Wer ist Heike Fink?

Beim BR darf sich offenbar jeder dahergelaufene Dorfdepp Autor schimpfen, wenn er Dorfdeppen erfindet, die deppert versuchen, an Geld zu kommen, darf von uns Zwangsgebührenzahlern ein nettes Autorenhonorar (mit Wiederholungshonorar!) kassieren, darf außerdem den Schmarren inszenieren und dafür eine Regiegage kassieren (und hier der Koautor noch als Darsteller eine Schauspielergage). Zitat aus dem Film: wenn einer an Depp ist, so deaf man des sagen und wenn der Depp der eigene Vater ist – oder der Drehbuchautor.

Das war schon in der unsäglich schwachbrüstigen Hindafing-Reihe so. Und so ist es hier, ausgehend vom Klischee des nicht nachvollziehbar überschuldeten Dorfbewohners, der in die Hände von Klischeeuntergrundtypen gerät, der also dringend Geld braucht, erfindet Matthias Kiefersauer dumme Menschen und inszenieren darf er auch noch. Alexander Liegl durfte miterfinden und als Schauspieler noch was dazu verdienen, das Ganze nach einer „Idee“, wie es heißt, von Heike Fink, – wer ist Heike Fink und was kassiert sie?

Hier sind es Dorfdeppen, die ihre Geldprobleme dadurch lösen, dass sie Tote nicht beerdigen, sondern in einem Versteck zwischenlagern und somit offiziell am Leben lassen, sie von angeheuerten Darstellern doublen lassen, um an deren Renten zu kommen, die in Niederbayern komfortabel hoch scheinen. Genaueres hinterdenke man bitte nicht.

Von solchen Fällen ist immer wieder zu hören, dass Tode von Rentnern verheimlicht werden, damit die Renten weiter fließen.

Dass allerdings – und das in einem Weiler, in welchem jeder jeden kennt, – die Toten auch noch von Darstellern gedoublet werden sollen, das ist an den Haaren herbeigezogen, erst recht, wie es erzählt wird, und dass es gleich dreifach passiert. Das ist schon an Hirnrissigkeit nicht mehr zu überbieten.

Dann die Tode selbst. Der erste Fall mag noch plausibel sein, dass jemand seine tote Mutter klammheimlich versteckt wegen dem Rentenfluss, das mag noch angehen. Jetzt müssen aber vom Autor erzwungen zwei weitere Tote her. Das muss irgendwie herbeigewürgt werden.

Unsere „Autoren“ lassen also die beiden zum Sterben Ausersehenen über eine Landstraße spazieren, lassen ein Auto sie fast überfahren, aber nicht ganz, lassen das Auto in einen elektrischen Leitungsmasten crashen. Die beiden Verschonten haben sich vor Schreck ganz ordentlich auf die Leitplanke gehockt, auch das bei der Situation, der schmalen Oberkante, dem Alter der Darsteller ohne jeden Realismus und Plausibilität. Eine Stromleitung löst sich vom Leitungsmasten funkensprühend. Sie touchiert mit der Leitplanke und setzt diese unter Strom, so dass die beiden Alten tot hintenrunterfallen, aber noch Akrobaten genug sind, die Beine von hinten über die Leitplanke schauen zu lassen.

So eine Szene könnte man als Furz eines schnöseligen Filmhochschülers, dem nichts einfällt für seine Kameraübung, durchgehen lassen. Aber wir sind beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit seiner Zwangsfinanzierung und seinem demokratischen Grundauftrag. Hier ist solches läppischer Kinderkram. Wird aber bezahlt und behandelt wie ernsthafte Erwachsenenware. Etwas stimmt hier nicht. Das ist haarsträubend und in keiner Weise lustig.

Die beiden BR-Redakteurinnen Claudia Simionescu und Birgit Metz müssen bekifft gewesen sein, wie sie die Gelder für dieses inakzeptable Drehbuch und für den Dreh freigegeben haben. Und unsere Zwangsgebührengelder müssen deren Dope wohl noch mitfinanzieren.

Wie anders abgründig und menschelnd sind doch die Falkkrimis, wie sind hier die Figuren in menschlichen Beziehungen, Abhängigkeiten und Hoffnungen und nicht nur in Geldbeschaffungszwangszusammenhängen verhaftet.

Der Hinweis, der mehr ist als ein Verweis, kommt gelegen, denn der Protagonist aus der Falk-Krimi-Reihe, Sebastian Bezzel, spielt hier auch mit. Er versucht krampfhaft, sich von seiner dortigen Glanz- und Paraderolle (zuletzt in der Grießnockerlaffäre) zu unterscheiden. Das gelingt ihm nur mit massiv überschminkter Augenverletzung, sonst gibt er das Bild eines widerlich charmlosen, überforderten Charakters ab, unattraktiv, weil ihm die menschliche Beziehung fehlt.

Er hat zwar einen Sohn, Daniel (Markus Krojer) aber der ist vermutlich nur besetzt, um die Finanzlage des Vaters noch zu verschlimmern und drastischer darzustellen sowie als Quotenjugendlicher, der noch dazu überhaupt nicht zu diesem Vater passt.

In diesem reinen Geldgierzusammenhang wirkt Bezzel nur noch unangenehm. Ein Wunder passiert allerdings mit ihm: seine massiv geschlägerten Veilchen am Auge verschwinden innert kürzester Zeit, es muss eine Wunderheilung sein, erstaunlich, dass das keinem der Dorfbewohner auffällt – kein Wunder, sind ja alles nur geldversessene Niederbayerndeppen. Auch Kamera, Regie, Script, Continuity und vor allem der abnehmenden Redaktion scheint das nicht aufgefallen zu sein, voll verschnarcht die Baggage, mals das linke, mal das rechte Auge verschminkt… und Augenklappe links, rechts…

Wobei auch hier ein Phänomen zu beobachten ist, wie schon in der Hindafing-Reihe mit dem Maximilian Brückner: gute Schauspieler wahren selbst in so einem Schmarren ihre Würde, Ilse Neubauer, Fred Stillkrauth, Gundi Ellert.

Wobei der Pfarrer ein besonderes Problem ist, das dürfte aber das Problem mehr von Drehbuch und Regie sein: faktisch verändert der von einem Moment auf den anderen seinen Rollencharakter. Es ist nicht nachvollziehbar, dass er alles auf Anhieb durchschaut und dann so einen peinlich dämlichen Test macht, um seinen eigenen Berufsstand zu desavouieren, das ist ein bescheuertes Konstrukt von Figur, das offenbar nur dazu gedacht ist, antiklerikal-sexistische Pikanterie ins öffentlich-rechtliche Fernsehen zu bringen, sich billig auf Kosten der Kirche lustig zu machen (die mit ihren Skandalen, wenn schon, dann doch bittschön bissige Kritik verlangt), eine Figur, die jeglicher Lebenserfahrung widerspricht (und der Film gibt sich ja nicht als Bayern-Trash) und damit der BR uns sowas auftischen kann, müssen wir die Rundfunkzwangsgebühr aufbringen. Das grenzt an Demokratiedemontage, solche Deppen zu erfinden und uns auf unsere Kosten vorzuführen.

Hier sind keine ‚Autoren‘ am Werk, es sind vielleicht Szenenbrunzer und Sprücheklopfer (Katholisch is für a Waschmaschine, drei Vaterunser und dann ist wieder gut). Sie verdienen weder Titel noch Entlöhnung von Autoren.

Untertext der Musik: wir machen hier einen penetrant-geilen Film.

Zwang zu Niederniveauanbiederungsbilliglustigkeit: die Tätowierung am Po, der Zusammenhang zum Grundauftrag, der demokratische Grundauftrag des öffentlichen Rundfunks nur zu erahnen als Verwechslung: Grundauftrag heißt, den Unterhosen auf den Grund gehen, gell Frau Siminonescu und Frau Metz, des hams sicher tscheggt.

Oder was für Deppen müssen die neuen Nachbarn sein, die für eine kleine Topfpflanze, die sie im Garten einsetzen wollen, gleich ein ganzes Massengrab ausheben? Was ist das für ein Menschenbild? Geht es hier wirklich einzig und allein um Unglaubwürdigkeit? Das sollte die Redaktion uns Zwangsgebührenzahlern bittschön mal erklären, was das mit dem demokratischen Grundauftrag zu tun hat.

Und wo ist überhaupt der Herr Intendant, dem wir so ein schönes Gehalt bezahlen, wo ist der abgeblieben? Hallo Herr Wilhelm, wo sind Sie? Wir sparen uns das Geld für die Rundfunk-Zwangsgebühr vom Essen ab und werden mit solcher Einfaltskost abgespeist; fällt Ihnen nicht auf, was für katastrophal-depperter Mist hier gebaut wird? Haben Sie überhaupt eine Ahnung, was für Personal Sie beschäftigen? Ein bisschen mehr Aufmerksamkeit würden wir von Ihnen schon erwarten, da wir Sie ja so generös entlohnen.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

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