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Geschrieben von: Julian in Allgemein, Film, Review
Die vergleichsweise simple Geschichte ist die logische Konsequenz aus den heute aktuellen Themen rund um Umwelt und Gesellschaft: beginnender Klimawandel, Überbevölkerung, die Grenzen des Wachstums halt. Der Film beginnt in der fernen Zukunft, die Erde ist verwüstet, die Menschheit verlässt den Planeten und sucht sich ein neues Zuhause. Dort wohnen schon andere, wie so oft, und diese nur kurz als “Aliens” umschriebenen Wesen, die wir nie zu Gesicht bekommen, wehren sich gegen die Invasion des Menschen.
Sie schaffen kriegerische Bestien, die Ursa (was ja eigentlich Latein für “Bärin” ist). Große, kräftige Kampfbestien mit Klauen und Zähnen, die auch noch Säure spucken und gnadenlos vorgehen. Nur sind sie leider blind und finden ihre Beute, den Menschen, nur anhand dessen Angst, denn sie gehen auf Pheromone, die bei Angst ausgeschüttet werden. (Das könnte tatsächlich funktionieren.)
Nun, wie bekämpft man diese Bestien? Am besten durch “Ghosting”. So bezeichnet man die Fähigkeit mancher Menschen, ihre Angst auszuschalten, so dass sie für die Ursa unsichtbar werden. Nun kann der angstfreie Krieger auf das Monster zu spazieren und ihm mit einem einzigen gut gezielten Hieb mit der doppelschneidigen Multifunktionsklinge, der Waffe der Wahl in der Zukunft, die Kehle durchtrennen.
Die eigentliche Geschichte beginnt rund tausend Jahre, nachdem die Menschheit die Erde verlassen hat. Kitai, ein junger Anwärter auf eine Militärische Elitekämpfer-Karriere und Sohn des legendären (weil absolut angstfreien) Generals Cypher Raige, fliegt durch die Aufnahmeprüfung. Papa Raige reagiert darauf nicht so zornig wie befürchtet, er nimmt Kitai dafür auf seine letzte Mission mit: Er soll Soldaten auf einem anderen Planeten trainieren, dann geht er in den Ruhestand.
Mit an Bord des Raumschiffes, der Hesper, ist auch ein Ursa, mit dem besagte Soldaten trainieren sollen. Doch ein Asteroidenfeld beschädigt das Raumschiff so schwer, dass es sich mit einem Not-Sprung in den Hyperraum (wird im Film “Tunnel” genannt) irgendwohin retten muss. Wie’s der Teufel will, kommt die Hesper genau über der Erde heraus, obwohl eigentlich andere Koordinaten eingegeben worden waren. Es gibt keine Chance auf einen zweiten Sprung, obwohl “alles auf der Erde evolviert ist, Menschen zu töten” und die Erde ein Sperrgebiet der höchsten Kategorie ist, wagt man eine Notlandung. Das Schiff bricht in zwei Teile, die rund 100 km voneinander entfernt niedergehen, im vorderen Teil überleben nur General Cypher Raige, schwer verletzt, und sein Sohn Kitai, unverletzt.
Leider ist der Notfallsender defekt, daher muss Kitai sich alleine zum Heck durchschlagen, um den dort befindlichen zweiten Sender in Betrieb zu nehmen. Nur so können die beiden Hilfe herbeirufen, da ja niemand weiß, dass sie auf der Erde sind.
Hierbei ergeben sich einige Schwierigkeiten: Nachts friert die Erde zu, bis auf einige Stellen mit geothermischer Oberflächenaktivität, die passenderweise wie eine Perlenschnur zwischen den beiden Wrackteilen zu liegen scheinen. Der Sauerstoffgehalt der Erde scheint sich verändert zu haben, oder der Mensch hat sich in 1000 Jahren, also nur ca. 40 Generationen dermaßen verändert, dass er viel mehr Sauerstoff braucht als die Erde heute liefern kann. Jedenfalls muss Kitai alle 24 Stunden eine Portion Gel schlucken, die ihm das Atmen auf dem Heimatplaneten seiner Spezies ermöglicht. Dann hat sich ja angeblich jede Tier- und jede Pflanzenart gegen den Menschen verschworen, und der Ursa läuft womöglich auch noch frei herum.
Ab hier Spoiler!
Nunja. Es gibt viel zu kritisieren und auch einiges zu loben.
Wenn man akzeptieren kann, dass die Menschheit in der Lage ist, komplett ihren eigenen Planeten zu verlassen, und auf einer neuen Welt (oder mehreren) Fuß zu fassen, dann kann man das Setting gut akzeptieren. Dass ein fremder, bewohnbarer Planet schon selbst Leben hervorgebracht hat, man in dessen Lebensraum eindringt und nicht willkommen ist, ist löblich. Dass diese Aliens nichts besseres auf die Beine kriegen als blinde Ursa-Wesen, die trotzdem irgendwie nicht dauernd gegen Wände, Felsen und Bäume rennen, obwohl die ja sicher keine Angst haben, ist prall. Genauso prall wie die Aliens in “Signs”, die auf einen Planeten kommen, der zu 70% mit Wasser bedeckt ist und dann ausgerechnet gegen Wasser allergisch sind. Das ist so ziemlich das Gegenteil von schlau. Säure spucken bzw. spritzen hatten wir auch schon öfter, da hätte man sich was besseres ausdenken können.
Der emotionsfreie Papa Cypher Raige ist leider nichtmal eine zwiespältige Figur, sondern einfach nur doof. Welcher Vater hat keine Emotionen? Und wenn er welche hat, wieso verbirgt er sie vor seinem Sohn, selbst wenn er schon beschlossen hat, den Dienst zu quittieren? Auch gibt es ja dieses Prinzip der Heldenreise. Der Held verändert sich während des Films und durch die Handlung. Dies trifft ein wenig auf Kitai zu (er verändert sich aber nur, wie er es selber möchte, und nicht, wie es gut für ihn wäre, was nicht dem Prinzip des “Need and Desire” entspricht), überhaupt nicht auf Cypher. Schade, denn Will Smith ist ja wohl der einzige bekannte Schauspieler in diesem Film, dem hätte etwas klassische Hollywooddramaturgie sicher gut getan. Von ihm allein stammt übrigens die Story, die dann u.a. vom Regisseur zu einem Drehbuch verarbeitet wurde. Aber eine Geschichte ohne Heldenreise zu erzählen, das ist eine kritisch unkluge Entscheidung.
Das Raumschiff, die Hesper, sieht innen aus wie eine Mischung aus Pfadfinderlager mit Zelten und Hängematten und diesem H.R.Giger-Innendekor von Alien-befallenen Schiffen. Organisch, mit Tuch und Schaumstoff irgendwie. Leider kann selbst der ca. 14-jährige Kitai an manchen Stellen nicht aufrecht stehen, dabei sollte das doch ein Mindestkriterium für den Bau von Langstrecken-Personenbeförderungs-Geräten sein, dass die Fluggäste auch aufrecht stehen können. Und dass ausgerechnet ein Asteroidenfeld auftaucht, wenn man es nicht braucht, ist nur noch billig. So tolle Technik, so fortschrittlich, da kann man nicht einfach ein paar Steine ins All platzieren und sich einen hanebüchenen Grund aus den Fingern saugen, warum die plötzlich den Kurs wechseln. Das ging noch bei Raumpatrouille Orion und vielleicht gerade noch bei Star Trek (“Kiptin, Kiptin, ein I-Onensturm!”), aber heute muss schon was glaubhafteres her. Es muss ja nicht gleich eine Supernova sein, aber vielleicht geht einfach der ohnehin sicher hochkomplexe Hyperraumsprung schief, kann ja mal passieren. Dass vor und während des Absturzes kein Notruf abgesetzt wurde, ist unverzeihlich. Aber es ist natürlich für die Handlung wichtig, dass das nicht passieren kann. Auch hier hätte ich mir eine bessere Lösung gewünscht. Zum Beispiel, dass die entsprechende “Boje” zu spät gestartet wird und gleich mal verglüht. Seht ihr, ist doch ganz einfach.
Dass alles auf der Erde sich dazu entwickelt hat, Menschen zu töten, ist Schwachsinn. Im Original heißt es “everything evolved to kill humans”. So funktioniert Evolution nicht. Sie ist nicht zielorientiert, sondern bringt Abermillionen von Möglichkeiten hervor, und das, was am wenigsten abstirbt, setzt sich langfristig durch und bringt letztlich wiederum Abermillionen von Varianten hervor. Auch wird sich in 1000 Jahren nicht wirklich etwas verändern, die Evolution braucht wesentlich länger. Man beachte nur, dass die alten Römer schon genau dieselben Äpfel, Trauben, Getreide und Getier aßen wir wir heute, und das ist ein doppelt so langer Zeitraum. (Man darf Evolution aber nicht mit Züchtung verwechseln! Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen!) Im Film gibt es ein paar Tiere, die es auf der heutigen Erde meines Wissens nicht gibt, so zum Beispiel einen giftigen Blutegel und einen riesenhaften Adler (dessen Größe übrigens auf einen erhöhten Sauerstoffgehalt und nicht auf einen niedrigeren Sauerstoffgehalt im Verhältnis zu heute schließen lässt), aber geradezu verschworen gegen den Menschen oder gar spezialisiert auf die Menschenjagd ist keines davon. Auch die Pflanzen nicht, Fans von The Evil Dead oder den Triffids werden also zu kurz kommen.
Es gibt jede Menge Ungereimtheiten dieser Art. Allein schon, dass Kitai ausgerechnet in einer Höhle, in der keine 10 Meter unter ihm ein Fluss aus Lava strömt, ein Feuer machen muss. Dass die gesamte Höhle heiß wie ein Backofen sein muss, ist unerheblich. Und so weiter, ich höre besser auf.
Schauspielerisch ist dieser Film nichtmal ein Kammerspiel. Abgesehen von einigen Rückblenden und ein paar Szenen in der zukünftigen Gesellschaft spielen hier nur Will Smith und sein Sohn Jaden die relevanten Rollen, verbunden per Funk. Die Emotionslosigkeit von Will Smith (bzw. seinem General Cypher Raige) irritiert gewaltig, da man Will Smith ja als lausbubigen Rabauken kennt, den ewigen Fresh Prince von Bel Air. Die Entscheidung, seinen eigenen Sohn zu casten, mag man kritisch beäugen, dennoch kann man dessen schauspielerische Leistung unter die Lupe nehmen.
Zu den Scientology-Vorwürfen muss ich sagen, dass ich davon keine Ahnung habe. Scientology ist eindeutig eine gefährliche Sekte, dazu gibt es jede Menge Literatur, Erfahrungsberichte, Filme und TV-Beiträge. Ob Will Smith und seine Familie dort Mitglied sind, weiß ich nicht (fände es aber schade) und inwieweit Scientology-Gedankengut sublim über diesen Film vermittelt wird, vermag ich nicht einzuschätzen. Jedenfalls ist die gefährliche Aussage, dass Angst eine Entscheidung sei, meines Erachtens nicht zwingend ausschließlich Scientology-Ideologie. Angst ist ein Instinkt, der nicht nur homo sapiens das Überleben erleichterte. Wer keine Angst hat, sprich, keine Vorsicht walten lässt, kann das nur durch massenhafte Individuenzahl kompensieren, Beispiel Plankton. Auch gibt es sicher keinen einzigen Menschen, der wahrlich frei von Angst ist. Dass das Ritual “Take a knee”, also sich auf ein Knie herabzulassen in dieser Gesellschaft eine Konzentrationsübung ist, mag an ein Sektenritual erinnern. Doch man muss schon sehr versessen sein, darin einen Versuch der Manipulation zu sehen. Doch ich kann mich auch täuschen und den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Protip: Geht einfach nicht zu Scientology, wenn Ihr Anschluss sucht. Und am besten auch nicht zu den Zeugen Jehovas. Am besten gar keine Religion annehmen, wenn Ihr schon selber denken könnt.
Wer den Film anschauen mag, kann dies getrost tun, ohne Gefahr zu laufen, deswegen gleich zum Auditing zu rennen. Ich denke, wer beeinflussbar genug ist, des teuer erkauften Gemeinschaftsgefühls wegen Mitglied so einer bekanntermaßen gefährlichen Sekte zu werden, ist selber schuld, und dieser Film wohl weniger.
Alles in allem eine sehr simple SciFi-Geschichte, deren Dramaturgie stark an Mario Bros. erinnert: Eine eindeutige Mission, bei deren Erfüllung man Hindernisse überwinden muss. Von Gehalt und Aussage her völlig belanglos. Der Film hat keine zweite Ebene oder eine versteckte Moral, wie schon erwähnt, fehlt die Heldenreise fast völlig. Wegen der Effekte und der Ausstattung allein geht man ja nicht ins Kino, daher fallen diese nicht ins Gewicht.
Fazit: M. Night Shyamalans Karriere ist “dead in the water”. Leider, denn er hatte Talent. Will Smith hat sich mit dieser Geschichte keinen Gefallen getan. Und dem geneigten Leser empfehle ich, lieber nochmal Silent Running oder Dark Star anzuschauen, die sind sowohl weit gehaltvoller, als auch unterhaltender.
Die vergleichsweise simple Geschichte ist die logische Konsequenz aus den heute aktuellen Themen rund um Umwelt und Gesellschaft: beginnender Klimawandel, Überbevölkerung, die Grenzen des Wachstums halt. Der Film beginnt in...
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Geschrieben von: Julian in Allgemein, SC, TV
Es ist schon faszinierend, wie ausgerechnet das Pokern immer wieder Dreh- und Angelpunkt einer Medienproduktion wird. Klar, im Western kann man die Spannung kaum höher treiben als wenn Colts unter dem Tisch aufeinander gerichtet werden, während es oberhalb der Tischplatte darum geht, eine möglichst gute Kombination von Symbolen und Zahlen zu erreichen. Es wird geschwitzt und geschwiegen, es wird gezückt und gelegt, und dann wird geschossen und gestorben.
Im US-Kino ist das Pokern natürlich entsprechend stark vertreten. Hinterzimmer, Killer, glamouröse Casinos, Agenten, riesenhafte Einsätze, all das haben wir schon gesehen. Das Ganze geht so weit, dass es hierzulande diese Pokernacht mit Stefan Raab gibt, wo Texas Hold’em gespielt wird, eine Poker-Variante, in der manche Karten offen liegen und für alle Hände gelten, zusätzlich hat jeder Spieler eigene Karten. Wer die beste Kombination erreicht, gewinnt.
Und zwar viel Geld. Auch in Deutschland, wo das Pokern eigentlich eine Randerscheinung ist. Doch auch ich kenne einige, die des Nachts online pokern, wahrscheinlich auf einer dieser Pokerseiten, und dabei immer mal wieder nennenswert gewinnen. Für mich wäre das nichts, ich bin nicht emotionslos genug, um mir die Chancen irgendeines Blattes auszurechnen. Ich gucke lieber Hangover oder andere Filme, in denen anderen schwitzen müssen. Auch bin ich nicht so der Typ, der Glück im Spiel hat.
Und damit komme ich zum Punkt dieses Posts: Es gibt nun auch die Serie, “Living The Life“, in der zwei Frauen (Amanda Kimmel und Trishelle Cannatella) gegeneinander antreten. Nicht nur in irgendeiner Realtiy-Situation, sondern auch bei einem Pokerturnier. Gedreht wurde schon letztes Jahr. Mal sehen, ob und wann dieser Stoff sich auch bei uns durchsetzt. Das ist nämlich auf jeden Fall intelligenter als Dschungelcamp.
Da die beiden Stars selbst auf Poker-Promis aus aller Welt (auch aus dem Online-Poker) treffen werden, ist es doch nur wahrscheinlich, dass es zu Debatten und anderen Kollisionen rund um Wahrscheinlichkeiten, Kartenzählen und andere Tricks kommen wird. Und das kann ich kaum erwarten Immerhin bin ich selbst in der Position des Laien, so dass ich mich eher mit den Protagonisten als mit den Pokerspielern identifizieren kann.
Und wer hier klickt: Pokern muss natürlich niemand.
Es ist schon faszinierend, wie ausgerechnet das Pokern immer wieder Dreh- und Angelpunkt einer Medienproduktion wird. Klar, im Western kann man die Spannung kaum höher treiben als wenn Colts unter...
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Geschrieben von: Julian in Allgemein, Buch
Voller Stolz kann ich verkünden, dass ich ein neues Kapitel in meinem Berufsleben aufgeschlagen habe. Ich bin jetzt auch Buchautor.
Aber wir wollen die Kirche gleich zu Beginn dieses Berichts im Dorf lassen: Ich habe leider keinen Roman verfasst, der sich nun auf der Literaturbühne messen lassen muss, sondern lediglich ein Sachbuch über den Kindle Fire HD.
 Ich, stolz wie Bolle, mit der Erstauflage meines Buches “Kindle Fire” im Lager des Pearson-Verlages, München.
Zum Buchauftrag kam ich wie die Jungfrau zum Kind: Ein mir über Twitter und Facebook bekannter sympathischer Kollege und erfahrener Sachbuch-Autor bekam den Schreibauftrag angeboten, hatte aber keine Zeit, und schlug kurzerhand stattdessen mich vor. Der Verlag prüfte meine bisherigen Veröffentlichungen. Und schließlich bekam ich den Auftrag. Ich hatte zuvor schon lange Texte geschrieben, diese aber nie veröffentlicht, daher konnte ich nur Artikel zu technischen Themen und natürlich Filmthemen vorweisen. Nach über 15 Jahren im Journalismus fühlte ich mich der verantwortungsvollen Aufgabe auch gewachsen. Ich nahm an – und hatte etwas Bammel, ob ich das alles so hinkriegen würde wie all die anderen Sachbuchautoren vor mir.
Die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel hatte ich mir zwar etwas anders vorgestellt, aber dieses Projekt genoss absoluten Vorrang. Ferien könnte ich auch später machen, so mein Motto. Und tatsächlich: Mit nur minimaler Verspätung gab ich das Manuskript ab. Das Projekt konnte in die nächste Phase gehen: Die Korrektur.
Ich musste mitansehen, wie mein Manuskript in die Hände einer Korrektorin abgegeben wurde, die nun an meinem Baby herumschnibbeln und -kritteln würde. Einerseits war das eine furchtbare Vorstellung, andererseits auch ein erhebender Gedanke: Wer selbst schreibt, weiß, dass man nach einer Weile den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen kann. Man fliegt so sehr über die eigenen Texte, dass man selbst die gravierendsten Rechtschreibfehler, die sinnentleertesten Formulierungen oder auch eventuell verbliebene Reste früherer Konstruktionen nicht auffallen bemerkt. Entweder macht man ein paar Wochen Pause, oder man gibt das Manuskript in fremde Hände.
Ich hatte Glück: Die Korrektorin, die ich nie kennengelernt hatte, und ich funkten scheinbar auf einer Wellenlänge. Sie fand alle Fehler (hoffe ich) und machte gute Verbesserungsvorschläge. Als sie fertig war, setzte man mich im Verlag vor einen Computer, kredenzte mir Kaffee und ließ mich sämtliche Korrekturen überarbeiten. In Word heißt die Funktion “Änderungen verfolgen”, ich musste also alle Änderungen absegnen oder verwerfen. Bei rund 260 einzelnen Seiten (allerdings mit Bildern) ist das keine triviale Aufgabe. Doch als ich fertig war, hatte ich rund 90% der Verbesserungsvorschläge angenommen. Nur manche, die wollte ich so formuliert haben, wie ich das ursprünglich gewollt hatte vor hatte.
Gestern, am 13.3.2013 (dem Tag der Papstwahl) war es dann endlich so weit: Mein Buch erschien. Ich weiß zwar nicht wo, denn es war erst am Abend zuvor im Zentrallager des Verlags angekommen und nicht schon letzte Woche, wie ursprünglich geplant. Die Druckerei in Spanien war wohl in Verzug, oder der Laster zu voll oder was weiß ich. Jedenfalls durfte ich am Dienstag Nachmittag noch ein Foto machen: Ich im Lager mit der Erstauflage meines ersten Buches, 1.000 Stück. (Fotograf: Der Lagerleiter, Herr Borsowski, mit meinem iPhone.)
Ich freute mich wie verrückt und konnte kaum erwarten, wie das Buch ankommen würde. Endlich war der Tag gekommen, auf den ich in all den langen Tagen und Nächten im Winter hingearbeitet hatte! Am Tag des Erscheinens, also gestern, wurde das Buch dann vom Lager aus zu den diversen Buchhändlern geliefert. Sobald es in deren Lagern erfasst ist, kann es auch bestellt werden.
Gestern Nachmittag dann verschickte ich um 18:47 Uhr eine euphorische Mail an meine Freunde und Familie, in der ich auf meine frischgebackene Autorenschaft hinwies. Natürlich hatte ich zuvor nicht stillhalten können, und so wusste ohnehin schon jeder von meinem großen Wurf.
Um 20:37 erhielt ich dann eine Mail von dem Kollegen, der mir den Auftrag verschafft hatte. Darin nur dieser Link. Eine Meldung, nach der der Kindle Fire HD 8.9 ab sofort in Deutschland erhältlich sei. Das heißt, dass das Nachfolgemodell des Kindle, über den ich das Buch geschrieben hatte, soeben herausgekommen war. Mein Buch war also bereits nicht mehr aktuell, und das nur 1 Stunde und 50 Minuten nach meiner frohen Kunde im Freundeskreis. Es war zum Haare raufen! Ein viel zu kurzer Höhenflug für all die Arbeit, oder nicht?
Mittlerweile habe ich mich beruhigt. Zum einen ist mein Buch anhand des Veröffentlichungsdatums derzeit das aktuellste am Markt, zum anderen gehe ich davon aus, dass der neue Kindle Fire absolut analog zum bisherigen funktioniert. Amazon gibt seinen Kunden nämlich keine Möglichkeit, über Software-Updates selbst zu entscheiden, daher sind sie wohl auch gezwungen, diese so unauffällig vorzunehmen, dass die Kunden gar nicht merken, dass sich etwas verändert hat. Ergo wird sich in der Bedienung des Kindle auch nichts gravierendes verändert haben.
Ich bin also weiterhin gespannt, wie es laufen wird, mein kleines erstes Buch überhaupt.
Wer es haben will, kann es hier bestellen (Affiliate-Links): “richtiges Buch” bei Amazon • eBook über den Verlag [Link geht womöglich noch nicht].
Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit!
Voller Stolz kann ich verkünden, dass ich ein neues Kapitel in meinem Berufsleben aufgeschlagen habe. Ich bin jetzt auch Buchautor. Aber wir wollen die Kirche gleich zu Beginn dieses Berichts...
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Mit Willkommen in Hamburg gab Til Schweiger soeben seinen Einstand als Tatort-Kommissar. Man mag über die meines Erachtens stark schwankende Qualität der Tatorte geteilter Meinung sein, oder auch darüber, ob es nun eher ein Karrieresprung oder das Karriereende bedeutet, wenn man dort “Tenure” erhält – quasi ein Grundeinkommen für Medienschaffende. Aber das ist mir persönlich heute egal.
Was mir im Vorfeld der Ausstrahlung aufgefallen ist: Es gab jede Menge Häme über Til Schweigers Nuscheln. So auch bei Sheng-fui:

Man mag von Til Schweiger halten, was man will. Aber der Mann ist eine Type. Sein Kommissar ist das, was man als typecast bezeichnet: Ein Schauspieler, der von seinem eigenen Wesen her besonders gut zur Rolle passt. Das ist eine nicht unübliche Methode, um passende Leute für Rollen zu finden. Doch während man hier beispielsweise für ein schüchternes Krischperl grundsätzlich Christian Ulmen zu besetzen scheint, würde sich in Hollywood auch ein Tom Cruise oder ein Gerard Butler in so eine Rolle zu finden suchen.
Und nun hat man Til Schweiger, vom Typ her schon immer der gutaussehende Typ, der eher mit dem Kopf durch die Wand geht, anstatt mal innezuhalten und eine Taktik auszutüfteln, eben für den Tatort besetzt. Und ja, Til Schweiger nuschelt.
Aber mal ehrlich: Wieso stört das so viele? Ich finde es nämlich große Klasse, wenn eine Leinwandfigur Charaktereigenschaften hat, die sie hervorstechen lassen. Während sich in anderen Tatorten die komplette Crew damit abmüht, auch artig jedesmal “Konschtanz” zu sagen, ganz wichtig für den Lokalkolorit nämlich, scheißt sich Til Schweiger nix. Er spielt seinen Nick Tschiller eben so, wie ein Til Schweiger einen Kommissar eben spielt. Und wenn Til Schweiger nuschelt, nuschelt eben auch Nick Tschiller.
Ganz ehrlich: Das ist mir auch tausendmal lieber so. Denn ein Film ist ein Kunstwerk. Der Zuschauer hat nicht den Anspruch, jedes gesprochene Wort kristallklar übermittelt zu bekommen. Es geht hier ja nicht um das öffentliche Verlesen eines Dekrets, sondern um Filmkunst. Gut, abgespeckt fürs TV, aber im Grunde dieselbe Angelegenheit. Denn es ist Schauspiel, was wir hier sehen, trotz Typecasting. Ein Spiel! Eine Performance! Kunst!
Was wäre denn ohne diese darstellerische Freiheit, diese Entscheidung, aus den großen Klassikern geworden? Man stelle sich einmal den Paten vor, in dem Marlon Brando nicht mühsam “Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann” stöhnt, sondern dies ohne jegliche Einschränkung, klar und verständlich in die Kamera spricht? Eddie Murphy hätte sich doch einsalzen lassen können, wenn er seinen Beverly Hills Cop ohne diese Schnauze hätte spielen, stattdessen einfach seinen Text langsam und klar aufsagen müssen. Und überhaupt, Götz George und sein Schimanski, das war doch auch eine ziemliche Nummer in puncto deutscher Sprache. Ich sag Euch was: Eine Katastrophe wäre das.
Ich denke, nicht wenige Zuschauer haben eine gewisse Anspruchshaltung gegenüber dieser Art Kunst entwickelt. Sie fühlen sich vor den Kopf gestoßen, wenn sie die Filmhandlung aus dem Kontext entnehmen müssen, anstatt sie erklärt zu bekommen. Ein ganz ähnliches Problem ergibt sich durch bewusst fehlende Untertitel bei der Verwendung fremder Sprachen. Sicherlich sind nicht wenige von Euch schon in den Genuss eines Sitznachbarn gekommen, der sich zum Beispiel bei einem Agentenfilm, wenn ein gegnerischer Wachposten etwas in sein Funkgerät kauderwelscht, daraufhin eine Antwort bekommt, dann lacht und sich eine Zigarette anzündet, zu einem herüber beugt und fragt: “Was hat er denn jetzt gesagt? Ich hab das nicht verstanden!”. Solche Leute möchte man doch manchmal mit ihrem eigenen Popcorn ersticken, oder nicht?
Also: Lasst ihn nuscheln. Von mir aus kann Til Schweiger in seinen Filmen nuscheln, so viel er will. Solange der Film funktioniert, die Dramaturgie stimmt und man der Handlung folgen kann, kann er von mir aus auch eine chinesische Oper aufführen. Ob der Text wichtig ist, ist eine bewusste Entscheidung, die schon lange gefällt wurde, bevor die erste Klappe fällt.
—
PS: Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zum Tatort, und schimpfe auch oft gern darüber. Meist “live”, in Rage, auf Twitter. Es gibt so viele Kritikpunkte: Das kalte Licht, das bedeutungsschwangere Geschau (das keiner versteht, weil der jeweilige Konflikt nicht gravierend genug ist), die lahmarschigen Actionszenen (heute war definitiv eine Ausnahme), das Duden-Deutsch, die tristen Settings, die teilweise haarsträubenden Geschichten, die krampfhafte Inszenierung für genau 90 Minuten (nicht nur die Amis können das viel besser), diese schrecklichen “typisch deutschen” Verhaltensmuster von Hauptfiguren und Nebenrollen (aber auch die vorausgesetzten Wertvorstellungen), und dann doch diese typischen Hollywood-Ansätze, in denen der Täter noch lange erklärt, was er so geplant hat, damit man ihn noch aufhalten kann, ta-daa (heute hat das Mädel diesen Max ja “without further ado” einfach über den Haufen geknallt, das war ja fast Tarantino-esk, höchst erfrischend) – doch leider wirken diese Hollywood-Manierismen in Filmen, die sich bewusst gegen diese Tradition stellen, absolut anachronistisch (zu deutsch: Tatort-Macher, was wollt Ihr eigentlich?). Nunja, Tatort ist so eine Sache für mich.
Aber heute, da muss ich schon sagen, das war deutlich mehr Kino als TV. Respekt.
Mit Willkommen in Hamburg gab Til Schweiger soeben seinen Einstand als Tatort-Kommissar. Man mag über die meines Erachtens stark schwankende Qualität der Tatorte geteilter Meinung sein, oder auch darüber, ob es nun...
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Geschrieben von: Julian in SC
21 ist einer der Casinofilme! Ein Film der nicht nur in Las Vegas und in einem dortigen Casino spielt, es geht auch um eines der beliebtesten Casinospiele überhaupt. Es geht um BlackJack. Der Film erzählt teilweise wahren Gegebenheiten. Ob gerade diese Geschichte erfunden ist oder nicht, sei dahingestellt, vielmehr geht es um das Kartenzählen beim BlackJack und die hohen Gewinne die man dadurch erwirtschaften kann.
Der Film erzählt die Geschichte eines MIT Studenten, der mit seinen Mitstudenten an einem Projekt für einen Technikwettbewerb arbeitet und seinem Traum, Medizin in Harvard zu studieren, verwirklichen möchte. Da so ein Harvardstudium einiges kostet und ohne einen beeindruckenden Lebenslauf dort nicht angenommen wird, nimmt er das Angebot seines Mathematiklehrers wahr.
Dieser hat die besten und talentiertesten Studenten seiner Fakultät rekrutiert und sie in die Geheimnisse des BlackJacks und des Kartenzählens eingeweiht. Die Studenten samt Professor fliegen jedes Wochenende nach Las Vegas und mieten sich in verschiedenen Casinos ein. Dort Zählen sie fleißig Karten und erwirtschaften sehr hohe Gewinne.
Der Student der Anfangs etwas scheu und zurückhaltend war, wird mit der Zeit frecher, aggressiver und das Leben in Luxus reißt ihn mit. Als er sich dann in seine Kollegin verliebt wird er unberechenbarer. Es kommt zum Bruch mit seinen Mitstudenten mit denen er am Forschungsprojekt arbeiten sollte, weil es sich nicht mehr dafür interessiert, es kommt zum Streit mit dem Professor, weil er aus Leichtsinn am Casinotisch zu viel riskiert, die Signale und Warnungen seiner Mitspieler ignoriert und eine sehr hohe Summe verspielt und verliert.
Der Professor verlangt das verspielte Geld vom Studenten, sie streiten sich und als der Student zum MIT zurückkehrt merkt er, dass ihn sein Professor durchfallen hat lassen. Um sein Harvardstudium nicht zu verlieren geht er mit dem Professor scheinbar einen Deal ein.
Ein großartiger Film über ein großartiges Spiel und eine Sache die viele Menschen machen und dafür vom Sicherheitspersonal vor die Tür gesetzt werden.
Es ist schwieriger mit Online Casinos die Karten zu zählen. Es benutzt ein gemischte Entscheidungsfunktion, damit man nur mit Chance wettet. Es gibt viele Websites wo man mehr über verschiedene Spiele lernen kann. Websites wie SpielCasino.net bieten viele verschiedene Casinospiele an, und man kann auf ein Computer über Internet spielen. Man kann einfach zu Hause wetten, und spielen, oder einfach mehr über die verschiedene Spiele lernen. Besuchen Sie die Website jetzt für mehr Information, und die Spiele zu spielen.
21 ist einer der Casinofilme! Ein Film der nicht nur in Las Vegas und in einem dortigen Casino spielt, es geht auch um eines der beliebtesten Casinospiele überhaupt. Es geht...
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Geschrieben von: Julian in Allgemein, Film, Review
Kommen wir zum Punkt. Wir haben lange auf diesen Film gewartet. Wir waren erstaunt, als aus einem Film zwei wurden, und noch erstaunter, als aus zwei Filmen drei wurden. Es hieß, es würden noch Anhänge vom Herrn der Ringe mitverarbeitet, vielleicht auch noch Sagen aus dem Silmarillion.
Wer die Bücher kennt, der weiß um den Stilbruch. Der kleine Hobbit, das ist ein fantasievolles Kinderbuch, Der Herr der Ringe das sprachgewaltige Fundament aller Fantasy und Das Silmarillion Thomas Mann auf LSD.
Mit den Filmen haben wir dasselbe Dilemma wie mit den Star Wars-Trilogien: Sie wurden in nicht-chronologischer Reihenfolge gedreht, und bei Tolkien hat ein Großteil des Publikums nie eines der Bücher aufgeschlagen. Nun sind die Millionen geprägt von der Erwachsenenoptik und Dramaturgie der Ring-Trilogie, und erwarten im Prequel eine Fortsetzung. Der Gedanke einer Fortsetzung dahingegen beinhaltet bereits den Wunsch nach “mehr”, “stärker”, “gewaltiger” und so weiter, doch ein Prequel behandelt die zartsprossigen Anfänge, aus denen das übrige Werk erst erwächst.
Und, man darf nicht vergessen, der kleine Hobbit ist ein Kinderbuch. Da geht es ähnlich zur Sache wie bei einem Märchen, die Welt ist stark vereinfacht, die bösen und guten Gegenden Mittelerdes scharf gegeneinander abgegrenzt, ebenso die Helden und ihre Antagonisten. Viele der erlebten Episoden, sei es die Geschichte mit den Trollen und der besten Zubereitungsart für Zwerge, oder die Goblins im Nebelgebirge oder auch die Sache mit den Spinnen, ließen sich allesamt als eigenständige Spielfilme verwirklichen. Daher habe ich mit der Länge des Films (166 Minuten) und der Tatsache, dass es eine Trilogie wird, kein Problem.
Auch versucht Peter Jackson gar nicht erst, den Herrn der Ringe neu zu drehen, und dies sei ihm hoch angerechnet. Die Welt ist eine völlig andere, die Ereignisse spielen 60 Jahre vor denen des Ringes. Mein Eindruck war, dass der Hobbit für ein deutlich jüngeres Publikum gestrickt ist, auf dass er wie ein Trichter alle möglichen jungen Seelen einfange und auf die Fantasy-Schiene setze. Und dies gelingt hervorragend. Wäre ich 15 Jahre alt und wüsste noch nichts von Rollenspielen (offline wie online), ich stünde in Flammen. Ich könnte den zweiten Teil der Trilogie kaum erwarten. Ich würde mir die Haare auf den Fußrücken wachsen lassen, so gut es geht, und barfuß laufen. In meinen Augen ist der Film großartig gelungen und absolut richtig inszeniert, wie es sich für die Vorlage gehört.
Natürlich hat man sich wieder Freiheiten genommen. Einer der Zwerge hat zum Beispiel die Reste einer Streitaxt im Kopf stecken, die er wohl in einer Schlacht abbekommen hat und die man sich nicht herauszuoperieren getraut hat. Sowas finde ich total affig und übertrieben, das kommt auch im Buch nicht vor. (Man belehre mich gegebenenfalls eines besseren!).
Man hat aber auch eigenwillige Kompromisse beim Inszenieren getroffen: Bei einer großen Schlacht zwischen Zwergen und Orks, erzählt in einer Rückblende, schwebt die Kamera über Schlachtgetümmel hin zu Thorin Eichenschild und wie er gegen den Ober-Ork kämpft. Das ist wunderbar, nur leider ist das Gekämpfe drumherum total lachhaft. Die Schläge mit Hämmern, Schwertern und Äxten sehen aus wie eine Stellprobe in Zeitlupe oder wie eine Art langsamer Tanz. Doch es spritzt kein Blut, auch gibt es keine markerschütternde Kollisionen zwischen Waffen und Gegnern. Es kann keine Zeitlupe sein, sondern es ist an dieser Stelle eine beschissene Inszenierung. Ich hätte mir Schlachten wie zu Beginn des Gladiator gewünscht, wo offenbar mit leicht verminderter Geschwindigkeit gedreht wurde, um die Bewegungen nachher etwas schneller aussehen zu lassen, und noch dazu mit extrem kurzer Belichtungszeit oder einer Stroboskop-Beleuchtung, so dass es keine Bewegungsunschärfe gibt, quasi als wäre man im Adrenalinrausch selbst dabei. Doch leider verfehlt Jackson hier die Möglichkeiten, die die Situation ihm geboten hätte, komplett.
Eine andere Sache ist das mit den 48 Frames pro Sekunde, der HFR, der High Frame Rate. Ein kurzer Ausflug in die Technik:
Film, also bewegtes Bild, ist ja nichts anderes als eine Reihe von Einzelbildern, die von einer Bewegung gemacht werden. Diese kleine Diaschau führt man dann mit derselben Geschwindigkeit vor, mit der sie aufgezeichnet wurde, und schon hat man die Illusion von Bewegung auf der Leinwand. Damit die Bilder des Filmstreifens beim Abspielen nicht einfach nur eine Farbschmiere ergeben, dürfen sie jedoch nur dann projiziert werden, wenn sie gerade stehen, also wenn der Filmstreifen nicht bewegt wird. Das heißt, wenn ein Bild durch das nachfolgende ersetzt wird, darf das Auge dies nicht mitbekommen, der Filmtransport muss unbemerkt bleiben.
Der Trick, mit dem man dies bewerkstelligt, heißt Sektorblende. Eine rotierende Scheibe mit Lücken, ähnlich einem Ventilator. Sie hat eine undurchsichtige und eine durchsichtige Hälfte und befindet sich im Inneren des Projektors zwischen Filmbild und Objektiv, und dreht sich unablässig um sich selber. Sobald die Lücke sich im Strahlengang befindet, wird das stehende Bild auf die Leinwand projiziert, kommt der undurchsichtige Flügel, wird das Filmbild um eine Position weitergeschoben, so dass das nächste Bild zur Projektion bereit steht, wenn die durchsichtige Seite wiederkommt. Für das menschliche Auge ist dies weitgehend unsichtbar: Zum einen werden die Filmbilder im Kino üblicherweise mit 24 Bildern pro Sekunde vorangetrieben, das heißt, das ganze Filmbild-Vorantreiben-Anhalten-Licht-durchschicken-und-wieder-Vorantreiben (also, der Filmtransport) geht recht zackig. Die Sektorblende dreht sich demnach 24 mal pro Sekunde um sich selbst (mit 1440 rpm also schneller als die Waschmaschine im Schleudergang), außerdem ist die Sektorblende bei Projektoren in Wirklichkeit nicht in halb und halb geteilt, sondern in sechstel, also ähnlich einer Pizza oder dem BMW-Logo, mit drei Lücken und drei undurchsichtigen Flügeln. Bei Filmkameras braucht sie dahingegen nur einen Flügel, wie die eingebettete Animation eindrucksvoll zeigt.
Tatsächlich wird im normalen Kino jedes Filmbild dreimal gezeigt, fällt also durch drei durchsichtige Sektoren der Sektorblende, bevor es weitertransportiert wird in einem der undurchsichtigen Sektoren der Sektorblende. Dadurch werden zwar nur 24 Bilder pro Sekunde gezeigt, aber es flimmert auf der Leinwand nicht mit 24 Hertz, sondern mit 3×24 Hertz, also 72 Hertz. Dieses schnellere Flimmern wird von den Zuschauern nicht mehr wahrgenommen, das langsame von 24 Hertz, gäbe es die Sektorblende mit nur zwei Sektoren, würde als sehr störend empfunden, ähnlich einer kaputten Neonröhre. Das bedeutet also, dass das reguläre Kino bereits mit 72 Hertz flimmert.
Mit der Entscheidung, mit 48 Bildern pro Sekunde zu filmen statt mit den üblichen 24, hat man weitreichende stilistische Konsequenzen zu beachten: Zum einen ist die maximal mögliche Belichtungszeit pro Filmbild nun eben 1/48 Sekunde und nicht mehr wie bisher 1/24. Das heißt also, die Belichtungszeit ist nur noch halb so lang, was nicht nur bedeutet, dass man viel intensiver beleuchten muss und dann wiederum die Konsequenzen des starken Beleuchtens kompensieren muss, um denselben Look zu haben wie im Herrn der Ringe, auch ist jede Bewegung wegen der geringeren Belichtungszeit auch weniger verwaschen, was sich natürlich klar darauf auswirkt, wie man den Film erlebt. Bei der Projektion dürften die 48 fps (Bilder pro Sekunde) technisch weniger ins Gewicht fallen, da die Zuschauer rien biologisch ja bereits an 72 Hertz-Flimmern gewohnt sind.
Der Effekt ist letztlich der, dass das Bild “realistischer” aussieht. Durch die volldigitale Produktionsstrecke gibt es keinerlei Bildrauschen (das “Korn“, das früher bei den ersten Digitaleffekten sogar künstlich unterlegt wurde, damit die FX shots nicht so auffielen), die Menschen und Tiere auf der Leinwand sehen aus, als würden sie einem gegenüberstehen.
Ich persönlich hatte so einen Moment, als die Kamera über den glücklichen Ort Dale am Fuße des Berges Erebor fuhr, und eine Zeit zeigte, in der glückliche Menschen in einer florierenden Stadt lebten, bevor der Drache Smaug kam und alles kaputtbrannte. Nun, da fährt die Kamera so über die Straßen von Dale, und ich gucke mir die Leute an, als mir eine Marketenderin auffällt. Sie ist Mitte 50, hat eine dralle Figur, und trängt eine Art Haube oder Robe mit einem auffälligen blau schimmernden Kopfband. Sie war auf der Leinwand im Kino ungefähr so groß, als stünde sie in dieser Entfernung auf einer Bühne. Und sie hat mit einer Inbrunst ihr Glück über das schöne Leben in Dale gespielt, dass man ihr diese Statistenrolle überhaupt nicht abnehmen konnte. Mit einer übertriebenen Kopfbewegung und einem gönnerhaften Schwung ihres rechten Armes, als wäre sie Goldbeere und würde Blütenblätter streuen, sprang sie mir ins Bewusstseine, als die Kamera über sie hinwegfegt. Und mit einem Schlag bin ich völlig aus der Fantasiewelt gerissen. Denn zum einen ist sie mir durch die gute Technik viel mehr aufgefallen, als dramaturgisch sinnvoll war, zum anderen konnte man sehen, dass diese Statistin eben keine ausgebildete Schauspielerin war. Viel mehr wirkte sie so, als wäre sie nervös, dass der Drehtag bald zu Ende ginge, denn sie muss noch ihre Kinder von der Schule abholen oder als ob sie nicht sicher sei, ob sie ihr Auto draußen vor der Halle abgeschlossen hat. Plötzlich befand ich mich im Bauerntheater.
Dies ist meines Erachtens das Problem bei den 48 fps: Es sieht alles viel realistischer aus. Aber dafür muss nun eben akribisch auf Details geachtet werden, die sonst in der Bewegungsunschärfe versumpft wären. Und Ablenkung des Zuschauers, wenn man nicht auf diese Details achtet, ist nicht, was man haben will. (Ein ganz ähnliches Problem hat übrigens auch die Porno-Industrie mit der Einführung der HD-Technik erlebt. Da nun die Konsumenten Filme mit der rund 5-fachen Auflösung sehen konnten, war plötzlich jeder Pickel, jede Warze, jedes nicht so gründlich rasierte Härchen am Heiligtum der Hauptdarsteller in voller Pracht zu erkennen.)
Auch die Effekte sind nicht immer gut, muss ich sagen. Zum Beispiel gibt es ganz am Schluss eine Szene, in der sich die Schnauze des schlafenden Smaug unter dem angehäuften Gold der Zwerge rührt. Mir war es, als würden manche der Millionen von Goldstücken einfach im Nasenrücken des Drachens verschwinden, anstatt zur Seite abzurutschen, was schlechtes 3D-Rendering wäre. Auch gibt es in den Rückblenden sehr plumpe Schwerter zu sehen, die ein wenig den übertriebenen Waffen aus MMORPGs ähneln, aber ganz offenbar so leicht sind wie ein Brieföffner. Die Physik stimmt hier einfach nicht, und sowas stresst mich im Kino ganz generell.
Was ich persönlich toll finde, und was auch nur die Fans der Originalversion genießen können werden, sind Kleinigkeiten wie diese:
Die Stimme des Goblin-Königs unter dem Nebelgebirge ist niemand anders als Barry Humphries. Klingelt es? Wenn nicht, einfach mal an Dame Edna zurückdenken.
Bilbo Beutlin wird gespielt von Martin Freeman. Der Drache Smaug (aber auch der Necromancer, also Sauron) wird gesprochen von Benedict Cumberbatch. Wenn Bilbo in einem späteren Teil der Filmtrilogie auf Smaug treffen wird, treffen also wieder Dr. Watson und Sherlock Holmes aufeinander. Ich frage mich, ob es da eine Anspielung geben wird.
Wir haben also einen Film, der bewusst andere Erwartungen anspricht als die vorherrschenden, in dem durch seine verbesserte Technik inszenatorische Mängel viel deutlicher zu Tage treten als bisher, und dessen Effekte nicht perfekt sind, obwohl gerade diese es sein sollten. Das ist wohl, warum viele der Kollegen ihn nicht mögen.
Ich dahingegen fand ihn dennoch großartig, denn er bringt mich zurück in meine Jugendjahre, in denen ich den kleinen Hobbit erstmals gelesen hatte. Eine witzige Geschichte übrigens, denn meine Eltern hatten mich schon mehrfach auf das Buch hingewiesen, doch die Covergestaltung der dtv-junior-Ausgabe, die wir zuhause hatten, hat mich dermaßen abgestoßen, dass da nichts zu machen war:
Der hässliche tänzelnde Kobold oben im Bild irritierte mich, und dieser komische Drache mit den ungleichmäßigen Hörnern und den regenbogenfarbenen Insektenflügeln guckte dermaßen dämlich aus der Wäsche und wirkte mit seinem übermäßigen Unterkiefer und katzbuckelnd derart bescheuert, dass ich für das Buch nicht zu begeistern war.
Offenbar war das Drachenwesen der kleine Hobbit, so dachte ich mir, und offenbar war sein Problem, dass er extrem klein ist, wie ja die Spinne vor ihm eindrucksvoll beweist. Und wahrscheinlich sollte dieser skurrile, armselige, barfüßige Zirkusclown oben ihm helfen und ihn unter seinem Zylinder verstecken. So mein Vorurteil.
Tatsächlich kam ich erst mit rund 15 oder 16 Jahren zum Hobbit, und das mitten auf der großen Kreuzung bei uns hier auf der Hauptstraße am S-Bahnhof. Ich war damals bei der Feuerwehr und war als Sicherheitswache für das Neubiberger Straßenfest eingeteilt. Ich stand also am westlichen Ende des Festgeländes mitten auf der Straße und bewachte die Absperrung. Meine Aufgabe war es, Verkehrsteilnehmern der Umleitung zuzuführen.
Da kamen zwei Mädels daher, etwas jünger, und zogen einen Handkarren mit Büchern. Da ich die Mädels kennenlernen wollte (in dem Alter lässt man ja keine Gelegenheit aus), fragte ich höflich, wo es denn hinginge mit den Büchern. Sie erzählten mir, dass es eine Ecke auf dem Straßenfest gäbe, wo man flohmarktmäßig Sachen verkaufen darf, und da wollten sie ihre alten Bücher loswerden. Ich fragte, ob ich denn auch mal durchsehen dürfe, ob mir vielleicht eines gefällt, ich kann hier ja leider nicht weg. (Außerdem wollte ich ja mit ihnen ins Gespräch kommen, vielleicht eine Telefonnummer und einen Namen abstauben und dann vielleicht irgendwann wilden hemmungslosen ersten Sex haben oder geliebt werden oder beides.) Nun, sie freuten sich über mein Interesse, und ich ging die Ansammlung von Büchern aller Art durch. Hierbei fiel mir The Hobbit in die Hände, und zwar in der hier gezeigten Taschenbuchausgabe.
Ich erinnerte mich an die Empfehlung meiner Eltern und musste die Sache mit dem Zirkusclown und dem kleinen Drachen revidieren. Dieser Drache hier gefiel mir, ganz besonders sogar die Totenschädel am Fuße des Schatzes. Der kleine Mann unten rechts viel mir zunächst nicht auf.
Für 50 Pfennig erstand ich das Buch, bedankte mich, und die Mädels zogen weiter (ich habe keine von beiden je wieder gesehen). Den restlichen Tag trug ich es in meinem Jackett der Ausgehuniform der Feuerwehr herum (so), und als ich es dann zu lesen begann, war ich sofort gefangen.
Den Herrn der Ringe hatten wir zuhause, aber ich war wieder sehr enttäuscht von dem meines Erachtens widerlichen Cover der grünen Box (Foto). Ich versuchte mehrmals, ihn zu lesen, starb aber vor Langeweile. Einmal schaffte ich es sogar, war aber nicht begeistert.
Erst später, als ich mir in Irland eine englische Version gekauft hatte (Foto), flutschte es. Zumal Irland auch eine ziemlich ideale Leseumgebung für solche Romane ist.
Lange Rede, kurzer Sinn: Der Hobbit lohnt sich.
Kommen wir zum Punkt. Wir haben lange auf diesen Film gewartet. Wir waren erstaunt, als aus einem Film zwei wurden, und noch erstaunter, als aus zwei Filmen drei wurden. Es...
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Liebe Leute, soeben ist der Teilnahmeschluss bei der Weihnachtsverlosung erreicht worden. Bitte ab sofort keine Kommentare mehr abgeben (diese würden sowieso nicht mehr gezählt).
Ich freue mich sehr über die rege Teilnahme und werde im Laufe des Freitags die Gewinner ziehen und die Ergebnisse in den Kommentaren der jeweiligen Verlosung bekanntgeben. Außer Eurem Nick wird nichts genannt, und zur Sicherheit gibt es noch eine Mail an die Gewinner! Diese haben dann 48 Stunden Zeit, mir ihre Postadresse mitzuteilen, damit der Gewinn zugestellt werden kann. Alles weitere lest Ihr in den Teilnahmebedingungen.
Ich danke für Eure Teilnahme und wünsche Euch viel Spaß mit Euren Gewinnen! Wer leer ausgegangen ist: Tut mir wirklich leid! Aber heute ist nicht alle Tage, ich komm’ wieder, keine Frage. Also, äh, andere Verlosungen, meine ich.
Liebe Leute, soeben ist der Teilnahmeschluss bei der Weihnachtsverlosung erreicht worden. Bitte ab sofort keine Kommentare mehr abgeben (diese würden sowieso nicht mehr gezählt). Ich freue mich sehr über die...
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In genau sieben Stunden ist Teilnahmeschluss für unsere große Weihnachtsverlosung! Nehmt jetzt noch die Chance wahr, Euch das Beste zum Feste schon jetzt unter den Baum zu holen: massig DVDs und BluRays, und als großen Hauptpreis einen Sky Wifi Smartpen von Livescribe! Einfach die Beiträge der letzten beiden Tage aufrufen, oder nach dem Tag Verlosung filtern.
In genau sieben Stunden ist Teilnahmeschluss für unsere große Weihnachtsverlosung! Nehmt jetzt noch die Chance wahr, Euch das Beste zum Feste schon jetzt unter den Baum zu holen: massig DVDs...
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Hiermit kommen wir zum Hauptpreis der diesjährigen Weihnachtsverlosung, die gestern ihren Anfang nahm und mit dieser Verlosung endet.
Voller Stolz und mit nicht wenig Neid auf den glücklichen Gewinner darf ich verkünden, dass uns Livescribe einen Sky Wifi Smartpen 4GB von Livescribe zum Verlosen gestellt hat.
Das Teil ist der Wahnsinn: Es ist ein Stift, der alle geschriebenen und gezeichneten Notizen digital speichert und per Wifi zu Evernote bzw. den eigenen Rechner überträgt.
Und nicht nur das: Man kann den Ton eines Meetings mit aufzeichnen, und sobald man mit dem Stift später auf die entsprechende Stelle der eigenen Notizen deutet, wird der Ton ab dieser Stelle abgespielt. Der ideale Kompagnon für alle, die viel organisieren, skizzieren, planen und machen, aber auch für Künstler, Musiker und sonstige Kreative. Wenn das mal nicht genial ist!
(Ich würde ihn ja echt gern behalten, denn wenn man sich in einem Interview Notizen macht, kann man anhand dieser Notizen zum gesprochenen Wort zurückspringen und hört den genauen Wortlaut des Interviewten. Eine phänomenale Arbeitserleichterung für Journalisten!)
Die 4 GB Speicher ermöglichen bis zu 400 Stunden Aufzeichnung von Audio, je nach gewählter Qualität. Ich habe hier zwei Videos zusammengetragen (1,2), die kurz umreißen, was der Livescribe sky so alles kann:
und
Mehr Infos zum Livescribe Sky Wifi Smartpen gibt es hier:
Amazon
Livescribe
Zur Teilnahme einfach einen Kommentar hinterlassen. Unter allen Kommentaren (beleidigende scheiden aus, sinnfreie sind erlaubt, Witze oder feine Sinnsprüche wären nett) wird der Gewinner durch das Los ermittelt.
Achtung: Der Gewinner dieses Preises übernimmt die Kosten für das Porto (DHL-Paket, versichert) und bezahlt diese nach Absprache vor dem Versand. Es wäre schön, wenn der Gewinner später einen kleinen Testbericht beisteuert, sofern möglich. Es handelt sich um ein ehemaliges Testgerät für Journalisten, ist aber in “mint condition”. Wenn man von der Absenz des Packungssiegels und einer unauffälligen Markierung auf der Packung absieht, ist das Gerät neuwertig.
Teilnahmeschluss: Do., 13. Dezember, 23:59 Uhr (es gilt die Zeit dieser WordPress-Seite und damit der Zeitstempel des Kommentars) (Teilnahmebedinungen)
Wir bedanken uns bei Livescribe und insbesondere bei Bite Consulting herzlich für die Stellung des Verlosungsmaterials!
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