Jim Jarmusch widmet diese seine Fleissdoku über Iggy Pop (bürgerlich: Jim Osterberg) den bereits verstorbenen Mitgliedern von dessen Band „The Stooges“. Deshalb ab und an kurz tonloses Schwarzbild. Ein Gedenk- und Erinnerungsfilm. Vor allem für jene, die Erlebnisse mit dieser Band und ihrer Musik verbinden.

Es geht um eine chronologische Nachzeichnung von der Kindheit Igy Popps (Aufgewachsen in einem Wohnwagen als Familienheim – und immer wieder dorthin zurückggekehrt) bis zur Aufnahme in den Rockhimmel, die Rock and Roll Hall of Fame und seiner „Cool“-Dankesrede.

Leitfaden bildet ein eigens aufgenommenes Interview. Dieses wird immer wieder mit schnell ablaufenden Schnipseln aus Archvimaterialien, Fotos, Animationen, bearbeitetem Material, weiteren Interviews, TV-Footage und Dokus unterschnitten im Rhythmus der Atemlosigkeit des Lebens von Iggy Pop.

Faszinierend an der Geschichte ist dieser unbändige Musik- und Performance-Wille von Iggy Pop und seiner Gruppe. Jahrelang noch mit hoher Unprofessionalität, wie er selber sagt, stürzen sie sich immer aufs Neue wagemutig bis zur Verzweiflung, wenn ein Musiker ausfällt und einer ein Instrument spielen muss, was er gar nicht beherrscht, in die Konzerte und Iggy Pop ins Bad in der Menge; auch wenn einmal die Mädels auseinanderstieben und er aufs Parkett fällt.

Oft kommen Wut und Aufregung und Flaschen aus dem Publikum zurück, so dass Iggy Pops stets nackter Oberkörper – meist in nach vorne gebeugter Haltung – auch mal blutüberströmt ist.

Die Geschichte dieser Band ist alles andere als eine programmierte Erfolgsgeschichte, sie hat lange Unterbrüche, Abstürze, furchtbare Pleiten erlebt, Drogen und Entzug, Ausnutzung durch windige Produzenten.

Nur die Musik zählt. In keine Kategorie wollen sie gepresst werden, Geschäftssinn hat nie eine Rolle gespielt. Und ist so doch höcht beeindruckend auch für den musikalischen Laien.

Jim Jarmusch hat sich Mühe gegeben, greift auch mal mit kleinen Bearbeitungsspielereien ein, wenn Iggy Pop erzählt, wie er in eine Limousine gestiegen ist, lässt Jarmusch auf der Tonspur eine Limousinentür zuknallen und versetzt das nicht unterbrochene Inteview in die Innenraum-Atmosphäre.

Symbol für das bis an die Grenzen gehen: das erste Konzert mit seiner Jugendband, das auf einer alten Pier stattgefunden hat: die ist beim Konzert eingebrochen; wirkt wie ein Omen für Iggy Pops Geschichte.

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