Über die Astronomie zum Kino.

Ein Muss für jeden jungen Filmemacher, Filminteressierten, für den Fan des Deutschen Kinos und seiner Geschichte sowie der Mediengeschichte, wie Bazon Brook hinzufügen würde, dieser Einblick in Leben, Werk und Sammlung des Experimentalfilmers Werner Nekes, der in den 60er Jahren angefangen hat Filme zu machen. Der schnell ein Professor war. Der sich radikal und fundamental damit auseinandergesetzt hat, was Kino ist, wie das mit den Bildern vor sich geht.

In seinem Atelier/Museum, einer früheren Lagerhalle, finden sich Maschinen aller Art und aus jeder Zeit, mit denen schon der Eindruck von Bewegtbild erzeugt werden konnte. Damit fasziniert er den Nachwuchs. Er lebte (er ist dieses Jahr gestorben) in Mühlheim an der Ruhr, hat früh mit Helge Schneider gearbeitet.

Dieses anregende Biopic von Ulrike Pfeiffer ist durchzogen von einem Interview, das Alexander Kluge mit Werner Nekes geführt hat, und stellt Ausschnitte aus seinen Filmen vor, von denen es Hunderte gibt, viele Kurze darunter.

Er fragte sich früh, wie die Welt mit anderen Augen zu sehen sei. Er trieb seine optischen Spielereien mit einfachen Bewegungsbildern, die er nach unergründlichen Prinzipien erst auseinanderschnitt und dann nach einem Zufallsprinzip wieder aneinander montierte, so eine filmische Realität herstellend oder die Landschaft nach dem Prinzip des asiatischen Rollbildes (im Film Makimono von 1974) als Gemälde erscheinen zu lassen.

Nekes hinterlässt eine riesige Sammlung von Büchern, die sich mit Bildern befassen und mit optischen Täuschungen, die eine Landschaft anthropomorph erscheinen lässt, oder jene Rarität aus dem 16. Jahrhundert, einem Lehrbuch für Augenchirurgie mit den übereinanderliegen Schichten des Augenaufbaues, die weggeklappt werden können. Ihn interessieren Zerrspiegel. Sein Sammlung umfasst jegliche Art von Apparaten und Apparaturen, die als Vorgänger zur Kamera gelten.

Nekes sieht sich als Avantgarde. Heute noch. Sie wird nicht aussterben. Sie ist erst am Anfang.

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