Archiv für die Kategorie: “PR”

Ein Freund wies mich auf die coolen Giveaways hin, die es zu I Am Legend geben wird. (Möglicherweise nur in den USA?)

Ich werde mir mit Sicherheit jedenfalls keines dieser Backpacks zu holen versuchen, a) weil man als echter Journalist die Giveaways wirklich away given sollte, b) weil ich nur selten in Gegenden unterwegs bin, wo ich ein Survival-Kit bräuchte (und wenn es mal soweit ist, verlasse ich mich ungern auf ein Werbegeschenk) und c) weil mein Kreuz ohnehin zu breit ist für einen Standard-Rucksack oder, wo wir schon dabei sind, wirklich jedes andere Kleidungsstück, das üblicherweise so verteilt wird an die Presse oder zum Verlosen. Man könnte meinen, die Menschheit teile sich die die Größen “small”, “petite” und “elfin”…

Den Normalpygmäen da draußen, also denen, die auch im Flugzeug bequem sitzen oder in den Smart fortwo steigen können, jedenfalls schon jetzt viel Glück beim Gewinnen, wenn es denn mal soweit ist.

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… war gerade in der Post (allerdings mit dem Poststempel vom 25.11., ich muß mal mit dem Briefträger reden, glaube ich).

Wie am Bild schon unschwer zu erkennen ist, handelt es sich um eine erste Vorab-Pressemappe zu Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull, der am 22. Mai anlaufen wird, also in genau 170 Tagen, wenn man meinem Date Calculator-Widget glauben darf.

Neben einem stilvollem Anschreiben, das übrigens die Informationen enthält, wie man im Falle einer ausgeweiteten Berichterstattung auch an die Pressemotive Indy 4 Media Kitder drei alten Indy-Filme kommt, findet sich ein feines Heft mit allen Informationen, die das Journlistenherz begehrt:

  • Ein Aufsatz aus der Uni Yale über die Realitätsbezogenheit der Indy-Filme (der auch nicht um die Tatsache herumredet, daß so ein archäologisches Vorgehen heutzutage schlicht als Grabräuberei bezeichnet werden würde) mit Zitaten echter Archäologen, die sogar für weitere Interviews erreicht werden können,
  • Einspielergebnisse der Kinoauswertungen der anderen drei Filme,
  • Nominierungen und Preise in einer Übersicht,
  • Eine Auflistung der in den bisherigen Filmen vorkommenden Stätten und Legenden sowie deren Wahrheitsgehalt,
  • Informationen zu den in den Filmen vorkommenden Gegenständen sowie deren Wahrheitsbezug, von der Bundeslade bis zum Kreuz von Coronado,
  • Eine Weltkarte mit den Orten, an denen die diversen Szenen der bisherigen Filme spielen,
  • sowie eine Auflistung der Orte, an denen sie tatsächlich gedreht wurden,
  • Ein Indiana Jones-Quiz, das man natürlich weiterverwenden darf, mit wesentlich besseren Fragen als man in den meisten Gewinnspielen so findet. (Beispiel: “Wie heißt der Stamm, der das goldene Götzenbild in Jäger des verlorenen Schatzes beschützt?” Antwort: Die Hovitos),
  • weitere Spielideen zum Veröffentlichen,
  • die Basis-Filmcredits der bisherigen Filme,
  • und für jeden einzelnen dieser Beiträge die Quellenangabe, teilweise sogar mit Kontaktinformationen, falls man Rückfragen hat. Auch werden hier ohne Zögern Adressen und Kontaktdaten im Auslad genannt, damit man nicht durch das Nadelöhr eines deutschen Pressebüros und mit tausend Rückfragen und Berechtigungsscheinen (Redaktionsstempel waren da mal sehr beliebt) den relevanten Ansprechpartner in den USA finden muß.

Und das, liebe Kollegen, nenne ich mustergültig!

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Zum Film Aliens vs. Predator: Requiem (also Teil 2 der Romanze zwischen zwei großen SciFi-Klassikern) wurde mir ein Fact Sheet über die Hauptfiguren des Films zugeschickt. Ich weiß leider nicht, ob diese Information über die Filmfiguren uns Journalisten helfen soll, bessere Artikel zu schreiben, ob diese Aufstellung auch für Filmfans gedacht ist, oder ob der unwissende Laie, der das Predator- sowie das Alien-Universum erst zu diesem Film (also sehr spät) betritt, damit einen Überblick über die Akteure erhalten soll.

Nur leider paßt das Fact Sheet in keine der genannten Kategorien:

  • Der Journalist, dem nach der Pressevorführung immer noch nichts zu schreiben einfällt, kann mit Informationen wie “Skorpionschwanz” oder “zahnbewehrter Innenkiefer” leider nicht besonders viel anfangen.
  • Filmfans rollen sich die Zehennägel auf, wenn sie beispielsweise beim Predator-Alien-Hybriden lesen: “Übernommene Eigenschaften des Predator: Dreadlocks, Insekten-Kinn”.
  • unentschlossene Laien werden durch Fakten wie “unzerstörbares Exoskelett” oder “Laserpointer, der als Schusswaffe funktioniert”, eher vom Besuch des Films abgehalten, als dazu angeregt, denke ich.

Grundsätzlich paßt so eine Auflistung der Figuren eher zu einem Computerspiel oder einem Trading Card Game, wo man sich seine Spielfigur oder seinen Favoriten nach dessen Fähigkeiten und Ausstattung raussuchen kann, aber sicherlich nicht zu einem Film. Auch wenn der noch so nah am Computerspiel sein mag bzw. der leichten Unterhaltung dienen mag. Man stelle sich vor, solche Fact Sheets gäbe es auch zu den großen Klassikern. Luke: hat die Macht und ein Lichtschwert, ist zu 50% adelig. Jerry: heißt auch mal Daphne, kann Tango tanzen, spielt Baß. Inspektor Clouseau: ist tolpatischg, bewaffnet. Don Corleone: immer für einen Gefallen zu haben, Familienmensch.

Ich fürchte, solche Anheiz-Veröffentlichungen zielen (leider!) oft am Film vorbei. Viel interessanter wäre es doch, dem Zuschauer den Film über die Konflikte und Motivationen der Figuren schmackhaft zu machen. Das ist bei Alien vs. Predator 2 natürlich nicht so leicht möglich wie zum Beispiel bei L.A. Confidential oder The Usual Suspects, wäre aber auch bei Spider-Man gegangen.

Andererseits: Vielleicht ist das ja wirklich der Speck, mit dem man heutzutage die Mäuse ins Kino holt. Mit 34 Jahren zähle ich ja wohl auch nicht mehr zur Kernzielgruppe der 18 bis 25-jährigen. Dann ist es meines Erachtens eher beklagenswert, daß die Aufmerksamkeitsspanne heute so kurz ist, daß der Zuschauer nur noch mit reißerischen Stichpunkten gelockt werden kann.

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Bei der Welt steht ein Filmquiz online: Auf den Punkt gebracht – Das Kino-Quiz heißt das gute Stück, doch ein wirkliches Quiz ist es nicht wirklich. Es gibt zwar Fragen zu beantworten, doch gibt es weder Feedback über die Richtigkeit der Lösung noch eine Möglichkeit, Punkte zu sammeln. Multiple Choice und Punktesammeln gehören zwar nicht unbedingt zwingend zu einem Quiz, aber wenn man nur “weiter” klicken braucht, ist der Anreiz, mitzumachen, eher gering. Man kann keinen Highscore erreichen, sich nachher nicht als Kenner feiern lassen, sondern lediglich die 38-seitigen Frage-und-Antwort-Strecke durchklicken. Dabei sind die Fragen auch nicht unbedingt der Knaller: Auf jede Frage passen viele Filmantworten, doch richtig ist nur eine. Rückwirkend betrachtet kann der Zusammenhang Frage-Film maximal als lose oder vage bezeichnet werden.

Wer käme schon bei der Frage “Zwei Drittel Peng-Peng, ein Drittel murmel, murmel” zwingend auf Apocalypse Now? Oder kann von “Fiese Männer in dunklen Zimmern” auf den Paten? Und vom Godard-Zitat “Ein Film muß ein Anfang, eine Mitte und ein Ende haben – aber nicht unbedingt in dieser Reihenfolge” ausgerechnet auf Pulp Fiction? Als gäbe es keine anderen Filme, auf die diese Bezeichnungen zuträfen.

Und genau das ist das Problem, wenn in nur eine Richtung gedacht wird: 6 plus 3 ergibt immer 9, doch 9 kann ja auch 3 mal 3 sein. Oder auch 4 mal 2 plus 1. Die “Quizfragen” treffen zwar auf den jeweils gesuchten Film zu, lassen aber praktisch immer eine andere, ebenso berechtigte richtige Lösung zu. Doch die wäre laut der willkürlichen Auswahl der “richtigen” Ergebnisse dann falsch. Ein gutes Quiz zeichnet sich m.E. dadurch aus, daß die Fragen nur eindeutige Antworten zulassen, oder es sind mehrere Ergebnisse möglich. Aber einfach nur undifferenzierte Fragen (wie Stammzellen) willkürlich mit Filmen zu verknüpfen und das Ganze ohne Bewertungsmechanismus als Quiz zu verkaufen, ist meiner Meinung nach unschön. Dabei können eindeutige Fragen ja auch gewaltig knifflig sein, siehe das jährliche Rätselrennen der SZ.

Doch warum rege ich mich so auf, es ist doch nur ein weiteres Filmquiz irgendwo im Internet? Der Grund ist einfach: Mir wurde eine e-Mail geschickt, in der ich auf dieses Quiz hingewiesen wurde, angeblich würde meine Seite, die “Appetit auf Popcorn macht”, durch das Quiz “noch unterhaltsamer und informativer”. Gelinde gesagt, halte ich das bei diesem Quiz für ein Gerücht.

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Die Megastar Cineplex Kinos aus Vietnam haben sich (wie auch andere) eine gute Werbekampagne für ihre großen Leinwände einfallen lassen, die Motive hab ich von einem meiner Lieblingsblogs Ads of the World:

Megastar Titanic

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Nachdem ich heute per Post vier Einladungen zur selben Pressevorführung bekommen habe, freue ich mich zwar über die Aufmerksamkeit, stelle aber die Effektivität der Abwicklung in Frage. Dem Verleih wird viermal soviel Porto in Rechnung gestellt wie nötig, und niemand außer der Post hat etwas davon. Dabei wäre es ja auch per Mail gegangen, mit einer Porto-Ersparnis von 100%…

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aufwendige Post… dann hat er was besonderes dabei. In meinem Fall brachte er einen silberglänzenden Umschlag aus einem metallisch wirkenden Kunststoff, sicherlich wasserdicht und garantiert reißfest: Mein Brieföffner hat aufgegeben, ich mußte die Klebestelle aufpopeln.

Doch was der Umschlag außerdem noch war: Ein Recycling-Horror. Denn Verbundmaterialen wie Glanzfolien (der heutige Umschlag), beschichtete Papiere (vom Kaugummipapier bis zum Tetrapack) und ähnliche Werkstoffe sind nach der Benutzung nur schwer wieder in ihre Bestandteile zu zerlegen und enden meist auf der Deponie oder in Form von Flocken in den Schallschutzwänden der Autobahnen. All das nur für das kleine *Ping!* im Kopf, wenn man seine Post sortiert?

Seit wir Weißen die Indianer mit unseren Glasperlen verarscht haben, funktioniert dieser Trick nicht mehr. Sollte man zumindest meinen. Doch die Vanity-Industrie beweist das Gegenteil: Glitter ist in wie nie (was ich partout nicht verstehen kann). Selbst aus der krudesten Statistik schließen die PR-Entscheider natürlich folgerichtig, daß jedermanns Aufmerksamkeit sich eher durch Glitzerndes als durch Ödes erwecken läßt.

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Folgende e-Mail war wohl eher ein PR-Griff ins Klo:

Screenshot Newsletter Klickfreundlich.de

Doch daß die “Pressemeldung”, die eigentlich eine Eigenwerbung für eine Webdesignagentur ist, einen wahren Kern hat, ist wahrscheinlich nicht von der Hand zu weisen. Hier der Text:

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Hamburg bei NachtZuerst mal: Ich bin wieder da, es waren wirklich schöne Tage in Hamburg und auf Helgoland. Nur schade, daß unsere Ferienwohnung im letzten Moment wegen Einbruch abgesagt worden ist, und wir daher vier Nächte in drei verschiedenen Unterkünften zubringen mußten.

Beim Abarbeiten meiner Mails (ich fange dabei immer bei den neuesten an, in der Hoffnung, daß manche Sachen sich bereits wieder erledigt haben) bin ich über die skurrile Meldung gestolpert, daß die meisten Radiosender den Spot zu Uwe Bolls Postal nicht spielen wollen:

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Wer sich ein wenig mit PR und Werbung beschäftigt, und sei es nur ganz nebenbei und hobbymäßig, dem dürfte schon länger bekannt sein, daß der Markt mehr als übersättigt ist; und daß Werbebotschaften dazu tendieren, beim intendierten Empänger zum einen Ohr hinein- und zum anderen wieder hinauszugehen, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Die Tatsache, daß hierzulande die Werbemacher nach langen Jahren der volksverdummenden Werbung mit Pseudo-Fakten (es gab Ausnahmen) endlich aufwachen und sich ein (spätes) Beispiel an den international schon längst erfolgreichen, kreativen Spots und Kampagnen nehmen, führt im Nebeneffekt dazu, daß manch neue, irre kreative Kampagne mißverstanden werden kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn sie a) nicht konsequent durchgehalten wird, b) nicht ausreichend budgetiert ist oder c) aufgrund der Bedenken zarter Seelen in Positionen mit Entscheidungsbefugnis von vorneherein nur einen halb-aufrüttelnden Kurs fahren soll, um aufzurütteln, aber irgendwie doch nicht zu stören.

Im sehr engen und speziellen Bereich der Bewerbung von Filmen an Filmjournalisten zum Erreichen einer besseren Beachtung des Films in der jeweiligen Publikation (die dann oft in ganz ähnlicher Form fürs Publikum zweitverwertet wird) gibt es meist Kampagnen, die sich durchwegs in die Kategorien “gut gemeint” und “ach, wenn wir nur mehr Budget gehabt hätten und dazu die Freiheit, zu machen, was wir eigentlich machen wollten” einordnen lassen.

Man sieht die (oft gute) Idee dahinter und den guten Willen, aber auch die Grenzen, die bei der Durchführung erreicht wurden (im Grunde wie bei Soaps, TV-Produktionen und manchen Filmen). Das ist manchmal, wie in diesem Beispiel, sehr schade.

Myers-Brief unknownHeute habe ich nämlich eine Mail von Michael Myers höchstselbst erhalten, der mich in einem offenbar an mich gerichteten Brief darauf hinweist, daß er nun bald wieder in Freiheit sein und seine Mordlust in die Tat umsetzen wird. An sich eine nette Idee für den Filmstart. Nur leider ein wenig zu brav für meinen Geschmack.

Zum einen scheint Herr Myers nun bei Senator in Deutschland zu arbeiten, wie mir seine Mailadresse verrät, zum anderen fällt dem psychisch kranken Manne keine düsterere Betreffzeile als “Ein Brief von Michael Myers” ein.

Im beiliegenden Brief spricht er mich mit “Lieber Freund” an, und der kleine e-Mail-Blutfleck ganz unten ist auch nicht wirklich gruselig.

Sicher wird keiner der Kollegen ernsthaft erschaudern, aber etwas stärkerer Tobak wäre schon lustig gewesen: Ein Brief, keine Mail, und den auf Englisch, der Absender eine kryptische Adresse (bei Mailadresse eine, die nicht so ohne weiteres oder per Whois zu einem Verleih zurückverfolgt werden können sollte), eine persönliche Anrede, und optisch nicht unbedingt einen Handschrift-Font auf liniertem Papier, sondern eine echt aufwendige Produktion, die dann aussehen sollte wie von einem Myers-Opfer mit letzter Kraft geschrieben und blutverschmiert in die Post gesteckt. Okay – das hätte dann auch wieder nach hinten losgehen können, die einen wären zur Polizei gegangen (wenn nicht schon der Briefträger selbst), die anderen hätte den Brief weggeschmissen, aber die restlichen hätten’s aber deutlich cooler gefunden.

Screenshot Michael Myers-MailDiese Kompromißversion dahingegen mag ihre Berechtigung haben, und ich möchte der Pressestelle mitteilen, daß ich die Idee sehr gut, und die Ausführung gut bis befriedigend finde. Außerdem möchte ich klarstellen, daß ich die ursprüngliche Idee dahinter nachvollziehen kann, und diese prima finde! Hoffen wir nur noch, daß die anderen Spamfilter auch so gut trainiert sind wie meiner und die Mail auch zum Empfänger durchlassen…

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