Ein bayerischer Heimatfilm.

Bayerische Zuschauer können sich in diesem dritten Teil in der Regie von James Foley nach dem Drehbuch von Niall Leonard nach dem Roman von E L James zuhause fühlen, so massive Audiwerbung ward selten in einem Kinofilm.

Die Audis erinnern pausenlos an Staatsanwaltschaft, Razzien, Abgasmanipulation, Dieselskandal. Und sie transportieren, fahren, retten kraftvoll und zuverlässig vor Verfolgung das andere Produkt, was hier beworben wird: das Glück.

Das Glück in seiner speziellen Ausformung, wie die Glücksindustrie es gerne präsentiert, wenn sie Juwelen oder Hochzeitskleider oder Klamotten oder Hygiene- und Liebesaccessoires verkaufen will mit schönen Menschen, die die Produkte und mit ihnen das Gefühl von Glück transportieren: Glück der Schönen und Reichen in Luxushotels, Luxuswohnungen, Privatjets oder Yachten und immer bewacht von Bodyguards.

Und makellos schöne Menschen, die dieses Glück repräsentieren: Dakota Johnson als Anastasia (auf Deutsch gesprochen als Anastejsche) Steele und Jamie Dornan als Christian Grey, der oft seinen muskulösen Oberkörper nackt vorführen darf, ein Superreicher.

Mit Impressionen von der Traumhochzeit fängt der Film an. Aber das Glück muss auch für den Zuschauer erträglich bleiben, dunkle Töne schleichen sich ein, Vergangenheiten melden sich, Misstrauen kommt auf. Jack Hyde (Eric Johnson), der sich vom Schicksal ungerecht behandelt fühlt und diesem ausgestellten Glück nicht wohlgesonnen ist, stellt sich ihm entgegen, will es vernichten.

So weit kommt es nicht. Aber Jack bleibt eine Gefahr. Er brockt dem Film eine Kidnapping-Geschichte ein, die ihn in die Nähe biederer TV-Unterhaltung rückt.

Doch der Zuschauer – oder viel eher die Zielgruppenzuschauerin – kapiert: reich sein ist zwar schön zum Zuschauen, aber zum Sein möchte sie vielleicht doch nicht tauschen, immer diese Body-Guards oder das Personal um einen rum, immer dieses Unsicherheitsgefühl.

Es ist jetzt nicht unbedingt ein schwieriger Film, er trumpft auf mit einem starken Augenmerk auf dem Design, dem Interieur, den Autos, den schönen Menschen – dazwischen noch kurze Blicke ins „Spielzimmer“ – und letztlich der Message, dass die Liebe siegt und zu neuem Glück führt, was ja ihr Zweck ist. Wie Gleitgel wirken die Feelgoodmusik und die erstklassig deodorierte deutsche Synchro.

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