Einen herzhaften Punch landen Abby Kohn und Marc Silverstein mit ihrem Film in die Magengegend der kosmetikindustriell forcierten Schönheitsideale.

Renée (Amy Schumer), die das Prinzip „dick, das Herz auf dem rechten Fleck, aber etwas ungeschickt“ vertritt, allenfalls mit einer leichten Opferattitütde angereichert, träumt davon, an der Rezeption des schicken Hauptquartiers des Kosmetikkonzerns Lilly Leclaire zu arbeiten, einfach mitten drin zu sein in all der Schönheit und ihr dienen zu können.

Dessen Chefin Avery LeClare (Michelle Willimas) ist als dünnstimmiges Püppchen gezeichnet, aber intelligent oder instinktsicher genug, zu erkennen, dass Renée die Millionen von Kundinnen repräsentiert, die das Geschäft des Konzerns sichern.

Wobei die Drehbuchautoren allerdings das Element, dass gerade der Alltagsmensch von einer nicht erreichbaren Schönheit und Eleganz träumt, jetzt einfach Mal beiseite schieben.

Seinen Reiz bezieht der Film gezielt aus dem Gegensatz der propagierten Schönheitsideale und der elganten Konzernwelt einerseits und der gerne miniberockten Korpulenz der Blondine Renée gegen die lasziv abweisenden Eleganz der Modewelt andererseits.

Die Melancholie bezieht diese Komödie daraus, dass Renée mit dem Höhenflug, den sie im Konzern antritt, überfordert ist, mit Flug im Privatjet nach Boston, mit der Hotelsuite, größer als ihre oberspießbürgerliche Wohnung und vor allem mit der Anmache durch den Bruder von Avery, Grant (Tom Hopper).

Denn treuherzig vergisst sie ihren Ethan (Rory Scovel) den sie bei einem Dry-Cleaner angesprochen hat, nicht; sie kann den Spagat, den dieses Liebeswerben fordert, nicht machen.

Liebevoller Running-Gag in der Inszenierung sind Renées Auftritte im Fitnessstudio Soulcycle mit der Masse sportlicher Frauen am Hometrainer. Hierbei zeigt sich auch ihr Weg zu einem etwas normaleren Dasein, das nicht ständig seine eigene Körperfülle und das Dasein als Gemütselefant thematisieren muss und zur Gefahr für Sportgeräte wird.

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