Erstellen eines Familienalbumes einer Familie der chilenischen Elite.
Das ist das Resultat der Arbeit von Marcia Tambutti Allende, einer Enkelin des berühmten Salvador Allende. Ein Bericht über lateinamerikanisches Familienleben.

Am Schluss sitzt eine kleine Anzahl noch lebender, direkter Nachfahren des charismatischen chilenischen Präsidenten an einem Tisch und blättert das Familienalbubm durch, das die Macherin dieses Filmes als Resultat der Filmarbeiten zusammengestellt hat, in dieser schönen Art mit schwarz-weiß Fotos, die auf schwarzem Untergrund aufgeklebt und mit weißem Stift beschriftet werden. Das ist gleichzeitg für den Abspann nochmal ein Schnelldurchlauf durch den Film.

Der Film berichtet von einer Recherche der Enkelin. Denn in der Familie wurde wenig über den berühmten Opa geredet, überhaupt über die Familienverhältnisse.

Salvador Allende selbst war ein attraktiver, charismatischer und charmanter Mann, schnell im Geist, beschlagen im Dialog, mit Humor gesegnet, verführerisch für Frauen. Er hat seit den 30er Jahren in Chile Politik gemacht und ist 1970 zum Präsidenten gewählt worden.

1973 setzte ein Militärputsch seiner Regierungszeit ein Ende. Er selbst hat sich umgebracht. Darüber gab es lange Zeit Spekulationen, das Thema wurde auch in anderen Film behandelt. Die Familie, 3 Töchter teils wiederum mit Kindern, mussten fliehen. Tochter Beatriz wurde in Kuba eine öffentliche Person. Sie beging dort ebenfalls Selbstmord.

Der Film der Enkelin wagt nun eine Annäherung aus dem Blickwinkel der Familie. Die Filmemacherin ist nach und nach fündig geworden, hat Fotos und Filme zum Vorschein gebracht. Wodurch die Figur Allende an schillernder Vielseitigkeit gewinnt. Auch seine diversen Affären kommen zur Sprache.

Allendes Witwe Tench, die Oma der Filmemacherin, erinnert sich immerhin noch, dass es nicht immer leicht war; aber sie sei nie Opfer gewesen. Sie habe nur einmal die Scheidung ins Gespräch gebracht. Zu erfahren ist auch, wie engagiert er seine politischen Kampagnen geführt hat, und dass diese die Familie immer wieder an den Rand des Ruins gebracht hätten.

Der Film strömt eine Familiarität aus, die nie befremdlich wirkt, die einen mit lateinamerikanischer Herzlichkeit umfängt. Wobei interessanterweise wieder kaum über Politik geredet wird. Es gibt lediglich das Material von den Aktivitäten von Chico, wie die Familie den Papa oder Opa liebevoll nennt, oder dann von der Rückkehr der Familie, von der Exhumierung und auch vom Begräbnis der Oma Tench, die im Laufe der Dreharbeiten gestorben ist mit 95 Jahren, was zu einem Riesenbegräbnis geführt hat. Wobei sie sich zu Lebezeiten Allendes öffentlich zurückgehalten hat; erst nach ihrer Rückkehr aus dem Exil hat sie sich geäußert.

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