Nichts für Diabetiker.

Kelly (Krystal Ellsworth) liebt den Tanz. Aber ihre Eltern wollen, dass sie Jura studiert. Sie lässt die Eltern im Glauben, dass sie das tut, stattdessen tanzt sie und verheimlicht es ihnen. Mit ihrer Gruppe ist sie dabei, die Hürden für einen Auftritt in einem neu gegründeten TV-Tanz-Kanal zu nehmen.

Kelly hat ein trauriges Schicksal. Ihr Bruder ist vor einigen Jahren gestorben ist. Sie hat aber noch eine kleinere, kecke Schwester. Die Eltern sind zur Hochzeit der Tochter eines Geschäftspartners nach Bombay eingeladen. Die ganze Familie muss mit. In Bombay verliebt sich Kelly in Aseem (Amitash Pradhan), der dort versucht, mit Tanzen Geld zu verdienen.

Wir lernen, dass eine Hochzeit in Indien eine Woche dauert, dass dabei Tänze aufgeführt werden, die die Geschichte des Liebespaares erzählen. Wir lernen auch, dass Mumbai bis 1996 Bombay genannt wurde und dass es keine Beleidigung sei, auch heut noch von Bombay zu sprechen.

Vor allem kommen sich Kelly und Aseem unübersehbar näher, die Erotik flattert und die Freundin von Kelly, Deepike (Aneesha Joshi), bittet diese inständig, Aseem nicht weh zu tun.

Diese Liebesgeschichte, diese Liebesannäherung erzählt Duane Adler in einem irren Wirbel von Tänzen und viel Tanzbeifang satt, eine wogende Bewegung, eine Einführung in indisches Temperament, in indische Leichtigkeit und Schnelligkeit, mit rasanten Schnitten und einer Kamera, die wie ein Insekt elektrisiert von der ganzen Zuckerwatte, in die die Geschichte aufgeschäumt ist, herumjagt und -fliegt und ständig neue Perspektiven findet, die der Geschichte Intensität und Größe und Unausweichlichkeit bescheren.

Vom Tanz her ist es eine Mischung aus indischem Tanz, Hip-Hop und Bollywood. Die angesagteste Disco in Town heißt Club Big Crazy, auf Leuchtflächen wird im Gegenlicht getanzt.

Eine Randstory handelt von den 50’000 Rupien, die der Bruder von Aseem, DJ Basu (Prabal Pnajabi), einem Rikschaverkäufer schuldet, was zu Auseinandersetzungen verschiedener Gruppen führt und, da DJ eine faszinierende Aktivtät ist, scheint sich ein Kompromiss abzuzeichnen, falls Basu den Rikschaverkäufer in die Kunst des DJ einführen würde.

Wie eine Landung auf steinhartem Boden wirkt ein späterer Schnitt zurück in die Küche der Familie Andrews in den USA. Aber gleich geht’s temperamentvoll indisch-kalifornisch auf das Traumfinale der Castingshow zu, nach bewährtem Rezept.

Quickig-quirlig überlaufende Leinwand, rauschhaft-sinnenhaft besinnungslose Welt. Auch die Saris müssen ausgesucht und geschwungen werden. Dagegen werden Jeans-Tanzbeine geschwungen. Lichtgeimpft.

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