echte Liebe erklärt sie ihm später anhand der Differenz mehrerer Lieben, der verheirateten, jener gegen Geld und des Körpers und eben derjenigen, die sie beide verbinde; dies ist eine Liebe mit Texten wie „ich werde immer bei dir sein“, „ich werde immer bei dir bleiben“, „es darf nicht ans Licht kommen“, „auch wenn du mich nicht sehen kannst, bin ich bei dir“ (bevor sie ein Jahr Auszeit nimmt, bis die Kakobäume wieder blühen).

Dieser Liebe stehen Obstakel im Wege. Sie darf nur heimlich stattfinden. Gelegenheit, sich zu treffen, ergibt sich im Lazarett, denn Bisila arbeitet dort als Krankenschwester. Aber Bisila erlebt auch eine Vergewaltigung durch skrupellose Kolonialisten. Da inzwischen die Stimmung für die Befreiung Guineas von der Kolonialherrschaft überhand nimmt, wird das Verhältnis noch schwieriger.

Dass ein Weißer einen Schwarzen tötet und dann einfach verreist ohne weitere Folgen, das dürfte bald schon nicht mehr möglich sein. Zwei weiße Vergewaltiger werden aufgehängt. Und selbst heute, wie die Nachfahrin von Kilian Nachforschungen anstellen möchte, wird sichtbar, dass Rassenvorurteile und die Wunden des Kolonialismus noch längst nicht verheilt sind.

Wobei hier im Film die politische Dimension als bemerkbares und bemerkenswertes Hintergrundgeräusch deutlich vernehm- und spürbar ist, aber der Liebesgeschichte und der Familienerkundungsgeschichte wird vereinnahmend wie in einer Fotoromanze der Vorrang eingeräumt.

Gregorio, ein enger Mitarbeiter des Vaters, war einer der Revolutionäre. Vorzeichen der Revolution sind Anschläge mit Schlangen. Ihrer können sich die Weißen noch mit der nötigen Brutalität erwehren. Die Herrschaften erkennen aber: „früher oder später werden wir gehen müssen“. Bald schon wird die „Republik Äquatorialguniea“ ausgerufen.

Ein Ansatz von Kolonialzeitaufarbeitungsfilm.

Das Symbol der Schildkröten wird eingesetzt, die jungen rennen ins Meer; die Weibchen kommen nach Jahren zurück, um die Eier zu deponieren, die Männchen kehren nicht zurück.

Es gibt traumhaft tropische Wasserfallbilder mit hübscher, fast nackter Frau und mit hübscher Frau und hübschem, nacktem Mann. Und überraschend: der häufige, heftige Regen.
Con gran emoción.

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Ghostbusters, von „Totgeburt“ bis „überflüssig“

Verheerende Reviews erntet der Film von Paul Feig, der bei uns am 4. August startet, bei IMDb, von „Totgeburt“ bis „überflüssig“, hier einige Auszüge:

Heralded by the most disliked trailer in YouTube history, and an embargo on reviews until pretty much the day of release by a panicked Sony Studios, the „Heaven’s Gate“ of supernatural horror comedies is finally here, and what a terrible, unfunny, man-hating mess it is. (Gizmo)

…The pace of the film is like molasses, the editing is amateur choppy, the acting is slapstick and the comedy is extra soft-porn SNL (Saturday Night Live). Yes I went in with considerable apprehension, but came out with a severe case of stomach cramps …(keithbeniceck)

Stephan Lancaster titelt: Dead on arrival ….As far as the end result… …the film completely fell flat across the board. …

Girlycard meint: Now, keep in mind that I’m going to try to make this as least-hostile as possible. But when a movie is this hypocritical, bigoted, and ignorant, there is nothing good that can be said about it. Except for the people who were literally bribed into writing positive reviews…

StoryIsEverything fängt so an: I went into this movie with an open mind hoping that it would not be as bad as the trailers and TV spots suggest. It is. …

Instead of getting a 3rd film with the original actors before Harold Ramis passed away we get a horrible i say horrible reboot and don’t start with this whole sexist thing we saw the trailers and both the cgi and the laughs were awful. (adonis98-743-186503)

Mr_Piggles vermutet: I reckon this film will have a fairly average take when it opens in the US this weekend and then disappear in to the bad remake/reboot garbage pile.

ccannigevans kommt zum Schluss: that’s it’s best to not see this movie.

Jerry-Sprinkle folgert: Not only did they attempt to reboot a comedy (tell the same joke twice in a row and see how well it works the second time – comedy is a very very delicate thing and you need to respect the audience) but they went for a movie that originally caught lightning in a bottle. I don’t even think Ghostbusters II did enough to justify existing.

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Von Kerala in Südindien über den Subkontinent und das Himalaya-Massiv bis Ulan Batoor sind es etwa 5000 Kilometer und von Teheran bis Shaanxi in China ebenso. 5000 Kilometer Durchmesser habe die Raumfähre, die jetzt die Welt angreift. Da kann es zwischen der Erdoberfläche und der Raumfährenunterfläche verdammt eng werden für fliehende Raumhopper, die inzwischen alltägliche Dienste zwischen Erde und Mond leisten, sie schauen dagegen aus wie Mücken, müssen in hohem Tempo artistische Kustflüge vollbringen, um nicht zerquetscht zu werden.

Solche Details handelt Roland Emmerich in seinem Sequel, zu dem er mit vier anderen Autoren auch das Drehbuch geschrieben hat, in Sekundenschnelle ab. Es ist ein menschenfreundliches Werk. Die Erzählposition ist die aus der Sicht der Menschheit, der Verteidiger gegen die Aliens. Die Menschen müssen also nicht sich selbst oder Superhelden bekämpfen oder zu solchen werden, sie haben es nicht mit dem Bösen, sondern nur mit Übergrößen zu tun. Das Menschliche unter sich bleibt überschaubar.

Gegen die erdrückende Übermacht der Aliens hat Emmerich eine Erfindung getätigt in diesem sonst nicht unbedingt erneuerungsfreudigen Film. Es ist eine Art Überraschungsei oder ein Ei des Kolumbus, was den Menschen den entscheidenden Beitrag zur Rettung vor den Angreifern leistet. Es kann auch sprechen und hat Eigenschaften, die das materiell Beschreibbare überschreiten.

Von den Menschen selbst pickt Emmerich verschiedene Cluster heraus, menschliche Miniaturen, Personen, die durch familäre oder berufliche Umstände verbandelt sind.

Ein Gruppe von Menschen um den amerikanischen Präsidenten, welcher eine Sie ist. Sie ziehen sich, wie die Katastrophe sich wie ein Tsunami nähert, ins Krisenzentrum in den Chayenne Bergen zurück. Aber nichts ist mehr sicher bei so einem gewaltigen Angriff.

Es gibt eine Leitzentrale für die Übersicht über und die Kommunikation mit den Kampfverbänden und den Raumstationen.

Es gibt eine Gruppe von Personal, das auf dem Mond stationiert ist und das die Raumfahrzeuge fahren kann, auch die bewaffneten.

Es gibt einen Piratenkutter auf hoher See, das ist das gröbere, ordinärere Humansegment (zu welchem später bei den Kämpfern noch eine Art wilder Sölnertruppe stößt), aber selbst die sind solidarisch nützlich.

Es gibt einen einsamen Fischer, der aber der Vater einer hohen Figur aus Washington ist. Er wird vom Tsunami in die Trümmer am Strand gespült. Diese Bilder erinnern an jene der letzten Tsunamikatastrophe in Asien. Dort greift ihn eine weitere Gruppe auf, das sind die ganz Jungen, die Teens, die in einem alten Amischlitten durch die Trümmer gondeln. Zu dieser Reisegruppe wird sich später noch eine banal kostümierte Schülergruppe samt ihrem gelben Schulbus gesellen, den der Alte steuern wird.

Die Relation macht den Reiz von vielen Bildern aus: hier der Schulbus in der Wüste, der aussieht wie ein Spielzeugauto, wenn die Riesenkrake sich nähert.

Emmerich inszeniert die Menschen greifbar, die Szenen nachvollziehbar, manchmal wirken sie fast ein bisschen gemütlich gegenüber den Massivauftritten anderer aktueller Blockbuster.

Emmerich überfordert den Zuschauer nicht, ermöglicht ihm, sich entspannt an den Katastrophen zu weiden, sich daran zu freuen, wie er sich freut, Spaß dabei zu haben, diese auf der Leinwand möglich zu machen. Spiel mit der mückenhaften Kleinheit der Menschen, und wie sie sich doch irgendwie zurechtbuddeln mit Cleverness. Dabei hat Emmerich immer die relative Kleinheit und Machtlosigkeit der Menschen im Auge angesichts eines undenkbar großen Weltalls und möglicher Lebewesen und Innvasoren von dorten, am gefährlichsten scheint die Königin. Und die deutsche Synchro ist recht akzeptabel.

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