In diesem Film von Mark Pellington nach dem Drehbuch von Stuart Ross Fin mag es sich um eine Doppelung von Plot und Intention der mitproduzierenden Schauspielerin Shirley MacLaine handeln: vorsichtshalber schon mal die endgültige Hommage an sich selber inszenieren. Alles im Griff haben über das Leben hinaus.

Das ist die Charakterisierung von Harriet Lauler (Shirley MacLaine), der Protagonistin. Sie hat eine erfolgreiche Werbeagentur betrieben, weil sie immer alles unter Kontrolle hatte, bis auf die menschlichen Beziehungen. Das hatte zur Folge, dass sie zwar reich ist, aber in einem herrschaftlichen Haus mit Personal unterschiedlichster Herkunft einsam da hockt. Leeres, sinnloses Leben einer alten Frau.

Als Hilferuf kippt sie einen Tablettenmix zu Alkohol und wird ins Spital eingeliefert. Ihr fallen Nachrufe von Verstorbenen in die Hände. Sie regt sich auf, wie doch alles gelogen sei. Die sterben, sind offenbar alles nur brave, liebe, unersetzliche, altruistische Menschen gewesen.

Sie sucht das Mädel bei der Lokalzeitung Bristol Gazette auf, das für die Nachrufe zuständig ist, Anne Shermann (Amanda Seyfried). Damit hat sie auch für den Film eine schauspielerisch ebenbürtige Partnerin und somit das Hauptpfund, warum sich der Film anzuschauen lohnt, das ist die Schauspielerei. Mich faszinieren besonders altgewordene Stars, die eine einmalige Souveränität an den Tag legen.

Um aus dem Duo ein Trio Infernal zu machen, wird ein Ausbund an sozialer Vernachlässigung, ein schwarzes Mädel, hinzuengagiert, Brenda (Ann Jewel Lee Dixon). Die drei können sich aufmachen, die Welt zu verbessern, vor allem die Voraussetzungen für einen ehrlichen Nachruf für Harriet zu schaffen: zu all den Menschen, die zu ihr nichts Gutes sagen können, wieder einen Draht aufzubauen: Ex-Ehemann, Tochter, Firma und mit dem Kümmern um das Mädel noch eine gute Tat getan zu haben, die positive Nachrufqualitäten aufweist.

Beim Lokalradio KOXA heuert die Alte als DJ mit ihrer Plattensammlung an, ein altersorigineller Einfall. Im Kino ‚Highland‘ laufen gerade die Filme Gods of Egypt, „Deadpool“ und ein Kung-Fu-Film, was im Zusammenhang mit dem Nachrufthema oder der moralischen Aufforderung „Lebe Dein Leben“ und dass der Mensch Fehler mache und daraus lernen soll, interpretationsbedürftig bleibt.

KitKat und MacDonalds tragen mit prägnanten Auftritten zum Budget des Filmes bei. Das ist sinnig, denn nicht anders als wie Fast-Food oder Schockolade geht die Versöhnung innerhalb der Familie schnell und unproblematisch vor sich, als sei nie was gewesen. Man könnte vermuten: geschönt. Just so, wie Harriet die Nachrufe nicht haben will.

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