Archiv für die Kategorie: “Film”

Eine schöne Infografik über die (US-)Filmindustrie habe ich da gefunden! Nach dem Sprung! (via)

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Der rote Erzählfaden, an dem sich der Zuschauer orientieren könnte, bricht ständig ab. Irgendwann im Film heißt es mit eingeblendeter Schrift „2 Monate später“ und einmal „6 Monate später“; ein Meister, wer dann noch sagen kann, wann das genau ist und wo.

Es fängt schon mit der Merkwürdigkeit an, dass der erwachsene Henri 4 (der dann am Ende auch noch ermordet wird!) voice-over über sich als jungen Knaben, der gerade im Bild am Spielen ist, spricht, er wollte ein stinknormaler Junge sein und für ein Geldstück auch sich auf den Boden legen dürfen, und dann einem Mädchen, das breitbeinig über ihn schreitet, unter den Rock schauen, und meint dazu, er habe eine glückliche Kindheit gehabt. Aber er war halt der Prinz von Navarra.

Was das mit dem Thema, wegen dem Jo Baier den Film angeblich machen „musste“, nämlich “Humanismus in einer inhumanen Zeit“, zu tun hat, bleibt unergründlich.

Während der ersten Minuten denkt man noch, ja, das könnte wenigstens für den Grimmepreis reichen, VHS-Kino, deutsches Subventionskino, was viel erklärt und illustriert. Aber selbst davon wird man nach einiger Zeit abrücken.

Wer hier unsere versammelten sogenannten Subventionsstars die Texte bellen hört (die Rede ist hier vom deutschen Cast-Anteil), wenn dieser Standard-Katalog-Cast ohne jede Überraschung in ständigen Close-Ups Szenen spielen muss, denen ganz offenbar der thematische Unterbau fehlt, so fragt man sich, was das mit dem Thema “Humanismus in einer inhumanen Zeit“ zu tun hat.

Wenn Henri 4 in Paris einreitet, dann werden noch schnell in einer leeren Gasse zwei Schweine vor den Herannahenden gerettet: Humanismus in einer inhumanen Zeit. Wenn Marie de Medici, die er später heiraten soll, während ihrer Reise in der Sänfte über die verschneiten Alpen in ein Schneefeld zum Pinkeln sich begibt: Humanismus in einer inhumanen Zeit. Wenn Henri 4 seine erste Frau von hinten nimmt: Humanismus in einer inhumanen Zeit.

Wenn überhaupt jede Schlacht auf dem gleichen Schlachtfeld geschlagen wird, wenn Bewegungen draussen alle durch das gleiche Kornfeld oder an den gleichen schroffen Felsen vorbei führen, wenn jedes Heereslager in der gleichen Kieshalde aufgebaut ist, wenn nur schwer ein Zusammenhang zwischen den Szenen herzustellen ist und man nie weiss, wo im Film man sich befindet, dann sieht man sowohl den Humnismus in einer inhumanen Zeit als auch die 19 Millionen Euro, die das Werk gekostet haben soll, sich in Luft auflösen.

Fernsehkino. Oder nicht einmal das. Es gibt praktisch nur Nahaufnahmen und keine Szenen für emotionale Überhänger (den Trick beherrscht immerhin Frau Dörrie), ist auch gar nicht nötig, denn es gibt keine Konflikte in den Szenen. Aber Bemerkungen, wie die seiner Braut anlässlich der Hochzeit, die aus Konfessionsgründen vor dem Kirchenportal stattfinden muss, es sei „so heiß“. Humanismus in einer inhumanen Zeit.

Dann kommen immer wieder Musikszenen, Filmmusik von Zimmer zum Überdruss, die aus jedwedem beliebigen anderen Streifen stammen könnten, genau so wie viele Hof- und Fickszenen.

Der Protagonist vermag wenig zu überzeugen. Das Buch gibt ihm kein Futter. Oft ist er grob zu Frauen und Bediensteten. Humanismus in inhumaner Zeit.

Die Kamera ist steif und unbeweglich, vielleicht erstarrt vor dem Budget. Ebenso die meisten Szenen; die Schauspieler bedienen die Kostüme und den unnatürlichen (aber nicht etwa auf das Thema hin frisierten) Dialog, zum Beispiel bei der ersten Begegnung mit der Medici-Braut in Paris. Ergibt alles weder Augenschmaus noch Hörvergnügen noch Erotik.

Die Katastrophe fängt mit dem Drehbuchgebastel an, nimmt ihren weiteren Verlauf damit, dass keiner von den Produzenten und Geldgebern das anscheinend bemerkt hat, setzt sich fort über einen Cast, der vermutlich wider bessere Erkenntnis zugesagt hat und dürfte in ein Desaster an der Kinokasse münden.

Verständnis für die Schmähungen in Berlin.

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Zielgruppenfreundliche Verfilmung eines Kinderbuches für Mädchen, von der Geschichte her eher schnell, schnell nach dem Thema „Suche nach einer Freundin“ lose zu Faden geschlagen und insofern eher mäßig kinospannungsfreundlich und von voraussichtlich beschränkter Haltbarkeit, zudem mit einem nicht überbordend inspirierenden Erwachsenen-Cast bestückt.

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Dann doch eine eher rührselige, sentimentale und amerikanische Geschichte. Vom alkoholsüchtigen Countrysänger über die Liebe zu einer jungen Lokaljournalistin zum Entzug und schliesslich einer erfolgreichen Spätkarriere als Songwriter. Alles viel zu schön, um wahr zu sein. Aber schön, amerikanisch schön, denn das Handwerk haben sie drauf und das Träumen noch nicht aufgegeben.

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Diese spaßige Sammlung von typischen Kinosituationen habe ich hier gefunden. Weitere dieser Vereinfachungen bitte gern per Kommentar anfügen! Viel Spaß:

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Nicht zu fassen, sogar die Variety, das Filmblatt unter den Filmblättern, hat sich möglicherweise kaufen lassen. Zumindest wird das gemutmaßt, nachdem eine mittelprächtige Filmkritik nach Buchung einer $400.000-Kampagne durch das Studio sang- und klanglos aus dem Netz verschwand. Hier mehr, bildet Eure eigene Meinung!

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Plastic Planet von Werner Boote ist ein wirklich interessanter Dokumentarfilm über Plastik, und wie wir damit den Planeten vollmüllen. Ein wichtiger Film, ein interessanter Film und ein absolut empfehlenswerter Film. Doch man darf nicht alles blind akzeptieren, was man im Kino vorgesetzt bekommt. Ich will Boote und seinen Film nicht schlechtmachen, doch als ich diesen Artikel über den Abbau von Bisphenol A im menschlichen Körper gelesen habe, ist mir wieder einmal vor Augen geführt worden, dass manche Themen so komplex sind, dass sie wohl nicht auf Spielfilmlänge gekürzt werden können.

Natürlich darf es dennoch nicht so weitergehen mit all dem Plastik (an dem zum Beispiel massenhaft Meerestiere verrecken, weil sie es für Plankton halten und sich damit die Mägen vollschlagen). Doch wird auch nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Film: Zu empfehlen. Weiterbildung: Ebenfalls zu empfehlen!

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Journalisten müssen die Nase vorn haben, wenn es um die Berichterstattung geht. Der Vorsprung vor der Konkurrenz ist nicht nur bei politischen Themen täglich entscheidend, die Exklusivität ist sogar die ureigenste Triebfeder des Journalismus. Schauspielerisch sehr schön, wenn auch ein wenig überspitzt, wird diese Notwendigkeit, stets der erste mit einer Nachricht zu sein, und die dazugehörige Anspannung in der Redaktion übrigens in den Spider-Man-Filmen von J.K. Simmons als Chefredakteur des fiktionalen Daily Bugle auf den Punkt gebracht.

Nun ist das Feuilleton zugegebenermaßen eher der zahnlose kleine Bruder des (gemeinhin als “echten Journalismus” empfundenen) Enthüllungsjournalismus und muss, zumindest auch im Filmjournalismus, mittlerweile als Produktberichterstattung bezeichnet werden. Firmen stellen der Presse weitgehend freiwillig ihre Produkte vor, in der Hoffnung, dass die Presse euphorisch über das neue Meisterwerk berichtet. Nun sind leider nicht alle Filme gut, und natürlich sind negative Kritiken selbstverständlich erlaubt.

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Bildüberfischung der Weltmeere. Cluzaud und Perrin wollen alles zeigen, von der Urechse bis zum Raketenstart, von der Ansicht aus dem Weltall bis zur Mikroaufnahme eines Regentropfens, sie möchten die Harmonie des wundersam prächtigen Fressens und Gefressenwerdens einfangen und erhalten. Und weil sie selbst ihrer Bilderflut aus über 50 sensationellen Drehorten welt- und allweit nicht mehr Herr werden, tritt Perrin höchstselbst mit Sohn (oder ist es der Enkel?) in einem Museum für ausgestorbene Arten auf und lässt moralische Appelle vom Stapel. Reizvoller wäre da Nicolas Cage im parallel anlaufenden Bad-Lieutenant-Remake von Werner Herzog den schönen Satz: „the fish have dreams“ sagen zu hören.

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Danke Klaus, für den Hinweis auf diesen offenbar gewaltig lustigen und zugleich tiefsinnigen Film!


Weitere Trailer zu The Invention of Lying

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