Christm-As

Jede Mutter ist auch eine Tochter. Das zeigt den Widerspruch der Beziehung. Das zeigt aber auch den Weg zu einer möglichen Versöhnung im christlichen Sinne, die dieses erstklassige amerikanische Family-Entertainment zu einer traditionell schönen Weihnchtsgeschichte macht.

Anfangs schildern Jon Lucas und Scott Moore, die Macher dieses Filmes, die Katastrophe. Die ist nüchtern kalkuliert, analysiert, beobachtet, systematisiert und hochgekämmt, wie Mütter nicht loslassen können, wie sie das Glück für ihre Töchter organisieren wollen, ja wie sie sogar beim GV diskret zuschauen wollen.

Wenn die Mütter der Familienmütter mitten im Vorweihnachtschaos auftauchen, dann wird aus Christmas Christm-As, dann ist Weihnachten im A. Weihnachen ist für Mütter sowieso eine Katastrophe. Sie müssen alles vorbereiten, alles muss perfekt sein. Wochenlang stressen sie sich mit dem Backen von Plätzchen, Einkaufen von Geschenken, der Weihnachtsdekoration, um den schönsten Weihnachtsabend zu organisieren. Alles außengesteuert.

Die drei Mütter, die der Fim begleitet, sind, die Namen sind passend ausgesucht, Amy (Mila Kunis), die weich-mollig-schönaugig-sinnliche, Kiki (Kristen Bell), das blondierte Püppchen und Carla (Kathry Hahn), die harte. Jede entwickelt in ihrer Begrenzung ihren eigenen Charme. Zum Vorweihnachtsstress kommt hinzu, dass sich deren Mütter zu Weihnachten anmelden, einladen oder einfach vor der Tür stehen.

Die perfektest perfektionistische der Mütter ist Ruth (Christine Baranski) und ihr Muttermechanismus lässt der Tochter keine Freiheit, sie übernimmt Dekoration, Organisation, das Weihnachtssingen und lädt außerdem 187 fremde Gäste an Heiliggabend zu einer Weihnachtsparty ein – sie klotzt ihre Tochter hollywoodmäßig das Haus zu. Aber sie leidet unter einer noch viel härteren Mutter. Das wird gekonnt als Komödie mit bitterem Witz serviert. Auch das Verhältnis dieser Muttter Ruth zum Latinofreund von Amy Jesse (Jay Hernandez) lässt an Herablassung und Abschätzigkeit nichts zu wünschen übrig.

Bei Carla taucht Mutter Sandy (Susan Sarandon) auf, eine Spielerin und Rockerbraut, die die Tochter immer um Geld anhaut. Und Mutter Isis (Cheryl Hines) von Püppchenblondine Kiki kauft sich gleich das Nachbarhaus neben dem der Tochter. Mehr Nähe geht kaum.

Die Töchter wollen sich diese instinktlosen Auftritte, Einmischungen und Annäherung ihrer Mütter nicht bieten lassen. Sie blasen zum Angriff. Das bringt die geregelte Weihnachtsvorbereitung turbulent durcheinander. Aber immer wieder wird der Fortgang der Entwicklung auch besprochen. Die Figuren handeln nicht geistlos, sie haben Gründe für ihr Tun, das immer wieder zu grotesk widersprüchlichen Situationen führt und scharfe Pointen abwirft.

Der Beruf von Carla im okole-Spa bringt das prickelnde Element nicht nur der Intimrasur (Waxing Vaginas), ins Spiel, wie sowieso auch zur Familie die latente Anzüglichkeit gehört, hier dicht gebündelt im Slip des Strippers Mike (David Walton), die – gar nicht besonders diskret – drauf hinweist, worin Familie letztlich gründet.

Mike ist in einer unterhaltsemen Männerstripgruppe, die als Nikolausmänner auf Stelzen im Meehans in Chicago auftreten. Hier bahnt sich eine Liebesbeziehung zu Amy an. Während bei Kiki das Thema der psychologischen Beratung gestreift wird, auch das in einer gekonnt unterhaltsamen Szene mit viel Wahrheit über Mütter-Töchter-Beziehungen, den Pefektionismus, das Loslassenkönnen.

Strukturiert wird der Film locker in Kapiteln, die sich ab 6 Tage vor Weihnachten dem Fest nähern.

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