Archiv für die Kategorie: “international”

Für uns sind sie lustige Gimmicks. Im Iran stellen sie momentan die einzig sichere Möglichkeit dar, Informationen auszutauschen: Twitter, Youtube und Konsorten. Angesichts der totalen Aussetzung von Pressefreiheit und des Verbots der freien Berichterstattung in Teheran, ist das zu begrüßen. Täglich werden es mehr, die mit ihren Handys filmen, die Truppenbewegungen auf Twitter dokumentieren oder einfach ihre Trauer über den Tod der Demonstrierenden kund tun.

Allerdings steigt mit der Vielzahl der Nutzer auch die Vielzahl der Manipulationsmöglichkeiten. Den Rest des Eintrages lesen »

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Als ich erfahren habe, dass Robert Downey Jr. den einzigartigen Sherlock Holmes in einer aktuellen Verfilmung verkörpern wird, ist mir gar nicht in den Sinn gekommen, danach zu fragen, welche der vielen hervorragenden Geschichten mit dem Detektiv denn nun verfilmt würde. Die Antwort ist verblüffend einfach: Gar keine. Man hat einfach eine neue geschrieben.

Hier erstmal der Trailer:


Sherlock Holmes

Nun, wahre Holmes-Liebhaber sind ja geradezu gezwungen, sich über eine derartige Verfehlung zu empören! Als ob irgendein heutiger Autor auch nur annährend eine authentische Holmes-Geschichte zu Papier bringen könnte! Keine Chance! Und wie man ja im Trailer schon sieht, geht es mal wieder ganz Hollywoodlike mit ordentlich Wumms zur Sache, die halbe Welt ist ein Gefahr (einzelne Leben zählen wohl nichts mehr), und Holmes beeilt sich. Beeilt sich! Wie kann denn das passieren? Das passt so überhaupt nicht zu dem kühlen Denker. In einer der Geschichten zum Beispiel erhalten Holmes und Watson einen Hilferuf per Telegramm: Eine Frau auf dem Land ist sicher, bald ermordet zu werden. Da an diesem Abend kein Zug mehr aufs Land geht, gehen Holmes und Watson stattdessen ins Theater. Am nächsten Tag ist die Frau tot – ganz normal, es ging halt nicht schneller. Das ist Serlock Holmes! Der beeilt sich nicht, und rennt schon gleich dreimal nicht! Auch wenn Hollywood das gern so hätte. Also bin ich nun leider skeptisch, was diesen neuen Film angeht. Schade, hätte nicht so sein müssen.

PS: Außerdem bin ich vom Kongress zurück, wie man unschwer erkennen kann. Es war sehr arbeitsintensiv, hat aber auch eine Menge Spaß gemacht. Derzeit kämpfe ich mich gerade durch die Abrechnung, gar nicht so einfach, aus fast zwei Wochen alten ungarischen Kassenzetteln herauszulesen, was man eigentlich wo gekauft hatte…

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Heute geht ja Cannes los, und ich bin schon wieder nicht dabei. Allen, die hingefahren sind, viel Spaß! Alle, die hiergeblieben sind, können sich mit Twitter und div. Blogs über Wasser halten. Ich die Tweets von kino-zeit.de mit.

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Wer sich so auf Brüno freut wie ich, dürfte seine Webseite auf MeinSpace zu würdigen wissen. Dort gibt es ein mega-hippes Musikvideo, offenbar ein Wahnsinnshit im Brüno-Universum, dem alternativen Österreich: “in oder aus”. Während die Musik hämmert, werden deutschsprachige Worte, die für Englisch-Muttersprachler “typisch deutsch” klingen müssen, eingeblendet: Sauerstoff, Gästeliste, zeitnah. Wünschen, würde, mutig. Die Mucke ist ein typischer Techno-Pamp, aber safe for work – sofern Musik safe for work ist.

Auch ist Brüno gut vernetzt im Web2.0 unterwegs, bei tvitter und Facebuch (naja, dort noch nicht), aber schön, dass wir nun schonmal wissen, dass er sich sein “arschenhaller bleached” hat und welches Wiener Fitness-Studio er bevorzugt (es ist das “Fikken 2000″). Gutes Marketing, finde ich, aber keinesfal viral.

Allerdings wurde auf der MeinSpace-Seite das Videomaterial zum Film gelöscht, weswegen es jetzt von YouTube kommt. Oder besser DuTube?

YouTube Preview Image

Natürlich ist Brüno nicht erst gestern entstanden, etliche frühere Auftritte des nicht unmutigen Sacha Baron Cohen sind ja weithin bekannt.

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Eins, Zwei, Drei auf 3satHeute habe ich gesehen, dass 3sat den absolut genialen Billy Wilder-Klassiker Eins, Zwei, Drei zeigt, der übrigens zum Teil in Geiselgasteig gedreht wurde (man hatte unverschämterweise in Berlin über Nacht eine Mauer durch den Drehort gebaut). Da 3sat keine Werbepausen nötig hat, entschloss ich mich, den Film aufzunehmen. Als ich das vordere und hintere Ende der Aufnahme trimmen wollte, fiel mir auf, dass 3sat eine völlig neue Methode etabliert hatte, in den Nachspann hinüberzuschalten.

Ursprünglich wurden Filme, wie es sich ja eigentlich gehört, in voller Länge und mit vollem Nachspann ausgestrahlt, auf so ziemlich jedem Sender. Dann wurde, zunächst auf den privaten Sendern, “nur” der Textnachspann abgeschnitten, oder das Bild mit den Credits rutschte in einen kleineren Rahmen, Teile des Nachspanns wurden als Text daneben eingeblendet – manchmal fragte man sich hierbei, wer denn für die Auswahl der genannten Personen verantwortlich war, denn oft wurden wichtige Personen weggelassen und eher unwichtige Gaffer und Best Boys genannt.

Doch nun hat 3sat eine neue, innovative und in meinen Augen absolut unpassende Methode entwickelt, um das Programm um weitere wertvolle Sekunden zu straffen: Im Falle von Eins, Zwei, Drei wurde einfach die letzte Einstellung (samt Endgag!) auf einem kleinen Studiofernseher gezeigt, über den die Moderatorin selbst den Film verfolgt.

Nicht nur, dass es kaum verwirrend und irritierend ist, wenn urplötzlich, mitten im Fluss der Handlung (wer den Film nicht kennt, weiß ja nicht, dass das Ende naht), in ein Studio geschaltet wird, nein, auch der schöne Gag ist hinüber, denn zu verstört ist das Gehirn des Zuschauers, der nach rund 90 Minuten Schwarzweißfilm plötzlich eine Moderatorin in Farbe von hinten sieht. Da denkt man sofort an eine Panne, und keinesfalls an einen sanften Übergang. Auch bei einem Farbfilm hätte mich irritiert, wenn ich plötzlich die Moderatorin im Bild gehabt hätte, anstatt dass Indiana Jones in den Sonnenuntergang reitet. Das ist ja, als wenn der Kellner den Tisch abräumt, obwohl alle noch beim Essen sind. Oder als wenn man im Bett …

Da kann die Anmoderation des nächsten Themas (Didi Hallervordens Vergangenheit als verhinderter Terrorist) noch so kess sein, die Pepsiflasche in der Hand der Moderatorin noch so passend: In! Die! Handlung! Eines! Films! Wird! Nicht! hineingeschnitten!! Und das erst recht nicht auf einem öffentlich-rechtlichem Sender! So eine Frechheit.

Die Aufnahme kann ich löschen – wahrscheinlich ist das auch noch im Sinne dieser Aktion, weil ich dann ja gezwungen bin, mir die DVD zu kaufen.

Da mag die TV-Technik noch so HD und Surround sein, solange die “Kreativen” bei den Sendern die Klassiker verstümmeln, ist mir das scheißegal wurscht. Möge Billy Wilders Geist höchstselbst aus seinem Grab im Westwood Memorial Park entsteigen, und den Verantwortlichen für diese Verunstaltung eines Klassikers (und wohl auch einiger anderer Filme auf 3sat) so lange heimsuchen, bis dieser wieder weiß, wo dessen Platz ist im Olymp des Films. Nämlich gar nicht. Also Ball flach halten und Film ungestört ausstrahlen, Ende der Durchsage.

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Soeben per Tweet erfahren: The Hunt for Gollum ist fertig und kann online geguckt werden. Ich schau erst noch Borat, dann Gollum als Nachtisch.

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Ich kann nicht wirklich schlafen, also hab ich mich nochmal an den Rechner gesetzt. Hätte nicht gedacht, dass Sacha Baron Cohen zu Brüno so gut einen deutschen Akzent hinbekommt. Auch wenn ich annehme, dass er auf die Feinheiten zu den Österreichischen Akzenten nicht eingehen wird.

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Erschreckend, was ich da beim Marketingblog über unsere US-Kollegen lesen musste. Hier ist es ja auch so, dass die Presse PR-Texte benutzt (gerade auch im Filmjournalismus, man braucht ja nur mal nach Elementen einer Inhaltsangabe aus dem Presseheft googeln), aber scheinbar nimmt die eigene Recherchearbeit zunehmend ab.

Was mir hierzu persönlich auffällt, ist die Zahl der Filmjournalismus-Profis, die bei größeren Kinostarts in der Pressevorführung auftauchen. Ich weiß noch, wie die Journalisten beim letzten Star Trek im großen Saal des Royal-Kinos sogar in den Gängen saßen. Alles Profis. Aber bei kleinen Independent-Filmen sind meistens nur 10 Leute da, auch alles Profis. Da fragt man sich natürlich schon, ob an mancher Stelle nicht blind geflogen wird.

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Ich habe eine Pressemeldung bekommen, in der für einen “Science Thriller” namens The Beast geworben wird. Das Interessante: Der Thriller wird irgendwo in Innsbruck (der Aufführungsort ist geheim!) live vor Publikum aufgeführt werden, nur Teaser und Trailer sind vorab produziert worden und online zu sehen.

Die Handlung dreht sich offenbar um die vor wenigen Jahren in Innsbruck neu erbaute Hungerburgbahn (ein architektonisches wie technisches Schmuckstück, tolle Fotos. Hier noch die alte Bahn.) und ein paar dort angebrachte Graffiti. Die Beschreibung des zweiten Teils der Handlung (mit atomphysikalischen Expermenten an einer Pistenraube, wenn ich das recht verstanden habe) war mir jedoch nicht ganz einleuchtend. Doch dieser Teil wird ja erst noch aufgeführt, daher wurde wohl in der Pressemeldung noch nicht allzuviel verraten.

Abgesehen davon, dass das ganze schon rein marketingtechnisch offenbar schon perfekt orchestriert ist, denke ich, dass Theaterfans durchaus Gefallen finden könnten an dieser modernen, multimedialen Inszenierung. Und Innsbruck ist ja sowieso selbstredend einen Tagesausflug wert, geht auch ruckizucki mit der Bahn von München aus.

Nachtrag: Ich habe erfahren, dass die Veranstaltung nicht öffentlich zugänglich sein wird, sondern ausschließlich für geladene Gäste und Journalisten gedacht ist. Das bedeutet, das Theaterstück ist nicht die Hauptsache, sondern eine Marketingveranstaltung. Ich finde das super-interessant, mich juckt es echt in den Fingern, hinzufahren. Vielleicht kann ich ja doch noch alles verschieben am Freitag.

Hier noch die Pressemeldung, Journalisten bekommen bei Hinterland mehr Infos:

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Ich weiß, warum Gott keine Gebete beantwortet: Er hat schon immer sowas ähnliches wie YouTube, und seit es genug Menschen gibt, ist Gott ganztags damit beschäftigt, Vollpfosten beim Scheitern zuzuschauen. Er nässt sich wohl von früh bis spät vor Lachen ein. Würde ich auch so machen, wenn ich Gott wäre.

Nun, ich bin nicht Gott, aber auch wir Sterblichen haben jetzt YouTube. Und YouTube ist irre geil. Nicht nur erlaubt YouTube es allen Menschen mit Internetzugang, sich zu zerstreuen (böse, kontraproduktiv usw.), sondern eben auch, sich zu bilden (gut, hervorragend!). Oder auch, einen Bildungskrieg zu führen.

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