Boll-Interview zu Auschwitz
Geschrieben von: Julian in Allgemein, Coming Attractions, internationalEin Kollege aus Dänemark interviewt Uwe Boll zu Auschwitz auf englisch. “Oscar” fällt.
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Boll-Interview zu AuschwitzGeschrieben von: Julian in Allgemein, Coming Attractions, internationalEin Kollege aus Dänemark interviewt Uwe Boll zu Auschwitz auf englisch. “Oscar” fällt.
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Life in a DayGeschrieben von: Julian in Allgemein, Coming Attractions, Dreharbeiten, Fan Fiction, Film, international, WebRegisseur Kevin MacDonald tat sich mit Ridley Scott zusammen, um das cineastische Experiment Life in a Day zu verwirklichen: YouTube-Nutzer aus aller Welt waren dazu aufgerufen, am 24. Juli 2010 Impressionen aus ihrem Leben mit der Kamera einzufangen, und diese auf das entsprechende YouTube-Konto hochzuladen. Aus den eingereichten Materialien (über 4.500 Stunden Material aus 192 Ländern, 1) wurde der Film kreiert und hatte schließlich gestern in Sundance Premiere, was live auf YouTube übertragen wurde. Heute um 19 Uhr wird der Film wiederholt, und zwar hier. Ob und wann er wieder zu sehen sein wird, ist noch nicht sicher. Klar ist jedoch: Das Experiment in Sachen Crowdsourcing ist auf jeden Fall beeindruckend. Nachtrag: So wird das nichts, YouTube: Eigentlich erstaunlich, wie wenig Product Placement-Beschwerden es bei Film und TV gibt. Denn jeder trägt Kleidung (nur in einem Genre nicht), ständig wird mit Autos gefahren und so weiter. Man kann den Marken nicht entkommen. Dennoch passiert es verhältnismäßig selten, dass Marken auffällig deutlich vor der Kamera platziert werden. Ich erinnere mich an meine Zeit als Tourführer in den Bavaria-Studios. Dort wird immer noch stolz “der Gang aus Enemy Mine” präsentiert, zusammen mit ein paar zerbröselnden Latexschaum-Requisiten. Eine Sache mochte ich in dieser Kulisse allerdings besonders: Eine futuristische Cola-Dose, die im Film im Staub einer Planetenoberfläche lag, genauso achtlos weggeworfen wie vor der Einführung des Dosenpfandes hierzulande. Manche Dinge ändern sich eben nie, auch wenn die Menschheit das All erobert. Anhand der Dose erkennt jemand im Film, dass Menschen auf diesem Planeten sind oder waren (glaube ich, ist schon lange her), daher ist es dramaturgisch legitim, eine bekannte Marke zur Versinnbildlichung dieser Situation zu verwenden. Ist das nun dennoch Product Placement? Floss dennoch Geld? Floss vielleicht sogar mehr Geld? Die Anwesenheit der Marke nicht nur im Bild, sondern auch als notwendiges Element der Handlung ist natürlich einiges wert. Eine weitere methode zum Einbringen von Marken ist das bewusste Spiel mit dem Product Placement. Am bekanntesten dürfte diese Szene aus Wayne’s World sein: Einen ganz besonderen Gag leistete sich Ikea, deren Produkte unglaublich stark in Film und TV vertreten sind. Nicht nur sind sie meist gut gestaltet und günstig zu haben (Ausstatter fahren gern zu Ikea oder schicken Assistenten, die sich dann erstmal auf Handkasse mit Hot Dogs vollhauen), auch bin ich überzeugt, dass Ikea das bewusst forciert und Produktionen ganze Einrichtungen stellt. Vor einer Weile gab es diese meines Erachtens sehr gelungene Kampagne für den neuen Ikea-Katalog im Kino: Die einen mögen es schamloses Product Placement nennen, die anderen nennen es eine gelungene Kampagne, die Meinungen gehen auseinander. Denn eines ist klar: Ohne Möbel und Klamotten können die Darsteller sicher nicht durchs Bild laufen. Man kann Product Placement plump oder geschickt durchführen, die Grenze wird immer fließend sein. (Beispiele 1, 2) Und es werden immer auch real existierende Produkte sein, die zu sehen sein werden. Ich für meinen Teil werde bei der Benutzung von Markennamen kein Blatt vor den Mund nehmen, warum auch? Und wenn ich einkaufe, dann werde ich auch nicht hinter dem Berg halten, wieso ich beim einen oder anderen Hersteller kaufe, egal ob Technik, Lebensmittel, Klamotten (hier ein Rabatt von 10% bei C&A) oder ein Auto. In die letzteren beiden muss ich nur hineinpassen… Die Oscarnominierungen wurden soeben bekanntgegeben (komplette Liste hier). Um den Oscar für den besten Film streiten sich diesmal sogar 10 Kandidaten:
Über die restlichen Nominierungen äußere ich mich in den nächsten Wochen… Und hier noch das Video: Watch live streaming video from academyawards at livestream.com
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Humor ist, wenn man trotzdem lacht?Geschrieben von: Julian in Allgemein, Filmpreis, international, MeinungsfreiheitZur Verleihung der Golden Globes 2011 lud die Hollywood Foreign Press Association HFPA ein zweites Mal den britischen Komiker, Schauspieler und Regisseur Ricky Gervais ein, durch den Abend zu führen. Dies hat Gervais am vergangenen Sonntag in Los Angeles getan, und zwar mit ungewohnt spitzer Zunge. Seine Scherze und Anspielungen auf Benehmen, Befindlichkeiten oder auch nur das Alter der Anmoderierten unterschieden sich deutlich von den weichgespülten Floskeln, die meist bei der Oscarverleihung zu vernehmen sind. Ganz in der Tradition des bisweilen kruden, aber immer mit einem Augenzwinkern versehenen, schwärzestmöglichen britischen Humors (den das deutsche Publikum, das vorwiegend nach dem im Stechschritt organisierten Schenkelklopfhumor des närrischen Rheinlands zu ticken scheint, wohl erst durch die Monty Pythons flächendeckend kennenlernte, sich aber davon nicht weiter beeindrucken ließ), lieferte Gervais einen Hieb unter der Gürtellinie nach dem anderen ab. Nun regt sich scheinbar die ganze Welt über Gervais’ Gags auf. Auf YouTube gibt es Videokommentare, bei Twitter und Facebook gingen entsprechende Sprüche über den Äther, und die Presse sprang bereitwillig auf den “Bandwagon” auf (1, 2, 3). Ich verstehe das nicht. Zum einen ist der rabenschwarze britische Humor ja ein altbewährtes Mittel zum Lockern selbst maximalzementierter Zwerchfelle, zum anderen ließ die HFPA den netten Herrn aus England ihre Verleihung ja bereits im letzten Jahr moderieren und kann nun nicht behaupten, die Katze im Sack gekauft zu haben. Außerdem ist Gervais und sein bissiger Humor durchaus allgemein bekannt (hier ein Auftritt aus einem seiner Kabarettprogramme). Und obendrein waren die Gags offenbar abgesprochen, denn bei Conan O’Brien erzählte Gervais (vor der Globes-Verleihung!) einen geplanten Eröffnungsgag, der es dann doch nicht in die Verleihung geschafft hat. Meine persönliche Erkenntnis aus dieser Sache: Die ganze Aufregung ist weitgehend gespielt und von den Medien überproportional aufgeblasen wurden. Dass Gervais sich nun selbst äußern muss (zu welchen Vorwürfen, bitteschön?), ist geradezu lächerliches Schmierentheater (4, 5). Schade, dass die Presse da mitspielt. Denn dass Ricky Gervais bei der Verleihung bestens ankam, hört man eindeutig an der Reaktion des Publikums. Und dass es nicht wenige überempfindliche, weltfremde, chronisch beleidigte und streckenweise besonders klagefreudige Menschen in den Staaten gibt, ist ja auch bekannt. Doch Rückhalt erhält Gervais aus den Reihen der Kollegen, also ist alles dann doch gut ausgegangen. Hier die Gags von der Verleihung, der “banned” Gag bei Conan und die Reaktion der Zuschauer bzw. Betroffenen: Nachtrag: Hier ein längeres Interview mit Ricky Gervais bei Piers Morgan Tonight mit einer sehr gut formulierten Erklärung, worüber man Witze machen darf und worüber nicht:
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Der Fehlerteufel bei Filmstarts.deGeschrieben von: Julian in Allgemein, Journalismus, KultfilmeFilmstarts.de hat soeben eine neue “Web-Show” (so der Jargon der Pressemeldung) ins Leben gerufen: Deren “Filmexperten Siggi und Horst zerlegen selbst die größten Klassiker der Filmgeschichte und finden dort noch die peinlichsten und kleinsten Patzer”. Die erste Folge setzt sich mit Gladiator von Ridley Scott auseinander. Das Sprecherduo teilt sich die Aufgabe dramaturgisch auf. Der eine spielt, stellvertretend für den Zuschauer, den ahnungslosen, der andere den allwissenden Filmnerd. Er zeigt seinem ahnungslosen Kumpel dann einige Szenen, in denen Fehler gefunden wurden. Nette Idee, aber nicht neu. Zum einen gab es schon immer die “Goofs”-Sektion in der IMDb, in der aufmerksame Zuschauer Fehler aller Art verzeichnen können (hier die mehr als lange Fehlerliste zu Gladiator), zum anderen ist die Web-Show nicht umfassend. So werden zum Beispiel zu Gladiator gerade mal neun Fehler genannt (von denen ich einen für strittig halte). Auch ziehen die beiden Experten eher in wenig professioneller Weise über die Filmemacher her. Beim Film sind Fehler unvermeidlich, und es ist ein Leichtes, im Nachhinein – obendrein auch noch mit dem Segen des Zurückspulens sowie der Zeitlupe – aus dem weichen Ohrenbackensessel zu meckern und zu nörgeln. Fazit: So eine Kategorie ist ein nettes Add-On für eine bestehende Filmwebseite, nutzt aber nur dem Filmlaien, sprich, dem Endverbraucher, der nicht selbst auf Fehlersuche geht. Für den versierten Filmfan scheitert diese Serie, da sie zu sehr von oben herab über die großen Filme herzieht (“Fresse halten, selber machen” möchte man da rufen), da die Fehler dem Filmliebhaber schon bekannt sind, oder da sie dem Filmliebhaber, der diesen Fehler noch nicht kannte, den Film versaut. Für mich, dem Film wichtig und wertvoll ist, überwiegen daher leider die negativen Eindrücke. Der Direktvergleich drängt sich natürlich auf zu That guy with the Glasses, der weit ausführlicher auf Filme eingeht – okay, es handelt sich um Filmkritik und nicht um das Auflisten von Fehlern – aber dafür wesentlich sympathischer rüberkommt. Nur ist eine Reihe dieser Art halt weit aufwendiger zu produzieren, hier Little Monsters:
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2011
Russland – Im Reich der Tiger, Bären und VulkaneGeschrieben von: Julian in Allgemein, Film, ReviewEs sieht nach einem einfachen Rezept aus, nach dem Jörn Röver und Henry M. Mix ihre Produktion da geköchelt haben: Geld besorgen, durch die Weltgeschichte reisen und ein paar Naturaufnahmen in HD mitnehmen. Das Ganze auf Kinolänge zusammenschneiden, von einem schnittigen Sprecher vertonen lassen und schon ist der Doku-Hit fertig. So einfach ist es natürlich nicht, auch wenn die rekordverdächtige Produktion danach anmutet. Bereits die Einladung zur Pressevorführung warb mit “3,5 Jahre Produktionszeit, 1.200 Drehtage, mehr als 100.000 Reisekilometer und über 600 Stunden Rohmaterial – Russland bietet nicht nur Superlative, sondern verlangt auch dasselbe von den Filmemachern und Kameramännern, die sich ihm nähern möchten“. Mit entsprechend gemischten Gefühlen geht der Filmkritiker ins Kino, nicht wissend, ob seine Emotionen schon in wenigen Minuten vom Überlebenskampf tapsiger Bärenbabies in kalten Wintern oder auch vom Ausbleiben der Lorbeer-Ernte, der einzigen Geldquelle für irgendein gottverlassenes Kaff im Nirgendwo, gefordert sein werden. Der Laie assoziiert mit Russland gemeinhin eine ausgehöhlte, korrupte Ex-Supermacht, Territorialkonflikte um wegbrechende Republiken, radioaktiv verseuchte Staatsgeheimnisse unter freiem Himmel, Kälte, Wodka und den Soundtrack von Red October. Sicher, man weiß um die weite Natur (läuft unter “Sibirien” und So weit die Füße tragen), und wer was auf sich hält, hat schonmal von der Transsib gehört, hat eine Meinung zu den Oligarchen, die die Rohstoffe ihres Landes ausschlachten und ist Leser des absolut faszinierenden English Russia-Fotoblogs. Das war’s dann aber auch. Dass Russland aber auch gewaltige, ach was, gewaltigste Naturschauspiele zu bieten hat, gänzlich unberührte Natur und mit Kamtschatka (der Risiko-Spieler erinnert sich) eine auf der Landkarte eher unscheinbare Halbinsel – allerdings von der Größe Deutschlands und voller aktiver Vulkane – das ahnte dann doch kaum einer. Und so ist erweist es sich als schön, dass Jörn Röver und Henry Mix sich die Arbeit gemacht haben, zumindest den Versuch zu starten, dem westlichen Kinobesucher in 91 Minuten nahezubringen, was der mit eigenen Augen wohl niemals sehen wird. Und das ist beeindruckend, wahrlich. Man schämt sich seiner eigenen Vorurteile bereits nach wenigen Filmminuten. Der Film selbst verbleibt dramaturgisch eher im Mittelfeld, doch die optischen und akustischen Eindrücke vom anderen Ende dieses – unseres, wohlgemerkt – Kontinents bleiben dem Zuschauer noch lange in Erinnerung. Wirklich sehenswert, insbesondere mit der Familie. Allein der Trailer dürfte überzeugen: Eine Bekannte von mir studiert Medienkommunikation und muss für eine Seminararbeit eine Umfrage durchführen. Den Rest des Eintrages lesen »
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Preis der deutschen Filmkritik 2010 – die NominierungenGeschrieben von: Julian in Allgemein, FilmpreisDer Filmkritkerverband VDFK hat die Nominierungen für den Preis der deutschen Filmkritik 2010 bekanntgegeben. Sieben Nominierungen insgesamt für das Drama zum Thema Familienehre und Zwangsehe Die Fremde von Feo Aladag. Tom Tykwers Drei folgt mit fünf Nominierungen, danach Die kommenden Tage von Lars Kraume. Dennis Gansels Vampirfilm Wir sind die Nacht erhielt drei Nominierungen, je zwei Nominierungen entfallen auf Boxhagener Platz, Schwerkraft, Parkour und Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen. Alle Nominierungen könnt Ihr diesem PDF entnehmen.
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2011
Perpetuation of Plan, Change of Pace & AttitudeGeschrieben von: Julian in Allgemein, Blogging, Coming Attractions, JournalismusGanz ehrlich: Für mich lief 2010 nicht so besonders. Es läuft ganz allgemein nicht so besonders in den letzten Jahren, aber nun weiß ich endlich und eindeutig, warum: Ich bin zu gutmütig, zu nett, zu zuvorkommend, zu entgegenkommend und im Geschäftsleben zu preiswert. |