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Diese BR-Dokumentation von Werner Biermann über Franz Josef Strauß dürfte wohl kaum so provozieren, wie Strauß es zu Lebzeiten zu tun pflegte. Ist ja eh alles Geschichte. Biermann versucht auch gar nicht erst zu ergründen, warum Strauß so provoziert hatte, warum er so heftige Reaktionen und unversöhnliche hervorgerufen hat. Vielmehr skizziert er seine Karriere einfach und verständlich nach, gibt Hinweise auf seinen Charakter mit Rückblenden aus Kindheit, Jugend und Militärzeit bei den Nazis, inklusive Glück-gehabt-mit-Stalingrad, dieses gepaart mit hoher Intelligenz.

Die erste Begegnung mit den Nazis, als sie noch klein waren und gegenüber der Metzgerei von Stauß‘ Vater in der Schellingstraße, und der Hitler und der Himmler, die seien ja so nett, heißt es in einer nacherfundenen Szene, aber Vater Strauß war da anderer Meinung.

Wie erfahren, wie der katholische Pfarrer die Latein- und Sprachbegabung beim Ministranten Franz Josef aus der Maxvorstadt entdeckte. Wie dieser sich Jahre später kurz vor Ende des Krieges weigerte, Soldaten auszuliefern, die bei absehbarem Kriegsende desertieren wollten. Wie ihn die vielen Toten aus dem Krieg verfolgten und wie der Kommunismus für ihn zum menschenverachtenden Feind wurde. Wie er sich in der Nachkriegszeit nicht um die Gesetze kümmerte, wenn er großangelegte Schwarzmarktaktivitäten im Interesse der notleidenden Bevölkerung organisierte, dabei wurde er von den Amis gedeckt („halb Krimineller, halb Politiker“); denn dank seiner brillanten Sprachkenntnis hatte er bald einen guten Draht zu den Besatzern.

Später, als er schon Verteidigungsminister war, bekam ein Rüstungsdeal mit den Amerikanern insofern ein Geschmäckle, als er einen Ami-Soldaten, mit dem er sich nach Kriegsende angefreundet hat, zum Agenten machte, der gigantische Provisionen kassierte.

Der Spiegelherausgeber Augstein sah in Strauß ein Schreckgespenst, welches unbedingt als Kanzler verhindert werden sollte. Strauß war im Gegenzug zu den Spiegelstories nicht zimperlich im Umgang mit der Legalität (Verhaftung von Ahlers in Spanien; laut nachgestellter Szene im Einverständnis mit Adenauer).

Strauß war ein Mensch, der nach den Entbehrungen des Krieges das Feiern liebte, in eine reiche Familie aus Rott am Inn hineinheiratete und nach erfolglosem Streben nach dem Kanzleramt und diversen Skandalen ein Ministerpräsident in Bayern wurde, der das Land erfolgreich nach vorne brachte, um die Welt düste und sich mit den Großen der Welt traf. Wobei sein Einfädeln des Milliardenkredites an die DDR hier nur erwähnt und dessen Folgen nicht weiter untersucht werden; wie weit Strauß mit Geld der inneren Erosion des DDR-Systems gezielt Schub verliehen hat.

Nebst viel historischem Newsmaterial und Interviews mit Personen aus dem politischen Umfeld und der Familie sind immer wieder Nachspielszenen eingefügt, denen wohl mehr an daily-soap-hafter Leichtverdaulichkeit denn an genauer Historie lag. Unverständlich besonders aus diesem Grund, warum diese interessante und informative Doku spät abends kurz vor elf erst gesendet wird.

Strauß hat in seiner Jugend erlebt, wie ein Land zerstört wurde, das war ein entscheidendes Motiv für seinen politischen Einsatz. Kritiker, die dies aus ihrem Bewusstsein ausklammerten, schimpfte er Gehirnprothesenträger. Von letzter Sorte gibt es auch heute noch genug.

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Die Männer, die in diesem Film das angepeilte weibliche Sommerabendpublikum als Stripper zum Kreischen bringen sollen, sind alle außerordentlich muskulös, grenzwertig zu Bodybuildern, versuchen jedoch nach dem Buch von Reid Carolin und in der Regie von Gregory Jacobs auch sensiblere Seiten zu zeigen, tanzen sie doch und bringen momentweise sogar Nachdenkliches (im Gespräch über eine kaputte Beziehung beispielsweise); dies eher als Gewürz gedacht auf dem Wege des Warmups zu einer ausufernden Stripshow, der Stripper-Convention 2015 in Myrtle Beach.

Da ein ganzer Film reiner Stripshow ziemlich fad bleiben dürfte, wird eine Geschichte erfunden, die dahin führt, von Tampa in Florida bis Myrtle Beach. Es ist eine Gruppe von Strippern, die es nochmal wissen wollen, weil Mike, der in der Liebe gescheitert ist und, ach wie rührend, ein kleines Transportunternehmen mit einem Angestellten betreibt, Zuflucht bei seiner früheren Strippergruppe sucht und findet.

Mike überredet sie zur Teilnahme an dem Wettbewerb. Bis dahin wird viel geflachst und Stroh gedroschen und über Männer geplappert und Frauen und aller beider Schwächen, bis sie endlich in ihrem Trailer losfahren. Zwischenstopps sind immer in den richtigen Locations, die schon mal einen Vorgeschmack auf das Finale bringen. Nach einer selbstverschuldeten Blindfahrt mit dem Wohnmobil in den Wald rollen die Muskel-Baby-Boys stattdessen im Rolls Royce in Myrtle Beach ein. Über Nacht stemmen sie eine rekordgierende Show, als ob das das Einfachste von der Welt sei, während der Kinobesucher sich leicht einen Tinnitus einfängt vom fortwährenden Frauengekreisch auf der Leinwand.

Die Frauen dürfte der Film an lauen Sommerabenden in Wallung bringen. Denn es kommt eben doch auf die Größe an, das indiziert schon das XXL im Titel. Die Männer sind eine Mischung aus grazil und klobig, aus Mann und Kind, aus Mann und sogar ein bisschen Frau (Thema Drag-Queen), na ja, so wie Frauen Männer mögen und vor denen sie keine Angst haben brauchen, die sie nicht so richtig ernst nehmen müssen. Der Mann als haptische Projektionsfläche für auf Physisches beschränkte Lustfantasien.

Zwischendrin gibt es viel Meer und Sand und Strand und muskulöse Bodys in Shorts und Shirts. Dazu Männer-Wohnwagen-Roadmovie-Romantik. Dabei wird sogar eine Methodendiskussion geführt, man möchte keine lahme Show, keine Routine, man möchte sich für die Chicks reinhängen, ja ganz wichtig, das ist der gewichtige moralische Impetus der Stripper-Gruppe, man möchte, dass die Frauen sich begehrt und verehrt und geachtet fühlen wie Königinnen, denn jedermann verdiente ein bisschen Zuneigung. So besehen fehlt nicht mehr viel zum Ball Paradox der Old-Gentleman-School.

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Wozu Ameisen alles fähig sind, dafür öffnet uns dieser Film weit die Augen. Dass sie fleißig sind und wahre Wunderwerke an Bauten zustande bringen, das weiß jedes Schulkind. Was sie aber in diesem Film zu leisten imstande sind, das dürfte die Fantasie von so manchem Schulweisling übersteigen. Dass ein Mensch sie dazu bringt, lediglich mit Gedankenkonzentration einen Zuckerwürfel aus der Dose in den Tee zu bugsieren, wer diesen Film gesehen hat, kann das bezeugen.

Aber auch das sind quasi Ameisenkindereien gegen das, was sie später bieten werden, wenn es anfängt heftig, actionhaft ausladend zu und herzugehen in diesem Film der Marvel-Studios, zu dem neben Edgar Wright sieben weitere Autoren höchstsorgfältig auf der Basis des Comics die Figuren entwickelt und das Drehbuch geschrieben haben, damit Peyton Reed diese Fantasy-Geschichte unterhaltsam und vor allem ohne Anstrengung nachvollziehbar inszenieren kann.

Der Cast wurde sorgäfltig ausgewählt und es wurde sehr genau mit ihm gearbeitet, wie eine Figur auf einen Text reagiert. So werden die Szenen lebendig, lassen uns teilhaben an der Geschichte von Scott, Paul Rudd, der wegen Einbruchs im Gefängnis sass. Er war ein außergewöhnlicher Einbrecher, der cleverste überhaupt. Aber Knast in der Vita, das macht sich nicht gut.

Beim Schnellimbiss, bei dem er arbeitet, kommen sie schnell darauf und entlassen ihn. Auch seine Tochter Cassie, ein Wonnepfropfen im Zahnlückenalter, kann er nicht sehen, dann Mama lebt mit einem anderen Mann zusammen. So hängt Scott perspektivenlos mit den Kumpels rum.

Das entgeht Dr. Hank Pym, einer extrovertiert-faustischen Glanzrolle für Michael Douglas, nicht. Er, der Forscher, hat nämlich das Ameisenkostüm entwickelt. Ein Mensch, der es anzieht, kann mit Knopfdruck auf Ameisenformat schrumpfen. Und kann mit dem Goodwill von Heerscharen dieser Spezies rechnen und bald schon darauf angewiesen sein und davon profitieren. Denn einmal mehr gilt es in einem amerikanischen Film, die Welt zu retten.

Pyms langjähriger Assistent und inzwischen Rivale Darren Cross ist dabei als gefährliches Konkurrenzprodukt zum Ameinsenanzug das Yellow-Jacket zu entwickeln, möchte sich aber auch das Geheimnis um den Ameisen-Anzug aneignen. Der Wirtschaftskrieg ist somit ausgebrochen. Dieser wird später im Film lustig bis brutal massiv in Kämpfe ausarten. Verkompliziert wird dieser Krieg durch die Tochter von Pym, Hope, Evangeline Lilly, die zuerst mit Cross ihren eigenen Vater aus der Firma ausgebootet hat, bis Cross sich selbstständig gemacht hat. Sie steht zwischen den Lagern.

Dr. Pym möchte diese Machtverschiebung und Machtramassierung verhindern. Dazu braucht er einen raffinierten Einbrecher, der ins Innerste der Industrieanlagen von Cross eindringen und diese unschädlich machen kann. Das soll Scott als Ameise getarnt vollbringen. Pym will Scott als Ameise trainieren. Das ist ein unterhaltsamer Strang in der Geschichte. Und auch hierbei ist die Tochter von Pym, Hope, einerseits nützlich, also involviert, andererseits aber auch für eine Verkomplizierung gut.

Der Entwicklung der Geschichte und deren Verwicklungen zuzuschauen, macht durchaus Vergnügen, weil das nicht ohne Humor geschieht und weil die Figuren gut und dialektisch ausgearbeitet sind. Die Endschlacht zieht sich für meine Begriffe in die Länge, da wird der Reiz der Dimensionssprünge von Groß zu Klein und vice-versa unter gängigen, massiv gewalttägien Actionmustern begraben, entfernt sich deutlich vom Charme des Comic-Genres, das es doch mit lebenden Bildern evozieren will.

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Kino ist Nähe. Kino ist Intimität. Kino ist Bewegung. Kino ist Wagemut. Kino ist Reise. Mit diesem Film ermöglicht uns Jafar Panahi, der doch gar keine Filme machen dürfte in seinem Heimatland Iran, eine über einstündige Taxifahrt durch das pulsierende Teheran. Allein dieses Erlebnis im Kino erspart aufwändige und teure Reisevorbereitungen und vermittelt den Ruch des Unerlaubten.

Hauptsächlich ist die Kamera vorne im Taxi, es muss eine GoPro sein, diese ganz kleinen, unscheinbaren Dinger, die eine hervorragende Bildqualität bei einzigartiger Nähe zum Objekt garantieren. Nähe und Intimität im Inneren einer Taxe.

Der Regisseur Jafar Panhi fährt sie selbst und reflektiert über die Texte seiner Mitfahrer, die meisten dürften gebrieft sein, sie betreffen diese Situation als auch seine Situation als unerwünschter Filmemacher in Teheran. Ein sicher nicht ganz ungefährliches Unterfangen. Auch das wird verbalisiert. Also ein recht geschickt gebauter Film, der auch ein zwingendes und überraschendes Ende konstruiert hat, das hier nicht verraten werden soll.

Zu vermuten ist, dass die Darsteller improvisiert haben dürften in den Szenen, dass aber die Themen abgesprochen waren, so dass sie nicht beliebig rüberkommen wie manche Doku.

Das Gespräch der ersten beiden Fahrgäste, eine Herr vorne, eine Dame hinten, zentriert sich um Hinrichtungen, und dass es viel zu viele davon gebe. Verschiedene Leute kommen hier zusammen, weil es sich um ein Service-Taxi handeln dürfte, das Leute für eine bestimmte Strecke aufnimmt. Allerdings wundert sich ein Herr, was das für ein Taxifahrer sei, der nicht mal wisse, wo der Spital sei. Das ist ein ausgezeichneter Trick, um von der Fake-Situation abzulenken.

Der dritte Fahrgast erkennt den Regisseur, denn er habe für diesen einmal einen Botengang gemacht; damit signalisiert er auch, dass er bekannt sei, erklärt uns somit nochmal die Grundsituation. Sowieso wird immer wieder übers Kino und über die Filme gesprochen. Aber auch das Thema Zensur hat Panahi raffiniert verpackt. Er erfindet eine Nichte, die er von der Schule abholen soll, eine unglaublich geschwätzige Göre mit durchdringender Stimme (damit es im Taxi nicht allzu gemütlich wird und die Zuschauer womöglich bei so viel Wohlgefühl wegdämmern). Sie hat eine Kamera dabei und filmt dauernd. Das ermöglicht Panahi eine Ausweitung der Perspektiven. Das Mädchen soll für die Schule einen Kurzfilmbeitrag realisieren. Aus ihrem Schulheft liest sie einige der Anforderungen an einen iranischen Film vor, wie die Guten zu kleiden seien und wie die Bösen und dass Berührungen zwischen den Geschlechtern tunlichst zu unterlassen seien.

Dann sind da die beiden Frauen mit dem Goldfischaquarium und den Fischen drin, die sie zur Quelle zurückbringen wollen, wo sie sie vor einem Jahr geholt hatten und dass sie um genau 12 Uhr dort sein müssen und welche symbolische Bedeutung das alles habe. Es passiert das Malheur mit dem Glasgefäss und der vergessenen Geldbörse, die bauen für die Schlussequenz vor.

Es kommt auch eine Geschichte mit einem Diebstahl vor. Und CDs, sicher verbotene, die im Straßenhandel angeboten werden. Ein Verunfallter muss dringend in ein Spital gebracht werden. Seine Verletzungen sind eindeutig als geschminkt zu erkennen. Seine Frau klagt und weint bitterlich. Der Schwerverletzte möchte dringend sein Testament in die Kamera sprechen.

Auch das Thema Gentrifizierung wird kurz angesprochen, man kenne ja die Leute im angestammten Viertel nicht mehr, erzählt einer. Oder die Szene, in der die Nichte eine Hochzeit filmt und wie der Flaschensammlerjunge das Geld findet, das der Bräutigam bei der Fotosession verloren hat. Die Nichte des Taxifahrers meint, er müsse das Geld unbedingt zurückbringen, weil sie sonst den Film nicht zeigen dürfe, weil er dann vollkommen vergeblich sei. Oder die Anwältin, die eine Gefangene in Varnak mit einem dicken Strauß Blumen besuchen und sie vom Hungerstreik abhalten will.

An allen Ecken und Enden platzt der Unrechtsstaat Iran in die intime Atmosphäre dieses Filmes und dieser Taxe hinein und ist einem nach der kurzen Zeit dieser Filmlänge so vertraut ist, dass man noch lange in dieser Taxe durch Teheran kutschieren möchte, in diesem geschützten Raum, in den keine Polizei und keine Spitzel eindringen.

Leider erlaubt das zuständige Ministerium keinen Abspann, das heißt, der Film ist nicht genehmigt und läuft ohne Abspann. So bleiben die Darsteller ein Stück weit geschützt. Aber sie bleiben auch nicht weiter identifizierbar oder nennbar.

Eine Art Kinokassiber aus dem Teheraner Filmuntergrund für die westliche Filmfestivalwelt gedacht, die hier Dinge aus nächster Nähe erleben kann, die sie theoretisch längst weiß oder wissen müsste.

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Ein Produkt, was vermutlich nur dank funktionärsbestimmter Fördersysteme überhaupt möglich wird, eine Ausgeburt von Filmförderung mit internationalem Touch. Vielleicht sind die Rollenangebote von Kim Basinger nicht mehr so grandios, dass sie dieses europäische Mischmasch-Angebot angenommen hat.

Wer interessiert sich schon für den Kinderwunsch einer Frau, die ein makellos schönes Gesicht hat (wie auch immer das konserviert wurde), die aber offensichtlich längst im Oma-Alter angekommen ist.

Sie hegt immer noch den Kinderwunsch. Sie ist nicht etwa altersbedingt unfruchtbar, sondern wegen einer Narbe an der Gebärmutter. Das soll dem Drama die Kraft verleihen in diesem Film von Andreas Morgenthaler, einem dänischen Autoren und Regisseur.

Der Film versucht, sich diesem Thema mit vielfältigen, graphischen und kinematographischen Mitteln, mit dem Einsatz von Natursymbolik, von Schärfe/Unschärfe und Verzerrungen, von dezent gepflegter Sprache der Darsteller mit erstklassiger Synchronisation anzunähern; an die Befindlichkeit, den Zustand einer Person, für die sich das große Publikum eher weniger interessieren dürfte.

Der Film scheint aber sich selbst nicht zu genügen, misstraut seinem leisen Thema im Abseits und haut dann plötzlich einen knalligen, drogenabhängigen Zwerg rein, der nach dem Motto „trau keinem Junkie“ lebt; der im Film als Führer für Kim Basinger als Maria auf der Suche nach einem Baby gegen gutes Geld zur Seite steht. Denn sie ist CEO der MAG Shipping Company, die überall auf den Weltmeeren Container rumshippt. Wie sie hört, dass an der tschechischen Grenze junge Mädchen als Prostituierte arbeiten, dirigiert sie Transporte um, um Fahrer und Mädchen zu schützen. Der Zwerg beschafft ihr dort ein Baby mit verklebtem Mund, das eine minderjährige Prostitutierte im Schrank aufbewahrt.

Der Zwerg, Christian, klaut das Baby, bringt es der auf der Straße zurückgelassenen Maria. Jetzt ist der Film längst entgleist, und will es wissen, wenn schon dann schon, wird es im Hirn der Macher aus purer Aussichtslosigkeit der Lage gezuckt haben.

Maria gerät jetzt in ein Trash-Szenario von Zuhälter, Auge um Auge, er will das Kind zurück, sie bleibt vier bewusstlose Monate gefangen, bis sie sich nach einem nicht näher definierten Unglück selbst befreien kann. Sie rast mit ihrem Auto davon, nachdem sie vom halbtoten Zuhälter noch die Schlüssel entreißen konnte, blutig bleibt sie, bald wird sie glücklich sein, sie hält den Schwangerschaftsmesser in der Hand und sagt danke. Danke, dass wir solange ausgeharrt haben?

Kim Basinger ist trotz all dieser Abstrusitäten um sie herum eine bombige Schauspielerin, die noch den größten Mist mit Würde spielt. Dem Film ist das rätselhafte Wort vorangestellt, Schicksal sei die Verbindung von Bestimmung und Zweifel, ha ha, unbekannter Autor, aus verständlichen Gründen.

Viel graphische Pränatalindikationen und häufige Stimme des Babys an die Mutter, die keines haben kann. Wirkt wie bemühtes, bastelhaftes Illustrieren einer kopfigen These.

Solch ein Kino ist nur möglich mit dem Segen von Funktionärsknöterichen. Die Seelen ungeborener Kinder will der Film zeigen? Was in etwa heißt: Beschäftigung mit ungelegten Eiern.

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Hier stolpern Filmemacher einmal mehr über der Annahme, Erfolgsliteratur zu verfilmen sei einfach und bedürfe keiner besonderen Drehbuchentwicklung. Christian Ulmens Hauptfiguranstrengung erweckt im ersten Teil eher Mitleid und verläuft sich dann im engmaschig Ohngefähren. Kritik siehe Filmfest München,.

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Ein paar befreundete Schauspieler, die sich von Bühnenzeiten kennen, die alle längst im TV-Business ein weit überdurchschnittliches Einkommen haben, die gesetzte Namen im Pfründenland sind, die gleichzeitig durchaus frustriert sind, dass sie immer den gleichen Rollentypus darstellen müssen, die können es sich leisten, an die zwei Monate frei zu nehmen, um endlich den Film zu machen, den sie immer schon machen wollten, muss natürlich ein Noir-Film sein, weil da ist jeder begeistert, „schwarze Komödie“, das glaubt jeder zu können, der davon begeistert ist, erst recht wenn er vom deutschen Fernsehfach ist, und insofern kann immer jeder mitquatschen, denn dabei stehe, so zitieren die Filmemacher das Lexikon der Filmbegriffe „hinter der Fassade zynischer Grenzüberschreitungen“ häufig ein „aufrichtiges Anliegen, falsche Hierarchieren, Konventionen und Verlogenheiten innerhalb einer Gesellschaft mit den Mitteln filmischer Satire zu entlarven“. Nichts davon ist leider zu sehen im Endprodukt dieses Filmes von Justus von Dohnányi, Regie, Drehbuch und eine Hauptrolle und seinen mitproduzierenden und mitspielenden Schauspielerkollegen Jan Josef Liefers und Stefan Kurt.

Dieser Film hat null öffentliche oder gesellschaftliche Relevanz; ist bestenfalls von Interesse für einen Psychologen oder Ethnologen, der sich für das angestaubte Innere von bejahrten Schauspielerseelen interessiert. Er strahlt den abgestandenen Mief einer Schauspielergarderobe aus (darüber gibt es einen schönen Sketch von Helmut Qualtinger). Er wirkt wie ein schlechter Studentenscherz, wirkt wie ein Frustrationskompensationsausweis von sich nicht genug anerkannt fühlenden Darstellern.

Hier versuchen deutsche Pfründenstars aus ihren Rollenklischees auszubrechen, und da sie überwiegend langweilige, deutsche TV-Rollen spielen, wollen sie hier mal richtig die Sau raus lassen, wollen zeigen, was für witzige Gespräche sie zu x-beliebigen Themen führen können (siehe vorletzter Absatz). Wollen zeigen, was für abgefuckte, kulturlose, schnoddrige Typen sie spielen können ohne jede Sprech- und Sprachkultur.

Sie legen wie für ein Urlaubstreffen Bericht ab davon, was für eine schöne Zeit sie in Südfrankreich verbringen konnten und wie sie sie kreativ genutzt haben, denn der Film spielt in Saint Tropez, ist weiter nicht nacherzählenswert, allein schon wegen der Kamera, die ewig Schwierigkeiten hat, Erzählenswertes zu finden, und deshalb immer Unmengen belanglose Gebäude und Landschaft ins Bild mitnimmt, andererseits dem Hunger der Darsteller nach Nahaufnahmen ständig nachkommen muss; also die Kamera kann bei der Entschlüsslung dieser späten Pennäler-Freizeit auch nicht weiterhelfen.

Aber sie haben den Film Noir begriffen, denn auch bei ihnen kommt ein gelber Kanarienvogel in einem Käfig vor, wie beim berühmten „Eiskalten Engel“ von Melville mit Alain Delon. Allein der Umgang mit diesem Kanarienvogel und dem Käfig zeigt, dass diese deutschen Herrschaften nicht allzuviel verstehen von dem Metier, von dem sie angeblich so schwärmen. Hängt allerdings auch mit der nach wie vor darnierderliegenden deutschen Filmkultur zusammen, gerade im Gegensatz zu französischen. Wie oft schaffen es dort Schauspieler ansprechende, anrührende, interessante Filme zu machen. Während die deutschen nur dümmlich die Sau raus lassen. Da ist schon beinah kriminell zu nennen, auf jeden Fall in der Nähe der Veruntreuung öffentlicher Gelder anzusiedeln, denn sie haben noch die Chuzpe, diese ihre Freizeit in Südfrankreich öffentlich fördern zu lassen mit Zwangsgebührengeldern und Filmfördergeldern und blasen sich auch noch auf, mit was für einem kleinen Budget sie doch im Gegensatz zu einem Tatort aufwarten können.

Altbacken und abgestanden wirkt die Humorlage. Was haben wir gelacht bei dem bereits schimmligen Uraltgag mit dem Toupet, ausgewalzt wie ein Pizzateig und nicht mal gut gebracht oder desgleichen bei dem Gag mit den Handschellen, und nicht in einer Sekunde ausgereizt, nicht eine Sekunde lustig, nicht weniger mit dem Kollegen, der im Kamin stecken geblieben ist. Auf die Anklagebank für irrelevante, rein privatistische Verwendung von Steuer- und Zwangsgebührengeld gehören hier: arte, Präsidentin Veronique Cayla, der Hessische Rundfunk hr, Intendant Dr. Helmut Reitze, FFA, Vorstand Dr. Peter Dinges, Medienboard Berlin-Brandenburg, Geschäftsführung Kirsten Niehuus, Elmar Giglinger, Medienstiftung Hamburg-Schleswig-Holstein, Geschäftsführung Annemarie Stoltenberg.

Aber wenn ein Nietzsche-Zitat in einem Drehbuch vorkommt, dass die Frauen die Fallen der Natur seien, so ist das schon Grund genug für Subvention. Diesem Satz wird später mit einem denunzierenderen Frauenwitz, dem über die Schlösser, noch nachgetreten. Und Dialoge als eine Abfolge losen Geschwätzes zu Themen wie Frauen, Psychologie, Liebe, Lust, Waffen, ein Riesenbla ohne jede Hilfswirkung für die Geschichte oder zur Charakterisierung der Figuren.

So hängt die Handlung vollkommen in der Luft, kann nicht eine Minute Spannung erzeugen. Diesen weiteren Beweis, dass das deutsche Kino sich außerordentlich schwer tut mit dem Geschichtenerzählen, braucht niemand. Es steht diesen Namen aus dem Pfründenland selbstverständlich frei, sich so eine filmische Selbstbelustigung zu leisten, kann für die Partizipierenden durchaus befreiend wirken, aber bittschön nicht mit öffentlichen Geldern, schon gar nicht mit Rundfunkzwangsgebührengeldern. Immerhin, das haben diese Schauspieler in ihren langjährigen Karrieren bei Shakespeare gelernt: wenn alle Figuren tot sind, ist das Stück aus.

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Dieser internationale Koproduktionsmischling aus USA, Russland, Polen, Deutschland und Puerto Rico, der laut IMDB geschätzte 1 Million Dollar gekostet hat, soll bereits über 30 Millionen eingespielt haben; wobei die Produktionskosten mir noch hoch gegriffen scheinen, denn der Film hat nur eine einzige Einstellung und die ist auf einen Computerbildschirm gerichtet. Die Leinwand als Computerbildschirm – der Bildschirm als Leinwand.

Das ist ein Experiment und ich empfinde es als anstrengend, muss ich im Kino auch noch das haben, was ich eh zuhause schon habe? Wobei ich zuhause ja eingreifen kann, während ich im Kino tatenlos zusehen muss, wie eine Gruppe junger Leute über Skype miteinander redet und durch einen Hacker und einen angeblichen Selbstmord in Aufruhr versetzt werden.

Viel Arbeit muss es für die Übersetzer gegeben haben, denn der Bildschirm ist ständig voll mit Texten, wie sie auf so einem Bildschirm zu finden sind, wenn denn noch Facebook aufgemacht wird oder ein Begriff gegoogelt, so stehen auch all die Randbemerkungen da und frisch gechattete Texte dazu. Immerhin fehlt hier die ekelhafte, algorithmenbedingte Eigenenart des Internets, die dem User noch ständig mit gezielten Anzeigen sein eigenes, individuelles Surfverhalten spiegelt.

Wenn das Kino im Idealfall den Menschen vor die Leinwand setzt, ihm aber durch die Bilder Freiheit und geistigen Abflug ermöglicht, so komme ich mir hier vor, wie in einem Schulungsraum oder vor eine Power-Point-Wand, Kino zum Mitschreiben gewissermaßen, das mich an die schlimmsten Schulzeiten erinnert und mir das Gefühl eines Gefangenen vermittelt, der die Augen überanstrengt.

Immerhin könnte man von Nelson Greaves, der das Buch geschrieben hat und Levan Gabriadze, der die Regie geführt hat, trotzdem den Hut ziehen, dass sie sich auf so ein Experiment eingelassen haben und nicht irgendwie auf Nummer sicher gegangen sind, dass sie sich dieses Stück Alltgagsrealität von Milliarden Menschen vorgenommen haben, wenn auch mich nicht der geringste Grusel überkommen hat, so macht der Film doch auf spezifische Möglichkeiten des Internets aufmerksam.

Das Internet wird hier in seiner ganzen Enge und Fixierung vorgeführt. Und macht bewusst, wie schmerzlich im Kino tote Leinwand, also einfach weiße, statische Fläche ist und der Zuschauer mit seinen Augen wie auf einer Anzeigentafel seine Orientierung sucht. Augengymnastik.

Auch die Tonspur haben sich die Macher billig gemacht, oft nur das Klicken der Tastatur bei der Herstellung von Chat-Texten und gelegentlich etwas Donnergrollen.

Die Wahrhaftigkeit eines solchen Kinos liegt vielleicht darin, dass es ein grausamer Spiegel einer häufigen, realen Lebensituation vieler Menschen inzwischen ist, privat wie am Arbeitsplatz. Eine schmerzhafte Realität, deren Nachvollzug im Kino nicht weniger weh tut; einen gewissen Masochismus im Publikum voraussetzend.

Wobei das Netz nicht der brisanten, interessanten Topoi entbehrt: Versetzen eines Kanals in den Gedenkzustand. Wer hat nicht Facebook-Kontakte, die bereits tot sind?

Eine harte Doku aus dem virtuellen Leben unserer Jugend, wie sie sich im Labyrinth der virtuellen Netzwerke verläuft und verirrt und so eine verzweifelte, virtuelle Gruppendynamik auslöst. Vermittelt im Negativeffekt das Gefühl, als bitte einen ein Bekannter vor seinen Bildschirm und wolle einen mit seinen Problemen belabern.

Wer sich für diesen Film interessiert, den dürften auch interessieren: – Katze macht Rückwärtssalto – Chinesische Oper – Soldat macht FLORIDA – Autsch – meine Katze beobachtet mich im Schlaf, das lässt gruseln. Und vielleicht noch Chatroulette.com

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Brüggemanns bitterböser Blick auf die Zeitgeister lässt diese einen irren Veitstanz aufführen und kommt zu der Erkenntnis, dass die Deutschen doch nur glücklich sind, wenn sie Panzer fahren und andere Länder erobern können. In jeder Überspitzung steckt ein Körnchen politisch unkorrekter Wahrheit. Review anlässlich des Filmfestes München.

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Erschütternd zu sehen, wie das Naturtalent von Sängerin von Amy Winehouse wegen ihrer ganz seltenen Begabung und großartigen Stimme und mangelndem Karrierebewusstsein in einen bombastischen Welterfolg hineinschlittert und darin elendiglich krepiert. Atemberaubend, weil aus nächster Näher und mit privatem Videomaterial, gerade auch aus sorglos glücklichen Zeiten, unterfüttert nebst grandiosen Musikaufnahmen. Ein Talent ist ein Gottesgeschenk, aber die Menschen drum herum machen es kaputt. Review anlässlich des Filmfestes München.

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