Archiv für 5. November 2017

Ash ist der junge Mann, stolze 10 Jahre alt, der sich mit seinem Pokémon auf die Heldenreise aufmacht, um der Stärkste zu werden, aber nicht nur das, sondern auch um Freunde zu gewinnen.

Ein Pokémon kann vielleicht beschrieben werden als ein Ideenbehältnis, das sich als nützlicher Begleiter auf so einer klassischen Initiations- und Identitätsfindungs-, einer Selbstbestimmungsreise erweist, auf dem Weg in eine eigene Welt, weg von zuhause.

Vier Kinder dürfen beim Professor je ein Pokémon abholen. Weil Ash verschläft und zu spät kommt, muss er nehmen, was übrig bleibt, es ist Pikachu. Dieser wird Ashs Reise deutlich schwieriger gestalten als sie eh schon ist, denn Pikachu ist eigenwillig, gelb, vor allem will er nicht in das Pokemon-Gehäuse. Er kann aber in Kampfsituationen Elektrizität von einer Wucht entwickeln, die jeden Gegner schlägt. Und er ist nicht auf Anhieb zum Freund zu gewinnen.

Die Kampftrance kann solche kleinen, lieblichen Wesen, die oft auch diese Gurr- und Quietschtöne von sich geben wie kleine Entchen oder Hühnerkücken, diese unwiderstehlich Sympathie und Zuneigung fordernden Töne, zu grimmig-grimassenhaften Bestien auswachsen lassen.

Ash und Pikachu werden sich weitere Kämpfer anschließen, Verena und Konstantin, während Axel mit Wolverine ihnen nicht ganz geheuer ist, weil er seiner eigenen Wege geht auf dem abenteuerlichen Gang durch das Pokémon-Universum mit vielen Kämpfen mit einer bunten Vielfalt von Gegnern und Raritäten, aber auch mal mit Lagerfeuer und immer wieder Besuchen in der Klinik, in der Verletzungen behandelt werden. Oder die Mutter ist besorgt, ob der Junge auch die Zahnbürste dabei hat und frische Wäsche.

Der Film von Kunihiko Yuyama nach dem Drehbuch von Shoji Yonemura nach dem Konzept von Satoshi Tajiri dürfte sich in erster Linie an ein sogenanntes Zielpublikum richten, wohl Kinder in einem Alter, in dem sie im Spannungsfeld zwischen Fantasie, Kampf und realem Alltag sich finden müssen. Ein Alter, in dem sie sich viel zutrauen müssen, von Helden träumen, erwachendes Selbstbewusstsein. Ein Alter, in dem die Vorstellung von der Kampftrance, die ein kleines, liebliches Wesen in ein kämpfendes, feuerspeiendes Monster verwandeln kann, offenbar wichtig ist, zu sehen, dass auch das kleine Wesen eine Chance hat und sich nicht von Größe oder Monsterhaftigkeit eines Gegners einschüchtern lassen darf.

Mithin ist das Pokémon eine wichtige Ideeneinheit gegen das Alleinsein.

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