Wahnsinn, kaum hat dieser Federico Alvarez sein Video Ataque de Pánico bei YouTube hochgeladen, ist er exakt 4 Wochen später schon eine Hollywood-Größe. Der Köder für die Produzenten: Große Roboter greifen eine Stadt an. Das hätte ich auch erfinden können. Aber man muss halt erstmal ein paar Szenen drehen… Na, wenigstens hab ich vor seiner Entdeckung über ihn gebloggt.
Bis zu so einem Anruf müssen die Deutschen noch viele Filme über irgendwelche Viecher mit verschiedener Anzahl von Ohren drehen.
Der Trailer zum neuen Family Guy vs. Star Wars-Installment kann sich sehen lassen:
PS: Manche Szenen sehen aus wie durchgepaust. Ich als Fan freue mich, ich frage mich, wie Aggro-Anwälte das sehen würden. (Eigentlich weiß ich die Antwort ja schon, und sie gefällt mir nicht)
Die heutige BILD-Schlagzeile weist darauf hin, dass die Schauspielerin Antje Mönning, die für die ARD auch als Nonne in der Serie Um Himmels Willen tätig ist, einen “Sexfilm fürs Kino” drehte, “mit echtem Geschlechtsverkehr”. Auf Seite 15 findet sich der Artikel (hier online), der sich weniger um den Film Engel mit schmutzigen Flügeln von Roland Reber dreht, als um die Frage, ob die Sexszenen nun echt oder gestellt waren. Laut BILD hatte Antje Mönning angegeben, bei jeder Sexszene einen echten Orgasmus gehabt zu haben, und sämtliche Penetrationen nicht gespielt zu haben.
Nunja.
Ich habe den Film auch gesehen und muss sagen: Ich habe keine einzige Penetration tatsächlich erblicken können, auch wenn es nicht wenige Szenen gibt, in denen der Geschlechtsakt des homo sapiens eine Rolle spielt. Es ist natürlich gut möglich, dass diese Szenen tatsächlich nicht gespielt waren, sondern eher dokumentarische Qualitäten hatten. Auch will ich Antje Mönning nicht absprechen, dass sie sich traut, vor der Kamera echten Sex zu haben und dabei auch noch wirklich kommt. Es ist allerdings auch Auslegungssache, ab wann man von “Geschlechtsverkehr” sprechen kann, und ob dieser auch ohne Penetration möglich ist. Ich wäre allerdings ein schlechter BILD-Schreiber, denn ich hätte die Story gar nicht erkannt. Bei mir hätte die Schlagzeile gelautet “Vielseitige Schauspielerin spielt Nonne und Sexszenen im selben Leben” oder “Schauspielerin macht ihren Job”.
Das tolle an der Angelegenheit ist jedoch nicht die Frage, ob oder ob nicht Antje Mönning Geschlechtsverkehr und dabei einen Orgasmus hatte, sondern der Werbeeffekt, den diese Schlagzeile haben wird. Denn die wtp Film um Roland Reber und seine Crew ist eine kleine, trotz Sexszenen seriöse Filmproduktions- und Verleihfirma, der ein durchschlagender finanzieller Erfolg (im Gegensatz zum eher abwertenden “Erfolg bei der Kritik”) zu wünschen ist. Nicht, dass das Team von wtp von ihren bisherigen Filmen nicht leben könnten, aber die Firma spielt halt in einer anderen Liga als die ganzen Mainstreamproduktionen, die ohne millionenschwere Fördertöpfe gar nicht erst vom Boden hochkommen.
Auch bei mir explodierten heute die Besucherzahlen, im Vergleich zu den “üblichen Zahlen” von Anfang des Monats (bevor ich den Blog für ein paar Tage offline nehmen musste) vermehrten sich die Besucher ungefähr um den Faktor 12. Und der Tag ist noch nicht vorbei.
Das wird natürlich wieder zurückgehen, außer ich poste täglich nackte Mädels (das geschäftliche mit dem angehemen verbinden? Vielleicht keine so schlechte Idee…), und ich hoffe, dass zum Filmstart im März sich eine Menge Leute persönlich von den Qualitäten von Engel mit schmutzigen Flügeln überzeugen wollen. Dieser Tage bricht die Crew um Roland Reber jedoch erstmal nach Indien auf, um der Reber-Retrospektive beim IFFI 2009 beizuwohnen.
Und wer diesen Blog weiterhin besuchen will, ist sowieso herzlich willkommen.
Wie meine Leser ja wissen, bin ich ein Verfechter der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens. Eine soziale Basis aller für alle, die es allen Menschen in unserer Überflussgesellschaft ermöglicht, ein würdevolles Leben zu führen, auch wenn sie keine Arbeit haben. Nun habe ich diesen Vortrag von Götz Werner (ein bekannter Verfechter des BGE) gefunden, der in wenigen Minuten übersichtlich klarstellt, warum so eine revolutionäre Idee gar nicht so revolutionär ist, sondern eher eine logische Konsequenz aus dem Jetzt. Video nach dem Sprung.
Der halbwegs mündige Bürger verfügt ja im Normalfall über ein minimales wissenschaftliches Basiswissen. Dazu gehört, dass die Erde sich um die Sonne bewegt (und nicht andersherum), dass Massen sich gegenseitig anziehen, dass Materie aus Atomen besteht, die wiederum aus diversen Bestandteilen bestehen. Und, ganz wichtig, dass die Forschung noch lange nicht alle Geheimnisse des Universums geknackt hat und dies im Gegensatz zur Religion auch nicht für sich beansprucht.
Dass Roland Emmerich seinen neuerlichen XXL-Katastrophenorgasmus 2012 auch im Internet viral bewerben lässt, ist ja selbstverständlich. Doch ich hätte nie gedacht, dass es tatsächlich Menschen gibt, die offenbar ernsthaft einen Weltuntergang am 21. Dezember 2012 für möglich halten.
Im Film sorgt eine gewaltige Protuberanz auf der Sonne für eine stark verstärkte Emission von Neutrinos. Beim Erreichen der Erde dringen diese tief in den Planeten ein (das tun Neutrinos wirklich) und erwärmen das irdische Magma. Die erhöhte Temperatur lässt die unteren Schichten der Erdkruste schmelzen, was die tektonischen Platten instabil werden lässt. Dadurch gibt es überall starke Erdbeben, manche Platten sinken ab und werden vom Meer überspült, andere werden in die Höhe gehoben.
Während ich persönlich die tektonischen Konsequenzen der ganzen Geschichte für halbwegs realistisch halte (von fehlenden kontinentweiten, vernichtenden Druckwellen und einer Art globalem nuklearem Winter mal abgesehen), ist die Erwärmung des Erdkerns durch Neutrinos, die laut Film “wie Mikrowellen wirken”, natürlich absolut hirnverbrannter Käse.
Müsste ich für einen Film einen Planeten vernichten, würde ich ihn stilvoll in den Weg der Röntgenemission eines schwarzen Loches stellen. Dann wäre aber auch Schluss mit Lustig, Überlebende kann es nicht geben. Alles, was nicht so stabil wie Granit ist, dürfte bald verdampft sein. Im Gegensatz zum Neutrino-Mechanismus gibt’s das nämlich wirklich.
Doch zurück zu Roland Emmerichs viraler Leichtgläubigkeitsaufdeckungskampagne: Die NASA hat es doch glatt für nötig gehalten, ein Weltuntergangs-FAQ online zu stellen. Faszinierend. Ich hatte immer angenommen, dass jeder, der es bis ins Internet geschafft hat, automatisch helle genug ist, einen Weltuntergang dieser Form anzuzweifeln. Das Problem: Vielleicht regiert ja bis 2012 soviel Dummheit, dass die ansteigenden Zahlen dieser Neozombies einem Weltuntergang gleichkommen? Ich frag mich nur, wo die helleren Köpfe sich dann sammeln… Im Pentagon bestimmt nicht.
Ach ja: 2012 ist nett anzusehen. Der Film ist wie ein Super-Size-Menu von Burger King oder McDonald’s: Man weiß genau, was man kriegen wid; es handelt sich definitiv nicht um Gourmetküche; und nachher hat man für ein halbes Jahr wieder genug davon. Aber beim Völlern fühlt es sich unvergleichlich gut an, sofern man währenddessen seine Schuldgefühle unterdrücken kann zumindest.
Ich glaub, ich ruf mal die Wayans-Brüder an, ob ich an der Verarschung mitschreiben darf.
Die Franzosen haben sich einmal mehr an die Verfilmung von Lucky Luke gewagt – diesmal ohne Til Schweiger – und diesmal sieht der Trailer, Verzeihung: la bande-annonce, echt großartig aus:
Habe eben den ersten Trailer zu Iron Sky gesehen. Die Handlung ist bestechend einfach: 1945 ziehen sich die Nazis auf den Mond zurück (auf die stets von der Erde abgewandte Rückseite), um 2018 zurückzukommen.
Nazis schlachten ist ja im Kino schon immer mit reinstem Gewissen möglich, nicht erst seit Inglourious Basterds. Was also könnte mehr Spaß machen als lauter mutierte Nazi-Brut aus dem All abzuschießen, während sie die Erde invadiert? Toll ist, dass Udo Kier mal wieder böse gucken darf, auch Tilo Prückner und Götz Otto spielen mit. Julia Dietze ist auch dabei, sicherlich als sexy Love Interest von jemandem und womöglich das einzige Lebewesen, das es sich von der Mondbrut zu retten lohnt. Vielleicht ist sie ja dann der Aufhänger für eine Fortsetzung?
Nun spanne ich Euch nicht weiter auf die Folter, hier der Trailer:
PS: Sind gelbe Doppelstreifen auf der Straßenmitte nicht typisch für England und die USA, nicht aber für Deutschland. Und fuhr man hier nicht schon immer rechts? Und wieso kann man einen Verbrennungs(!)motor auf dem Mond hören? Naja, wenn’s nur das ist…
Heute legt Deutschland den Grundstein dafür, wie es die kommenden Jahre weitergehen wird, und welchen Kurs wir einschlagen werden. Ein wenig zu spät für einen Einfluss auf die Wahl kommt Michael Moores neuer Film, Capitalism: A Love Story, in die Kinos.
Für alle, die sich schon auf den Film freuen, hier ein paar Auftritte von Moore bei diversen US-Talkshows. Die URLs sind seiner aktuellen Rundmail entnommen. Die Videos nach dem Sprung.
Es ist nicht leicht, auf einen Umweltgewissensfilm wie The Age of Stupid hinzuweisen, denn es handelt sich um weit mehr als nur um einen Film. Im Grunde sollte man ein paar Schritte zurückgehen, weit außerhalb von allem, was man kennt, liebt und für sein Leben so erarbeitet hat, und sich fragen:
Was machen wir hier eigentlich?
Mit “wir” sei die Gemeinschaft aller Menschen auf der Erde gemeint, eine große Familie. Das meine ich nicht kitschig oder verklärt: Dass wir alle verwandt sind, beweist allein die Tatsache, dass jedes Männlein jedes Weiblein zu schwängern vermag – wir sind alle genetisch kompatibel.
Für unser Wohlbefinden leben wir alle mit einer Menge kleiner Lebenslügen. Die “Geiz ist geil”-Schnäppchenmentalität (also die gesamte Wirtschaft der gesamten Ersten Welt) funktionert zum Beispiel nur durch Ausbeutung von Menschen, die weniger Geld verdienen als wir selbst. Und dass wir uns im Winter nicht den Arsch abfrieren, liegt am Öl, das wir den Armen für praktisch kein Geld wegnehmen. Wir nennen es “Handel”, weil sie mit dem Geld, das wir ihnen zahlen, zufrieden sind, aber in Wirklichkeit ist es Diebstahl, gefördert durch fehlende Bildung und gerechtfertigt durch Geschäfte, deren Überzeugungsarbeit quasi mit der Waffe im Anschlag geleistet wurde.
Abgesehen von der Frage, wem Öl, das über den Zeitraum von 300 Millionen Jahren entstanden ist, überhaupt gehört und ob man das denn einfach so verbrennen sollte (man kann es nämlich auch für andere Zwecke verwenden), erleichtert es uns die tägliche Mobilität und Wärme. Das Problem: Es reicht nicht mehr lang. Die Frage: Müssen wir überhaupt mobil sein?
Gesellschaftliche Fragen wie diese werden in letzter Zeit von einer großen Zahl verantwortungsvoller Filmprojekte aufgeworfen, die allein ein Festival (vielleicht “Filme mit Gewissen”?) füllen könnten. Hier eine Zahl von sehenswerten Produktionen, einfach mal so aus dem Ärmel geschüttelt und bei weitem nicht komplett:
Nun kommt eben auch The Age of Stupid in die Kinos. Wie es sich gehört, mit einer Premiere, und für einen Monat auch kostenlos online, für alle.
Die Premiere ist eine ganz besonders erwähnenswerte, denn sie findet weltweit weitgehend gleichzeitig statt, mit über 500 Aufführungen – wie die globale Gewissensänderung, die sie auslösen möchte. Und könnte. Also geht hin, macht mit! Spontan, denn morgen ist es schon soweit. Hier mehr.
Ach ja: Gäbe es weltweit gleiche Löhne, “würde die Wirtschaft zsuammenbrechen”, heißt es. Doch was da zusammenbricht, ist nicht die Wirtschaft, sondern die Ungerechtigkeit. Klingt schon ganz anders, oder? Think about it.