Nach so einem Film verlässt man das Kino heiter, beschwingt. Wegen seiner freien Haltung zum verbissenen Thema Geld, Geldgier, Gold, Habgier, Sicherheitsdenken.

Weil alles drin ist im Film, Freiheit der Geste (speziell vom Sidekick Mumie, ein teilbandagiertes Gerippe, das auf die Bitte, mal eine Hand zu reichen, gleich einen seiner beiden Skelettarme löst und Ted zuwirft), der Bewegung, Ethno ist drin (Mumie im spanischen Kostüm und grotesk Flamenco tanzend oder der türkische Taxifahrer), Archäologie, Abenteuer, sogar ein Hauch Sozialdenke (der gefährliche Job von Ted als Bauarbeiter in einem Hochhaus, wie der da auf dem hervorstehenden Eisenträger sitzt und National Geographic studiert – und tief unter ihm die Stadt), aber auch Opportunismus und Verrat kommen vor (Tiffany), eine Bergsteigerstrecke, Unterwasserszenen (brauchen Zeichentrickfiguren Luft zum Atmen?), Höhlen und Tempel, Bilder- und Hieroglyphenrätsel und Reisen im Schiff oder im Flugzeug und auch für die Liebe ist ein Plätzchen (aber ganz ohne Kitsch und Sentiment) und da noch für eine kleine Verstimmung (wenn Ted an Tiffany das Schmuckstück für Sara ausprobiert und diese es mitbekommt), Tanz und Musik und viel Hit and Run mit großer Lust und rasendem Tempo und allen möglichen und unmöglichen Verrenkungen dabei, nie tierernst, aber ernsthaft der Geschichte folgend.

Es geht um das Geheimnis von König Midas (also auch griechischer Sagenschatz ist involviert). Ted kennt und verehrt Sara. Sie hat einen wichtigen Fund gemacht und will den in Las Vegas der Öffentlichkeit präsentieren. Ein Stück Hieroglyphe, das Hinweise auf den Schatz des Midas gibt. Aber Jack Rackham, der Bösewicht und seine Handlanger sind scharf auf das Geheimnis, weil er gierig darauf ist, die Macht von König Midas zu erlangen (dumm nur, dass alles, was er berührt zu Gold wird, da denkt Rank wohl nicht dran).

Dazu müssen drei Teile eines Halsschmuckes, die weit verstreut und hochgesichert versteckt sind, zusammengebracht werden. Das erste Teil liegt in Spanien in der Nähe der Alhambra, die weitern zwei in der Türkei, in Kleinasien. Aber keine Bange, wenn Bauarbeiter Tad hinter einer Sache her ist, dann ist Verlass auf ihn. Er tut es wegen Sara, der er lange schon eine Liebeserklärung machen will.

Auch sein kleiner Verhinderungsmechanismus spielt mit. Am unterhaltsamsten in bester, früher Disneytradition und der mexikanischen Tradition der Totenverehrung ist sein Kumpel „Mom“, wie er ihn nennt, halb Skelett, halb Mumie, der alle Verrenkungen machen kann, ein Schlottergestell, das ganz eigenwillig ist, sich nichts vorschreiben lässt und auch vor Grimassen nicht zurückschreckt. Eine seiner Spezialitäten ist es, immer wieder neue Kostüme zu tragen. Da gibt es viel zu lachen.

Dazu tragen weitere Gefährten von Tad bei, sein Hund, ein Papagei und noch eine Maus. 3D ist ganz passabel und das Filmorchester hat nicht allzuviele Hemmungen. Die Figuren sind schlagfertig und schnell. Und die Fluggesellschaft, die nach Europa fliegt, heißt Air Europe! Die englische Sprecherspur ist erstklassig.

Die Geschichte wird von Enrique Gato (Einmal Mond und zurück) und David Alonso nach dem Drehbuch von Jordi Gassull, Neil Landau + 2 klar und gut nachvollziehbar erzählt, ist nicht überladen mit zu vielen Nebensträngen oder mit nicht eingeführten Figuren. Vorsicht: Tad Stones is on the case!, ein totaler Pro, meinte die russische Soldatin von Rackham.

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