Wie angenagelt sassen die paar Buben hinter mir in der Pressevorführung, so hat sie der Film von David Soren (Turbo – Kleine Schnecke, großer Traum) nach dem Drehbuch von Nicholas Stoller nach dem epischen Roman von Dav Pilkey gefesselt.

Die Simpsons für Grundschüler, die schon das eine oder andere groß geschriebene Wort im Film schnell lesen und in Zusammenhang mit der Handlung verknüpfen können (ZENSIERT, DISZIPLIN, AUTORITÄT, DIE HOFFNUNG STIRBT HIER).

Die deutsche Synchro ist lustvoll 1a und hat den Pfiff des Filmes kapiert.

George und Harold sind Schulfreunde durch dick und dünn. Die Leiden von Ordnung, Disziplin und übriger Unterdrückung an der Jerome Horwitz Grundschule, die besser Haftanstalt genannt werden sollte, machen sie sich gemeinsam erträglich durch Comics, die sie in ihrem Baumhaus erfinden.

Allerdings geraten Fantasie und Realität schnell mal durcheinander. Wodurch sie dem Lehrkörper und dem Direktor Krupp mit Streichen unangenehm auffallen. Das geht so weit, dass Krupp in seiner Verweiflung sie in separate Klassen versetzen will. Sie ahnen, dass das das Ende ihrer Freundschaft bedeuten würde.

Derweil passieren Dinge, die der Geschichte immer wieder einen anderen Verlauf geben können. Der von ihnen entwickelte Held Captain Underpants, ein Held, dessen Charakterstikum ist, dass er nur mit Unterhosen bekleidet ist, macht sich selbständig und wird zum Double des Schuldirektors.

Gleichzeitig bewirbt sich eine dubiose Figur namens Professor P. (wie Pipipups) für eine Stelle an der Schule. Es stellt sich heraus, dass er Übles im Sinne hat und den Menschen das Lachen nehmen will. Da ist er bei George und Harold an die Richtigen geraten. Die werden ihr Lachen bis auf die Knochen verteidigen.

Das ist mit turbulenten Handlungen verbunden. Ein Nebenkapitel ist die Verselbständigung der Pistole des Professors, deren Zielobjekte geschrumpft oder vergrößert werden können.

Angereichert werden die Handlungen gerne mit lautmalerischen Wörtern, auch Wortverdreher werden eingesetzt, alles was dem Bierernst einer Schule zuwider läuft. Und warum das überhaupt alles passieren konnte, auch das ist ein Streich der beiden Lausbuben: die Vorzimmerdame des Direktors wird am Telefon in einer Warteschlaufe gefangen gehalten.

Der Film transportiert ein witziges Modell, wie Menschen sich gegen Zwangssituationen und Autoritätssysteme wehren und Selbstbewusstsein behaupten können, wie sie nicht zu Anpassern und Nachplapperern werden.

Krupp ist bei den Schülern auch deshalb verhaßt, weil ihm selbst für den schulfreien Samstag noch ein (totlangweiliger) Erfinderwettbwerb einfällt. Die Erfindung einer überautomatisierten Toilette des Strebermitschülers und Schleimers Melvin nutzen George und Harald, um die Veranstaltung aufzumischen. Eine kleine (rührend-witzige) Liebesgeschichte wird auch noch eingeflochten, die zwischen Krupp und der etwas einfältigen, blauäugig-schwarzhaarigen Edith.

Schildkrötenpetze, ein magischer Plastikring und ein Pupskissenkonzert bilden weiteren Unterhaltungszubehör.

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