Dieser Film berieselt einen mit einem Statement-Mischmasch und wichtigen Ortkennzeichnungen: Paris, Dortmund, Skopje, Veles, Wien, New York, aber ohne Klarheit im schwammigen Umfeld des Begriffes ‚Verschwörungstheorie‘, ist generell von einer gewissen geistigen Konfusion geprägt, wobei die titelgebende ‚Weltherrschaft‘ nur einmal ganz kurz angetippt wird.

Dieser Film setzt selber auf sensationelle Ereignisse (Charlie Hebdo, Fakenews um die Wahl Trumps, Veles, 9/11, AIDS), um Klicks und Zuschauer zu generieren?

Will der Hersteller diese Filmes, Fritz Ofner, der mit Michael Lenzinger und nach einem Expose von Siegfried Steinlechner das öffentlich-rechtliche Geld zur Realisierung von mehreren Fernsehanstalten locker machen konnte, vielleicht sich selber mit dem Thema Fake-News und Verschwörungstheorien interessant machen, um Quote und Klicks zu generieren? Es kommen genügend Reizwörter in seinem Mischmaschwerk vor und absurde Verschwörungstheorien ebenfalls (zu 9/11, Freimauerer, AIDS etc.), wenn auch ‚zitiert‘.

So wie der Stoff präsentiert wird, wirkt er selber wie ein Produkt von Fake-News oder Verschwörungstheorie, ist ein Kuddelmuddel-Statement-Verhau wie ein Wühltisch im Sommerschlussverkauf, der dem Kunden den Verstand betäuben und ihn zu unsinnigen Käufen animieren will (resp. womöglich zum Rückgriff auf Verschwörungstheorien).

Zuschauer sagt sich nach dieser Sendung: ok, dass es zu jedem großen Attentat und Terroranschlag und Unglück anschließend Verschwörungstheorien gibt, das ist nicht neu, dass es Fake-News gibt, ist auch nicht neu und dass sich mit Sensationsmache Geld verdienen lässt, ebensowenig, das praktizieren selbst seriöse Tageszeitungen und das Staatsfernsehen so sicher wie das Amen in der Kirche nach jedem Terroranschlag. Dass man kritisch zu sein habe den News generell gegenüber ist ebenfalls nicht neu.

Mit dieser Sendung präsentiert sich der BR selber als einer, der den Zuschauer verwirren, ihn im Statement-Regen stehen lassen will, statt ihm Klarheit zu verschaffen.

Das wäre vielleicht anders, wenn ein einzelner Fake-News-Vorgang aus einem herausgepickten Unglück ganz exakt und gedanklich klar nachvollziehbar recherchiert würde, wenn der Weg von News und Fakenews und wer damit sein Geschäft macht mit „solchen“ Websites exakt in ihrem Funktionszusammenhang herauskristallisiert würde.

Dem ist aber nicht so. Nach 40 Minuten landet Ofner bei einem Statement zu Foltergeständnissen, der Zuschauer hat keine Ahnung mehr, wo er sich gerade befindet. Nach der Rumhupferei durch eine Reihe beliebig wirkender Fälle landet er bei einem Autor, der sich als Outcast selbst bemitleidet und an einem Bartresen mit starken Alkoholika im Hintergrund sitzt – will Ofner diesen Interviewpartner mit Alkohol assoziieren?

Es ist wie in einem Puppentheater, ständig zaubert Ofner und man weiß nicht woher, neue Experten und Autoren und Spezialisten und Medienwissenschaftler aus dem Hut, die ganz wichtig ihre Meinung absondern – woher wissen wir, dass die echt und keine Fakes sind? So macht man schlechtes Fernsehen.

Nun folgt die bedeutende Frage: was macht Verschwörungstheorien so verführerisch?
Anders gefragt: was macht dieses magazinhaft Durcheinandergewürfele so langweilig und abtörnend wie ein Antiaphrodisiakum? Es dürfte der Mangel an geistiger Klarheit sein, der Mangel an konsequentem Denken und an ebensolcher Begrifflichkeit.

Dann noch ein konfuser Sprung zu den Freimaurern, um sie vor Verschwörungstheorien in Schutz zu nehmen und auf deren Museum aufmerksam zu machen. Anschließend darf ein Musiker, Pianist und Komponist Werbung für sich als Musiker, Pianist, Komponist und Autor machen. Jetzt noch kurz am Thema AIDS genuckelt und bevor wir es uns versehen, sind wir bei den dschihadistischen Verschwörungstheorien gelandet. Das nennt man Gschaftlhuberei. Der Dokugschaftlhuber tut sich an unserem Zwangsgebührengeld gütlich und wir erhalten im Gegenzug geistigen Quark.

Die einfältige, präfaktische Auffassung von Dokumentation: in der Welt herumreisen und Blabla fischen. Geistig darf das durcheinander sein wie Kompott, Hauptsache man liest schöne Städtenamen: Paris, Dortmund, Skopje, Wien, New York und die Interviewpartner haben schöne Etiketts von Berufsbezeichnungen.

Vielleicht haben zu viele Redaktionsköche den Brei verdorben: Sharon Nuni (ORF), Siegfried Steinlechner (ORF), Claudia Bucher (arte), Beatrice Meier (arte) Thomas Sessner (BR), Christiane Methge (BR), Gesamtleitung: Martin Traxl (ORF). Oder keiner wollte sich die Blöße geben, nicht mehr durchzusteigen.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

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