Archiv für 1. Juni 2017

Eine britische sowie zwei deutsche Dokus als Favoriten und Kuriosa aus aller Welt. Eine Recherche zum Freiheitsbegriff im IT-Zeitalter, eine Reise zur Poesie auf dem Planeten und eine Hanseatin mit Zahlenfaible. Ein behaartes Rechengenie aus Skandinavien, Familie als Symbol der Oberflächlichkeit in Amerika, ein Alptraumteenie aus den USA, ein dekadenter Geburtstag in der DDR, Widerstreit zwischen industrieller und biologischer Ernährung, eine Liebhaber-Opernhommage aus München und Rettungsschwimmer auf Abwegen in Florida. Die härteste Münze gibt es auf DVD aus Afrika und ebenfalls auf DVD hochkonzentrierte Computerkunst; zur Entspannung eine gallige Rarität aus Deutschland. Das Fernsehen lahmte sich von Provinzwahlkämpfen über eine Lebenshilferunterratterei bis zur München-öde-petete Raubkunsthändlerverschwurbelung.

Kino
FREE SPEEACH FEAR FREE
Freiheit ist wie ein Muskel, der muss ständig trainiert werden, erst recht mit dem Aufkommen von IT-Kommunikation und sozialen Netzwerken und der gesteigerten Neugier der Geheimdienste.

DIE FARBE DER SEHNSUCHT
An den unerwartetsten und unbekanntesten Orten der Welt gedeiht Poesie, denn Zuhause ist, von wo wir losfahren.

TIMESWINGS
Faszinierende Zahlenreihen von Maschine fein säuberlich getippt, auf dem Computer oder auf Notenblättern.

DAS LÖWENMÄCHEN
Mit überdurchschnittlicher Intelligenz und ebensolcher Behaarung vom skandinavischen Bahnstationswärterhaus an die Sorbonne.

GREGS TAGEBUCH: BÖSE FALLE!
Familienschlauch statt Internet und Videogames.

WENN DU STIRBST ZIEHT DEIN GANZES LEBEN AN DIR VORBEI
Durch pubertäre Partyalptraumschlaufe zur Toleranz.

IN ZEITEN ABNEHMENDEN LICHTES
Kehlige Schweizer Laute in der zusammenbrechenden DDR.

CODE OF SURVIVAL
Mit Demeter gegen Gentech.

GANZ GROSSE OPER
Nähkästchenfanartikel.

BAYWATCH
Rettungsschwimmerkandiadaten reüssieren fachfremd im Gangstermilieu nebst viel Schniedelwutzelei.

DVD
CAHIER AFRICAIN
Starker Tobak aus Zentralafrika.

KRAFTWERK / 3 D DER KATALOG
Computerkunstpioniere museumsreif.

DIE WEIBCHEN
Schluss mit der Stiefelleckerkultur – Männerphantasien von anno 1970.

TV
HINDAFING – FOLGE 5: WAHLKÄMPFE
Hier sind zum Vornherein alle korrupt und dumm.

LEBEN – GEBRAUCHSANLEITUNG
Unvollständiges Inhaltsverzeichnis professioneller Lebenshelfer.

AM ABEND ALLER TAGE
Münchner Ennui um Raubkunst.

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Ich schreibe mathematische Literatur und mathematische Musik.

Hanne Darboven war eine deutsche Konzeptkünstlerin. Für Rasmus Gerlach war sie in seiner Studentenzeit eine Popikone.

Gerlach hat sie persönlich kennengelernt. Darauf beruht seine posthume Hommage, dieses filmische Portrait, was zwar im heute gängigen Mix aus Archivfootage, Fotos und Filmausschnitte, Statements und Einblicken in das Werk besteht, wobei das Bild einer faszinierenden Künstlerin entsteht, die einerseits hanseatisch distanziert wirkt (ihre Eleganz und ihr hanseatischer Dünkel / abweisend, hochnäsig, arrogant), andererseits in den Statements von ehemaligen Mitarbeitern, Nachbarn, Mitschüler von der kleinen Dorfschule von damals, Bauern vom Landsitz, dem ehemaligen Tierarzt, Mitstudenten ungewöhnlich herzlich rüberkommt. So ergibt sich das Bild einer Person, die sich mit Zahlenreihen beschäftigt und trotzdem (oder gerade deswegen?) die Zuneigung der Menschen gewinnt. Hanne mit ihren Süppchen, die hat ja wenig gegessen.

Hanne wirkt erfrischend unkompliziert und direkt. Ziegen transportiert sie auf dem Rücksitz ihres Cabrios. Entsprechend wird auch mit ihrer Kunst umgegegangen: in ihrem Atelierhaus in Harburg hängen Bilder an der Decke – weil nicht genügend Platz war; das könnte auch einem Karl Valentin eingefallen sein.

Sie ist berühmt geworden durch ellenlange Zahlentabellen, die in jeder Kunstausstellung einen Augenfang bilden, die wohl kaum jemand interpretieren kann. Es gibt einen ausführlicheren Einblick in eine große Ausstellung im Haus der Kunst in München.

Dort ist ein Zimmer als ihr Musikzimmer eingerichtet; denn sie hat auch viel komponiert. Aus verschiedenen Opus sind Ausschnitte zu hören. Zu ihrem 75. Geburtstag wird Opus 26 aufgeführt, alles in Viertelnoten – daran beißt sich der Dirigent die Zähne aus – das Konzert hört sich aufregend an.

Der Dirigent erklärt die nicht geringen Schwierigkeiten der Interpretation, da alles in Vierteln geschrieben sei, für alle Instrumente des Orchesters. Hannas mathematische Grundgleichung behauptet 1 + 1 gleich 1,2. Das Zeitmaß ist Grundlage und Ausgangsmaterial für ihre Arbeit

Es gibt kaum Bilder von ihr ohne kurzgeschorenen Bubikopf und ohne Zigarette. Sie beschäftigt einen ganzen Stab von Mitarbeitern, sogenannte Ko-Workers, Tischler, Drucker, Schreibmaschinenschreiber, Notenschreiber und Tonstudio, Tischler, Fotograf, Schreiberin. Die müssen die ellenlangen Tabellen fehlerfrei tippen, eine hochkonzentrierte Arbeit, die keiner zu lange machen kann. Auf dem Computer muss alles mit Plus und Minus geschrieben werden.

Es gibt privates Footage, eine Skatrunde von Nachbarn, die eine Kartenmischmaschine benutzen; der Tierarzt erzählt, wie sie ihre Ziegen verwöhnt habe, dass diese regelmäßig nach drei Wochen Bauchschmerzen bekamen.

Zur der Uni wird sie standesgemäß von einem Chauffeur kutschiert, stark unterm Einfluss des Elternhauses, einer vornehmen hanseatischen Kaufmannsfamilie. Deshalb zieht sich Hanne Darboven für zwei Jahre und mit ganz kleinem Budget nach New York zurück. Ihr New Yorker Atelier kostet 50 Dollar im Monat, 250 Dollar hat sie zur Verfügung und nochmal 50 davon gehen für Zeichenpapier drauf.

In New York will sie sich selbst finden. Sie will nicht ein Produkt der Gesellschaft sein. Mit ihrer Mutter führt sie in dieser Zeit einen täglichen Briefwechsel. Anfangs bleibt sie für sich im kleinen Atelier. Später nimmt sie Kontakt zur New Yorker Kunstszene auf.

Stolz ist der Fotograf Herman Dornhege, dass er es geschafft hat, Fotos von Hanne Darboven ohne Zigarette zu schießen.

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Freiheit ist ein Muskel, den man trainieren muss.

Dieser anregende Filmessay fängt an wie eine Seminararbeit eines wachen Pennälers, mausert sich aber in kürzester Zeit zur vollprofessionellen Recherche in einem der heißesten Themen, die es mit dem Aufkommen der IT-Welten gibt, mit der Freiheit der Rede, damit auch des Gedankens, einer Freiheit, die es stets zu verteidigen gilt und die nach den Schockwellen des Terrorismus in einer allgemein überwachten und zensierten Welt mehr den je gefährdet ist.

Mit 15 Jahren hat Tarquin Ramsay, ein Brite, angefangen sich für das Thema zu interessieren. Er fragte nach in der Schule und in seiner Umgebung, Mitschüler, Lehrer, was für sie Freiheit bedeute. Er stößt auf die Info, dass das Thema bei den Signatarstaaten der Menschenrechtskonvention in den Lehrplan aufgenommen werden muss. Wobei schnell klar wird, dass die Freiheit der Rede auch die Freiheit zur Leugnung des Holocaust oder die Freiheit, Feuer zu rufen, wenn es nicht brennt, beinhaltet. Die Schockereignisse, die die Politik zur Einschränkung der bürgerlichen Freiheit missbraucht.

Die Recherchekreise von Tarquin weiten sich. Erst bleibt er in England. Hier interviewt er Julian Assange (über den Unerschied zwischen Redefreiheit, Informationsfreiheit und Meinungsfreiheit und den Anspruch auf Privatsphäre trotz hochentwickelter Technologie) und einen Straßenperformer, der in der Finanzbranche gearbeitet hat und nach seinem Rauswurf in witzig-parodistischen Aktionen darauf aufmerksam macht, wie die Gewalt des Staates zur Gewalt des Kapitals verkommt, er empfiehlt, Polizisten zu umarmen, denn auch sie brauchen Liebe.

Ramsay interviewt Jude Law, der sich für die Freiheit in Weißrussland einsetzt (nur zwei Flugstunden von London entfernt), dessen Diktator Lukaschenko brutal gegen Andersdenkende und jeglichen Ansatz einer freien Meinungsäußerung vorgeht; jetzt sind die Filme, in denen Jude Law und Mitkämpfer von ihm wie Tom Stoppard und Kevin Spacey mitwirken, in Weißrussland auf der Schwarzen Liste und dürfen nicht aufgeführt werden.

Ein Ableger aus Weißrussland ist das Belarus Free Theatre in Amsterdam, ein Tanz- und Pantomimentheater, das die Tabuzonen aus Weißrussland zum Thema macht.

In den USA besucht Ramsay den Whistleblower John Kiriakou der nach seiner Gefängniszeit unter Hausarrest steht, alles bloß, weil er die geheimen Folterpraktiken des CIA an den Tag gebracht hat (siehe auch National Bird). Bin Laden war erfolgreich: wir haben grundlegende Bürgerrechte verloren. Schockereignisse, die die Politik zur Einschränkung der bürgerlichen Freiheit missbraucht.

Als ein Hort der Freiheit entpuppt sich Berlin. Hier trifft Ramsay auf Sarah Harrison, eine britische Journalistin, die in England ihre Quellen offenlegen müsste, weil sie über Wikileaks und Snowdon berichtet hat, und auf Jacob Appelbaum, Journalist und Hacker, ebenfalls im Exil. In Berlin findet der Dokumentarist eine aktive Community, Hackerclubs mit Mitgliedern aus aller Welt, einen geheimen Hacker-Ort und er begibt sich auf den Teufelsberg, Symbol der Überwachung, amerikanischer Horchposten im Kalten Krieg.

Ein Film, der zur Schärfung des Bewusstseins für die Risiken des Verlustes der Privatsphäre, die den Menschen als Menschen überhaupt erst definiert, durch die IT-Kommunikatonswelt und die sozialen Netzwerke deutlich macht. Bewusstsein, das immensen Einfluss auf die Freiheit hat (Schere im Kopf).

Eine spannende Frage stellt Ramsay seinen Gesprächspartner jeweils am Schluss, wie sie sich denn die Vision einer Welt komplett freier Rede vorstellen würden.

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Thomas Riedelsheimer (schon hier als Träumer aufgefallen) nimmt uns mit auf eine Weltreise der/zur Poesie von Lissabon über Katar nach München, nach Japan und Mexiko. Wobei es den Zahlmystikern überlassen bleibt, einen Zusammenhang zwischen den Angaben von geographischer Länge und Breite, die Riedelsheimer zu den Ortsnamen anfügt, zu konstruieren. Wäre gewiss eine magische Aufgabe.

Zuhause, das sei der Ort, wo man losläuft, ist sein Motto. Er läuft immer und überall wieder los, was nichts anderes bedeutet, als dass er überall zuhause ist. Das Verbindende dieser vielfältigen Zuhause ist die Poesie, die Liebe, kann aber auch der Tod sein, der selbstgewünschte, das ist der dunkle Boden der Poesie, der sich gegen Ende der Reise in den Film einschleicht und der dazu führt, nochmal kurz an die Orte der Gedichte und des Schönheitsempfindens zurückzukehren.

In Lissabon schaut sich Riedelsheimer in der Cova da Moura um, einem „Ghetto“ von Immigranten aus den kapverdischen Inseln. Seine Protagonisten sind eine junge Frau, die sich selbst als „Clown“ der Nachbarschaft bezeichnet (und meint: Glück liegt in unserer Hand, nicht Armut) und die mit anderen Frauen trommelt und singt, und ein jugendlicher Sprayer, der hier aufgewachsen ist (Rap: eines Tages wird alles besser).

Unvermittelt folgt ein Sprung nach Katar. Die Protagonistin dort ist eine Autorin, die im Schreiben ihre Freiheit sieht (ich fühlte, dass kein Mann meine Schätze verdient), die die phyisch-sinnliche Freiheit genießen möchte wie Schwimmen oder Reiten, was Frauen dort nicht tun dürfen, und auch ein Schmetterlings-Tattoo wünscht sie sich auf den Po. Als Folie dagegen gibt es Bilder vom vermummten Luxus-Shopping-Leben, von Gondelfahrten in Kanälen und den Spielzeugen der jungen Scheichs, Zuchtfalken, Pferde oder motorisierte Drachenflieger in der Wüste.

Ein Zwischenstopp in München beobachtet junge Menschen in der Situation des Lebens, in der sie den breitesten Horizont und die größte Freiheit vor sich haben, sich aber entscheiden müssen, worauf sie sich in diesem Leben fokussieren wollen: feierliche Abiturfeier. Der Protagonist ist ein musikalisch begabter junger Mann, melancholisch, der sich so gar nicht mainstreamig fühlt, der in Liedern ausdrückt, worüber er mit keinem Menschen reden kann. Er macht Straßenmusik und trägt auch zum gediegenen Sound des Filmes.

Von München aus geht es nach Japan. Hier ist Lyrik angesagt. Ein Dichterin (Gedicht vom weggeworfenen Kind in der Tüte am Bahnhof) betreibt das Café CoCoRoom für Obdachlose und gibt Lyrik-Kurse für alte, obdachlose Männer; garantiert kein Japan-Klischee; was Poesie alles kann!

Bleibt noch Mexiko. Hier wird die Schönheit der Natur mit Unterwasserkameras festgehalten, Haie und andere Fische; der Fotograf erzählt von seiner obsessiven Liebe, dass er seine Französin sogar vermisst, wenn sie nur zwei Meter unter ihm im Boot sitzt.

Damit ist Riedelsheimer bei dem Thema angelangt, das eher unruhig macht, jetzt schneidet er nach der ruhigen Reisephase des immer wieder Losfahrens wie vom Thema angestachel zu seinen Dokuorten zurück, als wolle er die Zeit noch nutzen (Türen, die wir nie aufstießen), mehr dazu zu erfahren, denn die Todesklippen in Japan, zu denen ein ehemaliger Streifenpolizist Geschichten erzählt, zeigen, wie schnell auch ein Leben freiwillig vorbei sein kann und damit alle Poesie und Liebe, auch davon erzählt die Poesie: Verlassenheit kann ein Mensch auch zu Lebzeiten empfinden und nicht nur Glück.

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Universelles Erzählkino aus Norwegen zum Thema Außenseitertum, Einsamkeit und Toleranz.

Die Geburt von Eva ist schwer. Die Mutter stirbt im Kindsbett. Der Vater ist der Stationsvorsteher Gustav Actander (Rolf Lassgard), ein wenig kommunikativer, wortkarger Mann. Er behält sein Leiden, auch sein Glück, lieber für sich. Er muss nicht nur mit dem Tod seiner Frau umgehen. Sein Kind ist ein Freak, ein Löwenkind, hat Haare am ganzen Körper und im Gesicht. Das ahnt der Zuschauer zwar sofort, sehen tut er es erst später.

Vibeke Idsoe erzählt die Geschichte nach dem Roman von Erik Fosnes Hansen als eine ruhige Bildergeschichte mit konsequentem Fortgang und genauer Beobachtung der Figuren, die alle ein Fundament und einen Hintergrund und eine Eigenheit haben.

Allein die Amme Hannah (Kjersti Tveteras), ihr Auftritt, ihr Blick, ihre Frisur. Sie hat selbst Bitteres erlebt, ein Kind verloren. Vater Gustav will das Kind vor der Öffentlichkeit verstecken. Es lebt geborgen in der liebevoll eingerichteten Bahnvorstandswohnung im ersten Stock der kleinen Bahnstation. Der Film spielt im frühen 20. Jahrhundert.

Das Mädchen entdeckt früh seine Begabung für Zahlen und lernt zuhause. Mit 7 Jahren führt Papa Eva (Aurora Lindseth Lokka) stolz zum dörflichen Weinhachtsbaumfest. Zum Erstaunen der Umwelt. Gleich gibt es Probleme.

Mit 14 (Mathilde Thoine Storm) ist Eva ein attraktives Mädchen. Sie freundet sich mit Funke, dem jungen Bahnangestellten an. Erbringt ihr das Morsen bei.

Nach einem weiteren Zeitsprung ist Eva 23 (Ida Ursin-Holm). Sie kommt mit einer Freak-Show in Kontakt, einer Art Wanderzirkus. Sie reißt aus von Zuhause und verdient sich ein gutes Geld mit einem Auftritt im Programm. Wozu sie diese Geld dann einsetzt, das dürfte eine Überraschung sein und ein unglaublicher Schritt auf dem Weg generell der weiblichen Emanzipation.

Die deutsche Synchro ist sorgsam und feinfühlig.

Auch die Wissenschaft interessiert sich für Eva. Sie wird zu einen Kongress in Kopenhagen eingeladen und dort vorgeführt; der Weg dahin wird mit einer Speisewagenszene attraktiv gemacht. Detail am Rande: die Wissenschaftler, allesamt Männer, sind alle bärtig und sehen Eva gar nicht so unähnlich. Und nicht nur die Wissenschaftler.

Den ersten Teil der Spannung erzeugt Idsoe, indem sie die Einsamkeit des Mädchens schildert. Der Vater sperrt sie bei Vergehen gegen die Tabus bezüglich Öffentlichkeit in ein kleines Kämmerchen. Man wünscht ihr, einen Freund oder eine Freundin zu bekommen.

So ist die Zuschauerperspektive für ihre Begegnungen mit anderen Menschen speziell. Gustav hat eine künstlerische Ader, er zeichnet Eisenbahnwaggons. Auch den Weg der Gerüchte beobachtet Idsoe ruhig, ganz unklischiert, bei der Beerdigung der Mutter sagt ein Schmierant zu einem anderen, das sei wohl keine Beerdigung, sondern ein Ablenkungsmanöver. Später wird Eva auch Mobbingerlebnisse haben. Nichts jedoch kann sie daran hindern, ihren Weg zu gehen.

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Alptraumschlaufe.

Einen Stream of Déja-Vus als Phänomen des Coming-of-Age vor dem düsteren Dreiklang von Jugend, Liebe, Tod beschreibt Ry Russo-Young nach dem Drehbuch von Mria Maggenti nach dem Roman von Laren Oliver in dieser zur Finstrmelancholie neigenden, weiblichen Meditation.

Konkret stehen zwei Themen in Sams‘ (Zoey Deutch) Alptraumschlaufe zum Valentinstag zum Verhandeln: die junge Frau als Bitch und die Entscheidung für den richtigen Typen.

Sam ist noch in der High-School. Es ist ein Gespann von vier Freundinnen, die immer zusammen im SUV zur High-School fahren. Sie wohnen in einer wohlhabenden Viellenecke. Sie albern rum in ihrem Auto, aufgeregtes Mädelsgeplapper, alles und jeder wird durchgehechelt.

Es ist Valentinstag. Die Alptraumschlaufe fängt mit dem Aufstehen zuhause an. Das kleine Schwesterchen kommt ins Zimmer gefegt, auf dem Bett findet Sam einen Origami-Kranich. Schnell gefrühstückt, tschüss an Papa und Mama und stolz aus dem Haus gestöckelt. Die Freundin wartet schon vorm schicken Wagen, die zwei weiteren Mädels werden abgeholt.

In der Schule werden Rosen verteilt, die Jugend schubst sich zwischen den Stunden in den Fluren, Dates werden gemacht oder Verehrer abgewiesen. Es sind zwei der Jungs, die sich für Sam interessieren. Der eine veranstaltet am Abend eine Party.

Jede Alptraumschlaufe läuft mit Unterschieden ab. Mal baggert der eine Junge sie an, mal der zurückhaltendere Partyveranstalter, dessen Eltern gerade ausgeflogen sind. Die vier Mädels sind die überperfekten, vom Schönheitschirurgen-Idealgesicht geprägten junge Darstellerinnen, die vermitteln, dass sie alles können, jede Emotion auf Befehl hervorrufen, die dadurch aber auch aalglatt wirken; das Bitch-Wesen wird diskutiert.

Ihnen gegenüber tritt die deutlich auf verwahrlost und unschick auf hässliches Entlein angezogene und frisierte Juliet (Elena Kampouris) auf, die eigenwillig und künstlerisch ist, die blöd angemacht wird, ob sie wisse, was eine Haarbürste sei, die sich nach keinem gängigen Schönheits- und In-Ideal richtet oder anpasst.

Es gibt den einen Alptraum, in dem Juliet die Party verlässt und durch schön dämmerlichtige Waldstimmung hinausrennt, Sam ihr nach. Bis Juliet vor ein Auto läuft. Ein Crash ist immer das Ende des Alptraumes. Dieser hier aber wirkt bitchheilend, Sam macht durch den Traum eine Wandlung durch. Bei der nächsten Hänselei über Juliet wird sie ihre Freundinnen belehren, dass Juliet ein schöner Name und eine Person dazu sei.

Am Morgen nach diesem Traum fühlt Sam sich wohl, atmet tief ein und gibt Papa und Mama zum Abschied sogar ein Küsschen. Der Traum hat sie verändert. Diese Läuterung ist amerikanisch weltverbesserisch. Aber als Geläuterte scheint ihr Instinkt in Bezug auf Männer untrüglicher geworden sein und sie wendet sich dem Zurückhaltenderen zu, also dem richtigen.

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Nägel in den Nazitisch schlagen.

Nach allen Regeln der Kunst mit einem handverlesenen Ensemble, einer detailgetreuen Ausstattung und einer Bodenbelaubungsabteilung, die keine Wünsche offen lässt, verfilmt Matti Gschonnek den Roman von Eugen Ruge in der Drehbuchfassung von Wolfgang Kohlhaase, der in der DDR Großartiges geleistet hat.

Es geht um den 90. Geburtstag von Wilhelm Powileit (Bruno Ganz), einem Handwerker, der es bis zum hohen Parteifunktionär in der DDR gebracht hat. Die DDR ist kurz vorm Zusammenbruch. Auf diesen Zeitpunkt spielt der Titel des Filmes und des Buches an, Herbst ist gemeint, Herbst der DDR, aber auch die Nähe zum Tod von Powileit, das Licht schwindet.

Die Ausstattung hat ganze Arbeit geleistet, keine Außenaufnahme ohne boden- und straßendeckendes Laub, auch wenn daneben noch grüne Bäume stehen. Herbst auf jedem Quadratmeter Erdoberfläche.

Schönes Symbol für die Jubiläums-Veranstaltung, die in ihrer Verlogenheit gut rüberkommt und wohl nur über dieses Thema einen kleinen Durchlass aus der Enge regionaler Bedeutung dieses Filmes zu einem Allgemeininteresse öffnet, sind die leeren Blumenvasen, die in Erwartung der Pflichtbesucher vorbereitet auf einer Kommode stehen und mit kleinen Etiketten versehen sind – für mich war allerdings nicht genau ersichtlich, ob da Nummern drauf stehen oder ob die Etiketten leer sind, um die Namen der Spender drauf zu schreiben, hier lässt es der Film bei der Mühe, die er sich um die Vasen macht, an Klarheit fehlen.

Ein Running-Gag ist der Quittiersatz von Wilhelm, stell das Gemüse auf den Friedhof. Der lahmt allerdings schneller als die Blumen es tun.

Ein Problem, warum mir diese exquisite Filmveranstaltung als Geburt direkt fürs Wende-Museum vorkommt, ist die sicher originalgetreue Ausstattung. Ihr gönnt die Kamera so viel Raum und die sachdienliche Beleuchtung trägt das ihre dazu bei, dass es scheint, als seien die Schauspieler lediglich zur Belebung der Museumsräumlichkeiten in Szene gesetzt. Das ist ein gewaltiger Unterschied zu Die Reise mit Vater der noch früher spielt, aber trotzdem heutiger rüberkommt.

Ein weiteres Problem scheint mir die Besetzung, vielleicht liegt es auch an der Regie oder am Buch, dass die Generationenverhältnisse merkwürdig scheinen. Kurt (Sylvester Groth) und sein Sohn Sascha (Alexander Fehling) wirken in der großen Szene am Anfang des Filmes wie zwei Brüder; es wird auch vom Text her nicht klar gemacht, dass es sich um Vater und Sohn handelt. Das kann Perzeptionsschwierigkeiten nach sich ziehen.

Ein weiteres Problem für den, der nur den Film schaut und nicht das Buch kennt, scheint mir die Russlandklammer, innerhalb derer der Geburtstag gefeiert wird; schon klar, Powileit ist russischer Herkunft und einige Verwandte von dort gibt es auch, aber von der Geschichte her war das für mich nicht sinnstiftend, auch die Beerdigung von 19991 in Slowa nicht.

Bruno Ganz bietet die Rolle eines skurrilen Alten auf dem Wege zur Senilität, der Ansätze eines Altersparadiesvogels aufweist und mit seiner Schweizerkehle mit den alpenländischen A’s ein folkloristisch-sprachliches Kolorit zur DDR-Grundstimmung beiträgt und so ein bisschen wie ein Fremdkörper wirkt. Wobei nicht immer klar ist, ob er die Gratulanten wirklich nicht mehr erkennt oder ob er bloß so tut.

Vielleicht liegt der Museumseffekt auch darin begründet, dass die Drehbuchbearbeitung versucht, ein Sittengemälde der Parteibonzenklasse der untergehenden DDR zu entwerfen und dadurch nicht die subjektive Triebkraft und das Drehmoment der Hauptfigur Wilhelm sich zunutze macht, die so selber auch nur als ein Dekorstück fungiert, da auf die Präparierung seines subjektiven Needs verzichtet wird. Wodurch möglicherweise die Chance vertan wurde, ein heutiges Publikum, was keine DDR-Affinität hat, anzusprechen, zu den Problemen des Alters sowie der Scheinheiligkeit generell bei solchen Feieranlässen eine heutige Saite anschlagend zu artikulieren. Der Film leistet das nicht, wodurch er auf nicht allzu breite Resonanz stoßen dürfte, vielleicht so wie eine Ausstellung für Philatelisten oder als Kino für den deutschen Seniorennachmittag in Chile.

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Vom titelgebenden Tagebuch ist in dieser neuen Folge (Gregs Tagebuch: Ich wars nicht,
Gregs Tagebuch 2, Gibts Probleme) der Reihe von David Bowers, der mit Jeff Kinney + 2 auch das Drehbuch geschrieben hat, nicht mehr viel übrig. Es dient noch dazu, am Anfang und am Schluss ein paar gezeichnete Szenenskizzen im Übergang vom Spiel oder zum Spiel zu versammeln.

Hier gibt es kaum Ahnung vom Erwachsenwerden, keine Zwiesprache mit dem Tagebuch. Hier wird die Familienmaßnahme Familienausflug ohne Handys und Videospiele zu einem Familien-Reise-Abenteuer der unkomplizierten Art verwertet.

Die Reise soll zur Oma führen, das sind um die 50 Stunden Autofahrt. Wer so eine Reise macht, kann was erleben und da das Auto mit Gepäck vollgestopft ist, kommen die Kids auf die Idee, noch das Boot anzuhängen. Und klar, anfangs rebellieren sie dagegen, nachher freuen sie sich schon auf den nächsten Ausflug.

Es wird eine Art Pleiten-, Pech-und Pannenfilm. Einmal steckt das Auto im Dreck, der Vater drückt aufs Gas, das steckengebliebene Rad spritzt die Restfamilie über und über voll, die stehen da und lassen es sich geduldig bieten. So fahren sie dreckig weiter. Bis sie in einem Motel ihren Rivalen, den Dicken mit seiner Familie entdecken, und moralisch nicht ganz einwandfrei in sein Motelzimmer einbrechen und im Bad vorm Spiegel erst entdecken, wie sie aussehen.

Die Heffleys, das sind Vater (Tom Everett Scott), Mutter (Alicia Silverstone), der älteste Sohn (Charlie Writght), Greg (Jason Drucker, eine Mischung aus Kind und alter Seele) und dann noch das kleine Nachzüglerlein. Sie werden von der Regie zu deutlichem, fast ausgestelltem Spiel angehalten, woduch der Film wie mit Lidstrich betont, dass es eine fröhliche Komödie sein soll, ohne große Hinter- und Tiefergedanken. Denn Familie, das ist Katastrophe per definitionem.

Selbstverständlich spielt das Internet, spielen Handyfilme und die sozialen Netzwerke eine Rolle. Die halten in einem Clip fest, wie Greg im Kinderparadies eines Schnellimbisses nach dem kleinen Schwesterchen im Ballbassin sucht und nur die schmutzige Windel findet. Die hält er entsetzt in die Luft und geistert als Windel-Boy durchs Internet – das rührt dann doch ans Selbstbewusstsein.

Zu einem Moment der Wahrhaftigkeit findet der Film in einem runtergekommenen Motel, da gibt es Augenblicke, in denen Greg sich allein mit grobstrichigen Gemälden von Clowns konfrontiert sieht. Die sind wie ein stummes, kurzes Erschrecken, das gleich wieder beiseite geschoben wird. (Im letzten Winter haben bei uns böse Clowns Schlagzeilen gemacht). Hier lächelt der Film kurz über Greg.

Selbstverständlich findet im Auto der Generationen-Musikkulturkampf statt oder man spielt ein Schlecht-Gewissen-Kartenspiel.

Die Filmreihe bleibt ihrer individuellen Linie treu, bleibt aber durch den Schwenk zum Roadmovie mehr an der Oberfläche der gut zusammengestellten Figuren. Wobei, Oberflächlichkeit doch auch ein typisches Familiensymptom ist, nicht? Ist nicht gerade dieser Verzicht auf Tiefe, der sich in absurden Streichen ein Ventil sucht, typisch für die Institution Familie, die aus lauter Menschen besteht, die nicht unbedingt zusammenpassen müssen? Also vielleicht doch nah an der Realität, gar schmerzhaft nah.

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Magie – gespiegelt und nicht.

Magie des Events. Im Rahmen des DOK.festes München hatte dieser Film von Toni Schmid Premiere in der bayerischen Staatsoper vor einem festlichen Publikum, hauptsächlich Stammpublikum dieses berühmten Opernhauses. Der Film wurde dankbar aufgenommen. Das Publikum schaute hingebungsvoll und diszipliniert auf das, was es auf der staatsbühnengroßen Leinwand vor sich zu sehen bekam. Es schaute in einen Spiegel und in das Nähkästchen dahinter.

Maßgeschneidertes Kino für einen Vorführraum und ein Publikum.

Es spielte sich in dieser Matinee ein Spiegelung der Magie ab. Jene, die im Film erwähnt und beschrieben wird, die Magie von Musik und Oper und jene Magie, die der Film, der eine Reflektion von Haus und Publikum ist, auf das Publikum ausübte, das da und dort sich einen kleinen Kommentar ins Ohr flüsterte beim Einblick in Herstellung und Vorbereitung der Magie der Oper.

Es ist ein Nähkästchenfilm, der aus den Innereien des großen Hauses nach der Maßgabe der Begeisterung von Toni Schmid, einem hohen Kulturfunktionär, geleitet ist, der auch immer wieder den Zuschauerraum, der jetzt der Projektionsraum, der Kinoraum ist, zeigt. Der Film ist ein Fanartikel.

Der Intendant plaudert, Dirigenten, Musiker, Sänger und Tänzer erzählen, aber auch Garderoberinnen oder der Ex-Countertenor, der der Vorderhauschef ist, der Leiter von der Holzwerkstätten genauso wie jener der Kulissenmaleri oder der Schuhmacherei. Dieser hat einen Apparat zum Weichspannen der Schuhe entwickelt, damit die Sänger ja kein Schuh drückt oder die Tänzer auch bei Sprüngen oder beim Landen elegant bleiben. Sie alles sind vereinnahmende Menschen, die die Oper lieben und ihr dienen und deren Enthusiasmus zu spüren ist.

Es gibt Probenausschnitte zu sehen, wie der Chor probt, das Orchester, die Sänger, die Tänzer. Schmid liebt die Überschneidungen zwischen Proben und Aufführungen.

Der Intendant ist kein deutscher Protestant, der sein Publikum belehren will, er möchte es ergötzen und erfreuen. Das scheint ihm bestens zu gelingen. Es ist kein Film, der die Institution, die mit ihren über 600 Festangestellten und über 400 Freien Mitarbeitern eine verschwenderische ist, in Frage stellt, es ist kein Film, der den Apparat mit Röntgenblick durchleuchtet wie ein Frederick Wiseman das Ballett der Pariser Oper 2009.

Es ist ein Film, der für die Staatsoper, für deren Freunde und Gönner, für München und Bayern wichtig ist; kinogeschichtlich dürfte er schnell in den Nebelschwaden der Bedeutungslosigkeit landen.

Schmid will ein Loblied auf diese Staatsoper singen und versteckt das auch gar nicht. Das ist im Sinne ihrer Fans und Finanzierer. Ein Liebhaberprojekt, was die Frage beantworten muss, warum über die Beteiligung des BR auf Rundfunkzwangsgebührengelder zurückgegriffen wird, die jedem Haushalt, ob einkommensstark oder einkommensschwach den gleichen Betrag abverlangen, so dass es inzwischen Menschen gibt, die sich deshalb zum Beispiel keinen Zahnersatz mehr leisten können, geschweige denn den Besuch der Staatsoper oder auch nur des Filmes darüber – ob diese Art der Geldbeschaffung für so ein exklusives Vergnügen einer Upper-Class noch zu rechtfertigen ist? Doch eher nicht; erinnert an Zeiten, in denen die Fürsten im Prunk gelebt haben unter Aussaugung des Volkes. Mit einer demokratischen Gesellschaft hat solches nicht mehr zu tun.

Ferner muss die Überlegung erlaubt sein, ob Geld, was dezidiert für die Subvention des Kinos vorgesehen ist, statt es einem kinematographischen Laien zuzuschustern nicht besser für hoffnungsvollen Profinachwuchs zu verwenden wäre. Das hat einen etwas merkwürdigen Geruch, wie der Mund- und Kampfergeruch, der einem in kleinen Schwaden in der Staatsoper in die Nase geweht wurde oder die Gerüche auf den WCs, die olfaktiorisch einen Hinweis auf die im Film erwähnte lange Geschichte dieses würdigen Opernhauses glaubwürdig abgeben.

Wäre doch viel charmanter und persönlicher, wenn der Herr Schmid sich ganz allein eine Kamera geschnappt hätte, kostet nicht viel, und Mäuschen gespielt, Zugang ist ihm bestimmt überall gewährt, und seinen wirklich ganz privaten Begeisterungsfilm darüber gemacht hätte. So wie ein Samuel Pepys uns Heutigen einen lebendigen Einblick in die Shakespeare-Zeit ermöglicht.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

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Der erste Eindruck ist der eines bunten Jahrmarktfilmes: Hochglanz-Design-Menschen mit getunten Gesichtern und ebensolchen Leibern, Muskelmänner, unerschrockene Retter, Tattoos, gespritzte Rundungen, knappe Textilien, Strand, Wasser, Surfen, dick, balls and boobs, Feldstecher, Blondinen, Brünette und Schwarze, unkontrollierte juvenile Erektion inklusive ausgewalzte Komplikationen, computeranimierter Schiffsbrand, Heli, Motorboot, angeschwemmte Drogentütchen, Stranddiebe, ice in the sunshine, jede Menge Zipfelwitze, ein eierköpfiger Oberbaywatcher und drei Kandidaten, einer ist der typisch Dicke und ebenso dickes Greenhorn, der andere vom Waisenhaus zum Goldmedaillengewinner (der Stephen Hawkins der Rettungsschwimmer – so intelligent scheint der mir nicht) und der Dritte ist eine Sie. Diese drei wollen fest zum Rettungsschwimmerteam dazustoßen.

Im Laufe der Prüfungen für die Aufnahme des Nachwuchses wandelt sich der Film von Seth Gordon nach dem Buch von Robert Ben Garant, Thomas Lennon + 4 in einen Kinderabenteuerkrimi. Wie Kinder in den Ferien geraten hier die braven, tapferen Rettungsschwimmer, die Leben retten sollen, in einen Kriminalfall von enormer Tragweite und damit in Kompetenz-Konflikte mit der Polizei.

Eine Dame tätigt dubiose Geschäfte und will immer mehr Macht übernehmen, sie besticht alle, schreckt vor Mord nicht zurück und ist in den Drogenhandel verstrickt. Das werden die braven Rettungsschwimmer aufdecken und beweisen und geraten dabei in gefährliche Situationen und in eine Pathologie-Sit-Com mit dem Schniedelwutz eines Toten als zentralem Requisit.

Diese Kriminalgeschichte ist wie gerne in Kinderabenteuerfilmen an der losen Leine erfunden und erhebt keinen Anspruch auf Realismus oder Glaubwürdigkeit; sie soll lediglich zeigen, dass die Rettungsschwimmer die besseren Polizisten sind, ehrenhafter und nicht korrupt, was den Unterschied zwischen Badge und Patch (?) eben ausmacht.

Auch wird der Teamgedanke beschworen, wobei das Team wirkt wie aus lauter solipsistischen Solodarstellern bestehend, jeder spielt seinen Schuh runter, technically spoken.

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