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	<title>Filmjournalisten.de &#187; Marketing</title>
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	<description>Go ahead, make my day.</description>
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		<title>John Cleese wants to break free</title>
		<link>http://www.filmjournalisten.de/2011/06/07/john-cleese-wants-to-break-free/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 19:10:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Navi-Hersteller TomTom nutzt anonymisierte Bewegung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Navi-Hersteller <a href="http://www.tomtom.com" target="_blank">TomTom</a> nutzt anonymisierte Bewegungsprofile von Handies, um automatisiert minutengenau Staus erfassen und an seine Kundschaft weitergeben zu können (<a href="http://breakfree.tomtom.com/about.php?Lid=3" target="_blank">Funktionsweise</a>). Dieses Produkt heißt <em>HD Traffic</em> und ist <a href="http://www.areamobile.de/news/15126-tomtom-test-hd-traffic-testsieger-bei-tuev-sued" target="_blank">laut TÜV Süd</a> das beste am Markt. Den Dienst können nur Hauseigene &#8220;live&#8221; Navis mit SIM-Karte nutzen, also Geräte, die selbständig das Mobilfunknetz nutzen können, um die aktuellen Verkehrsdaten herunterzuladen. Die Auflösung der Beeinträchtigungen ist sehr hoch, die Datenmenge könnte in einer normalen Verkehrsdurchsage im Radio nicht mehr durchgesagt werden können.</p>
<p>Nun rührt TomTom die Werbetrommel für diesen zusätzlichen Dienst, der eben auch zusätzliche Kosten hervorruft. (Wer die TomTom-App auf dem iPhone nutzt, hat es übrigens leichter, denn damit ist man sowieso im Mobilfunknetz.) Unter dem Motto &#8220;Break Free&#8221;, also &#8220;brich aus&#8221; / &#8220;brich heraus&#8221; vermittelt der Hersteller, dass man mit Hilfe genauerer Verkehrsinformationen aus dem Stau ausbrechen kann. Musikalisch untermalt wird die Kampagne natürlich von dem Queen-Megahit. Wer in Erinnerungen schwelgen will, hier die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Odk3W3qLByI" target="_blank">Version von Wembley</a>.</p>
<p>Für die Kampagne ließ sich auch John Cleese gewinnen. Der Monty Python-Veteran mit dem markanten Äußeren spielt hier ein generisches Stauopfer, das sich in verschiedenen Stausituationen auf typisch englische Weise verhält und durch eigene Interpretation des Klassikers gekonnt wie gewohnt in die Nesseln setzt:</p>
<p><iframe width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/n0HZhM_CrSg" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><iframe width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/gxMS2cSsNJo" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Doch TomTom will mehr als nur Abonnenten mit Hilfe eines lustigen Videos werben. Ganz vorn dabei im Web2.0 gibt es nicht nur den TomTom Twitter-Account (<a href="http://twitter.com/#!/TomTom_DE" target="_blank">DE</a>, <a href="http://twitter.com/#!/tomtom" target="_blank">intl</a>), sondern natürlich auch die <a href="http://www.facebook.com/TomTom" target="_blank">Facebook-Seite</a>. Zur Break-Free-Kampagne gibt&#8217;s nicht nur eine <a href="http://www.facebook.com/TomTom?sk=app_194440847258563" target="_blank">eigene Facebook-Seite</a> (technisch eine Unterseite), sondern auch eine App.</p>
<p>Mit dieser kann man sein eigenes Musikvideo zu &#8220;Break Free&#8221; aufzeichnen und zu TomTom hochladen. Die Videos werden dann veröffentlicht (YouTube und Facebook), und die Videos mit den meisten Belobigungen (Daumen-hoch-Knöpfe gibt&#8217;s ja mittlerweile in irgendeiner Form überall), der gewinnt einen Preis, zum Beispiel ein Auto. Natürlich kann man Videos auch ohne die App drehen und hochladen, und man muss auch nicht selber vor der Kamera stehen.</p>
<p>Ich finde die Kampagne sehr gelungen, denn wo sonst kriegt man mal den Queen-Klassiker im mongolischen Kehlgesang zu hören?</p>
<p><iframe width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/7tnruj42Li4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Oder in einer Version, als Queen noch richtig klein war?</p>
<p><iframe width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/uBHBPf1_x_g" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Es gibt noch jede Menge weiterer Versionen, von aufgedrehten <a href="http://www.youtube.com/watch?v=S8SF1unK4FA" target="_blank">Freundinnen Mitte Zwanzig</a> bis zur <a href="http://www.youtube.com/watch?v=wwrXN61e5kA" target="_blank">Loop-Art eines jungen Mannes</a>, der in mehrfacher Version seines Selbst den Song allein bestreitet. Die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=qCiw8tESZNg" target="_blank">Jodelversion</a> ist in meinen Augen allerdings ein wenig grenzwertig&#8230;</p>
<p>Auch John Cleese mal wieder zu sehen, freut das Cineastenherz, doch das Beste kommt noch: Zur Vorstellung der Kampagne verteilte TomTom noch kleine Knautschmikros, die man sich ins Auto legen kann.<br />
<a href="http://twitpic.com/51x7rv" title="Saugeiles Giveaway von @TomTom_DE: Ein Fake-Mikro zur &amp;quot;B... on Twitpic"><img src="http://twitpic.com/show/thumb/51x7rv.jpg" width="150" height="150" alt="Saugeiles Giveaway von @TomTom_DE: Ein Fake-Mikro zur &amp;quot;B... on Twitpic"></a><br />
Zuerst fand ich das ein wenig kindisch, doch als ich auf der Rückfahrt von dem Presse-Event im Auto &#8220;Jump&#8221; von Van Halen auf voller Lautstärke hörte, musste ich einfach in das kleine Mikro röhren. Auf der Playlist folgte &#8220;Thunderstruck&#8221; von AC/DC gleich im Anschluss, es war um mich geschehen. Wenn die Leute an der Ampel nicht so gelacht hätten, hätte ich womöglich noch selber ein Video gemacht.</p>
<p>Ich kann also schließen mit der Feststellung, dass es auch im Web2.0 möglich ist, gute Kampagnen zu machen. Und dass man nicht immer nur auf TV-Spots warten sollte, um die großen Stars wiederzusehen. Und dass man, wenn man ein Gummi-Knautsch-Mikro in die Hand gedrückt bekommt, rocken sollte, was das Zeug hält.</p>
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		<title>Filmfinanzierung 2.0</title>
		<link>http://www.filmjournalisten.de/2011/04/22/filmfinanzierung-20/</link>
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		<pubDate>Fri, 22 Apr 2011 21:27:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Coming Attractions]]></category>
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		<description><![CDATA[Nicht überall ist es so (verhältnismäßig) einfach w [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht überall ist es so (verhältnismäßig) einfach wie in Deutschland, seinen Film finanziert zu bekommen. Ich spreche natürlich mit einer gewissen Häme von der Filmförderung, die mir als gescheiterten Filmemacher (ehemals angehend) ein Dorn im Auge ist. Gegen Kunstförderung oder Förderung für die ersten größeren Projekte junger Filmemacher habe ich nichts einzuwenden, aber wieso sollten kommerzielle Filme gefördert werden? Wieso muss Doris Dörrie 26 Jahre nach <em>Männer</em> immer noch <a href="http://www.fff-bayern.de/index.php?id=51&amp;tx_ttnews[tt_news]=543&amp;cHash=f86a3c96aaba62f6d03c3c382214245e" target="_blank">gefördert</a> werden? Das halte ich für völlig unnötig. Wenn einer einen Film machen will, mit dem er an der Kasse Kohle machen will, soll er sich auch selber um die Produktionskosten kümmern, so meine Meinung. Wie jeder andere Unternehmer ja auch. Das Risiko, ob der Film denn nun einschlägt oder nicht, über die Filmförderung zu großen Teilen auf den Steuerzahler abzuwälzen, hat einen mehr als faden Beigeschmack, finde ich. Jedes andere Start-Up, das so lange nicht ohne Anschub(teil)finanzierung auskommt, wäre doch schon vor langer Zeit gnadenlos eingestampft worden. So gesehen könnte ich für mein Leben ja auch eine Förderung beantragen, wenn ich mal erfolgreich bin, zahle ich diese zurück, wenn nicht, hat der Steuerzahler halt Pech gehabt. (Hey, keine schlechte Idee eigentlich, nur muss das dann halt jeder bekommen.)</p>
<p>Aber zum Thema. Mir sind derzeit drei interessante Projekte bekannt, die auf unkonventionellem Wege finanziert werden bzw. wurden. Zusätzlich dazu kann ich nur immer wieder auf <a href="http://www.wtpfilm.de/" target="_blank">wtp Film</a> hinweisen, die ihre sämtlichen Projekte aus eigener Kasse stemmen, und in Form von anstrengenden Kinotouren mit Fragerunden bekannt machen.</p>
<p>Die drei Projekte sind:</p>
<p><em>Our Nixon</em>, von Penny Lane und Brian Frye, ein Filmemacherpärchen (mit anderen Hauptberufen) aus Brooklyn. Sie machen einen Film über Richard &#8220;Watergate&#8221; Nixon, den sie über Internet-Spenden finanzieren und aus bisher unveröffentlichten Super 8-Filmmaterial zusammenschneiden (204 Rollen, gefilmt u.a. von Nixons Beratern). Die Frist zur Finanzierung des Films läuft in 14 Tagen ab, und die beiden sind schon jetzt bei 125% ihres Budgetbedarfs angelangt. Je nachdem, wieviel man spendet, bekommt man von einer Postkarte mit dem Hinweis auf den Filmstart über eine DVD des Films bis zum Associate-Producer-Titel samt pritavem Screening, allerdings in New York. Keine schlechte Idee, doch, zugegeben, nicht so leicht durchzuführen für Projekte, deren Kosten in den zig Millionen statt in den Zehntausenden liegen. Wer noch mitmachen will, hier die <a href="http://www.kickstarter.com/projects/1222291754/our-nixon-found-footage-documentary" target="_blank">Spendenseite</a>, hier die <a href="http://www.ournixon.com/" target="_blank">Projektwebseite</a>. Geniale Sache, finde ich!</p>
<p>Das zweite Projekt ist <em>POM Wonderful Presents: The Greatest Movie Ever Sold</em> von Morgan Spurlock. Ihr wisst schon, der <em>Supersize-Me</em>-Selbstversuch-Filmer. Nun, Spurlock hat einen weiteren Selbstversuch gedreht, und zwar diesmal – Achtung – einen Film über den Versuch der Finanzierung eines Films allein durch Product Placement, finanziert allein durch tatsächliches Product Placement (Münchhausen-Methode). Daher auch der Titel, der den Namen eines Granatapfelsaft-Herstellers beinhaltet. Wie man an den Fotos der Premiere (Gawker) sehen kann, lassen sich auch die anderen Sponsoren auf dem Jackett des Regisseurs bewerben, Morgan Spurlock sieht aus wie ein Formel1-Pilot oder ein Weltklasse-Skifahrer, schrecklich. Doch die Kohle kam zusammen, und der Film ist finanziert, abgedreht und auf der Leinwand. Er ist nun zwar eher ein abschreckendes Beispiel, doch ein lehrreiches allemal. Hier ein <a href="http://gawker.com/#!5794671/morgan-spurlock-is-for-sale" target="_blank">Interview beim Gawker</a> und die <a href="http://rogerebert.suntimes.com/apps/pbcs.dll/article?AID=/20110421/REVIEWS/110429995" target="_blank">Kritik von Roger Ebert</a>.</p>
<p>Das dritte Projekt ist <em>Reality XL</em>, ein Streifen von <em>Straight Shooter</em>-Regisseur Tom Bohn, mit Heiner Lauterbach, Max Tidof, Godehard Giese und Annika Blendl. Tom Bohn hatte eines Tages keine Lust mehr auf das ganze Bauchpinseln von Förderern, Produzenten und anderen &#8220;Anzügen&#8221;, die üblicherweise mit an Bord so eines Projektes sind und den ganzen Tag nur Ansprüche stellen; und so drehte er dieses Projekt einfach mit dem Geld, das seine Lebensversicherung zum damaligen Zeitpunkt abzuwerfen bereit war. Mutig, aber auch tapfer. Bei Kevin Smith hat eine ganz ähnliche Finanzierungsweise ja damals auch geklappt (<em>Clerks</em>), und Robert Rodriguez ebenso (<em>El Mariachi</em>). Nur dass Bohn im Filmemachen deutlich erfahrener ist als diese beiden es zum Zeitpunkt ihres Alleingangs waren. Zu <em>Reality XL</em> wird es später noch eine längere Geschichte geben, aber da ich mittlerweile im <a href="http://reality-xl.com/blog/2011/04/19/der-name-dett-janzen/" target="_blank">Produktionsblog</a> aufgetaucht bin, brauche ich das nun auch nicht mehr geheimzuhalten. Hier die <a href="http://reality-xl.com/" target="_blank">Webseite von Reality XL</a>, mit Teaser, Facebook-Seite, Blog und allem, was man im Web 2.0 heute so braucht.</p>
<p>Nicht nur diese drei Beispiele zeigen, dass es nie falsch sein kann, neue Wege zu gehen, und das alte System stets zu hinterfragen. Ich sehe hier drei gewaltig interessante Projekte, die jeweils in einen Film gipfeln, der automatisch auf meiner Must-See-Liste ist. Ich kann nur jedem Filmemacher von morgen, der noch wackelig auf den Beinen ist und sich vielleicht seines Projektes nicht sicher, nur sagen: Lasst Euch nicht entmutigen! Es gibt immer ein Publikum! Und ohne einen aufgeblasenen Distributionsmechanismus (Verleih, Filmrollen) kann es schon heute auch für Euch die Möglichkeit geben, Euren Film zu machen und unter das Volk zu bringen. Man muss bisweilen nur abseits der ausgetretenen Pfade gehen. Viel Erfolg!</p>
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		<title>Tröte der Pandora</title>
		<link>http://www.filmjournalisten.de/2010/06/13/trote-der-pandora/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 21:30:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich hätte ja nie gedacht, dass ich jemals was über Fu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hätte ja nie gedacht, dass ich jemals was über Fußball schreiben würde. Doch ich bin dieser Tage leicht melancholisch, denn vor vier Jahren  hatte ich meinen Recherchedienst für Filmjournalisten gerade eröffnet, und genau zur letzten WM <span style="text-decoration: line-through;">flog mir ja dermaßen die Scheiße um die Ohren</span> <a href="http://www.filmjournalisten.de/2008/05/29/zwei-jahre-meines-lebens/" target="_blank">hatte ich mit den Verleumdungen eines Mißgönners zu kämpfen</a>. Ach, die Erinnerungen&#8230; Eigentlich wollte ich meinen Dienst ja schon letzten Sommer neueröffnen, doch verzögert sich dies derzeit auf unbestimmte Zeit und das aus &#8220;technischen Gründen&#8221;. So schließt sich also der Kreis, vier Jahre später. Egal, ich wollte ja über Fußball schreiben.</p>
<p>Ich bin kein besonders großer Fußballfan, und bade eigentlich nur zur WM in den Emotionen anderer. In der Zeit dazwischen hat sich mir noch nicht erschlossen, was an 22 Millionären, die einem Stück Schwein hinterherlaufen, so faszinierend sein soll.</p>
<p>Nun ist also wieder WM, und das große &#8220;Drumherum-Thema&#8221; ist die Vuvuzela, diese afrikanische Tröte, mit der dortige Fans ihre Mannschaft anfeuern, ihre Freude zum Ausdruck bringen und so weiter. Sämtliche Übertragungen aus Südafrika sind geschwängert mit diesem Summen tausender zorniger Hornissen, und nicht nur bei <a href="http://twitter.com/#search?q=%23Vuvuzela" target="_blank">Twitter</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=E06Ur0ICDeg" target="_blank">YouTube</a> oder <a href="http://www.facebook.com/VuvuzelaGifts#!/pages/FIFA-BAN-THE-ANNOYING-VUVUZELA-HORN-FROM-THE-SOUTH-AFRICA-WORLD-CUP-/124891457531066?ref=search" target="_blank">Facebook</a> beschweren sich die Leute über den nervigen Sound vom Nachbarkontinent.</p>
<p>Doch moment mal: Wo liegt denn genau das Problem?</p>
<p>Wieso ahnte man nicht, dass Zigtausende von Stadionbesuchern und Fans die Vuvuzelas auch benutzen würden? (Immerhin handelt es sich um eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Naturtrompete" target="_blank">historische südafrikanische Signaltrompete</a>, die in Südafrika seit rund zwei Dekaden bei den Massen beliebt ist). Der jetzige Hersteller hat 2001 immerhin einen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Vuvuzela#Origin" target="_blank">Businessaward</a> erhalten, um die Produktion erst ermöglichen zu können.</p>
<p>Wieso machte man die Vuvuzela zur offiziellen Fifa-Tröte und ließ sie in entsprechender Stückzahl herstellen (bzw. vergab die entsprechenden Lizenzen), wenn man nun das Getröte nicht hören will?</p>
<p>Ich finde es eigentlich ziemlich unglaublich, dass sich so viele Leute über die Vuvuzela aufregen. Zum einen wussten die Verantwortlichen ja wohl vorher, welche Büchse der Pandora sie da öffneten, zum anderen sind alle nicht-südafrikanischen Länder und Organisationen Gast in Südafrika (auch per TV) und haben daher höflich zu schweigen, was Sitten und Gebräuche ihres Gastgeberlandes angeht. Wenn Hunderttausende von Südafrikanern den Marketinggag (der traditionellen Vuvuzela in einer massentauglichen Variante) massenhaft ausnutzen, dann ist das eben so. Da hat man einfach zurückzustehen und sich &#8220;Andere Länder, andere Sitten&#8221; vor Augen zu halten. Wer sich über die Vuvuzela in Südafrika aufregt, der beschwert sich auch beim Safariurlaub auch über barbusige Eingeborene, auf dem Oktoberfest über Blasmusik, und im restlichen Bayern über Kirchenglocken oder Biergartenlärm. Also, Leute, den Ball mal schön flachhalten.</p>
<p>Was mich allerdings diebisch freut, ist die offenbar nach hinten losgegangene Marketingaktion mit den Vuvuzelas. Auf der Webseite der FIFA ist das Video <a href="http://de.fifa.com/worldcup/video/video=1241290/" target="_blank"><em>FIFA.com erklärt die Vuvuzela</em></a> jedenfalls nicht aufrufbar. So wie ich die Sache sehe, dachte man, dass man mit der Vuvuzela einen neuen Kult heraufbeschwören, einmal mehr fett Kohle mit dem Merchandising machen und sich für die WM 2014 dann was neues ausdenken kann, vielleicht eine kleine Schiefertafel mit einer Metallgabel zum Kratzen.</p>
<p>Nun fiel die Vuvuzela jedoch eher in Ungnade, und die FIFA wird nun die Geister, die sie rief, nicht mehr los. Hätte man halt nicht so nach dem Geld gegiert und vielleicht den Zauberlehrling gelesen vorab, jaja&#8230; Oder wenigstens den <a href="http://www.youtube.com/watch?v=zIBzUxdTAhk" target="_blank">Rap</a> von <a href="http://www.jdd-musik.de/" target="_blank">JDD</a> gehört, das hätte wohl auch gereicht. Doch nun wird zurückgerudert, ein Verbot erwogen, so getan, als wären die unzähmbaren Fans im Stadion schuld am Mißbrauch der eigentlich ach so harmlosen Tröte. In Wirklichkeit entfaltet sich vor unseren Augen im Moment nichts anderes als der Marketing-Supergau schlechthin. Nun wird alles getan, das Fifa-Image zu retten, nachdem man die Kohle schon eingeschoben hat. Im Grunde wie bei BP, nur mit weniger bleibenden Schäden.</p>
<p>Doch egal, wie die Hintergründe tatsächlich aussehen: Die Vuvuzela klingt doch genau wie die Formel 1, und das guckt ja genau dieselbe Zielgruppe mit größter Freude. Warum zum Geier also so ein Theater um die Tröte?</p>
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		<title>Do I love you, Phillip Morris?</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 21:36:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kommende Woche Am 29. April startet I love you Phillip  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="text-decoration: line-through;">Kommende Woche</span> Am 29. April startet <a href="http://www.i-love-you-phillip-morris.de" target="_blank"><em>I love you Phillip Morris</em></a> in den Kinos, eine sehenswerte schwule Romanze mit Gefängnisausbruch und Verkleidungsspiel. Ich habe zu dem Film auch eine <a href="http://www.moviemaze.de/filme/3289/i-love-you-phillip-morris.html" target="_blank">Kritik</a> verfasst, und fand den Film ganz großartig.</p>
<p><a href="http://www.filmjournalisten.de/wp-content/uploads/2010-02-09_Phillip-Morris-Facebook.png" rel="lightbox[3365]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3366" title="Phillip Morris-Einladung zur Freundschaft bei Facebook" src="http://www.filmjournalisten.de/wp-content/uploads/2010-02-09_Phillip-Morris-Facebook-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Nun freundete sich jüngst ein gewisser Phillip Morris mit mir auf Facebook an. Tatsächlich handelt es sich offenbar um den Account zum Film, sozusagen &#8220;getarnt&#8221; als Person und nicht, wie für solche Fälle üblich, angelegt als Facebook-Seite. Der Unterschied besteht darin: Mit der <a href="http://www.facebook.com/profile.php?id=100000736761264" target="_blank">Person Phillip Morris</a> kann man sich anfreunden, bei einer Facebook-Seite (wie zum Beispiel der zu <a href="http://www.facebook.com/pages/Engel-mit-schmutzigen-Flugeln/286734106367" target="_blank"><em>Engel mit schmutzigen Flügeln</em></a>) kann man nur Fan werden.</p>
<p>Was also bezweckt der Verleih (Alamode) mit dieser Aktion? Ich finde es nämlich nicht uninteressant, einen personifizierten Facebook-Account für einen Film (oder ein anderes Produkt) anzulegen, und jemanden hinzusetzen, der die &#8220;Freunde&#8221; zu Fans und Multiplikatoren. Das ist wie Corporate Blogging, nur zielgerichteter, da man die Freundschaften überblicken kann und nötigenfalls sogar streckenweise kontrollieren. Corporate Facebooking also.</p>
<p>Noch ist nicht viel los mit Phillip Morris. Er hat zur Zeit 31 Freunde, die bei oberflächlicher Betrachtung überwiegend &#8220;was mit Medien&#8221; zu tun haben scheinen (natürlich kann man das bei allen so interpretieren, die einen Facebook-Account haben). Phillips Wall zeugt bis jetzt nur von einigen hochgeladenen Fotos und dem Hinweis auf einen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=7wEsOAxTHGM" target="_blank">Trailer</a> bei YouTube.</p>
<p>Noch ist Zeit bis April, und es könnte interessant werden, was Alamode für ein Marketingkonzept mit Phillip Morris durchzieht. Ich bleibe mit ihm befreundet, mal sehen, was noch kommt!</p>
<p><object width="640" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/7wEsOAxTHGM&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/7wEsOAxTHGM&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="385"></embed></object></p>
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		<title>Distanz? Recherche? Pah!</title>
		<link>http://www.filmjournalisten.de/2010/01/26/distanz-recherche-pah/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 21:06:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Passend zu diesem Artikel über den Rückgang des echte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Passend zu diesem <a href="http://www.filmjournalisten.de/2010/01/22/ein-film-eine-meinung/" target="_blank">Artikel über den Rückgang des echten Filmjournalismus</a> zeigt sich <a href="http://www.zeit.de/kultur/musik/2010-01/musik-pr-replik?page=all" target="_blank">die Parallele im Musikjournalismus</a>, wo es nicht anders zugeht als bei uns. PR-Profis (meist selbst sogar ehemalige Journalisten) liefern meist druckfähige Formulierungen, und der (meist, wenn frei) unterbezahlte Journalist/Redakteur/Redaktion/Medium spart sich das Anecken und die Arbeit und schreibt, was die PR-Firma diktiert. Willkommen im Zeitalter des werbegesteuerten Journalismus!</p>
<p>Danke für den Link, AF.</p>
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		<title>18:30 Uhr ist das neue 16 Uhr</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 22:59:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier in München fanden die Pressevorführungen schon i [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier in München fanden die Pressevorführungen schon immer (zumindest, seit ich dabei bin) in hauptsächlich drei Schienen statt:</p>
<ul>
<li>Die 11-Uhr-Vorführung kommt der bayerischen Gemütlichkeit entgegen (in anderen Städten geht&#8217;s meist schon um 10 Uhr los, hier kommt man wenigstens noch zum frühstücken),</li>
<li>13:30 Uhr ist ideal, um vorher noch einen leichten Lunch zu sich zu nehmen, aber auch, um im Anschluss nicht zu früh und nicht zu spät einen schönen Kaffee genießen zu können,</li>
<li>und 16 Uhr ist großartig, weil man noch früh genug aus dem Kino kommt, um nötigenfalls noch ein paar Einkäufe zu erledigen. Wer erst zur 16 Uhr-Vorführung anreist, kann fast einen ganzen Tag vorher nutzen; und auch können sich Kollegen, die tagsüber in artverwandten (oder gar artfremden) Jobs festsitzen, bisweilen für diesen Termin loseisen. Uns geht&#8217;s also gut in München.</li>
</ul>
<p><span id="more-3320"></span>Zur Abrundung des Kino-Potpourri gibt es jedoch noch ein paar zusätzliche Optionen für die Veranstaltung von Pressevorführungen:</p>
<ul>
<li>Die Vorverlegung des ersten Films auf 10:30 oder gar 10 Uhr bei Überlänge ist nicht unbekannt.</li>
<li>Auch gab es schonmal mindestens eine PV um 9 Uhr (also im Morgengrauen), ein Zeitpunkt, zu dem Feuilletonisten erfahrungsgemäß besonders aufnahmefähig sind. Zur Verteidigung sei hier erwähnt, dass es sich – so meine ich mich zu erinnern – um einen Termin für die Leute handelte, die noch einen Flug erwischen mussten, um am Nachmittag Cast &amp; Crew in der Hauptstadt zu interviewen.</li>
<li>Mancher Film wird abends um 18:30 oder 20 Uhr gezeigt. Hier gilt eigentlich noch immer die unausgesprochene Regel, dass eine Begleitung für Abendvorstellung (alles, was nach 18 Uhr anfängt) automatisch erlaubt ist, was jedoch oft genug durch eindeutige, meist harsche Formulierungen in den Einladungen unterbunden wird.</li>
<li>In seltenen Fällen gibt es sogar Pressevorfühurngen um 18:30 und 21 Uhr, also sozusagen ein Double Feature, auch 23 Uhr für einen Horrorfilm (der dadurch nicht besser wurde) ist schon vorgekommen.</li>
<li>Manche Verleiher veranstalten ab und zu Matinees, also Samstag oder Sonntag gegen 12, wo man dann mit der ganzen Familie aufschlagen und einen Kinderfilm gucken kann.</li>
</ul>
<p>Man könnte also sagen: In einer normalen Arbeitswoche ist der Kalender des Filmjournalisten von 11 bis ca. 18 Uhr geblockt, Montag bis Freitag, das macht also Platz für 15 Filme. Pro Monat kommt dann noch im Schnitt ein Abendtermin hinzu, und pro Quartal eine Matinee. Soviel mein subjektives Empfinden für die Zeit von 1997 bis Ende 2009.</p>
<p>Der Zeitaufwand pro (nichtmarginale) Filmkritik beträgt ca. 2 Stunden. Dazu kommen nochmal 2 Stunden Film, und wenn man die oft nicht unbeträchtlichen Fahrzeiten (man guckt ja nicht jeden Film und steht bei drei Stunden Pause sicher nicht im Foyer umher) außer Acht lässt, kommt der Filmkritiker also auf 4 Stunden Arbeit pro Film.</p>
<p>(Das erlaubt ihm 10 Filme pro Woche, was den Preis einer Filmkritik bei einem würdigen Gehalt von € 2500 netto im Monat ohne Weihnachtsgeld bei ungefähr 105 Euro ansetzt. Doch dort wollte ich gar nicht hinrechnen.)</p>
<p>Sieht sich der Filmjournalist alle 15 Filme einer Woche an, hat er für 60 Stunden Arbeit, was viel ist, zumal kreatives Schreiben nicht dasselbe ist wie die meisten anderen Jobs. Sieht sich der Journalist drei Filme eines Tages an und kommt um 19 Uhr nach Hause, hat er noch sechs Stunden Arbeit an der Tastatur vor sich.</p>
<p>Nun ist es unrealistisch, dass ein Journalist tatsächlich jeden Tag jeder Woche über jeden Film schreibt: Allein schon, weil nicht wenige Filme ja mehrmals gezeigt werden und es zum Glück aufgrund eines eigentlich sehr wackeligen Koodrinierungssystems nur selten zu Kollisionen kommt. Auch schwirrt einem schon nach drei Filmen oft genug der Kopf, dass man sich besser Notizen macht, welcher Gag in welchem Film gesessen hatte und wo dies eher nicht funktioniert hatte. Keinesfalls rechtfertigt das jedoch die Verlängerung unserer Arbeitszeiten.</p>
<p>Denn Pressevorführungen sind Arbeitszeit. Das Kino ist unser Arbeitsplatz. Die Sichtung eines Films ist Arbeit. Dass die allermeisten von uns gern ins Kino gehen und sich dieses Hobby mit Freude zum Beruf gemacht haben, ist irrelevant. Wir sind in der Arbeit.</p>
<p>Doch gerade Abendvorstellungen werden vom Veranstalter scheinbar ganz gern als eine Art Event gesehen. Man möchte uns damit wohl meistens vermitteln, es handele sich um einen ganz besonderen Film, der eine Abendvorstellung verdiene. Meistens gibt es Häppchen zur Stärkung (nichts dagegen einzuwenden), oder auch mal zum Film passende Cocktails (zum Beispiel Bloody Mary zu Horrorfilmen), die Veranstalter geben sich wirklich redlich Mühe.</p>
<p>Doch trotz aller Lieb-Gemeintheit: Es ist Arbeitszeit am Abend, die mir da gegeben wird. Ich bin Filmkritiker, ich kann einen Film auch morgens um elf (und ohne Cocktail) beurteilen, dafür muss man meinen Arbeitstag nicht um ein Drittel verlängern.</p>
<p>Nun würde ich das nicht weiter bloggen, denn Abendvorstellungen ab und zu sind schon okay. Doch das Jahr ist noch keine drei Wochen alt, und mir liegen bereits fünf PV-Termine um 18:30 Uhr vor, drei davon gestern, heute und morgen, ein weiterer kommende Woche. Der fünfte liegt in der zweiten Februarwoche, also noch weiter weg. Die vier aktuellen jedoch finden alle an Tagen statt, die alle zur 11-Uhr-Schiene beginnen und gut gefüllt sind.</p>
<p>Ist dies nun die Kompensation für die zwei freien Wochen rund um Weihnachten oder die Bugwelle der kommenden Berlinale? Wird sich das von alleine geben oder wird es ein neuer Trend, zwei Überstunden pro Tag anzusetzen? Wir werden sehen.</p>
<p>Ich jedenfalls möchte meine Arbeit gut machen, daher schreibe ich nur, wenn ich &#8220;mich danach fühle&#8221; (zum Glück ist das verhältnismäßig oft), und dafür brauche ich halbwegs geregelte Arbeitszeiten. Es ist holprig genug, sich als Selbständiger ohne Lohngewissheit durchs Leben zu powern, als dass ich auch noch jubilierend nach drei Filmen einen vierten mitnehmen müsste. Und dann um halb zehn heimzukommen und sich an das Schreiben von vier Filmkritiken zu machen – oder diese auf andere, ähnlich vollbesetzte Tage zu verschieben. Wenn man stark gefragt ist, natürlich nur.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ikea im Kino &#8211; nette Kampagne</title>
		<link>http://www.filmjournalisten.de/2009/12/24/ikea-im-kino-nette-kampagne/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 23:08:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass in Filmen gerne Ikea-Möbel und -Utensilien auftau [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass in Filmen gerne Ikea-Möbel und -Utensilien auftauchen, ist ja hinlänglich bekannt (und meiner persönlichen Meinung nach gar nicht mal zwingend Product Placement, sondern einfach nur für die Produktion günstig zu beziehen, zumindest in den meisten Fällen). Nun hat Ikea Österreich eine simple wie geniale Werbeidee durchgezogen, doch seht selbst:</p>
<p><object width="640" height="505"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/pxwZJH2S86g&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/pxwZJH2S86g&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="640" height="505"></embed></object></p>
<p>Den Kommentaren bei YouTube nach kommt die Aktion nicht so gut an, doch wenn man der Info des YouTube-Videos glauben darf (und dem Gelächter des Publikums im Film ebenso), gab es nur drei Störungen pro Film. Mein Fazit: Subbr Sach!</p>
<p>(Ab jetzt kommen nur noch vorprogrammierte Beiträge, also schonmal frohes Fest!)</p>
]]></content:encoded>
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		<title>John Cusack, Twitter und 2012</title>
		<link>http://www.filmjournalisten.de/2009/08/01/john-cusack-und-2012/</link>
		<comments>http://www.filmjournalisten.de/2009/08/01/john-cusack-und-2012/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 01 Aug 2009 15:14:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blogging]]></category>
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		<description><![CDATA[John Cusack twittert eifrig unter seinem Nick shockozul [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://valebrity.com/2009/06/26/john-cusack-shockozulu/" target="_blank">John Cusack twittert</a> eifrig unter seinem Nick <a href="http://twitter.com/shockozulu" target="_blank">shockozulu</a>. Der bekannte und beliebte <a href="http://www.imdb.com/name/nm0000131/" target="_blank">Schauspieler</a> spielt außerdem in Roland Emmerichs <a href="http://www.imdb.com/title/tt1190080/" target="_blank"><em>2012</em></a> die (oder zumindest eine) Hauptrolle.</p>
<p>Nun twitterte Cusack, <a href="https://twitter.com/shockozulu/statuses/3070281476" target="_blank">dass Sony ihn bat, den Filmstart via Twitter zu unterstützen</a>. Rein zwischenmenschlich sehe ich keinerlei Problem darin, dass man einen Beteiligten an einem Film bittet, positive oder gar keine Stimmung für den Film zu machen. Das ist nur natürlich. Selbst wenn es beim Dreh Schwierigkeiten gegeben haben sollte, ist es ja nur menschlich, dass man nicht wünscht, dass jemand einem nachträglich in den Pool <span style="text-decoration: line-through;">sch..</span> pinkelt.</p>
<p>Nun ist der Filmverleih kein Kumpel und John Cusack als Hauptdarsteller kein Jedermann. Immerhin über 20.000 Follower verfolgen Cusacks Tweets, und diese dürften, da Internet-affin und sicherlich selber <span style="text-decoration: line-through;">Blogger, Twitterer, Facebooker und Myspacer</span> Social Networker, als begehrenswerte Multiplikatoren gelten. Dann multipliziere ich doch mal:</p>
<p>Ich frage mich: Ist die Bitte von Sony an Cusack, den Film zu unterstützen, moralisch verwerflich oder nicht? Einerseits gibt es keinerlei Verpflichtung für Cusack, positiv über den Film zu twittern, und natürlich ist es nur im Sinne von Sony, dass der Film einen guten Start hat. Andererseits dürfte <em>2012</em> ohnehin keine Probleme bekommen, seine Kosten wieder reinzuspielen und obendrauf noch einen hübschen Gewinn zu erwirtschaften. Wenn Cusack oder andere Beteiligte über den Film twittern wollen, dann tun sie es sicherlich auch ohne Aufforderung, positiv wie negativ.</p>
<p>Doch wenn ein so großes Unternehmen Cusack direkt anspricht und bittet, Werbung für den Film über seinen privaten Twitter-Kanal zu machen, dann ist das für meine Begriffe doch reichlich unverschämt. Klar muss Cusack nicht, aber dass der Verleih überhaupt gefragt hat, ist ja wohl die Höhe.</p>
<p>Warum ist das die Höhe? Wenn man früher in einem Geschäft bedient wurde, hieß es an der Kasse oft &#8220;Empfehlen Sie uns weiter&#8221;. Das ist ganz normal und quasi schon eine Verabschiedungsformel. Doch wenn mich dahingegen der Geschäftsführer abends privat anruft und sagt: &#8220;Ich hab nachgeforscht, Du hast Doch viele Freunde. Empfiehl denen doch bitte aktiv mein Geschäft&#8221;, dann ist das doch reichlich unverschämt, oder nicht? Analog dazu heißt das: Da John Cusack bei <em>2012</em> mitspielt, steht zu hoffen (mehr nicht), dass er vielleicht positiv über seine Erfahrungen und den Film berichtet oder lieber gar nicht, wenn seine Erfahrungen und Eindrücke negativ sind. Bis hierhin reicht der gute Ton. Wenn er aber extra aufgefordert wird (im Urlaub übrigens, momentan berichtet er aus <a href="https://twitter.com/shockozulu/statuses/3070362203" target="_blank">Irland</a>), positiv die Werbetrommel zu rühren, noch dazu in einem eher privaten Umfeld, dann ist das echt frech. Und unpassend.</p>
<p>Und ganz normal für die heutige Zeit, leider. So wie übrigens auch diese Linktausch-Angebote, die ich immer wieder bekomme. Da wollen Kino/Film-Blogs sich mit meinem verlinken (oder auch <a href="http://www.billigfluege-weltweit.net/" target="_blank">Billigflugvermittler</a>, wtf?), und ich soll im Gegenzug den anderen Blog, den ich überhaupt nicht kenne, der womöglich nichtmal gut ist, und den es vielleicht noch gar nicht gibt (oder nicht mehr, wie <a href="http://www.film-deluxe.de/" target="_blank">diesen hier</a>), empfehlen. Dass dieser Blog eine völlig andere Zielgruppe hat als allgemeine Filmblogs, ist offenbar völlig egal. Es geht irgendwelchen Marketingagenturen bei diesen Schnellstartprojekten immer nur um Klicks, Page Impressions, Pageranks und lauter anderen Businesskäse. Mir geht es darum, zu schreiben, wozu ich Bock habe, und lesen können es Menschen (Menschen!), die auch Bock dazu haben. Da brauch ich keine Traffic-Pumpe, denn wer einen Blog wie diesen sucht, wird ihn schon finden. Und diese anonymen Massen, die scheinbar nur zum Klicken da sind, um irgendein Businessmodell am Funktionieren zu halten, interessieren mich überhaupt nicht.</p>
<p>Bin ich schon so vergrämt, dass ich behaupte, früher war alles besser? Sind diese Traffic-Businessideen was fundiertes? Braucht man zum Leben wirklich Google? So, und jetzt runter von meinem Rasen!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Sperrfristklauseln auf neuem Niveau</title>
		<link>http://www.filmjournalisten.de/2009/04/24/sperrfristklauseln-auf-neuem-niveau/</link>
		<comments>http://www.filmjournalisten.de/2009/04/24/sperrfristklauseln-auf-neuem-niveau/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2009 20:57:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Coming Attractions]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
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		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[PR]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Neulich gab es eine Pressevorführung von Wolverine. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich gab es eine Pressevorführung von <em>Wolverine</em>. Es hatte angeblich schon eine deutlich frühere gegeben, doch die war wohl nur für ausgewählte <em>Marketing-Candy-Kollegen</em>. Doch die Existenz dieser mysteriösen früheren PV, einer sogenannten &#8220;Pinkie&#8221;, die üblicherweise nur für Alpha-Kollegen stattfindet, ist mir nicht gesichert bekannt. Daher zurück zum eigentlichen Thema:</p>
<p><span id="more-2250"></span>Zur regulären Vorführung wurde ich, immerhin seit bald 12 Jahren als Filmjournalist tätig, auch eingeladen. In der Einladung stand, dass man den Film nur nach Unterzeichnung einer Sperrfristerklärung sehen darf. Dies ist nicht unüblich, und ich halte Sperrfristen grundsätzlich für eine faire Sache. Die Verleiher gestatten den Journalisten, den Film vorab zu sehen, und die Journalisten versprechen im Gegenzug, erst ab einem gewissen Datum über den Film zu berichten.</p>
<p>Hier gab es schon immer gern kleine Probleme und Reibereien (ganz allgemein, nicht speziell bei diesem Verleih), zum Beispiel müssen Printpublikationen ja auch rechtzeitig in den Druck gehen. Oder werden, insbesondere bei Monatsmagazinen, zu früh für den Geschmack des Verleihs und seiner Marketingstrategie veröffentlicht, insbesondere, wenn ein Film am Monatsende startet. Auch passiert es bisweilen, dass die Sperrfrist nur einen oder zwei Tage vor dem regulären Start endet &#8211; viel zu spät für ernsthaften Journalismus in allen Kanälen. Wie gesagt, hier kommen Presse und Filmwirtschaft bisweilen ins Gehege.</p>
<p>So eine Sperrfrist ist immer eine Gratwanderung zwischen Goodwill der Verleiher, den Film der organisatorischen Einfachkeit halber etwaas früher zu zeigen (so wie noch vor wenigen Jahren übrigens wäre es schön!), und dem Goodwill der Journalisten, sich trotz Kenntnis des Films und der theoretischen Möglichkeit, sofort und damit als Erster zu publizieren, bis zu einem gewissen Datum zurückzuhalten.</p>
<p>Natürlich sollten Sperrfristen stets für alle Publikationsformen gleich gelten (also für Print, Online, Radio und TV gleichermaßen und nicht getrennt), es sollte beiden Seiten stets klar sein, dass z.B. ein Druck alleine noch keiner Veröffentlichung entspricht (sondern erst der Verkauf), und es sollte ebenso nicht zur Schikane kommen, indem so eine Sperrfrist grundsätzlich gesunde zwei Wochen vor Filmstart endet. (Journalisten sind keine Marketinginstrumente.)</p>
<p>In diesem Falle jedoch will ich jedoch gar nicht eingehen auf die sehr knappe Sperrfrist (Frist: 27.4.09, Filmstart: 29.4.09), und auch nicht auf den Sonderfall, dass der Film bekanntermaßen <a href="http://wortvogel.de/?p=5572" target="_blank">schon vorab im Netz zu ziehen war</a>, was den Verleih möglicherweise erst zu dieser drastischen Sperrfristentscheidung getrieben hat, sondern auf <span style="text-decoration: line-through;">die bodenlose Frechheit</span> <span style="text-decoration: line-through;">die versuchte Beschneidung meiner Grundrechte</span> die überaus gewagte Entscheidung, uns Journalisten nicht nur das Kritik-Veröffentlichen zu untersagen, sondern auch noch die <a href="http://www.artikel5.de/gesetze/gg.html#art5" target="_blank">freie Meinungsäußerung</a>, wie sie uns laut §5 <a href="http://www.bundestag.de/parlament/funktion/gesetze/Grundgesetz/gg.html" target="_blank">GG</a> zusteht. In der Sperrfristklausel, die es zu unterschreiben galt, heißt es nämlich:</p>
<p><a href="/wp-content/uploads/2009-04-20-sperrfristklausel-wolverine-fox.png" rel="lightbox[2250]"><img class="aligncenter size-full wp-image-2251" style="vertical-align: baseline;" title="Sperrfristklausel zu Wolverine" src="/wp-content/uploads/2009-04-20-sperrfristklausel-wolverine-fox.png" alt="Sperrfristklausel zu Wolverine" width="467" height="103" /></a>Mal ehrlich: Die <strong>eigene Meinung</strong> nicht <strong>an Dritte</strong> weitergeben? Ich darf also nichtmal der Pressebetreuung nach dem Film ein Statement geben? Nicht meiner Frau/Freundin/Lebensgefährtin am Abend sagen, wie mein Arbeitstag so war? Meinen Freunden nicht sagen, dass ich <em>Wolverine</em> gesehen habe und er &#8230; war? Wäre ich mit Hugh Jackman* befreundet, dürfte ich nichtmal ihm sagen, was ich von seiner Arbeit halte? Das ist ja wohl ein schlechter Witz! Ein noch schlechterer als <a href="http://www.filmjournalisten.de/?p=1236" target="_blank">der</a> <a href="http://www.filmjournalisten.de/?p=1261" target="_blank">von</a> <a href="http://www.filmjournalisten.de/?p=1307" target="_blank">neulich</a>!</p>
<p>Wenn ein Verleih möchte, dass sein Film möglichst jungfräulich auf den Markt kommt, dann ist eine <em>vernünftige</em> Sperrfrist das Mittel der Wahl. Denn <em>keine PV</em> zu machen, führt eher zu negativen Kritiken (und zu massenhaft entsprechenden Meinungen im Vorfeld). Aber selbst die <em>private Meinungsäußerung</em> verbieten zu wollen, das geht eindeutig zu weit, und führt zu noch schlechterer Stimmung, als den Film der Presse vorzuenthalten. Siehe <a href="http://wortvogel.de/?p=6000" target="_blank">Wortvogel</a> und <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/6/136468" target="_blank">Heise/Telepolis</a>. Und wer selber nach Meinungen zu Sperrfristen zu <em>Wolverine</em> suchen will, hier <a href="http://www.google.de/search?q=sperrfrist+wolverine" target="_blank">die entsprechende Google-Suche</a>.</p>
<p>Ich als Journalist bin ja gern bereit dazu, mich im Zuge des (nun nicht mehr ganz frischen) Aufkommens der neuen Medien, mit der &#8220;anderen Seite&#8221; an einen Tisch zu setzen und die Spielregeln (siehe auch mein <a href="http://www.filmjournalisten.de/?p=2010" target="_blank">Manifest</a>) für Produktjournalismus für das 21. Jahrhundert im Filmbereich auszukappeln: Fairness auf beiden Seiten, Presse- und Meinungsfreiheit, aber dafür keine Meinungsmache, wohl aber fundiert recherchierter, wahrer Journalismus. Keine Marketingslogans in den Publikationen (außer bezahlte Werbung natürlich), kein <em>Herding</em> der Journalisten in <em>Alpha, Prime</em> oder <em>Key</em> und <em>Rest</em> und keinerlei Versuche mehr, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vierte_Gewalt" target="_blank">Vierte Gewalt</a> zu umgehen. Mit der mag man ja im Kulturjournalismus leichtes Spiel haben, weil unsereins offenbar weitgehend aus Balsaholz geschnitzt ist, aber dennoch sind wir Journalisten. So richtig echte.</p>
<p>Doch die Kollegen haben schon recht: Filmjournalisten sind viel zu lethargisch und individuell, um selbst einen ordentlichen Streik zu organisieren, konkrete Maßnahmen zu bündeln, etwas auf die Beine zu stellen. Schade, dass die Filmverleiher und ihre Marketingstrategen das immer wieder ausnutzen wollen.</p>
<p>*Bin ich jetzt etwa schon dran, weil ich vor Ablauf der Sperrfrist verraten habe, dass Hugh Jackman mitspielt?</p>
]]></content:encoded>
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		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mutige Viralkampagne oder Spam? Mit dem Feuer spielt man jedenfalls nicht&#8230;</title>
		<link>http://www.filmjournalisten.de/2008/11/06/mutige-viralkampagne-oder-spam-mit-dem-feuer-spielt-man-jedenfalls-nicht/</link>
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		<pubDate>Thu, 06 Nov 2008 16:25:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[PR]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemeldung]]></category>

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		<description><![CDATA[Gleich zweimal schickte mir ein(e) W. Szymczak heute ei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2008-11-06-eylandt-recherche-mail.png" rel="lightbox[1683]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1684" title="Infomail zur angeblichen Brisanz des Films Die Eylandt Recherche." src="/wp-content/uploads/2008-11-06-eylandt-recherche-mail-150x150.png" alt="" width="150" height="150" /></a>Gleich zweimal schickte mir ein(e) W. Szymczak heute eine auf den ersten Blick brisante Mail: Unter dem Betreff <em>Die Eylandt Recherche</em> wird behauptet, dass das <span style="text-decoration: line-through;">Innenministerium</span> Bundesministerium des Inneren (<a href="http://www.bmi.bund.de/" target="_blank">BMI</a>) angeblich in Erwägung zieht, den Film (<a href="http://www.eylandt.de/" target="_blank">Webseite</a>) wegen seiner Brisanz aus den Kinos zu nehmen. Ich solle die Mail doch bitte an möglichst viele Empfänger weiterleiten, steht da noch.</p>
<p>Ganz zufällig hat <em>Die Eylandt Recherche</em> gerade am heutigen Donnerstag ihren Kinostart in Deutschland.</p>
<p>Beim Bundesinnenministerium sind natürlich keinerlei brisante Recherchen zum Film bekannt (derzeit), was mir soeben telefonisch bestätigt wurde. Also handelt es sich bei der Mail offenbar um eine private Initiative und keine offizielle Pressemeldung, was allein bereits eine Sperrfrist überflüssig macht. Bereits die fehlenden Kontaktdaten der angeblichen offiziellen Stelle, die diese &#8220;brisante&#8221; Meldung ohne jeglichen nachprüfbaren Fakt herausgegeben hat, machen dies deutlich. Die ersten Pressevorführungen waren Mitte September, der Film war damals schon fertig, und wäre auch damals schon brisant gewesen. Ich habe ihn trotzdem verpasst.</p>
<p>Es handelt sich also wahrscheinlich um eine Viralkampagne für den Filmstart: Die Mail soll von Internetnutzer zu Internetnutzer weitergehen, damit möglichst viele Leute ins Kino strömen, bevor das Ministerium den angeblich so brisanten Film aus dem Verkehr nimmt. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden, <a href="http://www.filmjournalisten.de/?p=558" target="_blank">schöne Viralkampagnen sind was Feines</a>. Problematisch ist jedoch die Einbeziehung des Bundesinnenministeriums, das bei Rückfragen zu dieser Behauptung natürlich aktiv werden <em>muss</em>, sowie die direkte Aufforderung zum Weiterleiten, also Spammen. Auch sollten solche Kampagnen nicht über Filmjournalisten gestartet werden, sondern eher direkt beim &#8220;unsuspecting user&#8221;. Die genannte Nachrichtenagentur &#8220;news-atp&#8221; konnte ebensowenig recherchiert werden wie der Absender. (zumindest mit einigen Versuchen bei Google.)</p>
<p>Ich persönlich denke, dass diese Kampagne weder von der Produktionsfirma, noch vom Verleih, noch von der PR-Agentur ins Leben gerufen wurde. Kein vernünftiger Vorgesetzter würde riskieren, die <span style="text-decoration: line-through;">Jungs vom Schäuble</span> Behörden wegen falscher Behauptungen ins Haus zu holen. Auch fehlt mir irgendwie das &#8220;verschwörerische Element&#8221; in dieser Mail: Sie sieht ein wenig zu sehr nach Pressemeldung aus (Sperrfrist, typische redaktionsfreundliche Gestaltung mit Überschrift, angeblicher Quelle und Autorenkürzel), und die deutliche Aufforderung zur Weiterleitung direkt am Tage des Filmstarts wirkt plump. (ich sage &#8220;wirkt&#8221;, nicht &#8220;ist&#8221;! Nur, damit es nicht wieder Stress gibt!) Die Leute leiten das schon selber weiter, wenn es nur brisant genug ist. Eine direkte Bitte darum wirkt eher verdächtig.</p>
<p>In meinen Augen daher nicht Fisch (augenscheinlich brisante Mail), nicht Fleisch (Pressemeldung), und daher auf meinem Radar eher weiter unten.</p>
<p>Keine Ahnung, wer das geschickt hat, und ich werde sicher nicht versuchen, es herauszubekommen. Tut mir leid, dass jetzt W.S. unter den Anfragen leiden muss. Dumm außerdem, dass der Film in meinen Augen nun jedoch schlechter dasteht als vorher, obwohl ich ihn nichtmal gesehen habe: Das ist halt die negative Assiziation.</p>
<p>Ich habe mir übrigens nicht die Mühe gemacht, beim Filmverleih und der Presseagentur nachzufragen, ob die mehr wissen: Wenn ja, würden meine obigen Äußerungen vielleicht als ungeschickt aufgefasst werden, wenn nein, wüßte ich auch nicht mehr.</p>
<p>Besser haben es übrigens die Leute von <em>Das Verhör</em> gemacht, die haben nämlich <a href="http://www.filmjournalisten.de/?p=688" target="_blank">ein Ministerium erfunden</a> (mit <a href="http://www.mffe.de/" target="_blank">Webseite</a>) und <a href="http://www.filmjournalisten.de/?p=719" target="_blank">in dessen Namen Mails verschickt</a>. Wer nachrecherchierte, fand schnell heraus, dass alles nur Fake war.</p>
<p>Hier noch die Mail im Volltext:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><span id="more-1683"></span></p>
<p style="padding-left: 30px;"><span style="color: #800000;">Bitte an möglichst viele Empfänger weiterleiten!!!!!<br />
</span><br />
<strong><span style="font-size: x-small;">Jetzt ist auch die innerste Bundesbehörde auf den heiß diskutierten Fall aufmerksam geworden</span></strong><br />
<strong>Zieht der BMI &#8220;Die Eylandt Recherche&#8221; aus dem Verkehr?</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>news-atp</em>, 4. November 2008 (Sperrfrist 4.11.08, 16 Uhr) &#8211; Am 6. November startet in vielen Städten Deutschlands der Film &#8220;Die Eylandt Recherche&#8221; in den Kinos. Der von Regisseur Don Miguel gedrehte Film, eine deutsch-spanische Koproduktion, recherchiert die Hintergründe einer Legende, der zufolge im Keller eines Duisburger Hauses eine unglaubliche Geschichte stattfand. Die Dokumentation zeigt die Ermittlungen zu den Hintergründen der Briefe von Josefine Eylandt, einer Duisburgerin, die behauptet, vom Ende des 2. Weltkrieges über viele Jahrzehnte drei &#8220;Personen&#8221; in ihrem Keller versteckt zu haben. Soweit die Beschreibung des Films, der seit Monaten in Internet-Blogs und -Foren kontrovers diskutiert wird, und der in der Regel schon im Vorfeld als hauptsächlich fiktive Geschichte eingeschätzt wird. Doch die Briefe von Josefine Eylandt rufen jetzt auch die Ermittlungsbehörden auf den Plan. Wie aus vertraulichen Quellen verlautete, untersuchen Mitarbeiter des BMI und anderer Organe seit einigen Wochen den Fall und schätzen die Ergebnisse der Ermittlungen mittlerweile als &#8220;höchst brisant&#8221; ein. Ein Mitarbeiter des Bundesinnenministeriums bestätigte dem Autor gegenüber zudem, dass zur Zeit sogar in Erwägung gezogen wird, aus Sicherheitsinteresse kurzfristig die Kinoauswertung des Films zu unterbinden. (krj)</p>
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