Author Archiv

Ich bin leicht zur Verzweiflung zu treiben. Nämlich, wenn ich mit wirtschaftlich denkenden Menschen diskutiere und mir deren Ansichten anhören muss. Da muss sich jede Alltagstätigkeit lohnen, rechnen und auszahlen, wird jeder Handgriff effektiviert, und wenn man dann in die Freizeit geht, bringt das auch noch Vorteile: Social Networking-Events mit Geschäftspartnern oder die berühmte “quality time” mit der Familie, die es zu verteidigen gilt wie das letzte Stückchen Regenwald vor der Kettensäge.

Persönlich konnte ich noch nie viel mit dem Geldmachen anfangen. Zum einen, weil es mir nie so recht gelingen wollte, zum anderen, weil ich es nie ganz verstanden habe. Sicher, mehr Geld zu haben ist besser als weniger, aber letztendlich braucht man nur ein Bett und drei Mahlzeiten, egal, wie reich man ist. Meine Eltern arbeiteten beide in künstlerischen Berufen, meine Erziehung war antiautoritär – selbstredend biss mich nicht die Karrierefee schon in der Schulzeit und trieb mich in Folge durch die Uni und in einen Anzug. Stattdessen tat ich, was mir lag, wo ich dachte, mein Glück finden zu können, und grundsätzlich tat ich’s auch nur, wenn ich es mit meinem Gewissen vereinbaren konnte. Geld wollte ich natürlich auch immer haben, und dass man es sich mühevoll erarbeiten muss, war mir auch stets klar. Nur dass man es anderen Leuten aus der Tasche ziehen muss, mit welchen Tricks auch immer, das geht dann doch zu weit.

Den Rest des Eintrages lesen »

Comments 15 Kommentare »

Es gibt sie noch, die kreativen, passenden, guten deutschen Filmtitel. Keine dümmlichen, nicht funktionierenden Eindeutschungen von englischen Wortspielen oder umgangssprachlichen Ausdrücken, die nicht übersetzt werden können. Keine plumpen Konstrukte, auf denen sich der Staub schon beim Hinschauen absetzt. Kein Grund zum Fremdschämen oder facepalmen.

Nur, leider sind das alles Pornotitel. Aber egal, wer sehen will, dass doch noch ein Hauch der Titel-Kreativität der 60er bis 80er vorhanden ist, bitteschön. (Ab 18 natürlich)

Comments Keine Kommentare »

Sehr praktisch: Journalisten wurden gefragt, was PR-Agenturen verbessern können, um möglichst effektiv zu sein. Hier die Ergebnisse, mit denen ich sehr übereinstimme. Was fehlt Euch noch?

Comments Keine Kommentare »

Man könnte, typisch deutsch, argumentieren, verweisen und sonstwie Aufmerksamkeit erregen. Viel kreativer gehen die Engländer vor, zumindest “geek comedian” Tom Scott. Er stellt einfach eine Druckvorlage für journalistische Warnungs-Aufkleber online (pdf), mir denen man sich am Zeitungskios austoben kann – und sollte. (via)

PS: stefe ist im Urlaub, daher gab’s diese Woche keine Kritiken.

Comments Keine Kommentare »

Comments Keine Kommentare »

Ich kann nur noch lachen, so genial trashig ist Sharktopus!

Comments 1 Kommentar »

I’m writing this book review in English, because there are some english-speaking folks I want to recommend the book to.

Scotsman Ian Rankin writes crime novels, and has been doing so for over two decades. His main work is a series of novels about John Rebus, a rather washed-up Edinburgh police detetive who, there are no nicer words to describe it, is an alcoholic. Now, his new series is coming along, starting with The Complaints.

Personally, I, as a German (Bavarian, actually), like reading books in English for two main reasons: If the book was originally written in English, I want to read the original version, because then I can enter the exact world the author describes. If I read a translated version, I feel blind, with someone trying to describe what’s around us as we stumble through the story. Now and then obvious translation errors spoil all the fun, usually false friends like “you must not”, which rather often gets translated into the German equivalent of “you may or may not”. The second reason is simply that I can keep up my own English. Back to the chase:

Den Rest des Eintrages lesen »

Comments 2 Kommentare »

Immer wieder bekomme ich Anfragen per e-Mail, ob ich denn nicht an einem Linktausch interessiert sei. Ich werde in Zukunft auf diesen Blogeintrag hinweisen, wenn ich solche Anfragen bekomme.

Meist wird zuerst dieses Blog gelobt, dann kommt eine “wir sind auf Sie aufmerksam geworden”-Formulierung, die Professionalität und Business-Savvyness vermitteln soll, ganz so, als wäre mein Blog bei einer Sitzung von wichtigen Leuten ein eigener Tagesordnungspunkt gewesen, das Ganze ist dann garniert mit Begriffen wie “Linkpartnerschaft”, “Tauschprogramm”, was suggerieren soll, man würde gerade vom Club of Rome umworben.

Schließlich folgt eine Liste von URLs, von denen als Gegenleistung aus auf meinen Blog verlinkt werden kann.

Klickt man dann aus schierem Interesse auf eine oder mehr von den genannten Adressen, findet man sich in fast jedem Fall auf schlecht geschriebenen, schlecht recherchierten und auch sonst nicht weiter interessanten Webseiten oder Shops wieder, die vorgeben, sich jeweils auf ein Thema spezialisiert zu haben, sei dies Schmuck, Gartengestaltung, Finanzen, Gesundheit oder sonstwas.

Eines haben diese Webseiten jedoch gemein: Sie alle quellen über mit Anzeigen und sonstigem Geld-für-Klick-Nepp. In Kombination mit den stupiden, hohlen Texten voller Platitüden (“Thema X ist in der heutigen Zeit aktueller denn je“, “Willkommen bei Y, Ihrer kompetenten Adresse für Y“), grausamer Grammatik und Rechtschreibung, schrecklichen Ausdrucksfehlern und obendrein ohne echtes Fachwissen.

Worauf diese Seiten aus sind: Möglichst viele Klicks auf die Anzeigen. Die Seite soll von Leuten gefunden werden (daher der Linktausch, um Leser zu bringen), diese sollen dann von gewissen Themen angefixt werden (aber nicht zuviele Infos finden) und sich in Folge in der Hoffnung auf mehr Infos bei den Anzeigen zu weiteren Seiten und Shops usw. durchklicken, was Geld und bei Kauf sogar Provision für die weiterleitende Seite bringt.

Für mich schreit das Ganze sofort “unlauter”, denn das Systen nutzt die Idee der Werbeklick-Vergütung mit dümmlicher Motivation aus. Eine Analogie zu solchen Webseiten in der Wirklichkeit sind die abgerissenen Typen, die z.B. in den USA auf Flughäfen rumlungern und frisch Gelandeten ihre Partnerkaschemme als Hotel anpreisen (ob diese das hören wollen oder nicht, ist denen dabei egal), um dann ein paar Dollar Provision kassieren zu können. Werbung um der Werbung Willen also, zum puren Selbstzweck, absolut unterste Schublade. Kein Mensch mit Rückgrat würde ernsthaft so ein Feld auch nur als fünftes Standbein jemals in Betracht ziehen.

Meine Seite der Angelegenheit ist jedoch ein genausowichtiges Argument: Ich freue mich, wenn mein Blog Leser hat. Ich will aber nicht einfach nur irgendwelche Leser, kaum mehr als hirnlose Klicksklaven, sondern ich will die Leser, die diesen Blog hier finden, auf ihn stoßen, von ihm erzählt bekommen. Kritische Menschen mit den verschiedensten Meinungen, die austeilen und einstecken können, mit denen ein veritables Tjosten in den Kommentaren ein intellektuelles Vergnügen ist. Menschen, deren unterschiedliche, aber stets fundierte Ansichten man respektieren und mit denen man im wirklichen Leben problemlos auskommen kann.

Ich werde bestimmt nicht die treuen Leser meines Nischenangebotes (es sind vergleichsweise wenige, aber dafür kommen sie wieder) vergraulen, indem ich ihnen grenzdebile Schmuck-, Gesundheits-, oder Gartengestaltungswebseiten ohne jegliche Individualität ans Herz lege (“Tibet Style“, mich dreht’s gleich). Und im Gegenzug soll ich dann auch noch Busladungen von Leuten begrüßen, die eine Klickfarm nicht von einer Webseite mit Herzblut unterscheiden können? Nicht wirklich, echt.

Also, liebe Onlinemarketingsuchmaschinenoptimierwebzweinullsocialmediaundsoweitermanager, ich lehne dankend ab. Ich verlinke auf das, was mir gefällt, und wenn mir eines Eurer Angebote gefallen und thematisch hier irgendwie hineinpassen sollte (was bis jetzt noch nicht der Fall war), dann verlinke ich auch gern dorthin. Ihr könnt gerne auf mich verlinken, denn dies ist ein freies Land (leider noch kein freier Planet), aber bitte schminkt Euch ab, dass ich die lansgam gewachsenen Sympathien der Stammleser dieses Blogs verschleudere, indem ich zu einer von Euren Kackseiten verlinke. Nehmt es mir bitte nicht persönlich, aber ich pisse ja auch nicht in meine Badewanne.

Ich denke ja sowieso, dass alle, die glauben, mehr Friends auf Fecesbook, mehr Klicks auf der Webseite und so weiter wären was Gutes, nicht mehr alle Kerzen am Christbaum haben. Nichtmal mehr Geld auf dem Konto ist was Gutes. Zu wenig bzw. nicht genug ist schlecht, bei Klicks wie Friends wie echten Freunden wie auch bei Geld, aber zuviel verwässert die Sache. Hätte ich 100 Millionen Euro, könnte ich ein Leben im Luxus führen und würde schätzungsweise doch nur 5 bis 10 davon wirklich brauchen. Hätte ich 100 Freunde, wären 95 zu Recht sauer, weil ich kaum Zeit mit ihnen verbringen könnte. Das ist doch surreal. Dieses Blog ist für die, die es interessiert. Und wenn das nur ein einziger Mensch ist, hat sich’s schon gelohnt.

Comments 2 Kommentare »

Es ist schon erstaunlich, was man heute so alles für so gut wie kein Geld machen kann. Musste ich für ein Bewerbungsvideo für die Filmhochschule vor 15 Jahren noch einen Schnittplatz (S-VHS) mieten, hat man an Studioequipment heute alles auf dem Rechner, was früher an analogem Equipment sechsstellige Summen verschlungen hätte. Und das obendrein auch noch in besserer Qualität. Eine typische Long-Tail-Situation für die Hersteller der heutigen Hard- und Software: Mehr Units verkaufen können, dafür aber weniger Geld pro Unit verlangen dürfen. Der Vorteil: Mehr Output in allen Qualitätsstufen. Heute: Kritlover. Den Rest des Eintrages lesen »

Comments Keine Kommentare »

Ist zwar leider nur eine kleine Fan Fiction, würde mich aber auf der großen Leinwand brennend interessieren. Die beiden Themen schreien ja geradezu danach, kombiniert zu werden…

Comments Keine Kommentare »