Archiv für 11. Mai 2017

Heinrich Heine und die deutsche Techno-Szene. Beckettsche Existenzclowns in belgischem Niemandsland. Hochkultur-Liebeszerrissenheit auf Long Island. Blutjunge, sorglose Liebe in Belgien. Radikal persönlicher Abschied im 5-Sterne-Hotel. Tierische Identitätsprobleme eines Spatzen mit Zugvogelambition. Kinderwunsch und seine Komplikationen in Deutschland. Chancengleichheit zur Abivorbereitung in Berlin. Putzmuntere Bastelcollage zur russischen Revolution. Ein Stück lebendige Heimatkunde aus Oberbayern und als Pressevorführungsspätzünder kam noch ein Fantasiesproß aus der Artus-Sage hinzu. Das Fernsehen spielte sich als Schicksalsgöttin für Jobtauschkandidaten auf, ehrte Polt mit einem Trauerspiel und gewährte Kommissar Meuffels die Chance zur Selbstfindung im Altenheim.

DENK ICH AN DEUTSCHLAND IN DER NACHT
Ob Heinrich Heine auch so sorglos beschwingt zum Techno-Sound im Gewoge wippen würde?

DAS ENDE IST ERST DER ANFANG
Belgisch-surrealistische Existenzbrache.

RÜCKKEHR NACH MONTAUK
Den Max Frisch gepflegt ventiliert.

KEEPER
Gegen den Trend: Mutter mit 15 – und nicht mit 70. Der Torhüter ist der Vater. Hüten oder verhüten?

FÜNF STERNE
Radikal persönliches Zusammensein mit einer Fotografin, deren Leben nie Friede, Freude, Eierkuchen war, aber: magic.

ÜBERFLIEGER – KLEINE VÖGEL, GROSSES GEKLAPPER
Die Probleme eines Spatzen, der sich für einen Storch hält.

DINKY SINKY
Thema Kinderwunsch – deutsch-unterhaltsam.

BERLIN REBEL HIGH SCHOOL
Abi für alle, die den Willen haben, an der selbstverwalteten Berliner Musterschule ohne Noten und Zugangshürden.

1917 – DER WAHRE OKTOBER
Collagen-Performance zur Oktoberrevolution ausgehend „von dem, was bleibt“, den Worten und den Werken.

FAHR MA OBI AM WASSER
Lebhaft illustrierter Einblick in die Geschichte der Isar-Flößerei.

KING ARTHUR: LEGEND OF THE SWORD
Trotz enormem Stress für die Augen durch hektisches 3 D schafft Arthus es durch all die Fallen der Computeranimation von der Gosse auf den Thron!

TV
MEIN JOB – DEIN JOB
Internationaler Jobtausch, das Fernsehen als Glücksfee.

DER GROSSE POLT – GEMÜTLICHKEIT AM ABGRUND
Tragisch, wenn ein alter Mann mit Schülersketchen vor das Publikum tritt.

POLIZEIRUF 110 NACHTDIENST
Im Altenheim findet Meuffels nächtens als Demenz-Betreuer zu seiner wahren Bestimmung.

Comments Keine Kommentare »

Die Artus-Sage ist der Ort, an dem sich Joby Harold, Guy Ritchie (Codenmae U. N. C. L. E. und Sherlock Holmes – Spiel im Schatten) + 3 fantasievoll bedient haben. Ihr König Arthur wächst im Diebes- und Prostituierten-Milieu auf. Er ist ein kleiner Taschendieb, sammelt nicht wie andere Kids Fußballbildchen sondern gestohlene Münzen in einer kleinen Truhe, die er gut in einer Wandverkleidung versteckt.

Dann fällt ihm das legendäre Schwert Excalibur mit seinen Zauberkräften in die Hände. Von da an ist sein Weg durch ein irres Schlachten-, Computeranimations- und Effektengetümmel vorgezeichnet, das Volk vom Despoten Vortigern (Jude Law) zu befreien.

Es ist ein langer Weg dahin, Guy Ritchie arbeitet pausenlos mit Rückblenden, mit ständig bewegter Kamera, Reißschwenks, nur ganz kurzen Einstellungen. 3D ist bei ihm sehr anstrengend, ständig gibt es Unschärfen wegen schneller Kamerabewegungen zu schnellen Aktionen der Figuren, noch verwirrender durch ständiges Hin- und Herschneiden von einer Position auf die andere und ab und an fliegen Pfeile oder Trümmer dem Zuschauer direkt ins Auge.

King Arthur als Erwachsener wird gespielt von Charlie Hunnam. Die Hexe, The Mage, von Astrid Bergès-Frisbay. Die Hauptlocation ist Camelot. Und am Ende des Filmes ist die Rittertafel fast fertig mit der Androhung von Sequels: die Ritter der Tafelrunde.

Eine Location heißt Londonium. Und die Darklands sind eines der Hindernisse, die Arthur überwinden muss in all dem overeffected Schlammassel. Es entsteht überwiegend der Eindruck eines Zinnsoldatenkrieges, der von einem monumentalen Sound unterlegt ist. Und die Pyromantiker waren ebenfalls gut beschäftigt, genau so wie die Animateure tierisch-urweltliche Kreaturen.

Dass der Held und spätere König aus der Gosse kommt, das ist immerhin ein Ding.

Comments Keine Kommentare »

Hefezellenkulturen hörbar machen.

Das ist hochintressant für einen, der die Bezeichnung musikalischer Banause durch und durch verdient, da er nie Musik hört von keinerlei Konserve, der die Geräusche seiner Umwelt als kontinuierlichen Sound wahrnimmt – und der sich just aus diesem Grund später im Film beim Philosophieren des Move D ganz schön wiederfindet.

Aber was hat der Heinrich Heine mit seinem titelgebenden Gedicht damit zu tun? Sein Gedicht ist geprägt von Tränen, Sehnen und Verlangen, von deutschen Sorgen, von Schlaflosigkeit, von Qual, vom Verbluten der Seele und nur das heitere französische Tageslicht und ein Weib lächeln ihm die Sorgen fort.

Will Romuald Karmakar mit seinem Film dem Heine einen Gegenentwurf präsentieren, eine alternative Alternative für Deutschland, eine Antithese (der Antiheine?), das Bild eines Deutschlands in gelöster Stimmung, als leicht wiegendes, friedliches Land ohne Verbiestertheit, ohne Krawall, ohne Hass – so ganz unheinisch und nicht bedeutungsschwanger?

Denn so ist die Stimmung bei den Konzerten und in den Discos, die die von den DJs generierte Sekundärmusik mit dem gleichbleibenden Rhythmus auf dem Level der niedrigen Wertegemeinschaft einer Party (Villalobos) herstellt.

Romouald Karmakar schafft es mit dieser besonnen-ruhigen Dokumentation, auch für den Nicht-Fachmann einen vibrierenden Einblick in die Herstellung dieser Musik zu vermitteln. Wobei es mir schwer fällt zu erkennen, was daran noch typisch Deutsch sei. Aber das ist vielleicht das Raffinierte an diesem Titel, dass dieses nächtliche Deutschland, das sich in Lichtorgel- und Stetoskoporgien zu diesem Sound wiegt und wogt mit dem Heine-Deutschland kaum mehr was zu tun hat.

Karmakar bringt uns in diesem Film fünf passionierte DJs, Kreateure elektronischen Sounds näher: Ricardo Villalobos, Sonja Moonear, Ata, Roman Flügel und Move D.

Karmakar beobachtet oft minutenlang seine DJs in ihren mit Schaltpulten, Kopfhörern, Lautsprechern und Elektronik vollgestopften Studios oder an der Arbeit in den Gezeiten von Discos und Konzerten. Ganz sparsam lässt er sie zu Wort kommen, wie sie dazu gefunden haben, ihre Anfänge, ihre Faszination. Trotz dieser großen Tranchen der einzelnen Sequenzen vergeht die Zeit wie im Fluge.

Frank Griebe stellt die Kamera immer an einer guten Position auf. Durch die Bildgestaltung setzt er mit Karmakar eindeutig die Sache, die ihn – und damit uns – ineressiert, in den Mittelpunkt und kein Ansatz einer Kamerwichtigtuerei. Bei Griebe ist jedes Bild eine Geschichte, ein Erlebnis bis zur Ekstase des Lichterrausches in dem die Genferin Sonja Moonear von vorne zu sehen ist, wie sie auflegt.

Klar, auch Techno ist Massenmanipulation. Und der Alk dürfte eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen, da weist die Beiläufigkeit, mit der er bereitsteht, daraufhin.

Techno
Für den Laien ein physischer Angriff auf das Nervensystem, der Gespräche in der Disco unmöglich macht.
Für den Fachmann aber ist das (ATA) ein riesiger Teppich und man sieht das Ende nicht, eine enorme Vielfalt an Musik, Genres und Kategorien. In Deutschland hat sie die Präzision eines Audis entwickelt und von der dadurch erreichten Klangqualität sind die Amis begeistert, sie ist seit über zehn Jahren ein Exportschlager, die größten und besten Djs kommen momentan aus Deutschland.

Der DJ schaltet sich als Elektroniker in eine Band ein (Vallalobos). Das kann durchaus schief gehen. Ein Drittel der Geräte sind Kontrolleure, man bietet Einhalt, hat alle Frequenzen zur Verfügung. Entstanden aus dem Wunsch, die Töne selbst herzustellen, Kork-, Knurz- oder Knarzgeräusche unter einen Hut zu bekommen und dabei zu versuchen, immer der gleiche Mensch zu bleiben.

Move D philosophiert mit Ausblick auf Heidelberg die Natur als einen Ort der Geräuschkulissen, auch der Verkehr, Zugluft unter Türspalt, da sind Melodien zu hören; frappierend ist die Diskrepanz zwischen Lautstärke auf Festivals und in Clubs, während die Natur das Gehör sensibilisiert, indem, was er macht, ist er eh auf der leiseren Seite. Wenn ich spaziere, spazieren die Ohren auch. Musik, die körperlose Art zu reisen, die faszinierendste Kunstform überhaupt … etwas, das einen durchströmt, trotzdem reproduzierbar geworden und kostet nichts, Beeren, Essen wird verbraucht, die Musik die Büchse der Pandora, in die du immer wieder hineingreifen kannst. Seine Philosophie reflektiert ungenannt Positionen von Nikolaus von Cues über die Leibnizsche Monadenlehre bis hin zur psychodelischen Erfahrung schlechthin.

Roman Flügel hat der Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris zu denken gegeben, da er zu der Zeit in Paris war; er kann auf die Auftritte in den Discos nicht verzichten, damit er sich die Freiheit des Studios leisten kann.

Comments Keine Kommentare »

Ihre Werkzeuge sind: Papier, Karton, Pappe, Stoff, Schere, Kleister, Schnur, Pinsel, Farbe.

Ihr Thema ist: das „was bleibt, nämlich Worte und Werke“ vom russischen Revolutionsjahr 2017, von der Abdankung des Zaren im Februar bis zur Oktoberrevolution und Machtergreifung der Bolschewiken ab dem 23. Oktober.

Ihre Protagonisten sind: die Lyrikerin Sinaida Hippius, der Maler und Kritiker Alexander Benois, der Schrifsteller Maxim Gorki, der Avantgardist und Soldat Kasimir Malewitsch (Das Schwarze Quadrat) und der Futurist Wladimir Majakowski.

Ihre Aktivität auf der Leinwand: sie fertigt Figurinen ihrer Protagonisten aus verschiedenen Materialien (Papier, Pappe, Karton), sie blättert in Büchern, stapelt sie, rollt diese in einem Wagen herum, stellt sie in Regale oder entnimmt sie oder schaut sie an; sie streicht eine Zimmerinnenmauer ganz weiß und malt ein Querband mit roter Farbe auf Augenhöhe; sie stellt Textleisten aus Karton und Papier her, beschriftet diese; sie benutzt die Wand als Klebewand, um Fotos, Textleisten und am Schluss auch die Figurinen anzubringen; dann verbindet sie Fotos und Texte mit roter Schnur und wischt die Schnipsel vom Boden zusammen.

Das ist die künstlerische Performance der Macherin dieses Filmes, Katrin Rothe. Das ist der sichtbare Teil ihrer Aktivitäten zu einem Reenactment der Stimmungen zur Zeit der russischen Revolution.

Unsichtbar bleibt die Arbeit eines Mitarbeiterstabes von Animateuren. Die fertigen Animationen mit den Figurinen an. Unsichtbar bleibt die Arbeit der Regisseurin hinter den Kulissen, die Auswahl von Texten der Künstler und von Zeitzeugen, Sprachaufnahmen dieser Textstellen im Studio und Überspielen zu den Animationen; Recherchearbeit, selber oder delegiert, in Foto- und Filmarchiven. Schließlich das Zusammenstellen der Collagen und Ausschnitte zu einer putzmunteren Revokation der Stimmung in Künstlerkreisen während dieser extremen und chaotischen Umwälzungen in Russland und immer vor dem Hintergrund der blutigen Ernstes des Ersten Weltkrieges.

Der Ruhepol in ihrer Schilderung der Umsturzzeit ist Sinaida in ihrem weißen, vornehmen Kleid in ihrem großbürgerlichen, blauen Salon mitten in Petersburg. Sie führt stoisch und konsequent Tagebuch, selbst wie es kein Weißbrot mehr gibt. Wladimir Majakowski dagegen wirkt eher wie ein Blatt im Wind; seine Figurine trägt Schiebermütze, ist mit gelbem Hemd und gelber Krawatte ausgestattet, während Maxim Gorki nach Gründung seiner Einmann-Partei schnell sieht, dass Politik nichts für ihn ist und er sich wieder dem Schreiben zuwendet.

Der Film selbst besteht aus einem Mix der Aktionen von Katrin Rothe, von animierten Szenen mit ihren Protagonisten, von Fotos und Archivfootage (vom Zar zur Zerstörungswut der Revolution, Gründung der Kulturkommission, Kunstausstellungseröffnungsbankett bis zur Massenbeerdigungszeremonie auf dem Marsfeld und zum Karneval der Künstler als Propaganda für Kriegsanleihen). Auf der Tonspur sorgen für das Stimmungsbild von Schauspielern gesprochene Zitate aus den Tagebüchern von Zinaida, von Zeitzeugen, von Gorki, der das Blutbad der misslungenen Revolution von 1915 erlebt hat, von Majakowski, dessen Figurine Rothe mit dem Dichterlorbeer schmückt und der die Revolution begeistert, aufgewühlt und aufgeregt miterlebt, aus den Memoiren von Alexander Benois und von anderen Künstlern.

Dabei gilt ihr besonderes Augenmerk den Künstlern, ihrer Politisierung, Radikalisierung, ihrer Zerstrittenheit, dem Kubismus, dem Futurismus, der These vom Brechen der Gesetze aber auch der Kulturbrigade und dem Streit zwischen Kunstbewahrern und Kunstzertrümmerern, weil die ja von den Gutsherren, also von der gestürzten Klasse in Auftrag gegeben und bezahlt wurde.

Am Ende findet Sinaida das Schreiben widerwärtig … es gibt keine Heimat mehr, man kann nirgendwohin fliegen … aber sie wird weiter schreiben, weil sie eine Chronistin ist.

Comments Keine Kommentare »

Das ist pure Sinnlichkeit. Liebe mit 15. Pure Freude und pure Gedankenlosigkeit. Max und Mel. Sie lieben sich, weil die Natur es will. Sie küssen sich im Gebüsch. Blasen mag sie nicht, das findet sie eklig. Aber sie findet heraus, dass sie schwanger ist.

Blutjunge Liebe. im Kino wird sie meist von deutlich älteren Darstellern gespielt. Hier wirkt sie fast dokumentarisch echt. Das dürfte der Tradition der Gebrüder Dardenne geschuldet sein, diese Art fiktionaler Realismus, in welchem Guillaume Senez nach dem Drehbuch von David Lambert die Geschichte dieser Liebe, die bald schon ihre Unschuld verliert, erzählt als eine kleine Begebenheit, die ihm sozusagen über den Weg gelaufen ist, die ihm auf den Radar kam und die er nacherzählenswert findet.

Er hat sich für Darsteller entschieden, die schon als Kinderdarsteller Erfahrungen gesammelt haben, die immer wieder gespielt haben, die ihr eigenes Coming-of-Age fast 1:1 wiedergeben können, die wunderbaren Gefühle, Galatéa Bellugi als Mel und Kacey Mottet Klein als Maxime (Mit 17).

Warum soll der Mensch die Kinder nicht zeugen und bekommen, wenn er biologisch so weit ist? Die Frage schwirrt einem im Kopf herum. Warum werden bei uns die Mütter immer älter, 50 Jahre, 60 Jahr, ja 70 Jahre?

Klar, es geht darum, dem neuen Menschen ein Heim zu bieten. Die Probleme stellen sich schnell. Max ist naiv. Er hat ein bisschen Talent beim Fußball. Er hofft auf eine Karriere. Der Traum ist schnell skizziert vom erfolgreichen Torhüter, dem Keeper. Es ist sein Film. To keep or not to keep, das ist des Torhüters doppelte question.

Aber auch der reflexartige Verdacht von Max, ob das Kind überhaupt von ihm sei, sie seien schließlich nicht 24 Stunden am Tag zusammen.

Sein Vater ist Fußballtrainer. Max darf an einem Auswahltraining teilnehmen. Und wenn er bei einem Spiel nicht so gut ist und Fehler macht, hofft er, dass kein Scout da ist. Das Damoklesschwert der Scouts, die nur einmal kommen und nur ein Spiel anschauen. Aber Vater zu werden ist eine Aufregung und eine Ablenkung.

Senez bezieht die Eltern der werdenden Familie ein. Max lebt mit Mutter und einem kleinen Bruder. Sie ist konziliant und bejaht das Kind. Die Mutter von Mel, die als Verkäuferin arbeitet, möchte, dass Mel abtreibt, sie will nicht nochmal Windeln wechseln.

Es gibt auch eine Dokumentation über Schülerinnen als Mütter, Achtzehn, diese stammt von Cornelia Grünberg.

Comments Keine Kommentare »

Ein Mann braucht Abwechslung.

Ein Mann braucht Abenteuer. Die Frau möchte Sicherheit. Sie möchte wissen, wer er ist. Sie stirbt, wenn er stirbt.

Der Mann ist eine Sphinx, ein Autor. Er ist unterwegs, er ist zerstreut. Er ist hin und weg von einer Frau und vergisst alles um sich herum, er ist zerstreut, er will nie jemandem Weh tun, es passiert einfach, er ist eine Duftbiene, lässt sich vom Duft betören, er ist mit sich beschäftigt, fragt nicht, was sie macht, er hat Termine, Verabredungen, die andere Frau; er ist immer auf dem Sprung. Er ist wie vexiert.

Wie ein Vexierbild lösen sich die Namen der Titel in diesem Film von Volker Schlöndorff auf, der im Andenken an Max Frisch mit Colm Tolbin auch das Drehbuch geschrieben hat.

Es sind ihrer viele Namen, Unmengen von Produzenten, die mit an Bord geholt werden mussten, um das Projekt nach langer Vorbereitung auf die Beine zu stellen.

Schlöndorff ist ein Film gelungen, der den Geist von Max Frisch atmet und der das literarisch-bürgerliche Publikum erfreuen und beschäftigen dürfte. Denn in diesem Mileu spielt der Film.

Der Autor Max Zorn (Stellan Skarsgard) fliegt für eine Buchvorstellung nach New York. Dort lebt seine Beziehung Clara (Susanne Wolff). Aber auch Rebecca (Nina Hoss) lebt als Anwältin in New York. Mit ihr gab es vor Jahren eine heiße Liebesphase. Dann Trennung ohne weiteren Kontakt.

Mit Hilfe von Walter (Niels Arestrup), seinem früheren Guru und Kunstsammler und seiner Pressereferentin Lindsay (Isi Laborde-Edozien) spürt Zorn Rebecca auf. Sie wartete damals vergeblich auf ihn. Nur mit größtem Widerstand lässt sie sich auf ein Wiedersehen ein.

Schlöndorff schildert das Kultur- und Literatenmilieu wie aus dem Effeff, Hotel, Lesung, Autogramme, Bibliothek. Er nummeriert die Tage. Ankunft ist Tag eins, ein Mittwoch. Die ersten Tage sind gefüllt mit literarischen Verpflichtungen, Klamottenkauf und mit Clara. Und ganz heimlich mit dem Eruieren der Adresse von Rebecca.

Das Wochendende ist frei. Da ist Rebecca bereits so weit, ihn zu fragen, ob er mit ihr einen Samstagsausflug nach Montauk auf Long Island mache. Er schwindelt Clara etwas von einem langweiligen Panel vor und am Abend sei er zurück.

Rebecca will genau wissen, was jetzt ist mit ihnen. Vorwand ist die Besichtigung eines Hauses auf Long Island, Montauk, das sie eventuell kaufen wolle. Sie fährt das Auto in den Sand. Sie müssen im Motel übernachten.

Somit ist die Grundlage für die Kernszene des Filmes gelegt, die Auseinandersetzung der beiden, Max und Rebecca, das Hinterfragen der gemeinsamen Vergangenheit, der Gefühle, der jetzigen Gefühle, das Abtasten einer eventuellen Zukunft, denn sie hatte mal geträumt, dass er ihr Sicherheit geben und der Vater ihrer Kinder werden würde.

Hier auf Long Island legt Schlöndorffs Film den großen Erzählatem ein, den hochkarätigen Kern, künstlerisch schauspielerisch, substanziell, wie auch bildlich und inszenatorisch. Die Frage, was wichtig ist. Können sie Weltmeister werden im Glücklichsein?

Mit sichtbar platzierten Signeten geben Mercedes und Air Berlin zu verstehen, dass sie das Projekt unterstützt haben. Die einführenden, literarischen Szenen nutzt Schlöndorff für ein Abgrenzungsstatement, Europa gegen die USA, Europa habe Quasimodos, Narren und Don Quijotes, Europa sei kulturfundiert.

Comments Keine Kommentare »

Äpfel und Birnen soll man nicht miteinander vergleichen – oder Störche und Spatzen.

Aber genau das passiert hier. Im Leben sind wir oft mit Ungleichem konfrontiert, im Leben hat nicht alles die gleiche Geschwindigkeit. Im Leben gibt es gerne ungleiche Reisegesellschaften.

Gerade das macht den Reiz aus, auch hier in diesem erneuten, erneut eher gröbkörnig aber patenten Animationsfilm von Reza Memari (Ooops! Die Arche ist weg), der mit Toby Genkel auch die Regie geführt hat.

Hier hält Spatz Richard sich für einen Storch. Man muss nur mal in der eigenen Umgebung aufmerksam rumschauen, da wird man viele Leute entdecken, die sich für etwas ganz anderes halten, als was sie sind.

Bei Richard war es so, dass noch bevor er aus dem Ei geschlüpft ist, seine Eltern und sein bereits geschlüpftes Geschwisterchen dem Hunger eines Bären zum Opfer gefallen sind. Die Störchin Aurora findet den verwaisten Spatz Richard und zieht ihn im Storchennest auf.

Vater Storch ist anfangs nicht begeistert und sowieso nur dafür, dass sie das solange macht, bis sie im Herbst zu ihrem Flug nach Afrika aufbrechen, denn das schaffe der kleine Richard nicht. Da ist er an den Falschen geraten. Damit kann Richard sich nun grad gar nicht abfinden. Er will auch nach Afrika und startet selbständig.

Somit ist der Anfang für eine große Abenteuerreise gemacht, die wie im Fluge vergeht – und welch irdisch Wesen träumt nicht vom Fliegen.

Zu Richard gesellt sich die Zwergeule Olga, die andauernd mit ihrem Alter Ego Oleg Gespräche führt. Später kommt der in einem Käfig gehaltene Karaoke-Paradiesevogel und Papagei Kiki hinzu, der sich selbst für eine wahre Diva hält.

Diese drei Figuren unterschiedlichen Zuschnitts und mit verschiedenen bis gar keinen Begabungen, was das Fliegen betrifft, machen sich auf den Weg in Richtung Süden.

Erst landen sie in San Remo statt in Tanger. Hier gibt es Show-Nummern beim Schlagerfestival.

Für die Kommunikation mit dem Rest der Welt sind andere Vögel zuständig, nennen wir sie Telegraphenvögel, die hocken auf Telegraphenleitungen und sind damit mit dem Internet verbunden. So erfahren unsere drei ungleichen Reisenden von der Gefahr, in die die Storchenformation in Afrika geraten ist, Dürre und eine Höhle, in die sich der Adoptivbruder von Richard verlaufen hat. Womit noch eine abenteuerliche Rettungsaktion in Gang gesetzt werden muss nach der höchst turbulenten und abenteuerlichen Mittelmeerüberquerung.

Unterschiede machen das Leben bunt und lebendig, Vielfalt und dass die Verschiedenen auskommen miteinander, das hilft zum Überleben. Die deutsche Synchronisation passt haargenau zur Grobkörnigkeit der Animation, die nicht als poetisch oder feinziseliert, sondern als griffig-praktisch zu bezeichnen wäre; was dem Verständnis der Geschichte keinen Abbruch tut; zur Bildung eines exquisiten Geschmackes sicher nicht allzuviel beiträgt; aber diesem genau so wenig schaden dürfte.

So viel Menschisch ist da auf jeden Fall zu verstehen. So ist in ihren Parametern die Kunst eine runde Sache, die von den Unwuchten und Unrundungen im Leben erzählt. Die Moral ohne jeden moralischen Zeigfiner: dass nicht alles über einen Kamm geschoren werden kann.

Schöner Satz von Papagei Kiki: er sei viel zu bunt zum Sterben. Und so bunt, fröhlich, aufgestelltt und trotz aller Fliegerei keineswegs abgehoben auf der Erde ist dieser kurzweilige Film.

Comments Keine Kommentare »

Die Fünf Sterne des Titels beziehen sich auf den Ort dieser Dokumentation von Annakatrin Hendel, einem 5-Sterne-Luxushotel an der Ostsee, in welchem sie vier Wochen mit ihrer besten Freundin, der Fotografin Ines Rastig verbringt. Finanzierung und Vorwand liefert ein Stipendium, für das die Filmemacherin sich beworben und welches sie auch erhalten hat.

Obwohl es sich um einen Abschiedsfilm handelt, obwohl Ines Rastig ihr Leben als ruiniert und dem Tod geweiht sieht, ihre menschlichen Beziehungen zur eigenen Familie, Mann, Tochter, Sohn im Eimer sind, sie die schlimmste Depression und Einsamkeit hinter sich hat, so ist der Film überhaupt nicht deprimierend.

Da sind die Fotostrecken von Ines Rastig, bemerkenswert und hochprofessionell wie künstlerisch auffallend und wie sie diese zu Fotogeschichten bei Facebook zusammenstellt und glücklich ist, wenn 600 Leute sie sehen und mögen. Auch wenn sie kein Geld verdient damit.

Überhaupt definiert sie den verbliebenen Sinn ihres Lebens über Facebook. Hier hängt sie ständig dran, wenn sie nicht gerade eine Zigarette auf dem Balkon mit Meeresblick raucht. Hier hat sie auch ihren Freund Harvey kennengelernt, mit dem sie einen intensiven Austausch pflegt, der aber in Amerika mit einer Tochter und verheiratet ist. Und, herrlich wie sie über dessen Frau schimpft. Die Kunst, die sie von ihr zeigt, die ist albern und einfältig.

Der Film strahlt ein große menschliche Wärme und Intimtät aus, aber auch eine gelassene Selbstverständlichkeit.

Ines Rastig sieht in jedem Moment elegant und interessant aus, egal wie sie sich frierend einmümmelt und den Glatzenkopf mit turbanähnlichen Behutungen und Tüchern verpackt. Sie hat Stil noch im größten Elend. Das fing an, nachdem ihre Ehe in Brüche gegangen ist, sie ohne Wohnung, ohne Kinder und mit 20’000 Euro Schulden dagestanden hat.

Sie träumt noch von einer individuellen Wohnung, die zu ihr passt. Die muss nicht groß sein. Aber da, wo sie verwurzelt ist, in Berlin-Mitte, da gibt es so etwas nicht mehr. Da gibt es Diskussionen zwischen ihr und der Umwelt, was sie sich denn vorstelle, dabei ist das der Ort, an dem sie praktisch ihr Leben verbracht hat. Sie kann es sich aber nicht mehr leisten. Bei ihrem Schicksal dürfte es sich um keinen Einzelfall handeln.

Bei ihr läuft es insofern glücklich, als sie diese Freundin hat, die die Geschichte mit dem Hotel sich hat einfallen lassen. Wenig Einzelfall ist sie sicher auch, was die Medikamente betrifft, die führt sie uns vor, dies sei das Cortison und dies ist das Opium (bei dem vielen Opium fiel unser lieber Opi um).

Sie sieht ihr Leben gescheitert. In Facebook hält sie es aufrecht. Aber sie selbst ist schon aus nicht intakten Verhältnissen gekommen, sie wusste zwar, wer ihr Vater sei, hat ihn dann in einem Theater, in dem sie gearbeitet hat, auch gesehen, aber er wusste anfänglich nicht, dass sie seine Tochter ist, später habe er es gewusst, aber er hat sie nie angesprochen. Auch das düfte kein Einzelschicksal in unserer Zeit sein.

Schlagworte: Moderne Einsamkeit – Facebook-Leben. Aus der Wohnung geflogen. Jede Menge Medikamente. Was sie zwischen die Finger kriegt, ist Kunst, ihre Devise: it’s magic. Suche nach der letzten Wohnung. Kein Kontakt zu Mann und den zwei Kindern. Modell Hausfrau hat nicht funktioniert. Der Engel, den sie mit ihrem Körper und den Armen in den Schnee zeichnet. Gepixelte Gesichter, mit Piepton ausgeblendete Namen auf der Tonspur. 51 Jahre. 4 Wochen Perpetuum Mobile im Hotelzimmer: es bewegt sich nichts. Aber: Begeisterung für das Obst vom Hotel. Es könnte ewig so weitergehen. It’s magic.

Comments Keine Kommentare »

Ein Stück lebendige, oberbayrische Heimatkunde.

Die Isar als Dreh-, Angel- und Fließpunkt für Handel, Transport, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklumg, als Nabelschnur für München. Die Isar, ein Fluss mit einem Einzugsgebiet mit so viel Einwohnern wie halb Österreich.

Die Flösser habe die Isar schon im Mittelalter nutzbar gemacht für den direkten Holztransport und den Transport von Gütern, Kalk aus Oberbayern, Gips aus Oberau oder Waren venezianischer Kaufleute, feine Seidentücher für Brauereibesitzersgattinnen in Wolfratshausen, Wein aus den italiensichen Rebbergen für Klöster entlang der Isar oder Bier aus Wolfratshausen für München. Mit dem Aufkommen von Elektrizität, Stauwerken, Eisenbahn, Verbesserung der Straßentransporte ist die Bedeutung der Flösserei auf die Gaudi-Flossfahrt zurückgegangen.

Walter Steffen beschäftigt sich nach dem Rückblick in eine Episode der Nazizeit (Endstation Seeshaupt) und dem Einblick in die oberbayerische Musikszene (Bavaria Vista Club) ein weiteres Mal mit Oberbayern, mit der Lebensader dieses Landstriches, der Isar.

Er fliegt sanft über die Isar hinweg von der Quelle bis München und dem Ausblick bis zur Mündung in die Donau (es gab die Flösserei bis Wien, auch für Passagiere). Drohnenaufnahmen begleiten seine Zwischenhalte. Er lässt Flösser und Historiker zu Wort kommen, Landwirte und Fremdenführer, Schauspieler als Sprecher und Rezitator oder einen Musiker als Sänger von Texten, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Er befragt Forstingenieure, Volkswirte, Autoren und Archivare. Er geht in der Geschichte zurück bis zu den Römern und der Via Raetia. Er animiert Zeichnungen und Gemälde, er bringt Archivmaterial, Fotos und Filme.

Es gibt eine wilde Geschichte von Ludwig Thoma über eine Schießerei zwischen wildernden Flössern und dem Förster oder es gibt eine unglückliche Liebesgeschichte eine Flössers zu seiner Philomena.

Es ist von den Gefahren der Holzfällens und der Flösserei die Rede, gefährliche Stromschnellen gab es, aber auch angenehme Landeplätze mit Wirtshäusern. Die müssen trinkfeste Gesellen gewesen sein, wenn sie an Land waren, die Flösser, 12 Mass können gut und gerne geflossen sein – pro Mann!

Gefahr lauerte aber nicht nur vom Wasser, es gab Zeiten mit viel marodierendem Volk unterwegs; für den Flösser empfahl es sich, sein Geld sicher in einer Geldkatze aufzubewahren. Denn die Flösserei war eine einträgliche Sache, aber auch für die Klöster oder Gemeinden unterwegs, die einen Zoll erhoben.

Die Flösserei ist unabdingbar verbunden mit der Entwicklung Münchens. Für die Stadt wurde anfangs vor allem Holz und Kalk angeflösst.

Es ist wie ein beschwingter Gang durch ein lebendiges Heimatmuseum mit vielen Details und Walter Steffen hat Spaß an der Filmerei, daran, auch Wandgemälde oder Handzeichnungen lebendig werden zu lassen. Seine Interviewpartner sind kundige Leute, sind verbunden mit der Geschichte des Landes und der Flösserei und haben interessante Einzelheiten zu berichten, vom Gefangenentransport per Floss, der Johanni-Flossprozession oder dass das mit den Brauereien in Tölz wegen der Tuffsteinkeller zum Kühlen so gut funktioniert habe. Das Bier sei dann nach München transportiert worden, sogar zum Oktoberfest.

Es gab Zeiten blühender Flösserei mit über 1500 Flossfahrten in einem Jahr. In München war da, wo heute das Deutsche Museum ist, der zentrale Flosshafen mit regem Leben.

Hier ist der Link zur Website des Films.

Comments Keine Kommentare »

Der Titel muss erklärt werden. Er ist nicht so kindisch, wie er sich anhört. Double Income No Kids Yet und Single Income No Kids Yet.

Ein Themenfilm zum dünnen Thema KiWu (Kinderwunsch) von Mareille Klein mit einem spielbegabten und spielbegeisterten Ensemble in Impromanier mit Handkamera in spontaner Dokuart lustvoll und charmant aufbereitet (da gibt es auch mal eine Szene über moderne Kinderwägen und ihre Tools).

Getragen wird der Film schauspielerisch von Katrin Röver als Frida. Sie ist Sportlehrerin, trainiert für den München Marathon, möchte ein Kind, an ihr kann es nicht liegen. Jetzt sollte ihr Freund Tobias (Till Firit) sich untersuchen lassen; er aber will kein verdammter Zuchthengst sein, er zieht lieber Leine.

Eine gute Stütze für Frida möchte ihre Mutter Brigitte (Ulrike Willenbacher) sein. Die selbst ist des Alleinseins überdrüssig und lernt über das Internet Hartmut (Michael Wittenborn) kennen. Sein Charaktermerkmal sind Anekdoten, in denen seine früheren Frauen eine Rolle spielen, Ehefrau zwei oder drei oder bald vier oder Samll-Talk mit den serbischen Möbelpackern.

Frida ist weniger erfolgreich mit ihren Blind Dates über ein Internet-Portal. Schöne Männerzeichnungen liefern die Kandidaten mit wenigen Strichen.

Das Thema KiWu illustriert ein Requisit: das Periodenbüchlein, was Frida im Sportunterricht führt. Denn viele der Mädchen scheinen auffallend häufig die Periode zu haben, um sich damit vom Sportunterricht zu entschuldigen. Statistik könnte da hilfreich sein. Aber das Requisit bekommt ein komödienwirksames Eigenleben. Die Schüler kopieren eine Seite daraus und ergänzen die teils skurillen Zeichnungen mit Pornographischem, veröffentlichen sie im Internet mit absehbaren Folgen. Frida kann sich in der Elternversammlung nur schlecht wehren. Katrin Röver spielt das großartig.

Ein anderes Requisit mit einer kleinen Geschichte ist der Hamster, den Tobias Frida schenkt, ein schräges Geschenk im Hinblick auf den unerfüllten Kinderwunsch. Auch dieses entwickelt später Eigendynamik, die zu komischen Szenen führt, weil Mareille Klein in solchen Dingen konsequent denkt.

Klar lässt sie Frida in Szenen erscheinen, in der junge Familien sind, in denen sich alles nur um die Kinder dreht. Auch am See lernt sie einen interessanten Mann und Journalisten kennen.

Doch der Kinderwunsch drängt, umso mehr als der Arzt ein Schwinden des Vorrates an Eizellen bemerkt, mit einem schönen Fachbegriff. Auf Fridas langes Gesicht hin befleissigt er sich zu ergänzen, das seien Feststellungen, die seien heute lediglich dank überaus genauer Messmethoden treffbar. So gibt es ein Stück Aufklärung über solcherlei Dinge.

Das Thema Samenspender kommt auf, denn Frida möchte ein Kind, solange es noch geht. In Holland sei das machbar. Kostet eine Kleinigkeit und Mutter ist nicht bereit, eine Vorabzahlung aus dem Erbe zu leisten.

Einen Hauch scheint der Film inspiriert von der Tradition, die mir in „Shoppen“ das erste Mal aufgefallen ist: Spontan- und Blind-Date-Stories in Impromanier mit einem Schuss augenzwinkernder Ironie.

Ein besonderes Kompliment gehört der Castingabteilung, die einen interessanten Mix an Darstellern zusammengebracht hat, die prima mit dieser improvisatorischen Arbeit umgehen können und dadurch Interesse wecken. Der Film könnte auch als Vorfilm durchgehen zu Was hat uns denn bloss so ruiniert? nach der Methode: glaubwürdig Alltag mimen.

Schön, wenn Requisiten für kleine Geschichten gut sind, wenn sie wie ein Staubkorn wirken, um das herum sich kondensierend ein Wassertropfen bildet, der das Thema des Filmes vibrierend und leicht gebogen spiegelt wie das Periodenbüchlein.

Comments Keine Kommentare »