In diesem Film von Lukas Valenta Rinner nach dem Drehbuch von Ana Godoy, Ariel Gurevich, Mrtin Shanly und Lukas Valenta Rinner werden über die Hauptfigur Belen (Iride Mockert) elementar menschliche Themen wie Einsamkeit, Sehnsucht nach Liebe nebst typisch lateinamerikanischen Themen wie Herrschaft/Dienerschaft und dann – eher grinsend – noch das Thema Revolution in großen, ruhigen Kinobildern in den Fokus gestellt.

Belen ist eine Frau, über deren Hintergründe nichts bekannt ist außer, dass sie 32 Jahre zählt, dass sie im letzten Jahr mit Kindern gearbeitet hat, dass sie sich jetzt für eine Haushaltsstelle bewirbt, dass sie nicht mehr mit Kindern arbeiten möchte, dass sie Zeit auch für ein längerfristiges Engagement hat und dass sie eine Adresse in der Stadt besitzt.

Der Weg zur Arbeit ist weit. Es handelt sich um eine Gated Community mit Pförtner, weitläufiges Gelände, großzügige Villen. Ihre Chefin ist Diana (Andrea Stranitz), die mit ihrem Sohn Junachi (Martin Shanly) in einem großen Anwesen mit Pool wohnt.

Belen ist eine verschlossene Person, die schicksalsergeben ihrer Aufgabe nachgeht. Sie scheint ein tragisches Geheimnis zu haben, einen verborgenen Schmerz, eine tiefe Wunde. Sie scheint wenig Selbstbewusstsein zu haben, auch als Frau nicht.

Die Bekanntschaft mit dem Pförtner läuft schwierig ab, so was zu stilisieren, das beherrschen die Lateinamerikaner allemal. Auch die Hausherrin ist einsam, einmal soll Belen ihr nachts Gesellschaft leisten, Madame sucht den körperlichen Kontakt. Das lehnt Belen ab.

Aber sie macht in der Nachbarschaft und von den feinen Häusern mit Elektrozaun abgeschirmt eine Entdeckung, die sie nicht mehr loslässt. Ein Garten Eden, ein verwunschenes Stück Land, ein Irrgarten vielleicht, ein Paradies. Darin bewegen sich nackte Menschen.

Die Entdeckung geht langsam vor sich. Der Garten ist eine Verlockung für Belen. Sie kann nicht widerstehen. Sie schleicht sich rein. Sie beobachtet. Schließlich findet sie hier neue Freiheiten, neue Menschen mit wenig verbaler Kommunikation, ein FKK-Paradies, in dem tantrische Übungen praktiziert werden. Hier fühlt sie sich wohl. Hier fühlt sie sich als Mensch wahr- und ernstgenommen. Hier stärkt sich ihr Selbstbewusstsein. Hier wächst ihr Widerstandsgeist.

In der Villa wohnt als weiteres Symbol für die Reichen noch der Sohn von Madame, der ist pausenlos am Trainieren, er sei ein Tennis-Profi. Glücklich scheint weder er noch Madame, es braucht nicht viel, bis die Diskussion zwischen den beiden eskaliert. So etwas zu zeigen, braucht Rinner nicht mehr als eine Szene, wie alle in Breitformat, ruhig, zwei Menschen sitzen sich gegenüber, essen Salat und ein Wort von der Mutter reicht.

Auch die Tonspur verrät viel über die nicht verbissene Haltung von Rinner zu seinem Stoff, er greift praktisch und das auch nicht pausenlos, nur auf Schlagzeuge zurück, was dem Film zu einem guten Gang verhilft.

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